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D 1968
Originaltitel:Arzt von St. Pauli, Der
Alternativtitel:Bedroom, The
aka. Street of Sin
aka. Bedroom Stewardesses
aka. Doctor of St. Pauli, The
Länge:95:54 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Rolf Olsen
Buch:Rolf Olsen
Kamera:Franz Xaver Lederle
Musik:Erwin Halletz
Darsteller:Curd Jürgens, Horst Naumann, Christiane Rücker, Heinz Reincke, Marianne Hoffmann, Fritz Wepper, Monika Zinnenberg, Friedrich Schütter, Suzanne Roquette, Michael Conti, Astrid Fournell, Hans W. Hamacher, Carlo Liebmann, Karin-Ute Warstat, Peter Bach, Manfred Reddemann, Wolfgang Zerlett
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:16.02.2006 (Kauf)



Inhalt
Dr. Jan Diffring, rechtschaffender Armenarzt, steht seinen Patienten in Hamburgs berühmt-berüchtigtem Stadtteil jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Auch als der junge Matrose Hein Jungermann des Mordes an seiner Ex-Geliebten Margot und deren Freund vedächtigt wird, bietet Diffring seine Hilfe an. Bei Nachforschungen stößt er auf kriminelle Machenschaften seines eigenen Bruders. Dr. Klaus Diffring, ein dekadenter Gynäkologe aus der Oberschicht, der ein ausschweifendes Leben ohne Skrupel führt. Als die verfeindeten Brüder sich begegnen, kommt es zur Katastrophe.

