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UK 1960
Originaltitel:Two Faces of Dr. Jekyll, The
Alternativtitel:Dr. Jekyll and Mr. Hyde
aka. House of Fright
aka. Jekylls Inferno
Länge:84:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Terence Fisher
Buch:Wolf Mankowitz, Robert Louis Stevenson
Kamera:Jack Asher
Musik:David Heneker, Monty Norman
Darsteller:Paul Massie, Dawn Addams, Christopher Lee, David Kossoff, Francis De Wolff, Norma Marla, Magda Miller, Oliver Reed, William Kendall, Helen Goss, Pauline Shepherd, Percy Cartwright, Joe Robinson, Arthur Lovegrove
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:PAL
Regionalcode:2,4,5
DVD-Start:05.02.2009 (Kauf)



Inhalt
Fasziniert von seiner Forschungsarbeit über die beiden Seiten der menschlichen Persönlichkeit, verwandelt sich Dr. Jekyll in den rachsüchtigen Wahnsinnigen Dr. Hyde. Während Hyde sich an einem Spieler rächen will, in den sich seine Frau verliebt hat, fühlt sich Dr. Jekyll von seinem Alter Ego abgestoßen und versucht, sein böses Selbst auszulöschen.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Die Aufarbeitung dieses Klassikers ist abermals vorbildlich. Besonders angetan haben es mir die glänzenden, kräftigen Farben, die ingesamt typisch erdig, aber auch sehr strahlend ausfallen und von der phantastischen Ausleuchtung profitieren. Da sehen manche Momente des Filmes aus wie handgezeichnete Gemälde. Diese Einschätzung lässt sich auch auf den einzigen Makel des anamorphen Breitbildes übertragen, nämlich auf die Schärfe. Überragende Werte werden nicht erzielt, für einen ordentlichen Detailgrad mit sauberen Abgrenzungen ist aber immer gesorgt. Lediglich einige Aufnahmen sind etwas zu weich gezeichnet, andere dafür etwas detaillreicher als der Durchschnitt. Das wechselt dezent je nach Einstellung, wobei die Schwankungen aber kaum vom Filmvergnügen ablenken sollten. Ebenfalls wohltuend ist es, dass es kein bemerkenswertes Rauschen im Bild gibt und sämtliche Unreinheiten entfernt werden konnten. Der Kontrast ist für Filme dieser Zeit typisch dicht mit sattem Schwarzwert, der aber nicht zu vergleichen ist mit den teils überstilisierten, aufgemotzten Kontrastverhältnissen von Produktionen dieses Jahrtausends. Nostalgiker vermissen derartiges ohnehin nicht und verstehen die mit Altersbonus versehene Bewertung von 4 Punkten.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Griechisch, Hindi, Horwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Türkisch
 Beim Ton gibt es ebenfalls nur Erfreuliches zu berichten. Die beiden (in meinen Augen) wichtigsten Sprachen, also Deutsch und Englisch, besitzen eine hervorragende Qualität, die nur wenig über das eigentliche Alter (immerhin fast 50 Jahre) verrät. Ein klein wenig Rascheln muss man zwar hinnehmen, insgesamt sind diese beiden Tonspuren aber sehr frisch. Das englische Original ist sogar noch etwas besser, denn man kann Klangdetails im Hintergrund ausmachen, die normalerweise bei Material dieses Alters bzw. bei einer Synchronisation übertönt werden. Man kann sogar hören, wie Jekyll, als er aus einem Lokal stürzt, an andere Gäste anstößt, was dem Klang sehr viel Lebendigkeit verleiht. Außerdem wird der unterschiedliche Tonfall von Jekyll und Hyde noch besser herausgearbeitet als im Deutschen und der Basseinsatz fällt auch etwas stärker auf. Während der französische Ton ähnliche Ergebnisse erzielt, fallen die italienische und spanische Version deutlich durch einen komprimierten, etwas unnatürlichen Klang ab. Untertitel in 14 Sprachen werden mitgeliefert.
