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JP 2004
Originaltitel:Kansen
Alternativtitel:J horâ shiatâ 1
aka. J-Horror Theater Vol. 1
Länge:94:18 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Masayuki Ochiai
Buch:Ryôichi Kimizuka, Masayuki Ochiai
Kamera:Hatsuaki Masui
Musik:Kuniaki Haishima
SFX:Yuichi Matsui
Darsteller:Michiko Hada, Mari Hoshino, Tae Kimura, Yoko Maki, Kaho Minami, Moro Morooka, Shirô Sano, Kôichi Satô, Masanobu Takashima
Vertrieb:eye see movies / Anime Virtual
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:27.04.2009 (Verleih) / 27.04.2009 (Kauf)



Inhalt
In einem veralteten Krankenhaus gerät eines Nachts alles außer Kontrolle. Erst stirbt ein Patient durch die Fahrlässigkeit einer Schwester, dann liefern Sanitäter einen Patienten ein, der mit einem entsetzlichen und abscheuerregenden Virus infiziert ist. Zu Beginn glauben die Ärzte durch seinen speziellen Fall in die medizinischen Annalen einzugehen, dann begreifen sie, dass er Träger einer tödlichen Seuche ist. Schnell erkranken auch einige Schwestern, da kein Heilmittel zur Verfügung steht. Grünlicher Schleim bildet sich auf den Körpern der Infizierten, zersetzt die inneren Organe und zermürbt den Verstand. Von Panik ergriffen glaubt die Belegschaft einen qualvollen Tod sterben zu müssen ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Das anamorphe Bild ist gut gelungen. Positiv zu vermerken ist die sowohl in der Totalen als auch bei Nahaufnahmen gute Schärfe, die zu einer detailreichen Wiedergabe führt. Ein leichtes Rauschen ist zwar zu erkennen, fällt jedoch so dezent aus, dass keine Beanstandungen entstehen. Der Kontrast des meist im Dunkeln spielenden Films gibt sich sehr ausgewogen, wodurch keine Details verschluckt werden. Die Farben bestehen vor allem aus kalten Tönen, wirken aber in ihrer Intensität jederzeit natürlich und für die Filmverhältnisse kräftig. Dies ist ein gewolltes Stilmittel und kommt der kalten Atmosphäre zugute. Defekte sind nicht auszumachen und auch die Kompression zeigt keine erkennbaren Schwächen, die den positiven Gesamteindruck stören würden.
 ++++/-

Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Stereo)
SpracheDeutsch, Japanisch
UntertitelDeutsch
 Der Ton liegt sowohl in deutscher als auch in japanischer Sprache lediglich in Stereo vor. Zwar klingt das japanische Original etwas natürlicher, ansonsten ist ihr die deutsche Synchronspur ebenbürtig. Man darf von einer sehr guten Synchronisation sprechen, was bei Asienfilmen keine Selbstverständlichkeit ist. Die Dialoge sind in beiden Tonspuren jederzeit gut zu verstehen und die Sprache wird ohne Verzerrungen oder ähnliche Fehler wiedergegeben. Zahlreiche Stereoeffekte schaffen zwar eine nette Klangkulisse, doch wäre ein Surround-Ton für die gruselige Atmosphäre mehr förderlich gewesen. Man kann eben nicht alles haben. So muss man sich mit zwei sehr guten Stereospuren zufrieden geben, die zudem über eine gute Dynamik verfügen. Deutsche Untertitel können bei Bedarf zugeschaltet werden.
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Extras
Extras-
VerpackungDigipak
 Leider befindet sich kein Bonusmaterial auf der DVD.
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Fazit
Die Zeiten, in denen sich blasse Geistererscheinungen mit langen schwarzen Haaren durch den asiatischen Horrorfilm tummelten, scheinen langsam vorbei. Takashige Ishise, Produzent zweier großer Klassiker des Genres (Interner Link"Ring", Interner Link"The Grudge") und gleichzeitig Mitbegründer des sogenannten J-Horrors, legt mit "Infection" einen weiteren facettenreichen Beitrag vor, der das Horrorgenre zwar nicht neu erfindet oder gar umkrempelt, aber den nächsten Schritt in Richtung Angstkino macht. Für die Regie konnte Masayuki Ochiai verpflichtet werden, der mit der Computerspielverfilmung "Parasite Eve" und dem gelungenen Interner Link"Hypnosis" schon einige Erfahrungen sammeln konnte und den Handlungsort - ein heruntergekommenes Krankenhaus kurz vor dem finanziellen Ruin - gekonnt in Szene setzt. Nur noch wenige Patienten befinden sich in ihm und eine Hand voll Ärzte und Schwestern versuchen den Betrieb weiter aufrecht zu erhalten. Kein einfaches Unterfangen, da sowohl Medikamente als auch medizinische Gerätschaften langsam Mangelware werden. Unter besonderer Beobachtung steht ein Brandopfer, das durch eine falsche Behandlung an einem Herzstillstand verstirbt. Ärzte als auch Schwestern schließen einen Pakt, die Pfuscherei zu vertuschen. Gleichzeitig wird in der Notaufnahme ein weiterer Patient eingeliefert, dessen innere Organe sich scheinbar zersetzen und aus den Körperöffnungen in Form eines grünen Schleims hervorquellen. Als der Körper dann auch noch verschwindet, ist guter Rat teuer, denn irgendetwas muss diesen seltsamen Vorfall zustande gebracht haben. Die Ärzte gehen von einer neuartigen Viruserkrankung aus, wollen den Vorfall aber weder gegenüber der Bevölkerung, noch den Kollegen publik machen, da sie sich einen großen medizinischen Durchbruch in ihrer Entdeckung erhoffen. Schnell verbreitet sich der Virus und greift auch auf andere Personen über, welche vor ihrem Zerfall unter Wahnvorstellungen leiden. Ob es einen Zusammenhang mit dem getöteten Brandopfer gibt?

