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USA 2007
Originaltitel:Diary Of The Dead
Alternativtitel:George A. Romero's Diary Of The Dead
aka. Land Of The Dead 2
Länge:91:18 Minuten
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:George A. Romero
Buch:George A. Romero
Kamera:Adam Swica
Musik:Norman Orenstein
SFX:Mark Ahee
Darsteller:Shawn Roberts, Megan Park, Amy Ciupak Lalonde, Chris Violette, Michelle Morgan, Tatiana Maslany, Joshua Close, George Buza, Laura DeCarteret, Todd Schroeder, Joe Dinicol, Alan Van Sprang, George A. Romero
Vertrieb:Universum Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:08.05.2009 (Kauf)



Inhalt
Der Filmstudent Jason, seine Freundin Debra und ein aus Mitstudenten bestehendes Filmteam drehen in den Wäldern Pennsylvanias einen Horrorfilm für ihre Uni, als im Radio erste Meldungen von wiederauferstehenden Toten laufen. Verzweifelt und verängstigt versucht die Gruppe, sich zu ihren Familien und Freunden durchzuschlagen. Doch Jason beschäftigt ein ganz anderes Problem: Weil er die Verlogenheit der Berichterstattung anprangert, lässt er auf der Flucht vor den Untoten gnadenlos seine Kamera mitlaufen und dokumentiert den Angriff der Zombies, um sie später über das Internet der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 "Diary Of The Dead" wurde mit High Definition-Kameras gedreht und würde sich von daher ideal als Blu-ray-Veröffentlichung eignen. In England und den USA erschien der Film gleich auf beiden Formaten, nur die Deutschen haben wieder einmal das Nachsehen. Die anamorphe DVD liegt im Format von 1,78:1 vor und hinterlässt einen guten Eindruck. Nahaufnahmen von Gesichter wirken angenehm scharf und teilweise sehr detailliert. Die Betonung liegt auf dem Wort "teilweise". Aufgrund der verwendeten Kameratechnik offenbart sich ein gut sichtbares Rauschen, was in deutlich schwankender Intensität auszumachen ist und gerade in dunklen und schlecht ausgeleuchteten Szenen negativ zur Geltung kommt, indem es dem Bild Schärfe entzieht. Wirklich unscharf wird es zum Glück aber nie und gelegentlich weichere Aufnahmen und Bewegungsunschärfen sind zu verschmerzen. Der Kontrast arbeitet ausgewogen, kommt aufgrund der Dokumentationsoptik jedoch nicht gänzlich ungeschadet davon und lässt weiße und helle Flächen teilweise etwas überstrahlen, wobei nur äußerst selten ein Detailverlust in dunklen Szenen zu verbuchen ist. Der Schwarzwert ist sehr wechselhaft, darf meist aber mit guten Werte aufwarten. Die Farbgebung wurde absichtlich sehr dezent gewählt, wirkt aber noch angenehm natürlich und Defekte oder Schmutz gibt das Bildmaterial nicht her. Die Kompression arbeitet zudem sehr natürlich und macht selbst auf großen Diagonale eine gute Figur.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Die deutsche Synchronisation ist zum Glück sehr professionell ausgefallen und klingt gut verständlich. Allzu viel sollten wir vom 5.1-Mix jedoch nicht erwarten, da "Diary Of The Dead" nicht mit herkömmlichen Horrorfilmen, zumindest beim Ton, zu vergleichen ist. Dialoge kommen sehr klar aus der Front und dort spielt sich auch ein Großteil der Abmischung ab. Zwar wird der Score mit auf die Effektkanäle gelegt und sorgt für etwas Raumgefühl, doch richtig weiträumig bzw. lebhaft wird die Abmischung nie. Dafür ist der Mix viel zu frontlastig produziert. Zu selten werden Nebengeräusche aus den Rears wiedergegeben oder klingen dann zu dezent, um wirklich überzeugen zu können. Dann gibt es aber auch immer wieder kleine, aber durchaus nette Effekte und direktionale Ausbrüche. Der Subwoofer wird für den Score angenehm genutzt, ohne großartig Druck auszuüben. Für einen Film wie "Diary Of The Dead" ist der Mix durchaus ordentlich und unterscheidet sich nicht sonderlich vom englischen Pendant. Hier klingen die Dialoge lediglich etwas natürlicher und passen sich besser dem restlichen Klangbild an. Optional gibt es deutsche Untertitel.
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Extras
Extras
DVD 1:
  • Audiokommentar mit Regisseur George A. Romero
  • Featurettes:
    • Master Of The Dead (13:19 Min.)
    • Into The Camera (17:06 Min.)
    • You Look Dead! (10:59 Min.)
    • Character Confessionals (20:38 Min.)
    • A World Gone Mad (20:25 Min.)
  • Trailershow:
    • Donkey Punch (1:55 Min.)
    • Sukiyaki Western Django (1:51 Min.)
    • Deception - Tödliche Versuchung (2:11 Min.)
    • Passengers (1:52 Min.)
    • 100 Feet (1:29 Min.)
    • The Eye (1:57 Min.)
    • All the Boys Love Mandy Lane (1:48 Min.)
DVD 2:
  • Dokumentation: "One For The fire - The Legacy Of Night Of The Living Dead" (83:56 Min.)
  • Featurette: "Speak Of The Dead" (15:56 Min.)
  • Featurette: "Familiar Voices" (5:13 Min.)
  • Featurette: "A New Spin On Death" (19:02 Min.)
  • Interview mit Schauspieler Duane Jones (16:46 Min.)
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover im Schuber
 Universum Film verteilt das Bonusmaterial auf zwei DVDs und liefert die Disc mit Wendecover aus: auf der ersten Seite mit dem ungeliebten FSK-Logo und auf der anderen Seite ohne Logo. Zudem wird die Amaray von einem oben und unten offenen Schuber umgeben. Dieser ist aber eher unnötig, da er ebenfalls das FSK-Logo auf der Front enthält und von den meisten Käufen vermutlich entsorgt wird.
