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USA 2008
Originaltitel:Bangkok Dangerous
Alternativtitel:Time to Kill
Länge:94:46 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Oxide Pang Chun, Danny Pang
Buch:Jason Richman, Oxide Pang Chun, Danny Pang
Kamera:Decha Srimantra
Musik:Brian Tyler
SFX:Rangsun Rangsimaporn
Darsteller:Nicolas Cage, Charlie Yeung, Shaun Delaney, Dom Hetrakul, James With, Philip Waley, Shahkrit Yamnarm, Panward Hemmanee
Vertrieb:Highlight / Constantin
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:08.01.2009 (Verleih) / 22.01.2009 (Kauf)



Inhalt
Joe ist ein eiskalter und skrupelloser Auftragskiller, bekannt dafür, seine Jobs mit äußerster Anonymität und höchster Präzision zu erledigen. Kurz nachdem er in Prag einen Polizeispitzel erschossen hat, erhält Joe einen neuen Auftrag am anderen Ende der Welt. Er soll für Gangsterboss Surat unbequeme Gegner aus dem Weg räumen. Doch nach einiger Zeit bricht Joe seine eigenen Regeln und die Dinge geraten außer Kontrolle ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Die bildtechnische Seite von "Bangkok Dangerous" weiß von der ersten Minute an zu gefallen. Angefangen bei einer sehr guten Schärfe, die selbst feinste Details in Gesichtern oder im Hintergrund offenbart, wirkt das Bild sehr plastisch und vermittelt eine sehr ansprechende Tiefenwirkung. Die Farbgebung ist durchzogen von Stilmitteln, was, falls sich durch die gesamten Werke der Pang Brothers zieht. Es schadet dem Bild nicht und sorgt vielmehr für eine passende Atmosphäre. Der Kontrast neigt besonders in hellen Bildbereichen zum Überstrahlen und in dunklen kommt es vor, dass Bereiche verschluckt werden und Konturen nicht mehr zu erkennen sind. Aber selbst dies könnte gewollt sein, da ansonsten das Zusammenspiel zwischen Kontrast und Schwarzwert als einwandfrei bezeichnet werden könnte. Dass keine Defekte oder Schmutz auszumachen sind, dürfte bei einer neuen Produktion selbstverständlich sein. Auch die Kompression zeigt sich von einer nahezu perfekten Seite und sorgt nur in sehr seltenen Fällen für minimale Unruhen, die aber nur auf größere Betrachtungsflächen bemerkbar werden. Alles in allem ein vorbildlicher Transfer, der nur knapp an der vollen Punktzahl vorbeihuscht.
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Ton
FormateDTS 5.1 (Deu), Dolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Der Ton steht dem Bild in nichts nach und somit darf man sich, vor allem beim deutschen DTS-Sound, auf ein brachiales Actionfeuerwerk freuen. Dies gilt aber auch für die Dolby Digital 5.1-Spuren in Deutsch und Englisch, bei denen es ansonsten keine nennenswerte Unterschiede zu vermelden gibt. In allen Tonspuren werden kontinuierlich sämtliche Kanäle genutzt und durch viel Dynamik und Druck unterstützt, was besonders den Subwoofer auslastet und für eine unheimlich gute und räumliche Klangkulisse sorgt. Trotz des tiefen Basseinsatzes klingen die Tonspuren perfekt ausbalanciert, ohne dass es zu Verzerrungen oder Beeinträchtigungen der Dialoge kommen würde. Auch anderweitige Störgeräusche wie Rauschen oder Defekte innerhalb der Tonspuren sind nicht auszumachen, was den Gesamteindruck nochmals Punkte in der Bewertung verschafft. Solche Tonspuren wünscht man sich besonders bei Actionfilmen öfter, doch leider werden nicht immer die Möglichkeiten ausgenutzt. Somit stellt die Abmischung von "Bangkok Dangerous" im DVD-Bereich eine deutliche Ausnahme dar, die in unserem Test auch wohlwollend mit der Höchstnote ausgezeichnet wird. Optional stehen noch deutsche Untertitel zur Verfügung.
