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USA 2008
Originaltitel:Ruins, The
Länge:86:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Carter Smith
Buch:Scott B. Smith
Kamera:Darius Khondji
Musik:Graeme Revell
SFX:Rising Sun Pictures, Frantic Films, Patrick Tatopoulos Design, Proof
Darsteller:Jonathan Tucker, Jena Malone, Laura Ramsey, Shawn Ashmore, Joe Anderson, Sergio Calderón, Dimitri Baveas, Patricio Almeida Rodriguez, Chris Argirousis, Alexander Wenger, Jordan Patrick Smith
Vertrieb:DreamWorks Pictures / Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:04.12.2008 (Verleih) / 18.12.2008 (Kauf)



Inhalt
Eine Gruppe befreundeter Collegestudenten besichtigt eine unberührte Ruine der Maya und stolpert in eine uralte Falle. Darin wartet etwas unaussprechlich Böses darauf, seine Opfer in einen nicht enden wollenden Albtraum aus Angst und Horror zu zerren. Angst und Paranoia fressen sich in ihren Verstand, denn ihre einzige Chance zur Flucht besteht darin, das Undenkbare zu begehen.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Sobald es in sonnige Gefilde geht, scheint den Produzenten solcher Filme eine ganz bestimmte Stilistik vor Augen zu schweben, die sich vermutlich aus eigenen Urlaubserfahrungen zusammensetzt. So ist es auch hier, denn die Tönungen Gelb und Blau bestimmen das Bild. Das resultiert in einem sehr satten blauen Himmel und ständig sonnengebräunten, leicht aufgehellten, aber immer noch kontrastreichen Aufnahmen. Besonders, dass man Letzteres nicht übertrieben hat, gefällt mir, es passiert ja leicht mal, dass der Kontrast sehr ins Extreme getrieben wird, was bei "Ruinen" nicht geschah. Somit sind trotz der Stilmittel noch andere ausgeprägte Farbtöne möglich, z.B. das Rot vom Blut oder den Blüten der Pflanzen. Ebenso gefällt mir die durchweg sehr gute Schärfe, die bis auf wenig Aufnahmen alles herausholt, was bei einer DVD möglich ist. Deswegen sehen besonders die Naturaufnahmen sehr frisch und detailliert aus, aber auch Gesichter und Konturen bleiben bis auf ein paar sehr düstere Aufnahmen knackig. Mit ein paar kleinen Verbesserungen in Sachen Plastiuität also wie gemacht also für die HD-Medien.
 +++++-

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch, Türkisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Türkisch
 Wenn es nur mehr Effekte gäbe wie jene, die man zu hören bekommt, wenn es erstmals in den Dschungel geht, dann würde ich hier von einem durchgängig beeindruckenden Ton sprechen. Gerade jener Moment ist so fesselnd, weil man dort die Möglichkeiten des Raumtonverfahrens mit Brillanz und Klangkraft verbindet, was es zum echten Erlebnis werden lässt. Natürlich mangelt es "Ruinen" nicht an klaren Dialogen, dynamischen Musikeinsätzen und einem ausgewogenen Klang, aber es wird mir immer wieder mal etwas zu ruhig auf den Surround-Kanälen - besonders im Mittelteil. Die Rears bekommen zumindest dann ordentlich Arbeit, wenn die Monster des Filmes zu ihrem ohrenbetäubenden Nachahmungsversuchen ansetzen (z.B. im Tempel, aber auch mehrfach auf der Plattform der Fall), denn dann schallt es sehr schön durch alle Kanäle. Ansonsten kommen eher leise Geräusche auf den Rears zum Einsatz, manchmal dominierten sogar die Dialoge das Klanggeschehen. Die Synchronisation sind allesamt sehr gut gelungen und stehen dem englischen Original in nichts nach. Auch für Untertitel in allen drei Sprachen ist gesorgt.
 ++++/-

Extras
Extras
  • Trailer bei DVD-Start: "Eagle Eye" (1:13 Min.)
  • Audiokommentar
  • Making "The Ruins" (14:23 Min.)
  • Creeping Death (15:04 Min.)
  • Building "The Ruins" (6:18 Min.)
  • Deleted Scenes:
    • Rain (2:58 Min.)
    • Celebration (2:32 Min.)
    • Going Over The Escape Plan (2:27 Min.)
    • Alternate Ending (1:41 Min.)
  • Theatrical Trailer (1:08 Min.)
VerpackungKeepCase
 Erst einmal ein Lob für die Möglichkeit, die Trailer zu Beginn der DVD zu überspringen, worauf sogar mit einer Texttafel hingewiesen wird. Mit den beiden längeren Dokumentationen sollte man warten, bis man den Film gesehen hat, denn in beiden, besonders aber im Making Of, wird ordentlich gespoilert, was ein wenig den Spaß nehmen könnte. Das Making Of erzählt von der richtigen Entscheidung, an realen Schauplätzen zu drehen anstatt später alles durch Matte Shots zu ersetzen. Außerdem werden Infos zur Literaturvorlage, zum Regisseur, der Produzentin und den Kameramann gegeben. Sehr viel mehr Infos zu den doch großen Unterschieden zwischen Buch und Film werden übrigens von Cutter Jeff Betancourt und Regisseur Carter Smith im Audiokommentar aufbereitet. Der ist für meinen Geschmack zwar noch etwas zu ernsthaft, aber an interessant erzählten Dingen mangelt es nicht. In "Creeping Death" dreht sich alles um die sehr gut gemachten Effekte, deren Entstehungsprozess und spätere Anwendung bzw. Verbesserung, die man im Detail beobachten kann. Dabei geht es nicht nur um die blutigen Effekte, sondern auch um die Erstellung der Pflanzen, die man leider nicht so in der Natur vorfand. Um die Tricks, die angewandt wurden, um die Aufnahmen vor, auf und im Tempel zu drehen, geht es "Building The Ruins". Anhand von Grafiken wird sehr schön dargestellt, wie die Crew die zwei gebauten Sets in freier Natur im fertigen Film verbunden haben, ohne dass es der Zuschauer sieht. Es ist auch interessant zu sehen, wie viel Aufwand bei den Set-Bauten betrieben wurde. Zum Schluss gibt's noch ein paar interessante Deleted Scenes mit zuschaltbarem Audiokommentar, von denen man sich auf jeden Fall mal das alternative Ende anschauen sollte. Mit dem Kinotrailer folgt dann auch schon der Abschluss der insgesamt ziemlich interessanten Extras, die allesamt deutsch untertitelbar sind.
 +++---