Mit ingesamt fast vier Stunden Laufzeit (exklusive dem nicht deutsch untertitelten Audiokommentar) erweist sich das Zusatzmaterial als sehr umfangreich. Der Kommentar wurde von George A. Romero eingesprochen, welcher sehr ausführlich auf die offensichtlichen Änderungen und dem "neuen" Look des Films eingeht. Er spricht über die verwendete Kameratechnik, über Spezialeffekte, welche teilweise mit Hilfe von CGIs enstanden, über sozialkritische Aspekte seiner Filme und natürlich über typische Anekdoten und seine Darsteller und Mitarbeiter. Wirklich hörenswert! Wer jetzt noch wissbegierig ist, darf sich über fünf weitere Featurettes freuen, welche mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 83 Minuten sehr umfangreich ausfallen, leider aber ohne deutsche Untertitel auskommen müssen. Wir bekommen wir ein sehr guten Einblick in die Produktion und die Dreharbeiten. Es kommen die Macher, Produzenten und Darsteller zu Wort, Romero spricht über die Geschichte und die Idee, den Film aus der Sicht eines Dokumentarfilmers zu zeigen. Desweiteren widmet sich ein Kapitel den Spezialeffekten des Films. Neben den typischen Statements der Darsteller und der restlichen Crew-Mitglieder bekommen wir auch 20 Minuten an nicht verwendeten Aufnahmen zu Gesicht. Diese "Fake-Clips", in welchen jeder der Darsteller ähnlich wie im "Big Brother"-Haus ein paar Minuten alleine in die Kamera sprechen und seine Gefühle und Gedanken preisgeben darf, werden im Film angedeutet, fanden ihren Weg aber nicht in den finalen Schnitt. Sieben Trailer zu weiteren Filmen aus dem Hause Universum runden das Bonusmaterial auf der ersten Disc ab. Einen Trailer zum Hauptfilm gibt es leider nicht.
Auf der zweiten DVD geht es mit einer knapp 84minütigen, exklusiv produzierten Dokumentation zu Interner Link"Night Of The Living Dead" weiter. Wer glaubt, bereits alles über diesen Film zu wissen, wird schnell eines Besseren belehrt. In dieser Doku mit dem Titel "One For The Fire: The Legacy Of Night Of The Living Dead" führt man uns zurück an Originalschauplätze und lässt noch lebende Darsteller und die Macher zu Wort kommen. Diese denken gern an die Dreharbeiten zurück, welche jedoch nicht gänzlich ohne Probleme verliefen und für sämtliche Beteiligten zum Abenteuer wurden. Auch über das versehentliche Löschen des Copyright-Hinweises in den Credits wird näher eingegangen, was vermutlich zu den negativsten Erinnerungen der Macher gehört. Seit über 40 jahren versuchen diese die Rechte am mittlerweile unter der "Public Domain"-Lizenz stehenden Film wieder zu bekommen und sind heute zuversichtlich, dass sie bald wieder die volle Kontrolle über die Vermarktung von Interner Link"Night Of The Living haben. Insgesamt eine klasse Dokumentation, welche komplett deutsch untertitelt wurde. Dies lässt sich leider von den nächsten drei Featurettes nicht sagen, denn in diesen wurde auf Untertitel verzichtet.
"Speak Of The Dead" beinhaltet ein 16minütiges Interview mit dem Meister des Horrors George A. Romero, welches im August 2007 auf dem Bloor Cinema Festival in Toronto von Stuart Andrews (Rue Morgue Radio) geführt wird. Vor Live-Publikum blickt der Regisseur zurück auf seine Anfänge in den späten 1960er Jahren und spricht über seine Zombie-Reihe, welche es in den Folgejahren auf insgesamt 5 Filme brachte, sowie deren sozialkritische Hintergründe. Die nachfolgenden 5 Minuten nennen sich "Familiar Voices" und haben die unzähligen Stimmen aus dem Hintergrund des Filmes zum Thema. Während wir immer wieder fremde Stimmen hören, welche das Geschehen im TV oder Radio dokumentieren, erfahren wir bei diesem Featurette, dass es alles andere als unbekannte sind, die Romero für sein Projekt gewinnen konnten. Niemand anderes als Guillermo Del Toro, Simon Pegg und Stephen King sind hier zu hören und haben ihren jeweiligen Text per Telefon eingesprochen. Vor allem Stephen King lässt dabei richtig die Sau raus.
Mit "A New Spin On Death" bekommen wir es mit einem weiterem, neunzehnminütigen Making of zu tun, welches die CGI-Effekte zum Thema hat. Diese Methode half den Machern, viele der expliziten Szenen sehr detailliert und vor allem glaubwürdig rüber zu bringen, so dass CGIs in "Diary Of The Dead" durchaus ihre Berechtigung haben. Wir sehen einige dieser Szenen, welche sich letztlich sehr gut in den fertigen Film integrieren, weil es kaum einen CGI-Effekt gibt, welcher als unschön bezeichnet werden darf. Als krönenden Abschluss des umfangreichen Zusatzmaterials gibt es ein 16minütiges Interview mit Schauspieler Duane Jones, welches im Dezember 1987 in dessen Wohnung aufgezeichnet wurde. Leider ist dies nur ein Audiointerview, dafür aber das umfangreichste mit Duane zum Thema Interner Link"Night Of The Living Dead", in welchem er Ben spielte. Zum Glück wurde das Interview deutsch untertitelt.
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Fazit
George A. Romero ist ein Name, der mittlerweile zu den größten des Horrorgenres gehört. Drei Jahre sind seit seinem Letzten, Interner Link"Land Of The Dead" mittlerweile vergangen, umso größer also die Vorfreude auf seinen nunmehr fünften Teil der Dead-Saga. Doch was ist das? Enttäuschung macht sich breit, Romero baut ab. So spannend und interessant seine Geschichte beginnt - er startet die Zombie-Seuche neu, es gibt also keinerlei Zusammenhänge zu den anderen vier Filmen -, so schnell driftet sie doch in konventionelle und bisweilen sogar slapstickhafte Bahnen ab. Die Protagonisten sind genretypisch jung, drehen gerade ihren eigenen Film, natürlich einen Horrorfilm. Es gibt den Anführer, das Girlie, die Toughe und den Hornbrillenträger (eine Referenz auf Romero selbst, der sogar ein kleines Cameo hat!) - nichts Neues also an der Horrorfront. Romero lässt diese Teens nun das Geschehen der Apokalypse filmen, macht also quasi einen Film im Film. Dass die Hand(wackel)kamera dabei natürlich nicht fehlen darf, kann man wohl einerseits als Zugeständnis an den "neuen" Horrorfilm lesen oder andererseits natürlich als Illustration der Prämisse sehen. Alles filmen soll er, der Filmstudent, unzensiert und stets nah am Geschehen dran - da macht es ihm dann auch nichts aus, dass sein Verhalten in bestimmten Situationen nur sehr schwer nachzuvollziehen ist - Interner Link"Cloverfield" lässt grüßen.

