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ESP 2008
Originaltitel:Eskalofrío
Alternativtitel:Shiver
Länge:90:37 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Isidro Ortiz
Buch:Hernán Migoya, José Gamo, Alejandro Hernández, Isidro Ortiz
Kamera:Josep M. Civit
Musik:Fernando Velázquez
SFX:Arturo Balceiro, José M. Meneses
Darsteller:Junio Valverde, Blanca Suárez, Jimmy Barnatán, Mar Sodupe, Francesc Orella, Berta Ros, Blanca Martínez, Roberto Enríquez, Andrés Herrera
Vertrieb:Legend / Universum
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:15.10.2008 (Verleih) / 03.11.2008 (Kauf)



Inhalt
In den Bergen Spaniens leben die Menschen seit jeher im düsteren Schatten der Wälder. Kaum ein Sonnenstrahl durchdringt die Dämmerung - ein Ort, von der Zeit vergessen und von Angst regiert. Wenn die Nacht beginnt, erwachen uralte Legenden zum Leben ...
Santi leidet seit seiner Geburt unter einer Lichtallergie. Deshalb zieht seine Mutter mit ihm in ein kleines Bergdorf in den Pyrenäen, doch den Ortsansässigen ist der scheue Teenager bald ein Dorn im Auge. Die Abneigung schlägt in Hass um, als immer mehr Tiere tot aufgefunden werden. Santi weiß, dass irgendetwas Bösartiges in den dunklen Wäldern sein Unwesen treibt, und er muss die Bestie finden, um seine Unschuld zu beweisen. Doch dann sterben die ersten Menschen einen grausamen Tod ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Inhaltlich bedingt wurde der Film einer "Sonnenbrillen"-Optik unterzogen. Man darf "Shiver" also über die gesamte Spielzeit hinweg wie aus den Augen des Protagonisten sehen, dessen Sonnenlichtallergie (vermutlich) für bläuliche, wenig farbintensive und beim Kontrast etwas überzogene Eindrücke sorgt, ohne dass man das als Zuschauer als unangenehm empfinden würde. Dazu kommen noch einige sehr finstere Aufnahmen des Nachts, die aber nicht im Dunkel ersaufen, sondern an den Stellen, die der Film dem Zuschauer zugesteht, sehr gut erkennbar bleiben. Je nach Szene variiert dieser Farb- und Kontrastfilter auch etwas, denn die grünlich-bläuliche Optik mit ihren harten, kalten Tönen lässt auch ein paar Mal ein paar stärkere Brauntöne durch. Insgesamt ist das ziemlich gut gemacht - auch weil es dieser DVD-Auswertung nicht schadet. Ansonsten ist das anamorphe Bild versucht, modernen Realismus durch die Qualität zu erzeugen. Das geringe, aber sehr feine Rauschen dürfte also durchaus erwünscht sein, zumal es die selbst in Bewegungen hart abgegrenzten Konturen und den hohen Detailreichtum keineswegs einzuschränken scheint. Besonders auf Gesichtern lassen sich viele Details erkennen, während Hintergründe oft etwas aufgeweicht werden, um das Geschehen etwas von der Realität zu entrücken. Insgesamt sehr überzeugend.
 ++++/-

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Spanisch
UntertitelDeutsch
 Statt mit Bombast wartet "Shiver" an dieser Stelle mit feingliedrigen Elementen auf, die für Adrenalinschübe sorgen sollen. Die Abmischung einzelner Geräusche gefällt mir sehr, wie sie an manchen Stellen lautstark in den Vordergrund (besonders auf den hinteren Lautsprechern) gestellt werden, um den Zuhörer allein durch sie zu fesseln. Besonders gut gelingt das an Stellen, in denen die Bedrohung nicht sichtbar ist, aber irgendwo um die Protagonisten herumschleicht - und damit auch durch die Surround-Kanäle des Wohnzimmers. Für wuchtige, breit angelegte Einsätze ist aber ebenso gesorgt, langweilig wird es also nicht. Die Stimmen klingen im Deutschen sogar etwas direkter als im spanischen Original, ansonsten überzeugen beide klanglich.
 ++++/-