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Extras
Extras
  • Making of (12:58 Min.)
  • Alternatives Ende (8:30 Min.)
  • Interviews:
    • Nicolas Cage (5:36 Min.)
    • Shahkrit Yamnarm (1:55 Min.)
    • Charlie Young (1:47 Min.)
    • Pang Brothers (4:40 Min.)
    • William Sherak (3:16 Min.)
    • Norman Golightly (1:26 Min.)
    • James Williams Newport (1:05 Min.)
  • Interview Special mit Nicolas Cage (14:38 Min.)
  • Darstellerinfos:
    • Nicolas Cage (1 Textafel)
    • Shahkrit Yamnarm (1 Textafel)
    • Charlie Young (1 Textafel)
  • Trailershow:
    • Der Baader Meinhof Komplex (2:59 Min.)
    • Die Welle (2:22 Min.)
    • War (1:29 Min.)
    • Stuck (2:08 Min.)
    • Lucky Number Slevin (2:25 Min.)
    • Domino (2:10 Min.)
VerpackungKeepCase
 An Extras wird einiges geboten, leider viel zu viel Eigenwerbung. Das Making of beispielsweise enthält zwar einen netten Blick hinter die Kulissen und ermöglicht den Machern sowie Darstellern einige Worte über die Produktion zu verlieren, doch wird alles durch die rosarote Brille begutachtet, was zeitweise unglaubwürdig erscheint. Als Promotion-Clip ist es sicherlich nett anzusehen, ansonsten für echte Filmfans, die sich über die Materie informieren wollen, einfach zu oberflächlich. Erfreulichen Mehrwert bietet zumindest das alternative Ende, das das völlige Gegenteil vom Originalende ist. Weiterhin sind sieben kurze Interviews mit den Machern und Darstellern vorhanden. Diese sind aber ebenfalls sehr werbeträchtig und es fehlt an Tiefe in den Aussagen. Es bringt nicht wirklich viel, wenn berichtet wird, wie schön doch die Drehzeit war oder wie toll doch die Arbeit mit Person XYZ vonstatten ging. Wenn der Interviewte seine Zeit schon für Interviews aufopfert, möchte man wirkliche Informationen statt stellenweise unnötigen Smalltalk. Deutlich besser gefällt das Interview Special mit Nicholas Cage, denn Cage gibt sich redselig und beantwortet die ihm gestellten Fragen zur vollen Zufriedenheit. Weiterhin sind der Originaltrailer und ein paar Texttafeln mit unvollständigen Darstellerinfos vorhanden. Weitere Darstellerinformationen findet man noch in einem der Disc beigelegten Booklet. Löblicherweise werden für die gesamten Extras deutsche Untertitel angeboten. Eine Trailershow darf natürlich ebenfalls nicht fehlen.
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Fazit
Der kühle, introvertierte Profikiller soll nur seinen Auftrag erfüllen und stolpert über erwachende, fast vergessene Emotionen, als ein Mädchen/eine Frau kennenlernt, die gewollt oder ungewollt seine Grundsätze ins Wanken bringt - die Story hat es schon so oft gegeben, dass der Erfinder sich den Plot hätte patentieren lassen. Sei es nun der französische Kriminalfilm, der US-Western oder die Actionfilme der 80er, sie alle haben sich bei diesem Rezept bedient - und die Asiaten mögen es besonders.

