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USA 2008
Originaltitel:From A Place Of Darkness
Länge:78:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Douglas A. Raine
Buch:Scott Kenyon Barker, Douglas A. Raine
Kamera:Hugh Johnson
Musik:Srdjan Kurpjel, Drew Martinez, Jamie Mitchell, Enrique 'Hank' C. Feldman
SFX:Chris Bailey, Jackie Lee James, Matt Kutcher, Aaron Peak
Darsteller:Travis Schuldt, John Savage, Bronson Pinchot, Valery M. Ortiz, Conor Duffy, Natalie Zea, Carmen Palumbo, Carmen Mormino, Jeffrey T. Unterkofler, Cristen Irene, Nikki Flux, Elina Madison
Vertrieb:I-On New Media
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:24.04.2009 (Kauf)



Inhalt
Miles Cody ist besessen von der Idee, den ultimativen Dokumentarfilm über den Snuff-Film-Untergrund zu drehen. Nach zäher Recherche lernt er schließlich den "König des Snuffs" kennen - den finsteren und geheimnisvollen Vic. Cody fasziniert das abstoßende Thema der realen Gewaltpornografie immer mehr, doch dann bemerkt er seltsame Schatten in Vics Mordvideos. Schatten, die sich nicht mit technischen Störungen erklären lassen. Die Geister der gequälten Opfer scheinen Cody aus dem Jenseits eine Botschaft zu senden. Eine Warnung, die dem Dokumentarfilmer klar machen soll, dass er sich auf einem schmalen Grad in die tiefste Dunkelheit der Hölle bewegt ...

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Viel erwartet habe ich in diesem Bereich von der Kleinproduktion nicht, was nicht bedeutet, dass es nicht doch etwas besser gehen würde. Ein paar dezente Anzeichen stehen für Aufnahmen mit HD-Kameras, was die immer wieder unscharfen Kanten erklären würde, aber es gelingt eigentlich ganz gut, eine Mischung aus Video- und Kino-Feeling aufkommen zu lassen, was der Inhalt einfach voraussetzt. Wirklicher Kritikpunkt ist nur die Schärfe, die sehr selten wirklich bemerkenswerte Qualitäten aufweist. Auch wenn die dunklen Szenen - im Haupthandlungsort "Lagerhaus" gibt es kaum Strom und somit kaum Licht - nicht verschwimmen, sollte etwas mehr Durchzeichnung und Detailreichtum doch möglich sein. Die Farben sind stark gedämpft, der Kontrast etwas weich und auf das düstere Set einjustiert. Sicherlich, höher budgetierte Produktionen hätten aus beiden letztgenannten Faktoren etwas mehr herausgeholt, als Kritik soll das aber nicht verstanden werden, da es den Zuschauer nicht stören sollte.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Vom deutschen Ton bin ich doch etwas enttäuscht, weil Dolby Digital 5.1 reichlich übertrieben ist für eine Abmischung, die gar nicht richtig weiß, wie und wann sie die hinteren Lautsprecher mit ins Geschehen einbeziehen kann. Auch die gelegentlichen, eher sachten Basseinsätze würde man in Stereo so schon hinbekommen. Dazu kommt eine deutsche Synchro, die zwar ordentlich eingesprochen wurde, aber kein richtiges Abmischungsverhältnis zwischen Stimmen und dem M+E-Track findet, was in wenig lebendiger Dialogwiedergabe auf der Front resultiert. Das englische Original kann da mehr Akzente setzen und auch etwas mehr Atmosphäre beisteuern. Dank deutscher Untertitel kann man der auch ohne Englischkenntnisse komplett folgen.
 +++---