Fazit
Mit "Ruinen" ist mal wieder ein Film am Start, den man sich problemlos anschauen kann, auch wenn man (wie ich) mit dem Teenie-Horror-Genre sonst eher versucht auf Distanz zu gehen. Grund ist, dass er beide Welten zu verbinden versucht, also junge Darsteller in eine ausweglose Situation stürzt, sie dann aber rationell handeln lässt, also völlig gegensätzlich zum üblichen Bild des schreienden Twens, der irgendwo in der Pampa dahingemetzelt wird, ohne dass ihm die Chance (bzw. Intelligenz) zur Gegenwehr gelassen wird.
Bereits zu Beginn erfreuen die doch überdurchschnittlich sympathischen Figuren, die sich zwar im Urlaub befinden und dort mächtig auf die Kacke hauen möchten, sonst aber normale Menschen sind, wie man sie sich eben vorstellen könnte, dass man sie auch im realen Leben trifft. Zweites Qualitätsmerkmal der 2008er Produktion ist, dass auf kurze Schreckmomente weitgehend verzichtet wird und stattdessen alles in einen klassischen Spannungsaufbau gesetzt wird, was letztlich fruchtet. Der dritte Glücksgriff liegt im ziemlich unverbrauchten Filmmonster, das gar nicht so genau erklärt wird und deswegen umso unheimlicher ist. Der Zuschauer darf sich also ausmalen, welcher Herkunft die tödliche Intelligenz ist, was Spielraum lässt für Fortsetzungen. Dazu kommt der sehr schöne und von Grund auf spannende Drehort (ein Maya-Tempel im dichten Dschungel), der die Interpretationsmöglichkeiten noch weiter ankurbelt. Zuerst glaubt man, der feindlich gesinnte Stamm, der zu Beginn einen der Urlauber tötet und dann den Rest den Tempel hinaufjagt, würde nur sein Territorium verteidigen wollen (die umliegenden Pflanzen haben ja auch verblüffende Ähnlichkeit mit Mohn bzw. Haschpflanzen), dann wiederum meint man, es könnte sich eine uralte Lebensform (evtl. außerirdischen Ursprungs) im bzw. rund um den Tempel angesiedelt haben, die auf die Spezies Mensch hungrig ist.

Für welche Erklärung man sich auch immer entscheidet (oder man überhaupt keine sucht), der Film überzeugt auch in Sachen Atmosphäre und Spannung. Sehr früh setzt die unheimliche Stimmung ein, wird aber nicht auf Schlüsselmomente forciert, sondern dient lediglich dazu, die psychologischen Aspekte zu unterstützen. Denn auf der hohen Plattform sitzen die fünf Freunde zusammen, umringt von einem noch unbekannte Feind, und im Tal warten die Aufpasser, dass ja niemand vom Ort des Schreckens fliehen kann. Ein Absturz eines jungen Mannes, einige Verletzungen und viele zermürbende Sonnenstunde später wird allen klar, dass sie weder Hilfe von außerhalb erwarten dürfen, noch sich lange am Leben erhalten können mit den geringen medizinischen Möglichkeiten und dem knappen Proviant. Dass es dann noch zu blutigen Zwischenfällen kommt, die bewusst so schmerzhaft präsentiert werden, wie sie vermutlich auch sind, zieht den Zuschauer noch mehr in den Bann. Man weiß also, dass sich das Unheil immer weiter auf die abenteuerlustige Gruppe herabsenkt und eine Flucht mehr und mehr unmöglich wird.
Gerade diese pessimistische Grundstimmung vermisse ich etwas im modernen Horrorkino und bin daher umso erfreuter, dass man sie in "Ruinen" wiederfindet. Deswegen vermute ich, dass sich jeder Fan ernster, leicht übernatürlicher Horror-Kost mit "Ruinen" anfreunden kann.

Die DVD ist wie der Film sehr gut produziert, besitzt einiges an Bonusmaterial, hat aber doch einen kleinen Haken: Sie enthält lediglich die R-Rated-Fassung. Eine in Handlung und Effekten erweiterte Unrated-Fassung ist bisher nur in den USA erschienen.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Ruins, The (Unrated)
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