Extras
Extras
  • Making Of (8:38 Min.)
  • Dt. Trailer (1:35 Min.)
  • Original-Trailer (1:35 Min.)
VerpackungKeepCase
 Das Bonusmaterial kann mich nicht überzeugen: Ein Making Of ist zwar da, das zeigt aber nur sehr wenig, z.B. ein paar Interviewfetzen und viele zusammengestellte Szenen aus dem Film, die sich wie ein Trailer aneinanderreihen. Es präsentiert somit nichts, was man sich nicht selbst ausmalen kann. Dazu gibt es noch den Trailer in Landessprache und in Deutsch.
 +-----

Fazit
Dass Horror und Realität nicht weit voneinander entfernt sind, sondern sich eigentlich gleichen, sogar auseinander hervorgehen, das wusste schon Hitchcock, der den Horror bzw. Thriller durch diesen Gedanken auf eine neue Ebene beförderte. Die Spanier bewiesen in den letzten Jahren oftmals (z.B. mit Interner Link"KM.31" oder Interner Link"Somniac"), dass es problemlos möglich ist, fiktive Horrormechanismen so stark in die Realität zurückzuholen, dass man als Zuschauer das Gefühl bekommt, einer wahren, aber sehr grusligen Geschichte zu folgen.
"Shiver" ist ein weiteres Beispiel dafür, auch wenn man anfangs Glauben gemacht wird, der Protagonist wäre ein Vampir und folglich für alle Unglücksfälle verantwortlich. Dem ist aber nicht so, denn Santi leidet unter einer Krankheit, die seinen Körper allergisch auf Sonnenlicht werden ließ. Sein Leben und das seiner fürsorglichen Mutter ist demnach kein leichtes, denn er ist unter seiner dicken Kapuze und Sonnenbrille seit jeher ein Außenseiter in seiner Schule und seine alleinerziehende Mutter wird mit der unausweichlichen, letzten Chance konfrontiert, in ein Land umzuziehen, in dem es weniger natürliche Sonneneinstrahlung gibt. Also ziehen die beiden um in ein kleines Dörfchen, das durch die Lage inmitten eines tiefen Tals nur wenig Tageslicht abbekommt ...
... und wie sich der Zuschauer vorstellen kann, hausen in solch finstren Gegenden selten aufrichtige Gestalten. "Shiver" (zu Deutsch: zittern) deutet lange nur an, dass in der Wildnis ein wildes Geschöpf haust, das unheimlich flink zuschlägt, sein Opfer - manchmal ein Schaf, manchmal auch einen Menschen - aussaugt und dann wieder im Gebüsch verschwindet. Zudem birgt das ländliche Dörfchen ein tiefes Geheimnis, dessen Ergründung freilich Santi in die Hände fällt, der schließlich den Verdachtsmoment von sich selbst lenken muss, dummerweise aber immer zur falschen Zeit am falschen Ort ist.
Wer jetzt an Werwolf- oder Vampirgeschichten denkt, liegt ein wenig falsch. Trotzdem (oder vielleicht genau deswegen?) ist "Shiver" eine gelungene Erzählung voller Spannung und Schocks. Santi ist nämlich keine Heldenfigur, sondern ein normaler Junge, der unter der Krankheit und der damit verbundenen Ausgrenzung zu leiden hat und der sich vor dem Geschöpf, das nachts durch die Wälder schleicht, so sehr fürchtet, dass er kaum noch handlungsfähig ist. Die vor allem in dunkler Umgebung abgedrehte, bedrückende Geschichte schürt Ängste vor allem damit, was man nicht sieht - und lenkt mit der Konzentration auf diese unmittelbare Bedrohung geschickt ab von einer tiefer liegenden, noch verborgenen Gefahr, die die animalischen Todesfälle um ein Vielfaches übertrifft. Der Schlussspurt, in dem es actionreich und hart zur Sache geht, löst dann auch die Versprechen ein und greift weder auf Übersinnliches, noch auf Phantastisches zurück, sondern bietet für alles eine denkbare Lösung an. Und das verstärkt meine Meinung, mit "Shiver" einen hochwertigen und gut durchdachten Gänsehautfilm präsentiert zu bekommen, der das Einschalten lohnt.



Bilder der DVD




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Legend bringt Horror-Thriller "Shiver"
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