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ESP 1976
Originaltitel:¿Quién puede matar a un niño?
Alternativtitel:Scream
aka. Tödliche Befehle aus dem All
aka. Death is Child's Play
aka. Island of Death
aka. Island of the Damned
aka. Killer's Playground, The
aka. Who Can Kill a Child?
aka. Would You Kill a Child?
Länge:106:08 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Narciso Ibáñez Serrador
Buch:Juan José Plans, Narciso Ibáñez Serrador
Kamera:José Luis Alcaine
Musik:Waldo de los Ríos
SFX:Juan Antonio Balandín
Darsteller:Lewis Fiander, Prunella Ransome, María Luisa Arias, Miguel Narros, Marisa Porcel, Antonio Ranzo, Marián Salgado, Cristina Torres, Luis Maleas, Andrès Gomez, Maria Druille, Pedro Balandín, Juan Antonio Balandín, Juan Carlos Romero, Julio Jesús Parra
Vertrieb:Bildstörung / AL!VE
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:14.02.2009 (Kauf)



Inhalt
Ein kleines spanisches Küstenstädtchen im Sommer: Aus dem Reisebus steigen Tom und seine hochschwangere Frau Evelyn, die vor der Geburt ihres Kindes noch ein paar ruhige Tage am Meer verbringen wollen. Ziel ihrer Reise ist ein kleines Fischerdorf auf der abgelegenen Insel Almanzora - vier Stunden entfernt vom geschäftigen Trubel des Festlands. Als beide im kleinen Hafen anlegen, werden sie von einer Gruppe spielender Kinder empfangen. Alles scheint friedlich. Doch als sie durch die Gassen des kleinen Dörfchens schlendern, kommt ihnen alles seltsam ruhig und verlassen vor. Kein Erwachsener ist zu sehen. Offenbar sind alle auf einem Fest am anderen Ende der Insel. Aber dann wird Tom Zeuge eines unfassbaren Vorfalls. Irgendetwas stimmt nicht mit den Kindern ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Für das Bild konnte Bildstörung auf den restaurierten Transfer, der auch schon für die französischen Veröffentlichung von WildSide genutzt wurde, zurückgreifen und wirklich in einem bemerkenswerten Zustand ist. Die Farben sind natürlich und der Kontrast neigt lediglich in sehr hellen Bereichen zu minimalen Überstrahlungen. Ansonsten ist er sehr ausgewogen, überzeugt auch in dunkleren Aufnahmen und ermöglicht dank dem guten Schwarzwert ein nahezu perfektes Zusammenspiel zwischen hellen und dunklen Szenen. Ein leichtes Rauschen ist ebenso vorhanden wie einige Defekte und Verschmutzungen, die das Bild aber zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigen. Als sehr gelungen darf die Schärfe angesehen werden, die Konturen deutlich abhebt und vor allem innerhalb von Nahaufnahmen selbst feinere Details gut erkennbar wiedergibt. Etwas schlechter fallen Aufnahmen in der Totalen aus, da das Bild gelegentlich etwas detailarm erscheint und demnach auch weicher wirkt. Eigentlich ist dies auch schon der einzige echte Kritikpunkt, denn auch die Kompression arbeitet vorbildlich im Hintergrund. Dieser Transfer ist im Übrigen wesentlich besser als von der amerikanischen Veröffentlichung von Dark Sky Films, da dort das Bild rotstichig und übersättigt in der Farbintensität ist.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Spanisch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Im Vergleich mit dem Bild merkt man dem deutschen Monoton sein Alter schon etwas deutlicher an. Die Dialoge klingen dumpf und werden von einem leichten Rauschen und minimalen Verzerrungen begleitet. Die Verständlichkeit ist aber über die gesamte Laufzeit ohne Einschränkungen gegeben. Weiterhin ist noch der spanische Originalton als auch eine englischsprachige Synchronisation vorhanden, die beide ebenfalls in Mono vorhanden sind, aber klarer und etwas kräftiger klingen. Die Besonderheit liegt aber in den deutschen Untertiteln, die optional vorhanden sind. Da die englische Synchronisation vom spanischen Original abweicht, was zu leichten Veränderungen in der Handlung führt, wurden extra für beide Tonspuren passende Untertitel angefertigt. Eine dritte Untertitelspur für die ehemals gekürzten Szenen ist auch noch vorhanden.