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Extras
Extras
  • Trailer:
    • Schlag 12 in London (2:23 Min.)
    • Hancock (1:36 Min.)
VerpackungKeepCase
 Das Bonusmaterial ist sehr karg. Von den zwei Trailern ist einer noch nicht mal thematisch naheliegend.
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Fazit
Der deutsche Titel führt etwas in die Irre bei dieser Adaption des weltbekannten Robert Louis Stevenson-Buches: "The Two Faces of Dr. Jekyll" (Originaltitel) wäre demnach ein Monsterfilm, also ein für Hammer übliches Umfeld, dessen Spannung aus den Momenten entsteht, in denen Hyde fliehen muss, bevor er sich in Jekyll zurückverwandelt und mit seinen Missetaten konfrontiert sieht. So ist es aber nicht, denn Regisseur Terence Fisher ist sich der literarischen Vorlage bewusst und versucht sie ernsthaft und damit weniger horrorlastig anzugehen.
Besonders interessant ist Fishers Herausarbeitung einiger Charakterzüge von Jekyll: Jekyll ist ein unglücklicher Mann, dessen "Zaubertrank" einer Droge gleicht, mit der er sich selbst von seinem verkümmerten Leben befreien kann. Zwar bereut Jekyll immer wieder die Taten, die Hyde des Nachts anrichtet, aber er weiß bzw. hofft sogar, dass Hyde wieder die Kontrolle über seinen Geist übernimmt. Fisher gelingt es, sowohl die psychologischen Aspekte der Geschichte zu beleuchten, als auch die Verrohtheit des Hyde ungeblümt darzustellen. Für die Hammer Studios übliche Gewaltexzesse wurden zwar nicht auf Zelluloid gebracht, "Schlag 12 in London" ist aber trotzdem herrlich anstößig, unmoralisch und amüsant - eben ganz so wie die böse Seite des Protagonisten. Das Gelingen dieser Figur verdankt man Paul Massi, der Jekyll/Hyde nicht als übertriebene Ausprägung eines guten Menschen und eines Monsters versteht, sondern in beiden Rollen einen Gentleman versteckt - nur dass sich bei Mr. Hyde hinter diesem eine forsche, manipulative Persönlichkeit versteckt, die sich am Leid anderer ergötzt oder sie dahin treibt. Bis auf den Vollbart verändert sich zwar äußerlich nichts an den beiden gegensätzlichen Charakteren, aber Massi gibt allein durch seine Mimik und seine Gestik zu verstehen, mit welche Ausprägung der Person der Zuschauer es gerade zu tun hat.
In der wichtigsten Nebenrolle ist Hammer-Routinier Christopher Lee als Paul Allen zu sehen, der die fadenscheinige Freundschaft zu seinem Gönner Dr. Jeykll gleich in doppeltem Sinne ausnutzt: Während er sich immer wieder von ihm finanziell unter die Arme greifen lässt, um seine Spielschulden zu begleichen, hat er eine hinter Jekylls Rücken eine ernsthafte Romanze mit dessen Frau. Als Jekyll das unter dem Deckmantel seines diabolischen Alter ego herausfindet, wird Paul natürlich mit seinen eigenen Waffen geschlagen. Es ist eine Freude zuzuschauen, wie Hyde ihm ungeliebte Person (sprich: jeder in seinem näheren Umfeld) zugrunde richtet, immer mit einem teuflischen Lachen auf den Lippen.
Was Hammer in diesem Film nicht an Gewalt bzw. Grausamkeit bieten kann, das versucht es zumindest durch einige aufreizende Momente wieder gut zu machen. Auch wenn Szenenabfolgen wie der Schlangentanz heute sicherlich nicht mehr anstößig sind, kann man sich doch vorstellen, dass sie grad in diesem vornehmen filmischen Umfeld immer noch Wirkung erzielen. Reinrassigen Horror sollte man aber nicht erwarten.



Bilder der DVD




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