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HK 2006
Originaltitel:Gau ngao gau
Alternativtitel:Dog Bite Dog
aka. Dog Eat Dog
aka. Gou Yao Gou
aka. Kau Ngao Kau
Länge:108:08 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Pou-Soi Cheang
Buch:Matt Chow, Kam-Yuen Szeto, Melvin Li
Kamera:Yuen Man Fung
Musik:Ben Cheung
SFX:Shui Fun Chi, Asia Legend
Darsteller:Edison Chen, Sam Lee, Weiying Pei, Siu-Fai Cheung, Yiu-Cheung Lai, Suet Lam, Ka Wah Lam, Ho Yam, Kam-wah Koo, Ask Lee, Chi Wai Lao, Ka Wing Lee, Phongpranot Kitkorn
Vertrieb:Legend / Universum
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:05.01.2009 (Kauf)



Inhalt
Pang ist ein Killer. Auf den Straßen von Kambodscha hat er zu überleben gelernt. Ohne Gnade und ohne Schmerz tritt er seinen Gegnern entgegen und prügelt sie zu Tode.
Für seine Mafiabosse ist er kaum mehr als ein Tier. So wird der junge Mann unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Hongkong verschifft, um einen Auftragsmord zu erledigen. Doch als sich die Cops nach dem Blutbad an seine Fersen heften, ist Pang völlig auf sich allein gestellt. Fast instinktiv zieht es ihn zu Hongkongs gigantischen Müllfeldern. Denn Schmutz und Tod - das sind die Dinge, die Pang unausweichlich umgeben. So ist es wohl eher Schicksal als Zufall, dass er dort auf die von ihrem Vater vergewaltigte Yue stößt und das Mädchen, gerührt von ihrem Leid, von ihrem Peiniger befreit. Vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben spürt der gefühllose Pang eine Perspektive und tatsächlich kommen sich die beiden vorsichtig näher. Aber Polizei und Mafia sind dem Jungen unerbittlich auf der Spur und der Tod bleibt seine Bestimmung ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Die DVD ist leider gerade beim Bild nichts, womit man hausieren gehen könnte. Für einen 2006er Produktion ist es zumindest viel zu wenig, denn selbst ein 20 Jahre älterer HK-Film müsste etwas mehr schaffen. Ein großes Problem stellt der unruhige Bildaufbau dar, der aus einer falschen Normwandlung (Ghosting in jeder Bewegung) resultiert, was die Schärfe nur dann mal etwas besser aussehen lässt, wenn die Kamera und die aufgenommenen Objekte zur Ruhe kommen - aber das passiert relativ selten. Der andere Schwachpunkt ist der grünliche Filter über dem Bild, der keine Natürlichkeit aufkommen lässt, und der eher ungenügende Kontrast, der es einfach nicht schafft, Schwarz als solches darzustellen. Da "Dog Bite Dog" nun mal ein Film mit vielen Nachtszenen ist, fällt das durchweg auf. Zumindest verschlingt die Dunkelheit nichts. Wäre also der eine oder andere weiße Kratzer beseitigt und das Ghosting nicht, könnte die Schärfe gute Werte erreichen und die DVD als durchschnittlich durchgehen.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu, Kant), DTS 5.1 (Deu)
SpracheDeutsch, Kantonesisch
UntertitelDeutsch
 Beim Ton sieht es gleich etwas besser aus, denn soundtechnisch überzeugt der Film und auch die DVD. Von Beginn an befeuert "Dog Bite Dog" die hinteren Lautsprecher immer wieder gern mit Musikstücken. Auch die Hervorhebung von einzelnen Effekten klappt ganz gut, ist teilweise sogar sehr aggressiv in Sachen Lautstärke, nur eben etwas zu inkonsequent. Mehr dieser Momente hätten geholfen bzw. eine etwas stetigere Ausnutzung der Surround-Kanäle, denn zwischen "stumm" und "aufbrausend" existieren manchmal keinerlei Abstufungen. Klanglich sind aber alle drei Tonspuren auf Zack und besitzen auch nette Bassschübe. Dialoge sind in allen Fassungen bestens zu verstehen und die Abmischung klingt sauber, auch wenn sehr hohe Frequenzen eher selten genutzt werden. Untertitel gibt's in deutsch dazu.
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Extras
Extras
Film-DVD
  • Trailershow:
    • The Ferryman (1:56 Min.)
    • Penny Dreadful (2:06 Min.)
    • Dog Bite Dog (2:21 Min.)
    • Cargo (0:40 Min.)
    • Frostbite (1:13 Min.)
    • Schlachtnacht (0:55 Min.)
Bonus-DVD
  • Nicht verwendete Szenen (9:48 Min.)
  • Das witzigste Video (17:17 Min.)
  • Am Set (9:09 Min.)
  • Ansichten zum Film (66:46 Min.)
  • Meine zweite Sprache (3:56 Min.)
  • Schlachtfeld (2:55 Min.)
  • Fotogalerie (39 Bilder)
  • Originaltrailer (2:20 Min.)