Ochiai hat ein sehr komplexes Werk abgeliefert, das viel Freiraum für Interpretationen zulässt, trotzdem aber sehr gradlinig erzählt wird, um den Zuschauer nicht zu überfordern. Die Mischung aus Medizin-Thriller und Körperhorror ist in allen Aspekten sehr gelungen, einzig die etwas steife Darbietung der Darsteller kann nicht immer überzeugen. Es mag an der japanischen Herkunft des Films und damit Spielweise liegen, dass nicht immer alles für westliche Sehgewohnheiten leicht nachvollziehbar ist. Trotzdem wird man mit einem überzeugenden Gesamtkonzept konfrontiert, das nicht einfach nur ein plumpes Horrorstück geworden ist. Gerade die psychologische Ebene des Films sorgt für ungemeine Spannung, denn die düsteren Gänge oder kargen Einrichtungen des Krankenhauses sorgen für ein ungutes Gefühl. Unterstrichen wird dies durch ein sehr kaltes Farbspektrum, das sich vortrefflich der jeweiligen Szenerie anpasst und gegen Ende des Films immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Effekte sind ordentlich, rücken allerdings niemals in den Vordergrund, sondern werden wohldosiert eingesetzt, was ebenfalls zugunsten der Story geht. Auffällig ist auch die unterschwellige Kritik am Gesundheitssystem, die immer wieder erkennbar wird und "Infection" sogar politische Aussagen treffen lässt. Unterm Strich ist Ochiais "Infection" ein Film, der sich deutlich vom üblichen, asiatischen Geisterhorror abhebt und den Zuschauer auf eine Reise in den Wahnsinn schickt, die in nihilistischen und düsteren Bildern einen wahren Albtraum mit geschickt eingesetzten Plotttwists manifestiert.

"Infection" oder "Kansen", wie er im Original heißt, ist der erste von fünf Teilen der japanischen J-Horror Theater-Reihe, die mit Interner Link"Premution", "Reincarnation", Interner Link"Retribution" und "Kaidan" fortgeführt wurde. Das Anime Virtual-Unterlabel Eye See Movies, die "Infection" für den deutschen Markt aufbereiteten, werden sich auch den restlichen Teilen der Reihe annehmen, um diese auf dem hiesigen Markt zu veröffentlichen. Für den Massenmarkt ist diese Reihe nichts, dafür sind die Inszenierungsstile als auch die Inhalte etwas zu speziell geraten, für Freunde des phantastischen Films ist sie aber genau die richtige Wahl um einen spannenden und gruseligen Filmabend zu verbringen.



Bilder der DVD




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