Ein Film wie "The Machine Girl" ist mit seinen verrückten Ideen ein typisch überdrehtes Produkt asiatischer Herkunft, wie man es in anderen Bereichen der Erde kaum antrifft, das noch dazu völlig überzeugt und große Chancen hat, zum Kultfilm zu avancieren. Nobou Iguichis Werk ist eine Splattergranate, wie man sie schon lange nicht mehr zu sehen bekommen hat. Dass sich der Film dabei selbst nicht ernst nimmt, kommt den völlig überzogenen Effektszenen nochmals zugute. Und von diesen gibt es reichlich, denn Yoshihiro Nishimura, der das Drehbuch schrieb und auch gleich Regie führte, durfte sich bei Selbigen ordentlich austoben.
Grundlage für diese Party voller blutspritzender Effekte ist ein Yakuza-Clan, dessen Sohn des Oberhaupts den Bruder von Ami und dessen einzigen Freund wegen ein paar lumpiger Yen umbringt. Ami sieht rot und will Rache, koste es, was es wolle, und so stürmt sie das Anwesen der Yakuza, ohne zu wissen, dass der Boss und seine Frau in Sachen Sadismus und Grausamkeit ihren Sohn in nichts nachstehen. Ami kommt zwar mit dem Leben davon, verliert bei einer menschenunwürdigen Folter aber ihren linken Arm. In Miki, der Mutter des ebenfalls ermordeten Freundes, findet sie nach anfänglichen Schwierigkeiten eine Verbündete im Kampf gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner. Mikis Mann erfindet in der hauseigenen Werkstatt eine vollautomatische Maschinenpistole als Handersatz für Ami. Mit zusätzlichen Waffen begeben sich die beiden Frauen zurück zum Hauptquartier des Yakuza-Clans, um endlich blutige Rache zu nehmen ...
Prinzipiell ist "The Machine Girl" ein Sammelsurium vieler Erfolgsfilme geworden, denn immer wieder lassen sich Zitate aus "Hostel" (Folterelemente), "John Rambo" (überzogener Waffeneinsatz), "Planet Terror" (Frau mit Waffenprothese) und diverse klassische Eastern-Elemente ausfindig machen. Dennoch plagiatiert Nobou Iguichi nicht einfach diese Ideen. Sicherlich bedient er sich jener Elemente, aber nur, um daraus ein völlig eigenständiges Werk zu kreieren. Herausgekommen ist gelungener Funsplatter, der gute Laune verbreitet und dazu über ein Drehbuch verfügt, das eine Geschichte erzählt. Nicht oft kann diese Zusammenstellung punkten, gerade dann nicht, wenn man förmlich im Blut ertrinkt. Dabei sind die Splattereffekte sehr comichaft und völlig überzogen dargestellt. Und die Auswahl an Waffen ist nochmal genauso groß, wie die Anzahl an abgetrennten Körperteilen. Schwerter, Schnellfeuerwaffen, Ninjasterne und sogar die fliegende Guillotine kommen zum Einsatz und sorgen dafür, dass sich der Bildschirm rot färbt. Viel zu verdanken ist der Hauptdarstellerin der Ami, denn Minase Yashiro als Racheengel muss man einfach mögen. Yashiro ist einfach nur niedlich anzusehen und man mag sich gar nicht vorstellen, dass hinter dieser süßen Optik eine gewissenlose Killerin (natürlich für das Gute) steckt. Letztendlich passt aber wirklich alles bei "The Machine Girl", der den Begriff "Kultfilm" zwar nicht völlig verdient, aber bereits nah dran ist.
Definitiv den falschen Weg ist jedoch der deutsche Anbieter I-On gegangen, nämlich den zur FSK, die mit dem Gemetzel überhaupt keinen Spaß hatten und sich auf ihre Art an dem Gezeigten austobten. Das führte dazu, dass knapp 5 Minuten der Schere zum Opfer fielen. Abhilfe für eine ungekürzte Veröffentlichung scheint wieder einmal aus Österreich zu kommen, aber zumindest verpackungstechnisch erfreut die deutsche Fassung mit einem schicken 3D Star Metal Pack, auch wenn dieses nicht für den gekürzten Film entschädigt.
|