Darum haben die Pang Brothers (Danny und Oxide) wohl auch geglaubt, was einmal geht, geht immer und ließen sich für ein Remake ihres eigenen (damals schon nicht mehr sehr modernen) Killerdramas von 1999 verpflichten, nur eben diesmal mit einem echten US-Star und Oscarpreisträger in der Hauptrolle, welcher in solchen Stories natürlich herausragendes Figurenmaterial vermutet. Namentlich Nicolas Cage, der die Welt ja sowohl in Dramen wie in Comicverfilmungen als auch in Sci-Fi-Epen mit seiner knuffigen Sparbärenmimik erfreut, die in genau einem Gesichtsausdruck münden, der irgendwo zwischen scheißegal und "man-hat-mir-meinen-Kakao-geklaut" angesiedelt ist. Hier passt die Eindimensionalität mal freundlichst, denn Cages Figur ist nun wirklich die Funktionalität des Bösen, der von allen unerkannte Killer, der auch seine Helfer nach erledigtem Auftrag meuchelt und mit einem Vierfachmord endlich auf Rente will. Doch dann geht alles schief, in Bangkok sind die Nächte lang, das Helferlein wächst ihm ebenso ans Herz wie die taubstumme Apothekerin, für die sein Gefühlsleben aus der Hibernation zurückkehrt. Und irgendwann fragt er dann doch nach, wen er da killt und bekommt Zweifel, was den Auftraggebern nicht gefällt.

Das ist ganz klar solides Asia-Thriller-Material, für einen weltbekannten Akteur wie Cage ist es jedoch nur B-Material, wenn hinter der Kamera nicht ein Team von Ästheten steht, die dem Ganzen einen neuen Look verpassen (bei Interner Link"Leon" hat es ja funktioniert, Herr Besson!). Die Pang Brothers sind wirklich nicht untalentiert, aber die x-ten Aufgüsse des Bangkoker Nachtlebens wirken hier dann doch eher wie ein Touristenbilderbogen und nicht wie Himmel und Hölle und Megametropole gleichzeitig, egal ob Armut, Schläger, Diebe und Mörder da versammelt sind. Alles sieht hübsch aus, aber was hier so an Story ausgelegt wird, sieht man in jeder zweiten DVD-Premiere. Darüber hinaus wird nie ganz klar, wieso hier so ein Stimmungswandel bei der Hauptfigur ansetzt, die ihn alle Vorsicht vergessen lassen. Zwar wird nicht Fehler um Fehler gemacht, aber es gibt Schritt für Schritt irgendwelche Makel, die es zuvor noch nie gegeben hat. Naja, Bangkok soll (titelgemäß) gefährlich sein, aber da traut man heutzutage Moskau wohl mehr zu.

Letztendlich kommt man zu dem Schluss, es passiert nur, weil es passieren muß und besonders weil Cage es passieren muss, der sich leidlich gut durch seine Mordaufträge schlägt, die dann auch das eigentliche Highlight des Films sind, bevor der "Schweigsame" dazu ansetzt, seine Auftraggeber im Alleingang zu meucheln, weil sie ihn a) bedrohen und b) seinen Lehrling foltern.
Das sieht dann auch recht ordentlich aus, schön düster, aber es fehlt die Größe, das Unverwechselbare. Und das doppelt gedrehte Finale (natürlich nur auf der DVD als alternatives Ende zu betrachten), das genau zwei Varianten zulässt: Erlösung durch Liebe und Erlösung durch Tod, wirkt hier ganz besonders austauschbar - zu wenig geht Cage in die Tiefe, überzeugt die Love Story, verlässt sich hier alles auf den Teddybärencharme des soften Losers, der wiederum nicht zum eiskalten Hitman passen will. Hätte vielleicht nicht sofort verramscht werden müssen, aber eine Offenbarung ist es auch nicht - wenn auch ein kleines Stück besser als so manches von Cage, was mit einem Megabudget runtergekurbelt wurde.

Zwar ist das "Bangkok Dangerous"-Remake lediglich ein solider Actionfilm geworden, doch dafür überzeugt die DVD auf technischer Seite mit einem sehr guten Bild und einer perfekten Soundkulisse.



Bilder der DVD




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Bangkok Dangerous
Bangkok Dangerous
News"Bangkok Dangerous"-Remake von Constantin Film
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