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CH 2007
Originaltitel:NightCast
Länge:88:26 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Marco von Moos
Buch:Marco von Moos
Kamera:Michelle Bauert
Musik:Robin Hoffmann
SFX:Matthew W.B. Plummer, Marco von Moos, Michelle Bauert
Darsteller:Michelle Bauert, Tanja Bauert, Marco von Moos, Thomas Beutner, Rudolf Bissegger, Eric P. Caspar, Björn Gödde, Salvatore Greco, Mathis Kramer-Länger, Fabian Ramseyer, Jörg Reichlin, Philip Reich, Regula Stuessi, Andre Thuerig, Christian Weisz
Vertrieb:Mr. Banker Films / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:15.07.2008 (Verleih) / 15.08.2008 (Kauf)



Inhalt
Das Militärprojekt "NightCast", mit dem Supersoldaten erschaffen werden sollen, geht fürchterlich schief: Einer ihrer Schützling flieht und versteckt sich in der Unterwelt der Stadt, ohne Erinnerung an sein früheres Leben als Polizist. Mühsam muss Nightcast alle Puzzlesteine zusammensetzen, um heraus zu finden, wer er war und wer seine Freunde sind. Denn schnell ist sowohl das Militär, die Polizei und das organisierte Verbrechen hinter ihm her und für Nightcast beginnt ein harter Kampf ums Überleben.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Die Produktion wurde sichtlich darauf abgestimmt, einen professionellen Eindruck im Bereich Bildqualität zu hinterlassen. Teil dieser Aufbesserung ist die starke Stilisierung der Farben, die die meiste Zeit lediglich einen schwach grünlichen Schimmer besitzen, sonst aber keine anderen Töne durchlassen. Diese Einschränkung steht natürlich ganz im Dienste des Sci-Fi-Themas. Auch beim Kontrast hat man etwas gedreht, was die gesamte Szenerie gleichzeitig dunkler als auch intensiver bei den Schatten aussehen lässt. Dadurch lassen sich Schwächen, die bei der Aufnahmen entstanden, sehr gut überdecken, aber eben auch nicht alle. Eine der noch sichtbaren Schwächen ist die durchschnittliche Schärfe, die in hellen Szenen etwas besser aussieht, und das hintergründige Restrauschen, das in Bewegungen für etwas Verschleppung sorgt. Wirklich störend ist aber beides nicht, bedenkt man, dass keine Millionen Euro in dem Film stecken. Lediglich die Kompression hätte etwas mehr Sorgfalt bedurft, da in schnellen Bewegungen immer wieder Fehler ersichtlich werden und auch im Rauschen einiges an Blockbildung versteckt ist, was nicht sein müsste. Das schränkt nämlich die Details immer wieder etwas ein.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch
UntertitelDeutsch, Englisch
 Wenn auch nicht jede Stimme ganz passt und es manchmal ein wenig aufgesetzt klingt, ist die Synchronisation doch eine gelungene Sache, denn sie sorgt in weiten Teilen dafür, dass man das angepeilte B-Movie-Niveau wirklich erreicht - nicht zuletzt wegen einiger sehr charismatischer Stimmen einiger Sprecher. Andererseits kommt ein wenig Rauschen durch, auch wenn das die einzige Einschränkung ist. Ansonsten ist der Stereoton sehr ordentlich, denn die Musik kann sich durchsetzen und die Action-Szenen haben - wenn auch nicht viel - Wucht. Für den internationalen Markt gibt es neben den deutschen noch englische Untertitel.
 +++/--

Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Making Of:
    • Pre-Produktion:
      • Konzeptmaterial (12:32 Min.)
      • Kostüme (7:39 Min.)
      • Casting (9:16 Min.)
      • Make-Up-Effekte (5:07 Min.)
      • NightCast-Anzug (8:02 Min.)
      • Location Scouting (6:43 Min.)
      • Set-Aufbau (8:56 Min.)
    • Produktion:
      • Drehtag 02 (12:03 Min.)
      • Drehtag 03 (9:31 Min.)
      • Drehtag 05 (7:25 Min.)
      • Drehtag 07 (7:27 Min.)
      • Drehtag 08 (6:41 Min.)
      • Drehtag 10 (14:55 Min.)
      • Drehtag 11 (8:25 Min.)
      • Drehtag 14 (10:51 Min.)
      • Drehtag 16 (5:24 Min.)
      • Drehtag 17 (5:23 Min.)
      • Drehtag 19 (6:11 Min.)
      • Drehtag 22 (6:40 Min.)
      • Drehtag 23 (3:39 Min.)
      • Drehtag 24 (6:46 Min.)
    • Post-Produktion:
      • Grading (7:45 Min.)
      • Musik (15:38 Min.)
      • Sound-Design (10:27 Min.)
      • Visuelle Effekte (35:34 Min.)
      • Synchro (9:49 Min.)
      • Premiere (8:38 Min.)
  • Bloopers (11:30 Min.)
  • Trailer:
    • NightCast (1:54 Min.)
    • Between The Lines (1:27 Min.)
    • Jenseits (1:20 Min.)
VerpackungKeepCase
 Bereits im Audiokommentar wird sehr gut ersichtlich, mit welchen geringen Mitteln "NightCast" verwirklicht wurde. Regisseur, Autor, Produzent, Spezialeffektekünstler und Darsteller Marco von Moos schildert sehr anschaulich, welche Ideen ihm beim Film im Allgemeinen und natürlich bei Szenen im Speziellen durch den Kopf schwirrten, wie man die CGIs erstellte und wie es für ihn war, mit den Darstellern zu arbeiten. Zwar wird im Audiokommentar nicht gesagt, was der Film letztlich gekostet hat, aber der Regisseur erzählt beispielsweise von einigen Drehtagen, an denen neben den Darstellern lediglich zwei oder drei Leute hinter der Kamera standen, weil es unmöglich gewesen wäre, eine komplette Crew zu finanzieren.
Der Bonusbereich startet mit dem Vorproduktionsteil, der aus mehreren Segmenten besteht, mit den bereits im Kommentar angesprochenen Showreels, also Material, mit dem Sponsoren bzw. das Publikum im Vorfeld auf die Produktion aufmerksam gemacht werden sollte. Schon hier überrascht die gute Verarbeitung, auch wenn die Effekte im fertigen Film (u.a. dank Farbfilterung) besser aussehen. Zumindest darf man sich auf ein paar Szenen und Handlungsstränge freuen, die später nicht übernommen wurden. Bei den Kostümen werden wie auch bei den Effekten einige interessante Konzeptzeichnungen gezeigt und es wird berichtet, wie man langsam zu den fertigen Designs kam. Bei den "Effekten" und dem Anzug geht es dann schon an die praktische Umsetzung. Das "Casting" zeigt einerseits Casting-Video-Ausschnitte von den Machern von "NightCast", andererseits kurze Darsteller-Interviews nach der Produktion. Richtig interessant wird's bei der Drehortsuche und dem anschließenden Bau von Sets, der gleich mal einen Monat Zeit in Anspruch genommen hat, weil die wenigen Crew-Mitglieder alles in mühevoller Handarbeit herstellten.
Der nächste große Teil des Bonusmaterials dokumentiert unter "Produktion" in Form von insgesamt 14 Drehtagen die Dreharbeiten. Hier bekommt man nicht nur Aufnahmen präsentiert, die mit einer zweiten Kamera aufgenommen worden, sondern auch Kommentare von den Machern und Darstellern, die erzählen, ob der Tag gut lief, was ihnen gefallen hat und was nicht. Auch wenn es stressig gewesen sein muss, sind die Mitwirkenden aber durchweg positiv gestimmt.
Im ebenfalls sehr umfangreichen Teil der "Nachproduktion" bekommt man Einblicke in die teils langwierigen Prozesse der Ton- und Bilderstellung bzw. -manipulation. Am witzigsten sind die Nachvertonungen anzuschauen, denn der Live-Ton war wie im Making Of schon angedeutet oft nicht für den Film zu gebrauchen, weswegen man jedes einzelne Geräusch, jeden Dialogteil und den gesamten Hintergrund-Track mühevoll erstellen musste. Darüber haben sich besonders die Darsteller gefreut, die in der späteren Nachsynchro (im Schlafzimmer des Regisseurs) natürlich eine zusätzliche Chance sahen, ihre dargestellten Emotionen zu verbessern. Besonders schön ist aber die Tongewinnung, bei der das Nachproduktionsduo (Regisseur und Kamerafrau) die Szenen auf einem iPod anschauten und nachsynchronisierten. Ebenfalls besonders interessant für Zuschauer, die selbst an ihrem eigenen Werk drehen, dürfte der Bereich des Colorgrading und der visuellen Effekte sein, der herausstellt, wieviel kleine Details doch in einige Szenen eingearbeitet worden. Unter "Musik" kommt hauptsächlich der Komponist zu Wort, was wie in allen anderen Dokumentationen nicht einfach nur mit fertigen Filmszenen angereichert wird, sondern wirklich beispielhaft mit Filmausschnitten belegt ost. Zum Schluss darf man noch der Premierenfeier beiwohnen, die in einem großen schweizer Kino abgehalten wurde. Die "Bloopers" kennt man zwar teilweise schon aus dem vorangegangenen Material, sie sind aber noch einmal einen Blick wert. Sie schließen das ausschließlich sehenswerte Material ab. Mehr Einblick bekommt man selten auf einer DVD zu sehen und professionell aufbereitet ist es obendrein.
 +++++/

