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USA 2007
Originaltitel:Blood Car
Länge:72:46 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Alex Orr
Buch:Alex Orr, Hugh Braselton, Adam Pinney
Kamera:Adam Pinney
SFX:Samantha Cobb, Michael McReynolds
Darsteller:Mike Brune, Anna Chlumsky, Katie Rowlett, Matt Hutchinson, Marla Malcolm, Mr. Malt, Matthew Stanton, Bill Szymanski, Hawmi Guillebeaux, Vince Canlas
Vertrieb:Atomik-Films / Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:05.03.2009 (Verleih) / 06.04.2009 (Kauf)



Inhalt
In der sehr nahen Zukunft: Die Benzinpreise sind so hoch, dass kaum noch jemand Auto fährt. Ein veganischer Kindergarten-Lehrer möchte diese Misere beenden und baut einen neuen Motor, der mit Blut angetrieben wird. Zunächst dient der Lebenssaft toter Tiere als Kraftstoff, doch schon bald folgen tote Omas, Kriminelle und Kriegsveteranen. Im Kofferraum des Autos wird eine tödliche Häckselmaschine installiert, die irgendwann auch undurchsichtige Regierungsagenten auf den Plan ruft. Das "Blood Car" gefährdet die nationale Sicherheit ... und sein Betreiber, inzwischen ein veritabler Massenmörder, soll selbst die Rotorblätter des Motors zu spüren bekommen!

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Ein Independent-Film-Flair macht sich breit beim Bild der DVD, die den Umständen entsprechend durchschnittlich ausfällt. Das Bild ist sauber, nur etwas zu verrauscht an einigen Stellen. Die Farben sind je nach Szene verfremdet oder versucht, natürlich auszusehen, was durch die DV-Verfälschung aber nur moderat gelingt. Zum Schluss wurden sehr grelle Töne genutzt. Eingangs erwähnte Defizite sieht man vor allem bei der Kontrastdarstellung (zu weich, manchmal zu düster) und der Schärfe, die für einen Kleinfilm zwar annehmliche Werte, für einen DVD aber nur mittelmäßig ausfällt. Etwas mehr Farbkraft und Details hätte dem Film sicherlich zu mehr Glanz gebracht, wer sich aber ab und zu mal einen Indi anschaut, wird nicht enttäuscht.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital Surround 2.0 (En)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Den Originalton gibt's in Dolby Surround, den deutschen Ton in 5.1. Entweder hat man für die Originalfassung keine 5.1er-Variante erwerben können oder, was sehr viel wahrscheinlicher ist, es gibt eigentlich gar keinen 5.1-Ton. Es klingt nach letzterem, denn die etwas dünne Front wird kaum mit Geräuschen aus den hinteren Kanälen unterstützt. Wenn das doch mal passiert, ist es wenig spektakulär. Die Musik macht wie in vielen Fällen wieder einiges gut, man darf also insgesamt sehr zufrieden sein. Die etwas direktere Originalfassung wird dank deutscher Untertitel verständlich gemacht.
 +++/--

Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Trailer dt./engl. (1:50 Min.)
  • Behind The Scenes (58:57 Min.)
  • Featurette "Mike Brune For President" (3:42 Min.)
  • Kurzfilm "The Last Last and the Tribulations Of Johnnybush" (8:41 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Bone Dry (1:25 Min.)
    • Crazy Eights (1:38 Min.)
    • Killer Killer (0:46 Min.)
    • Lycan (1:54 Min.)
    • Murder Party (1:26 Min.)
    • Shadowplay (1:15 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die DVD bietet dem Zuschauer einen Audiokommentar mit den beiden kreativen Köpfen Alex Orr und Adam Pinney, den Darstellern Katie Rowlett, Mike Brune und Matt Hutchinson, sowie dem Kamermann Christopher Campbell an. Wie zu erwarten musste viel im Film getrickst, umgeschnitten und neu gedreht werden, damit er funktionieren kann. Genau um diese Tricks, die die Crew anwandte, um mehr aus dem Stoff zu machen, geht es vor allem im Audiokommentar. Leider sind nicht alle Sprecher im selben Raum, so dass wild zusammengeschnitten wurde, was nicht grad für die typisch ausgelassene Stimmung sorgt. Außerdem muss man Englisch verstehen können, weil es keine Untertitel gibt. Das fast einstündige Behind The Scenes-Material sei jedem ans Herz gelegt, der einen unkommentierten, dafür aber intensiven Einblick in die Arbeit an einem niedrig budgetierten Film gewinnen möchte. Gezeigt werden die Entstehung ganzer Szenen, die Arbeit der Darsteller, Regieanweisungen, die Entstehung des Kunstblutes, mit dem nicht gerade sparsam umgegangen wurde, und natürlich die Crew, wie sie die Pausen für Scherze nutzt. Die Ansprache zur (gestellten) Präsidentenkandidatur des Hauptdarstellers schlägt in eine ähnliche Kerbe. "The Last Last and the Tribulations Of Johnnybush" ist ein etwas seltsamer Kurzfilm über einen Umweltprüfer, dessen Vietnamvergangenheit bei ihm einen Rasenflächen-Tick hervorgerufen hat. Die Chose endet mit einem Lichtschwerterkampf und ist wegen der schlechten Verständlichkeit größtenteils an mir vorbeigegangen. Insgesamt interessante Extras, aber wenig attraktiv aufbereitet, weil es keine deutschen Untertitel gibt.
 +/----