Extras
Extras
  • Trailer (1:43 Min.)
  • Trailershow:
    • Big Bad Wolf (2:07 Min.)
    • Body (1:42 Min.)
    • Gong Tau (1:56 Min.)
    • Guard Post (2:15 Min.)
    • Hong Kong Dangerous (1:16 Min.)
    • Invitation Only (2:51 Min.)
    • Manhunt (1:38 Min.)
    • Nuit Noire (2:27 Min.)
    • The Wig (2:29 Min.)
    • Weirdsville (2:52 Min.)
  • Weblink (1 Seite)
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Zum Film gibt es zwar keine Extras, auf Trailer muss man aber nicht verzichten. Außerdem setzt sich I-On dem Stilverbrechen des dicken FSK18-Logos auf der Frontseite des Covers mit einem Wendecover entgegen, welches das ursprüngliche und unverfälschte Motiv enthält.
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Fazit
Beim Thema "Snuff" werd ich unweigerlich an grindige Billigproduktionen aus den 70ern oder aber an Nobelschrott wie Interner Link"8MM" erinnert, die Douglas Raines Regiedebüt aber nicht sonderlich beeinflusst zu haben scheinen. Dessen "Place Of Darkness" springt gleich auf mehrere Trittbretter: Das Cover assoziiert man mit der durch Interner Link"Saw"/Interner Link"Hostel" losgetretenen, gorig-brutalen Schockerwelle, die mit ihrer ungeblümten, realistischen Gewaltdarstellung sichtlich auf viele Genres abfärbte; der Inhalt gaukelt eine aufwühlende, dramatische Schilderung der (fiktiven?) Snuff-Szene vor; bis mindestens zur Hälfte hat man es aber eher mit einem modernen Geisterhausfilm zu tun; die Auflösung bändelt dann aber mit einem vierten, teuflischen Subgenre an, das sicherlich nicht schwer zu erahnen sein wird - wird ja auch kein großes Geheimnis drum gemacht!
Man sieht: "Place Of Darkness" ist eine vielschichtige Angelegenheit, die sich natürlich in einigen Punkten verbinden muss. Das passiert hervorragend mittels des renommierten Darstellers John Savage ("Die durch die Hölle gehen"), dessen finsterer Snuff-Produzent dem Film Klasse und schauspielerisch erhabene Momente verpasst. Dazu kommt die sehr düstere Umgebung des alten Lagerhauses, das allein schon gruselig ist, aber auch noch mit unheimlichen Erscheinungen der hier Getöteten vollgestopft ist. Lediglich durch die Linse einer Kamera betrachtet geben sich diese zu erkennen, was freilich für schöne Schreckmomente sorgt.

So gut die Einzelteile auch klingen mögen (und es in der ersten Hälfte auch sind), so sehr enttäuscht mich "Place Of Darkness" gleichfalls. Von der zitierten Intelligenz des Stoffes ist keine Spur. Stattdessen wird man sehr früh über die schwache Konstruktion des Szenarios hinwegsehen müssen, denn weder die Dialoge noch die gesamte Figurenkonstellation zeigt sich irgendeinem Ziel folgend. Da scheint Raine etwas zu viel in den Film hineingestopft zu haben, so dass Erklärungen oder wenigstens Nachvollziehbarkeit hinten an stand. Spätestens, wenn der Doku-Filmer, seine Frau und das befreundete Pärchen zum Schluss im Lagerhaus von den dämonischen Erscheinungen gejagt und sogar besessen werden, wird es schwer fallen, noch sowas wie Atmosphäre oder Filmvergnügen zu entdecken, denn dort gibt es Ungereimtheiten bzw. sehr klischeehafte, scheinbar von Amateuren gespielte Umschwünge am laufenden Band. Die Risikofreude, was die Verbindung diverser Genres angeht, ist sicherlich bemerkenswert, aber weniger Elemente, die konsequenter umgesetzt werden (z.B. die Geister), wären doch angebrachter gewesen. Spätestens ab der Hälfte kann es nämlich passieren, dass "Place Of Darkness" die emotionale Bindung zu seinem Zuschauer verliert, welcher die Vielfältigkeit von vier Filmen mit der Spannungsarmut eines Amateurfilms bezahlen müssen.



Bilder der DVD




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