An sich würde das ja gar nicht so groß ins Gewicht fallen, würde Romero selbst aber nicht den Anspruch erheben, dass sein Film nahezu real ist. Das Geschehen verfolgen wir stets aus der Perspektive des Kameramannes/Regisseurs, dementsprechend gestaltet sich auch die Optik von "Diary of the Dead". Zugegeben, in dieser Hinsicht ist Romeros Film ziemlich atmosphärisch, wäre da nicht die Erzählerin aus dem Off, die bereits nach wenigen Minuten anfängt die Nerven zu strapazieren. Einerseits legt Romero wert auf Authentizität, die ihm bisweilen auch gelingt, andererseits unterwandert er diese aber wieder durch ebenjenen "Fremdkörper" (und durch den bereits erwähnten Humor, der zwar nicht neu ist, hier aber nicht nur fehlplaziert, sondern auch absolut "over the top" ist - Stichwort: Amish). Das ist nicht nur konträr, sondern auch ärgerlich, denn gute Ansätze sind reichlich vorhanden. Romero opfert diese aber zugunsten dieser Klischees, die fast wie Zugeständnisse an ein junges Publikum wirken, die mit seinen älteren Filmen zwar nichts anfangen können, dafür aber mit aktuellen Horrorfilmen. Spätestens wenn uns Romero seine Prämisse, einmal mehr die Kritik an der Gesellschaft, am Ende noch einmal ordentlich vor den Latz knallt ("Are we really worth saving? You tell me."), scheint es fast so, als sei von seiner einstigen Finesse nicht mehr viel übrig. Schade ...

Technisch liefert man uns eine gute Veröffentlichung ab, wobei das Fehlen von durchgängigen deutschen Untertiteln sehr ärgerlich ist. Dafür gibt es ein FSK-Wendecover und einen Schuber für die Mülltonne.



Bilder der DVD




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News"Diary of the Dead" von Universum Film
Optimum bringt "Diary Of The Dead" als 2-Disc Special Edition
Romeros "Diary Of The Dead" kommt!
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