Fazit
Die Zukunft birgt entweder die Gefahr, dass sich die Roboter emanzipieren und uns alle vernichten, oder dass wir alle nur noch in Strahlenschutzanzügen herumgeistern oder aber, dass uns schlichtweg die fossilen Brennstoffe ausgehen - zumindest sieht das SciFi-Genre das häufig so. Greifbarer als die ersten zwei Problemchen scheint aber immer wieder das Versiegen von Kraftstoff zu sein (bei der Spritpreisentwicklung kein Wunder!), worauf diese thrashige Kleinproduktion aufbaut. In der versucht ein Amateurforscher sein Auto, das wegen der horrenden Spritpreise schon lang still steht, mit Weizengras irgendwie anzutreiben. Als der Ökofritze sich an seiner Apparatur verletzt, merkt er aber, dass Blut anscheinend eine wesentliche bessere Oktanzahl besitzt als die grünliche Biomasse. Nur hätte er nicht gedacht, dass es soviel Blut benötigt, seinen umgebauten Verbrenner zu betreiben. Zu spät, denn schon klemmt ihm die oberflächliche Puppe von der Würstchenbude an der Backe, die sich am liebsten im Autokino flachlegen lässt!
Meine Erwartungshaltung fällt mir bei "Blood Car" mal wieder in den Rücken, denn dem Low Budget-Film fehlten offensichtlich eine Menge Bauten und Vorrichtungen, um seinh Ideen, die noch etwas mehr Fingerspitzengefühl benötigen könnten, umzusetzen. Demnach sieht die Zukunft nicht viel anders aus als die Gegenwart, abgesehen von ein paar skurrilen Schauplätzen wie zwei sich gegenüberstehenden Imbissbuden, die inmitten von Schlamm irgendwo im Niemandsland aufgebaut sind. Erwartet hatte ich darüber auch von allem etwas mehr: mehr Action, mehr Gore, mehr Sex, insgesamt also mehr Trashappeal. Von allen wird eine kleine Menge geboten, aber offensichtlich wollten es die Filmemacher nicht so sehr übertreiben wie der Trailer es darstellt, um ihren subtilen Sinn für Humor, der für einige sehr schöne Momente sorgt, nicht zu überdecken. Und genau das gefällt mir auch wieder an "Blood Car": er ist unamerikanisch, er lässt sich nicht leicht in eine Schublade stecken, überrascht erst durch künstliche Langeweile, dann durch ein rasantes, zweites Drittel, in welchem sich Regierungsverschwörungen, ein paar krude Splattereffekte und Amateur-Horror-Atmosphäre die Klinke in die Hand geben. Dazu kommt ein herrlicher Sinneswandel des Hauptdarstellers, dem die Comic-Qualitäten seiner Figur gerade recht stehen.

Der blutspritzende Reißer, wie es auf dem Cover dargestellt wird, ist "Blood Car" nicht, aber für Fans von Low Budget-Produktionen hat er zuviele Eigenarten, um einfach übersehen zu werden. Und wenn es nur für das tolle Ende ist, in dem das Vorführen der Staatsmacht die politischen und ökologischen Aussagen des Films auf sehr witzige Weise unterstreicht.



Bilder der DVD




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