VerpackungSteelbook
 Bei 100 Minuten Bonusmaterial macht es Sinn, dieses auf eine zweite DVD auszulagern und die erste DVD nur für ein paar Trailer zu nutzen. Die sehr unterschiedlich benannten Menupunkte führen fast immer zu interessanten Szenen am Set. Die "nicht verwendeten Szenen" zeigen erst Versprecher, dann ein paar entfernte Szenen. Das "witzigste Video" ist wie die anderen Sachen auch ein Zusammenschnitt der Drehtage, in dem Falle von Quatsch, der in den Drehpausen entstand. Diese Art Making Ofs, wie sie oft bei Filmen aus dem asiatischen Sektor angeboten werden, dokumentieren die Entstehung von Szenen und schneiden praktisch kein überflüssiges Material (Filmszenen) hinein. Man darf also beobachten, wie Einstellungen vorbereitet werden, wie der Regisseur die Darsteller unterweist oder wie die Stunt-Crew einen Effekt angeht. "Meine zweite Sprache" zeigt, wie die Darsteller noch am Set die ihnen fremde Sprache Thailändisch antrainiert bekommen, was mal mehr, mal weniger gut klappt. Den Trailer gibt's in Originalton (DVD 2) und in Deutsch (DVD 1, Trailershow), eine Galerie von kunstvoll veränderten Einstellungen ist auch dabei und sämtliche Extras darf man sich deutsch untertitelt anschauen.
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Fazit
Rachekino ist fast immer Schwarzweißmalerei, sei es nun (gaaanz besonders) Anfang der 70er Jahre mit Spezialisten wie Clint Eastwood und Charles Bronson oder eben im Jahre 2009 mit einem Liam Neeson als hart durchgreifenden Pappi in "96 Hours". Richtig hart wird es aber erst, wenn die Grenzen zwischen Gut und Böse der Filmcharaktere verschwimmen. Wenn dann bewusst beide Seiten vertauscht werden, ohne das dem Zuschauer auf die Nase zu binden, und die Handlung alle zivilisierten Grundsätze beiseite legt, um auf schmerzhafte Weise in Blut zu waten, so dass weder Gewinner, noch Verlierer, sondern nur Opfer zurückgelassen werden, dann darf man schon von einem besonders nihilistischen Beitrag sprechen - hier betitelt mit "Dog Bite Dog".
Die chinesisch-japanische Koproduktion ist so ein Film, der über die Laufzeit hinweg immer weniger von dem eigentlichen Unterhaltungsanspruch zurücklässt, den er eigentlich erfüllen sollte, nicht aber, weil er langweilig ist, sondern weil Gewalt zum einzigen Kommunikationsmittel wird, mit dem sich die Figuren ausdrücken können. Das resultiert in einer unausweichliche, alles vernichtenden Tragödie, in die sich Protagonisten wie Antagonisten verstricken. In dem Moment nämlich, in welchem dem eiskalten Mörder, der ohne Wimpernzucken einem Polizisten langsam ein Messer in den Hals steckt, doch noch ein wenig Menschlichkeit dank seiner Taten zugestanden wird, wird der Abgrund um den jungen Polizisten, der ihn verfolgt, wegen einem familiären Schicksalsschlag immer tiefer. Und während der eine auf dieser von Leichen gepflasterten Hetzjagd mitbekommt, dass das Leben doch einen Sinn haben kann, verfällt der andere in einen unmenschlichen Hass, der ihn sozusagen die "Seite" wechseln lässt.
Tiefgründigkeit ist, auch wenn es sich vielleicht so liest, sicherlich keine Eigenschaft von "Dog Bite Dog", aber die wenigen Gefühlsmomente der Figuren, in denen ihnen eine charakterliche Entwicklung zugestanden wird, sind bis auf eine Ausnahme vor dem Schlussspurt gut gemacht und nicht nur Pausenfüller bzw. Verschnaufpause. Dazu kommt eine Art der Inszenierung, die mir sehr gut gefällt, weil sie fast schon untypisch für einen asiatischen Film ist: In den Reihen der Polizisten ist kein Platz für lustige Nebenfiguren, Witzeleien oder leicht komisch angehauchte Action bekommt man auch nicht zu sehen und das Hongkong von "Dog Bite Dog" ist vornehmlich eine düstere, dreckige Müllkippe, die aus jeder Ritze nach schlechten, widerlichen Menschen riechen muss. Da passt es umso mehr, dass sich die zwei Opponenten bis aufs Messer bekriegen und sich dabei aufführen wie wild gewordene Hunde.

"Dog Bite Dog" hinterlässt Eindruck, weil er hart, unmenschlich und fies ist, dabei aber doch erkennen lässt, dass die Figuren der Geschichte dem Zuschauer nicht egal sein sollen und dürfen. Dank Legend darf sich der deutschsprachige Raum anderthalb Jahre nach der Erstveröffentlichung über eine zweite Auswertung der Doppel-DVD freuen. Die Bildqualität ist zwar immer noch nicht auf der Höhe der Zeit, die Neuauflage gibt es nun aber in einem Steelbook. Das sieht edel aus (inkl. Prägedruck) und ist dank dem Rückhaltering im Inneren und der Samtinnenauslage sehr robust und schön gefertigt.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Dog Bite Dog (Kino Kontrovers # 07)
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