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KR 2008
Originaltitel:GP506
Länge:116:12 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Kong Su-chang
Buch:Kong Su-chang
Musik:Choi Seung-hyun
Darsteller:Cheon Ho-jin, Jo Hyeon-jae, Lee Yeong-hoon, Lee Jeong-heon, Kim Byeong-cheol, Sin Hyeon-tak, Choi Kyoo-hwan, Lee Cheol-hee, Do Byeong-cheol, Koo Seong-hwan, Park Hyeong-jae, Hong Seung-jin
Vertrieb:I-On New Media
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:22.12.2008 (Verleih) / 30.01.2009 (Kauf)



Inhalt
Als ein Außenposten innerhalb der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea nicht mehr auf Funksprüche reagiert, macht sich eine Einheit unter der Leitung von Sergeant Mayor Noh zu einer Erkundungsmission auf. Dort angekommen erwartet sie das Grauen: Alle Mitglieder der Streitkräfte wurden brutal ermordet. Noh wird angewiesen, innerhalb dieser einen Nacht das Massaker aufzuklären, bevor die Tat an die Öffentlichkeit gelangt. Als man mit Lieutenant Yoo unerwartet einen weiteren Überlebenden findet, hofft man, die Geschehnisse aufklären zu können. Doch seine Aussagen bedeuten für die Männer nur eines: Auch sie befinden sich in akuter Lebensgefahr. Und selbst ihre Waffen können dem mörderischen Aggressor kaum gefährlich werden ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Anders als auf dem Cover angegeben, liegt "The Guard Post" nicht in 2,35:1 sondern im Originalformat in 1,85:1 vor. Glücklicherweise scheinen auch die Zeiten als man sich über asiatische Master geärgert hat, vorbei, denn der Transfer, den I-On für ihre Veröffentlichung nutzt, erfreut mit einem sehr plastischen Bild, das durch eine hohe Schärfe zustande kommt. Lediglich in einigen Totalen fällt der Wert minimal ab, doch kann dies die Wertung nicht mehr beeinflussen. Rauschen ist ebenso wenig vorhanden wie Schmutzpartikel oder Defekte. Die Farbgebung überzeugt mit kräftigen und natürlichen Tönen, die in einigen Szenen mit einem Blaufilter bearbeitet wurden, durch diesen aber nicht verfälscht wiedergegeben werden. Der Kontrast wirkt meist ausgewogen, kann aber einen etwas zu steilen Grad in einigen dunklen Szenen nicht verbergen, was dazu führt, dass einige unwichtige Bereiche im Bildausschnitt nicht die gewünschte Detailwiedergabe besitzen. Auch die Kompression arbeitet vorbildlich und kommt selbst mit schwierigen Szenen im Regen bestens zurecht, lediglich in sehr wenigen Szenen kommt es zu kleineren Unruhen. Insgesamt aber ein sehr guter Transfer, der anamorph kodiert wurde.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Koreanisch
UntertitelDeutsch
 Großartige Unterschiede zwischen dem koreanischen Originalton und der deutschen Synchronfassung sind nicht auszumachen. Beide liegen in Dolby Digital 5.1 vor und dürfen als gut bezeichnet werden. Die Rears werden genutzt, um einen ordentlichen Raumklang zu kreieren, der aber nicht ganz das Potenzial nutzt, das man sich erhofft hat. Dies liegt an den Effekt-Boxen, die leiser abgemischt wurden als die sehr gute Front, was zu einem Ungleichgewicht führt. Abhilfe schafft das Erhöhen der Lautstärke, wodurch der Surround-Effekt besser zur Geltung kommt. Möglichkeiten, sich zu entfalten, bekommt der Ton eigentlich zur Genüge, sei es bei den heftigen Regenfällen oder wenn sich die Kamera bei Dialogen im Kreis bewegt. Unterstützung erhalten die Tonspuren durch einen angenehmen Bass, der den Subwoofer anspricht und so für etwas Druck sorgt. Überlagerungen entstehen nicht, denn das Mischungsverhältnis zwischen Dialogen, Musik und Geräusche wirkt homogen. Störgeräusche sind nicht auszumachen und deutschsprachige Untertitel sind optional vorhanden.
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Extras
Extras
  • Behind the Scenes (31:10 Min.)
  • Aufbau der Guard Post Station (13:43 Min.)
  • Making of der Spezialeffekte (9:55 Min.)
  • Trailer #1 (1:20 Min.)
  • Trailer #2 (1:53 Min.)
  • Trailer #3 (2:09 Min.)
  • Trailershow:
    • Big Bad Wolf (2:07 Min.)
    • Body (1:42 Min.)
    • Dark Shadows (0:59 Min.)
    • Dark Corners (1:42 Min.)
    • Gong Tau (1:56 Min.)
    • Ghost (1:41 Min.)
    • Manhunt - Backwoods Massacre (1:38 Min.)
    • Killing Ariel (2:55 Min.)
    • The Wig (2:29 Min.)
    • Weirdsville (2:52 Min.)
VerpackungMetalpak
