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USA 1978
Originaltitel:Holocaust
Alternativtitel:Holocaust: The Story of the Family Weiss
aka. Holocauste
aka. Olocausto
aka. Holocausto
aka. Polttouhrit
Länge:410:06 Minuten (gekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Marvin J. Chomsky
Buch:Gerald Green
Kamera:Brian West
Musik:Morton Gould
SFX:Hasso von Hugo
Darsteller:Fritz Weaver, Rosemary Harris, Joseph Bottoms, James Woods, Meryl Streep, Blanche Baker, Sam Wanamaker, Tovah Feldshuh, Michael Beck, Michael Moriarty, Tom Bell, Ian Holm, Tony Haygarth, Deborah Norton, George Rose, Robert Stephens, Sam Wanamaker, David Warner
Vertrieb:Polyband
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:24.04.2009 (Kauf)



Inhalt
Berlin, 1935: Karl Weiss und Inga Helms feiern ihre Hochzeit. Beide sind deutsche Staatsbürger, aber Karl ist Sohn einer jüdischen Familie. Wenig später werden die Nürnberger Gesetze erlassen, die sogenannte "Mischehen" als "Rassenschande" unter Strafe stellen. Dennoch bleibt die Familie Weiss in Deutschland. Noch ist der Schrecken, mit dem die Nazis ihre jüdischen Mitbürger überziehen werden, real nicht vorstellbar. Doch dann beginnt mit der Kristallnacht am 9. November 1938 die grausame Verfolgung der Juden ...

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Eigentlich schade, dass man das Bild von "Holocaust" keiner Restauration unterzog. Für die etwas betagte Serie wurden lediglich deutsche TV-Master genutzt (siehe Texteinblendungen), was die DVD durchschnittlich aussehen lässt und der Serie nicht gerecht wird. So wirken die Farben zwar noch natürlich, haben aber deutlich an Intensität verloren und hinterlassen einen etwas matten Eindruck. Hinzu kommt ein leichter Grünstich, der in einigen Szenen für ein unnatürliches Farbspektrum sorgt. Ein echtes Manko stellt aber die Schärfe dar, da die Detailwiedergabe deutlich beeinträchtigt wird und somit keine ordentliche Durchzeichnung der Konturen zustande kommt. Das ist auch dem Kontrast zu verdanken, der weder in dunklen noch in hellen Szenen wirklich überzeugen kann. Zwar ist nur ein leichtes Rauschen vorhanden, dafür kämpft der Transfer mit deutlichen Doppelkonturen. Positiv fällt allerdings die Kompression auf, die kaum für Unruhen sorgt.
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Ton
FormateDolby Digital 1.0
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch für Hörgeschädigte
 Neben der deutschen Synchronfassung existiert noch der englischsprachige Originalton. Beide liegen in Mono vor, fallen qualitativ aber unterschiedlich aus. Während die deutsche Sprache meist sauber über die Front wiedergegeben wird und ein ordentliches Zusammenspiel zwischen Dialogen, Geräuschen und Musik zustande kommt, weist der O-Ton deutliche Schwächen auf. Die Dialoge klingen überspitzt und im Bereich Musik bzw. Effekte übersteuert. Die Verständlichkeit der Dialoge ist jedoch in beiden Sprachfassungen unproblematisch. Auch das leichte Rauschen, das in der deutschen Fassung etwas dominanter ist, nimmt keine gravierenden Formen an. Exklusiv wurden für diese Veröffentlichung deutsche Untertitel für Hörgeschädigte hergestellt.
 ++----

Extras
Extras-
VerpackungDigipack
 Leider gibt es kein Bonusmaterial.
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Fazit
Die Verarbeitung des Judenmords innerhalb einer mehrstündigen Seifenoper à la Hollywood? Mit diesem nicht ganz einfachen Gedanken musste sich das Publikum auseinandersetzen, als die deutsche Erstausstrahlung der TV-Miniserie "Holocaust" anstand. Es wurde befürchtet, dass diesem Thema der dunklen deutschen Geschichte nicht der nötige Respekt entgegengebracht werden würde und stattdessen zu viel Wert auf eine Simplifizierung oder gar Emotionalisierung gelegt werden könnte.
Erzählt wird aus der Sicht jeweils einer Opfer- und einer Täterfamilie, den Weiss' und den Helms'. Karl, der älteste Sohn der jüdischen Familie Weiss, die inhaltlich im Vordergrund steht, wurde mit Inga Helms verheiratet, deren Familie aus Nationalsozialisten besteht. Durch die schwierige Situation muss sich Inga letztlich für eine der beiden Seiten entscheiden - und tut dies zugunsten ihrer Schwiegereltern. Zu den dokumentierten Einzelschicksalen der beiden Familien kommt als Nebenhandlungsstrang der arbeitslose Erik Dorf, der sich dem Naziregime anschließt und sich im politischen Wirrwarr etabliert, was "Holocaust" geschickt im Wechsel mit der Haupthandlung zeigt. Nach und nach trennen sich die Wege der Familienangehörigen des jüdischen Clans, wodurch der Zuschauer nicht nur einen Teilabschnitt der damaligen, brisanten Entwicklung mitverfolgen kann, sondern einen guten Überblick mit fundierten Hintergrundwissen über die vielfältigen Ereignisse des Zweiten Weltkrieges zu sehen bekommt. Das erweist sich als große Stärke von "Holocaust", da die inhaltliche Vielschichtigkeit der Verfilmung jede Menge dokumentarischen Wert verleiht. Die anfängliche Skepsis gegenüber "Holocaust" wurde weiter aufgelöst, da mit viel Feingefühl und Sachverstand der historische Kontext auf Spielfilmbasis aufgearbeitet wird - sowohl aus Sicht der jüdischen Familie, als auch aus dem Blickwinkel ihrer Todfeinde. Auf ergreifende Weise zeigt Regisseur Marvin J. Chomsky, wie es einzelnen Personen erging und wie diese sich in dieser schwierigen Phase ihres Lebens verhielten. Jedes Einzelschicksal wird nachvollziehbar und realistisch erzählt, ohne bei aller Dramatik die grausamen Taten der Nazis zu verharmlosen. So werden neben Hinrichtungen auch die Vorgänge in Arbeitslagern und in KZs gezeigt, was beweist, dass sich "Holocaust" auch ein wenig als Zeitzeuge sieht, bei dem Realismus an vorderster Stelle steht. Erzählerische Schwächen wird man nicht vorfinden, denn selbst die langen Einführungen der einzelnen Charaktere sind wichtig, um eine Bindung zum Zuschauer zu erreichen. Wenn sich die Ereignisse dann überschlagen, bekommt man sie in einer solchen Intensität zu spüren, dass man vom stillen Beobachter zum Mitglied der Familie Weiss wird.

"Holocaust" ist keine einfache Kost, aber ein sehenswertes Mahnmal deutscher Geschichte. Lediglich die technische Umsetzung dieser großartigen Serie hätte man sich sorgsamer gewünscht. Durch den Hinweis auf dem Cover, dass die deutsche Veröffentlichung von der original US-Fernsehfassung abweichen kann und auch die Lauflängenangaben im Internet variieren, ist davon auszugehen, das Straffungen vorgenommen wurden.



Bilder der DVD




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