Fazit
Als den "ersten Hollywood-B-Movie aus der Schweiz" bezeichnet Jungregisseur Marco von Moos seinen über mehrere Jahre produzierten Low Budget-Werk, mit dem er eindrucksvoll zeigt, dass Zeit, Ehrgeiz und Arbeitseifer finanzielle Engpässe derart gut überbrücken können, dass so mancher aktueller B- bzw. TV-Film das Nachsehen hat. "NightCast" ist erst einmal ein sehr simpel gestricktes SciFi- bzw. Comic-Superhelden-Abenteuer, welches aber nicht das beinahe zwangsläufige Schicksal eines Trash-Films erleidet, sondern durchweg ernsthaft aufgebaut ist. Die düstere Zukunftsvision zeigt ähnlich wie Interner Link"Terminator" eine im Untergrund hausende Gruppe von Rebellen, die sich gegen das Militärregime eines mächtigen Mannes wehren, aber nach und nach von dessen Schergen aufgerieben werden. Polizist Brighton gerät zwischen die Fronten und wird wegen seiner schweren Brandwunden vom Militär zu einer Art Superkämpfer-Prototyp herangezüchtet. Er kann seinem Schöpfer jedoch entkommen und schlägt sich auf die Seite der Rebellen durch, die er dank seiner schnellen Reflexe und unbändigen Kräfte unterstützt. Viel mehr als das wünscht sich NightCast aber, in sein altes Leben zurückzufinden ... wenn er nur wüsste, wer er eigentlich ist.

Auch wenn man dem Film ansieht, dass er nicht so monströse Effekte auffahren kann wie ein Interner Link"RoboCop" oder ein Interner Link"Terminator", gelingt es doch, den Zuschauer immer wieder zu überraschen. Die Anzahl an CGIs, die für Heimarbeit richtig gut aussehen, die gute Ausstattung und der sichere Schnitt lassen Konkurrenten (gibt es die überhaupt?) in dieser Budget-Klasse ziemlich schnell alt aussehen, denn immer wieder wächst "NightCast" deutlich über sein Budget und seine ursprünglichen Möglichkeiten heraus. Natürlich wurden ausgebildete Schauspieler engagiert, aber auch die Crew hinter der Kamera, die in einigen Rollen zu sehen ist (z.B. der NightCast, dessen Frau, Fiesling Jack Wallace und viele Söldner), schlägt sich sehr gut. Besonders gut fand ich, wie Regisseur von Moos sich als typisch überdrehter Bösewicht Wallace macht, denn er trifft mit seiner charismatischen Darstellung genau jenen Stereotyp von Gegner, den man aus Action-Filmen der 80er und 90er her kennt und liebt. Auch die Action-Szenen sind, trotz der Tatsache, dass viel mit Schnitt und CGI getrickst wurde, sehr gut gelungen und vor allem zahlreich.
Man sieht deutlich, dass sich die Schöpfer vorgenommen haben, cineastisch etwas ihrem nicht allzu hohem Budget zu entfliehen. Dabei müssen sie sich aber auch die Kritik gefallen lassen, ihr Werk etwas überproduziert zu haben bzw. zu sehr auf die Technik anstatt auf die Erzählung geschaut zu haben. Besonders deutlich wird das in gefühlsbetonteren Szenen, die es dank dem weinerliche Helden zur Genüge gibt. Elemente wie diese sind zwar obligatorisch in diesem Genre, hätten aber bei "NightCast" weniger ausgewalzt werden dürfen, da es einfach nicht passt, wenn der Held eines Films den Gemütszustand eines Kindes zur Schau stellt. U.a. trägt zu diesem Makel auch die Musik bei, die mit ihren düsteren orchestralen, aber auch schweren Themen einfach etwas zu dick aufträgt und etwas den Charme der Simplizität des Stoffes verdrängt. Für einen Michael Bay-Film wäre sie möglicherweise genau das Richtige, hier aber hätte es auch mal eine rockige oder moderne elektronische Nummer getan.

Nichtsdestotrotz, "NightCast" ist beeindruckend, insbesondere wenn man bedenkt, dass es sich um eine Kleinstproduktion handelt. B-Filmfans sollten einen Blick riskieren und Filmschaffende, die selbst einmal vorhaben, in diesem Genre tätig zu werden, müssen sich die bestens gefüllte DVD einfach mal anschauen, denn vom mehrstündigen Making Of können sie sicherlich noch viel lernen. Einzig, dass man das gesamte Material auf eine Disc gebracht hat, was besonders bei den Making Ofs für eine pixelige Qualität sorgt, gefällt mir nicht.



Bilder der DVD




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