 Eigentlich war man es von I-On gewöhnt, dass auch zum Bonusmaterial deutschsprachige Untertitel vorhanden sind. Bei "The Guard Post" trifft dies leider nicht zu, wodurch die gezeigten Bilder für sich sprechen müssen, denn es darf bezweifelt werden, dass der Großteil der Bevölkerung mit der koreanischen Sprache zurechtkommt. Schade ist es zudem, da scheinbar einige Informationen geboten werden, die sich in drei kleinen Dokumentationen mit dem "Aufbau der Guard Station", dem "Making of der Spezialeffekte" sowie einem 30minütigen "Behind the Scenes" inklusive B-Roll und Interviews beschäftigen. Auch drei Trailervarianten zu "The Guard Post" und weitere Trailer zu Veröffentlichungen des Anbieters sind vorhanden. Dennoch bleibt zu hoffen, dass die fehlenden Untertitel nur eine Ausnahme bleiben.
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Fazit
Originalität hat "The Guard Post" schon mal nicht für sich verbucht. Die Anleihen sind so bunt wie zahlreich und prominent: Von Interner Link"The Thing" über "D-Tox" und die Interner Link"Akte X"-Episode "Ice" hin zu Interner Link"Cabin Fever" geht es hinein in die Krieg-Horror-Genrecrossings Interner Link"Deathwatch" und Interner Link"The Bunker". Auch eine Prise "Basic" mischt mit. Stilistisch lässt sich der südkoreanische Beitrag dabei vor allem in die letzte Kategorie einordnen.
Hauptzutat aller dieser Filme ist das Einpferchen einer Gruppe von Menschen auf begrenztes Areal gemeinsam mit einer unbekannten Bedrohung. Die mit Kriegsszenarien ausgestatteten Filme haben vor allem den Unterschied zu verzeichnen, dass die zentralen Figuren in der Regel zum Kampf ausgebildete Soldaten sind, die sich auch zu wehren wissen. Weniger im Film als vielmehr im Videospiel lässt das ganz andere Strategien zu, den Adrenalinpegel in die Höhe schnellen zu lassen. Die "Silent Hill"-Reihe beispielsweise, sonst bekannt dafür, Normalsterbliche in absurde Lagen zu befördern, hat mit "Silent Hill: Homecoming" mal ein anderes Konzept ausprobiert, indem sich der Spieler als kampferprobter Kriegsveteran mit den Kreaturen auseinander setzen muss. Was bedeutet: Mehr Horror-Action, weniger Suspense.
Wo nun Interner Link"Deathwatch" und Interner Link"The Bunker" sich mit psychologischen Aspekten befassten - wenn schon nicht real im Skript, so doch metaphorisch im Subtext - so legt "The Guard Post" sein Augenmerk eher darauf, wie die Militäreinheit strategisch damit umgeht, dass ein Soldat nach dem anderen von Viren befallen wird, die sich in Pusteln im Gesichtsbereich sowie plötzlichen aggressiven Ausbrüchen bemerkbar machen. Getreu des analytisch aufgezogenen Konstrukts wird die Geschichte in Rückblenden erzählt, vorgetragen von einem Überlebenden, der von Blut überströmt mit einer Axt inmitten von Leichen steht und höhnisch grinst, als die Aufklärungseinheit ihn findet.
Praktisch nie jedoch gelingt dem als Horrorthriller angelegten Film der Aufbau von Intensität. Gespielt wird sehr viel mit Dingen, die nicht auf der Leinwand geschehen, d.h. die entweder schon geschehen sind - etwa das Auftauchen des besagten blutüberströmten Überlebenden im geröteten Raum - oder die sich zwar "onscreen", aber im Dunkeln abspielen. Um die Spielberg-Prämisse "Was man nicht sieht, kurbelt die Phantasie am stärksten an" adäquat umzusetzen, scheinen aber die handwerklichen Fähigkeiten zu fehlen. Weder wirken die Viren wirklich virulent (manchmal sind sie halt plötzlich da) noch sind die Attacken der Durchgedrehten gegen sich selbst oder andere bedrückend. Selbst als eine Gestalt, die früher mal ein Mensch war, stöhnend wie ein Zombie auf einen gesunden Posten zuwackelt und ihm sein zersetztes Gesicht vor die Nase hält, ist man eher damit beschäftigt, die Verarbeitung der Maske zu studieren als sich in seinem Sessel zu vergraben.
Die Erzählkunst dagegen ist ausgebildet genug, um tückische Langeweile zu durchbrechen. Solche lauert erfahrungsgemäß stets dort, wo Ermittelnde einen Vorfall zu rekonstruieren haben und sich mit Theorien und heißer Luft die Lebenszeit um die Ohren schlagen. Den Zuschauer, der ja nur stumm dasitzen kann und nicht mitdiskutieren darf, grenzt das schlimmstenfalls aus. Das geschieht hier nicht. Unaufgeregt wie souverän ist die Regie, eine starke Optik hält obendrein bei Laune und die Schauspielerdarbietungen sind derart westlich, d.h. vor allem overactingfrei angelegt, dass es von der Seite hierzulande wohl kaum Beschwerden geben dürfte. Lagebesprechungen dauern nur kurz, bis der nächste Befallene seinen Kopf gegen die Heizungsrohre donnert oder seine Zähne in einen Schäferhund gräbt.
Schlussendlich ist's nur eine Fingerübung der Südkoreaner, die der Horror- und Thrillerwelt zurufen: Wir sind noch da. Nichts Neues bringen wir mit, aber vertraut uns Neues an, wir haben die handwerklichen Anlagen, etwas Großes daraus zu machen. Eigentlich eine Vorgehensweise, für die Hollywood bekannt ist.



