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ESP 1999
Originaltitel:Vampire Blues
Alternativtitel:Vampire Sex
Länge:90:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Jesus Franco
Buch:Jesus Franco, Kevin Collins
Kamera:Raquel Cabra
Musik:Jesus Franco, Brian D. Horrorwitz, Randy Manos, Daniel White
Darsteller:Rachel Sheppard, Analía Ivars, Lina Romay, Jesus Franco, Pedro Temboury
Vertrieb:X-Rated
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:11.07.2002 (Kauf)



Inhalt
Die junge Rachel verbringt ihren Urlaub völlig allein am Badestrand von Spanien. Doch plötzlich scheinen Stimmen sie zu rufen und ihre Aufmerksamkeit wird auf eine alte Villa gelenkt. Noch am selben Tag hat Rachel eine seltsame Begegnung mit einem Souvenirverkäufer, der ihr ein T-Shirt verkauft, auf dem ein weiblicher Vampir zu sehen ist und welches angeblich extra für sie gemacht sein soll.
Nach und nach gerät Rachel in einen Strudel sexueller Ereignisse, bei dem sie nicht mehr weiß, was Traum und was Realität ist. Steckt die alte Wahrsagerin dahinter oder doch die vermeidliche Vampirin Gräfin Irina von Murnau?

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Der auf DV gedrehte Film sieht eigentlich ganz ordentlich aus. Die Detailschärfe wird kaum durch äußere Einflüsse beeinträchtigt, das Material ist sauber und insgesamt gehört die Qualität zu den etwas Besseren der Zunft. Zu viel darf man andererseits nicht erwarten, denn die Quelle ist sehr deutlich im Halbzeilenmodus aufgenommen, was zu ein paar Treppcheneffekten führt, die man allerdings nur selten sieht. Eine sonderliche Tiefe wird zwar nicht erreicht, in hellen Szenen sind Gesichter aber ordentlich detailliert, während an anderen Stellen das digitale Rauschen diesen Eindruck etwas mindert. Der typische unbalancierte DV-Kontrast sorgt für ein paar überhellte Flächen und einen nicht ganz ausgegorenen Kontrast, was später aber durch die Farbfilterung ausreichend kaschiert wird.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel-
 Neben der deutschen Synchro gibt es noch eine englische und eine spanische Sprachversion - schließlich soll dem Export des Werkes nichts im Wege stehen. Den größten Trash-Appeal besitzt vermutlich die deutsche Version, aber auch die beiden anderen Sprachen besitzen einige Stellen mit ungewollter Komik, sei es durch die Synchronstimme oder durch die Intonation. Trotz einer vollgestopften Tonspur geht der Klang behutsam mit dem Zuhörer zu, so dass auch die teils nervigen Soundcollagen nicht übersteuern. Besondere, positive Merkmale besitzen die Stereotonspuren aber auch nicht. In dem Falle überzeugt die klangliche Schlichtheit aber mehr, als sie stören würde.
 +++/--

Extras
Extras
  • 4seitiges Booklet
  • Trailer (1:08 Min.)
  • Interview (10:28 Min.)
  • Pressebilder (25 Bilder)
  • Im Herbst neu von Franco: "Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies" (1:54 Min.)
  • Coming Soon: "Vegetarierinnen zur Fleischeslust gezwungen! Part 2" (0:40 Min.)
VerpackungKeepCase
 Im Booklet befindet sich neben einer Anpreisung des Interviews und ein paar Screenshots der Menus eine Filmografie von Jess Franco, die seine deutschsprachigen Werke (hier ist vermutlich gemeint: seine bisher eingedeutschten) aufführt. Auf der DVD erwartet den Zuschauer neben dem Trailer zu diesem Film eine Vorschau auf den mittlerweile erschienen "Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies" und den Interner Linkzweiten Teil der Interner Link"Vegetarierinnen"-Reihe. Von besonderem Interesse dürfte das in Deutschland geführte Interview mit Jess Franco sein, der erklärt, was ihn an "Vampire Sex" gereizt hat und wie er zu seinem Handwerk steht. Die Pressebilder zeigen einige Szenenfotos ohne die nachträglich eingearbeiteten Filter.
 ++----