Bild
Format1,66:1 (Letterbox)
NormPAL
 Die Auswertung dieses Klassikers von e-m-s ist leider nichts, was man bejubeln muss, zumindest nicht, wenn man auf eine adäquate Aufarbeitung des Bildes gehofft hat. Das gibt es im Format von 1,66:1 in Letterbox-Balken und mit einer sehr wechselhaften Qualität. Enttäuschend ist beispielsweise der gesamte Vorspann mit dem milchigen Kontrast, dem starken Rauschen und den vielen Verschmutzungen. Danach bessert es sich schlagartig, der Kontrast wird also ebenso wie die Farben satter und die Schärfe erreicht Werte, mit denen man sehr gut leben kann. Details werden zwar nicht geboten, weil das Rauschen noch etwas unruhig ist, aber es sollte in dieser Form ausreichen. Trotzdem, eine Bereinigung des Bildes, eine Anhebung von Farb- und Kontrastwerten und eine Herausarbeitung von besserer Schärfe wären nötig gewesen. Besonders die lokal auftretenden, horizontalen "Gewitterwolken", die das Bild auf einem Streifen kurzfristig etwas zerknittern, gehören nicht auf eine DVD.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Ob der Film für andere Länder synchronisiert wurde, ist mir nicht bekannt, in diesem Falle sollte der deutsche Ton aber völlig ausreichen, der bei vielen Stimmen auch nachsynchronisiert wurde, um einigen Charakteren mehr Prägnanz zu verleihen. Der Ton ist im Ansatz kernig, verreißt aber weder, noch wird man mit Leiern oder Rauschen belästigt. Das ist genau das, was man erwarten sollte. Weitere Störgeräusche oder Aussetzer bekommt man nicht mit, lediglich ein wenig Zischeln passiert bei s-Lauten.
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Extras
Extras
  • 12seitiges Filmprogramm
  • 12seitige Broschüre "Filmpalast"
  • Musik-Box:
    • Gerhard Wendland - Schläfst du schon? (1:13 Min.)
    • Rex Gildo - Wo bist du? (2:29 Min.)
    • Esther Ofarim - Das ist meine Liebe (2:05 Min.)
    • Peter Kraus - Lass keine Mädchen lange warten (2:17 Min.)
    • Christine Görner - My Happiness (1:53 Min.)
    • Blue Diamonds - Liebe mich (2:20 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • U47 Kapitänleutnant Prien (3:24 Min.)
    • Heintje (3:31 Min.)
    • Playgirl (3:27 Min.)
    • Ich kann nicht länger schweigen (2:43 Min.)
    • Kriegsgericht (2:36 Min.)
    • Wenn die Abendglocken läuten (3:29 Min.)
    • Davon träumen alle Mädchen (3:29 Min.
VerpackungKeepCase
 Wirklich viel filmbezogenes Material bietet die DVD selber nicht, aber dafür kann man gleich zwei Booklets durchblättern. Eines davon ist der Neudruck des damaligen Filmprogramms mit einem Werbetext und viel Bebilderungen (in s/w). In der Broschüre zur Reihe "Filmpalast" kann man sich etwas zu viel Werbung, aber auch ein paar Informationen zum Film und zwei Darstellern durchlesen. Auf DVD kommen dann die Sachen, die weniger interessant sind, weil sie oft mit den anderen Titeln der Reihe in Verbindung stehen, die bis auf den Entstehungszeitraum mit "Der Arzt von St. Pauli" nicht viel gemeinsam haben.
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Fazit
Zugegeben, mit dem deutschen Nachkriegsfilmen verbindet man nicht unbedingt viel Sleaze - bis die schlüpfrigen Schulmädchen- und Almfilme starteten. Ich finde deutsche Produktionen älteren Kalibers sogar meistens ziemlich langweilig (siehe die Trailershow dieser DVD für Beispiele), weil ihnen in vielen, glücklicherweise nicht allen Fällen seichter Kitsch anhängt. Bei Regisseur Rolf Olsen steht es da anders, da er dem europäischen Ausland und vor allem dem dt. Publikum bewies, dass aus dem ehemaligen Land der Dichter und Denker auch härtere, reißerische Stoffe kommen können als nur die Schöneweltgeschichte des singenden Mädchens auf der Suche nach der großen Liebe.
"Der Arzt von St. Pauli" ist so ein herrliches Beispiel, das handelsübliche Krimiware noch ein wenig härter und rauer verarbeitet, dabei aber keineswegs sympathische Bezugspersonen außer Acht lässt. Dazu wird die urige Atmosphäre des Hamburger Kiez gemischt, die beim Anschauen vierzig Jahre später noch etwas uriger ist. Dabei schlägt Olsens einfach gestrickte Selbstjustizmasche gar nicht so sehr harte Töne an, dass es für Exploitation-Gucker schon zwingend interessant werden würde. Aber immer wieder nackte Haut, ein actionreicher Schlussteil und davor jede Menge Abschaum, dem man am liebsten persönlich eins auf die Kauleiste geben würde, sind dann doch mehr, als sich das damalige Fernsehen/Kino so erlauben durfte. Gesungen wird hier eh nicht, auf TV-Romantik verzichtet und statt Strahlemann-Figuren darf man sich auf ordentlich überzeichnete, aber doch glaubwürdige Charaktere einlassen, die es alle faustdick hinter den Ohren haben.
Vor allem die anwesende Prominenz ist es, die dem Film einen ordentlichen Charismaschub verpasst, beispielsweise Hauptdarsteller Curd Jürgens als ausgekochter Nuttendoktor, der auch vor einer Kneipenschlägerei nicht kuscht, ein junger Fritz Wepper als Heimkehrer, der durch die Erpressungsversuche seiner Ex in den Schlamassel gerät, Heinz Reincke als Augen und Ohren vom Kiez, der als Preisboxer auch gern mal austeilt, oder Horst Naumann in der Rolle des schmierigen Quacksalbers, der für einen dekadenten Swingerclub immer wieder frischen Nachschub aus seiner Praxis rekrutiert.

Wer sich für härtere, klassische Krimiware aus Deutschland mit hohem Unterhaltungswert interessiert, sollte einen Blick in diese Geschichte von der roten Meile werfen. Die DVD ist zwar nur ein mittelmäßiges Produkt, aber schon sehr preiswert zu bekommen.



Bilder der DVD




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