Bilder der DVD




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Matthias Paul am 19.03.2009
Bewertung:

Innere Kriegsführung
Nach dem sehr intensiven Eingangsschock, der exemplarisch vorführt, welche Art von realem Horror den Zuschauer in den folgenden zwei Stunden "The Guard Post" erwartet, folgt eine kurze Orientierungsphase, die man damit verbringen muss, sich auf die Erzählweise des koreanischen Horror-Thrillers einzuarbeiten, der sehr geschickt zwischen aktuellen Geschehnissen und Rückblenden wechselt und immer wieder kurz über die Zeitebene im Unklaren lässt. Diese Verwirrungstaktik darf man als Pluspunkt sehen. Genau damit kann man den Zuschauer fesseln, denn es ist weniger der hohe Blut- und Gore-Gehalt (man bekommt es sogar mit vermeintlich Zombiefizierten zu tun!), der für Spannung sorgt, sondern die Isolation des Außenpostens von der Rest der Welt. Gerade in Sachen Militärfilm erfreuen die Koreaner immer wieder durch ihre harte, realistisch anmutende, fast schon depressive Grundstimmung, die sich auch hier niederschlägt und mit Elementen von Action und einer Stimmung verknüpft, die man aus Survival Horror-Spielen kennt. Für mich ein absolut überzeugender, gut gespielter und intelligenter Horror-Streifen, bei dem die Balance zwischen Spannung und Effekten stimmt.



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