Fazit
- "Oh du Vampir, ooooohhhhaaaah ... ahhhhhhh... ohhhhhh. Du böser Vampir ... ohhhhhhhhhhhhhh." (Wahrsagerin Marga)

Dass Jess Franco in den 90ern kaum noch an die Erfolge seiner Frühwerke anknüpfen konnte, die ja bereits umstritten sind, dürfte bekannt sein, dass er sich aber auf ein Niveau herablässt wie in "Vampire Sex" geschehen, ist schon fast erschütternd. Nichts ist mehr da von der Klasse des einstigen Sleaze-Filmers, der sich offensichtlich mit unterirdischen Billigproduktionen die Rente verdingt.
"Vampire Sex" ist dank dem Untertitel "Lady Dracula 3" ein trauriger Abgesang auf eine bemerkenswerte Schaffenszeit, in der z.B. Interner Link"Female Vampire" aka. "Erotikill" hervorbrachte. Es muss einem fast wie ein fix auf der Urlaubsreise abgedrehtes Andenken vorkommen, wenn Franco mit drei weiblichen Darstellern, einer männlichen Nebenrolle und sich selbst (Kurzauftritt als T-Shirt-Verkäufer) einen 90-Minüter angeht, der handlungstechnisch nicht einmal einen Vorspann eines herkömmlichen Filmes füllen könnte. Eine Handlung ist in diesem Sektor eigentlich nicht nötig, nur muss der Zuschauer dafür von der Atmosphäre oder den Bilder gefesselt werden. Das verhindert der wacklige Zoom, der übertriebene Zeitlupengebrauch (ohne wäre der Film vermutlich nicht mal eine Stunde lang), die Nichtigkeit der Szenen und der misslungene Farbfiltereinsatz. Letzterer schlägt fehl, weil er ohne Sinn und Verstand Einsatz fand und sehr billig aussieht, weil die Bilder im kranken Neonglanz ertrinken.
Leider entwickelt "Vampire Sex" auch keine richtige Trash-Dynamik, denn dafür ist er schlichtweg zu träge. Wer bei all den redundanten, nichtssagenden Szenen ohne Vorspultaste auskommt, muss wirklich ein unerschütterliches Gemüt haben. Die Erotik hält sich in Grenzen, denn auch hier übertreibt es Franco, der bei vielen Einstellungen einfach die Zeit vergisst und den Zuschauer katastrophal langweilt. So sind seine Ideen des weiblichen Flaschengeistes, der sich lasziv vor der Kamera bewegt, sicherlich nicht schlecht - aber doch bitte nicht über 5 Minuten lang! So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass der Schlussteil, bei der die Protagonistin mit der Wahrsagerin (Lina Romay zeigt sich trotz hohem Alter noch immer nackt, igitt!) das Zimmer der Vampirin betritt und sich ein wenig zusammen auf dem Bett rumräkeln (ohne dass wirklich "etwas" passiert), ganze 25 Minuten in Anspruch nimmt. Das strapaziert die Geduld dann doch sehr und passt kaum zur Auflösung, dass die gesamten Geschehnisse alle nur eine Vision sein könnten - denn Träume verlaufen selten dermaßen langatmig, in ihnen passiert ständig was.

Eine abgetakelte Schönheit mit Plastikvampirgebiss macht noch lange keinen erotischen Vampirfilm aus und Franco zeigt, dass er, nachdem er längst die Zeiten guter Filme hinter sich gelassen hat, mit dieser 1999er Produktion nun auch die Phase verlassen hat, in der er zumindest erträgliche Filme schuf.



Bilder der DVD




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NewsJess Franco verstorben: Ein Nachruf
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