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Extras
Extras
  • Child director: Interview mit Regisseur Narciso Ibanez Serrador (9:11 Min.)
  • Who could shoot a child: Interview mit Kameramann Jose Luis Alcaine (16:03 Min.)
  • Trailer (1:47 Min.)
  • Bildergalerie (1:42 Min.)
  • Lobbycards (2:50 Min.)
  • Trailershow:
    • Marquis (0:53 Min.)
    • Bad Boy Bubby (1:54 Min.)
    • Im Glaskäfig (2:19 Min.)
  • 16-seitiges Booklet mit Liner Notes
  • Bonus-CD mit dem Original Soundtrack von Waldo de los Rios
  • Wendecover
VerpackungKeepCase im Schuber
 Das Bonusmaterial ist eigentlich solider Standard, würdee nicht eine separate Bonus-CD mit der genialen Filmmusik von Waldo de los Ríos beiliegen. Auf der DVD selbst gibt es zwei Interviews: Unter "Child director" kommt Regisseur Narciso Ibáñez Serrador zu Wort und berichtet vom Dreh, den Unterschieden zwischen Film und der Romanvorlage und von seinem ursprünglichen Vorhaben, die männliche Hauptrolle mit Anthony Hopkins zu besetzen. Bei "Who could shoot a child" darf Kameramann Jose Luis Alcaine von seiner Arbeit am Film berichten und hält einige interessante Fakten als auch lustige Anekdoten bereit. Sehr interessant sind seine Erzählungen, verschiedene Drehorte trotz unterschiedlicher Lichteinstrahlungen optisch gleich erscheinen zu lassen. Das weitere Bonusmaterial besteht aus zwei Bildergalerien, dem Trailer zum Film als auch drei Trailer aus dem Programm von Bildstörung. Wer sich über weitere Fakten und Analysen zu "Ein Kind zu töten ..." und darüber hinaus informieren möchte, kann dies noch in einem 16seitigen Booklet tun, das einen ausführlichen Text von Michael Schleeh enthält. Alternativ ist auch eine Wendecover für das KeepCase vorhanden. Um den Schuber optisch nicht durch das neue FSK-Logo zu verunstalten, befindet sich ein Umschlag mit dem Cover um diesen.
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Fazit
Der neue deutsche Titel "Ein Kind zu töten ..." klingt etwas gewagt, spiegelt aber den Inhalt treffend wieder, denn die beiden alten deutschen Titel "Scream" und "Tödliche Befehle aus dem All" hätten unpassender nicht sein können und waren obendrauf und im Gegensatz zur neuen Veröffentlichung des Labels Bildstörung innerhalb des Vorspanns drastisch gekürzt. So zumindest konnte man einen Pseudo-Prolog erfinden, der die alten deutschen Titel rechtfertigte und Narciso Ibáñez Serradors kleines Meisterwerk nach einen billigen Science Fiction-Film klingen ließ. Ein ähnliches Problem mit dem Filmtitel, allerdings ohne Kürzungen in der Handlung, hatte die amerikanische Fassung zu bieten, denn aufgrund der Thematik um scheinbar telephatisch begabte Kinder versuchte man dort mit dem Titel "Island of the Damned" eine Nähe zum Scifi-Klassiker Interner Link"Village of the Damned" (aka. "Das Dorf der Verdammten") und dessen Fortsetzung "Children of the Damned" (aka. "Die Kinder der Verdammten") zu schaffen. Sicherlich kann Regisseur Narciso Ibáñez Serrador nicht abstreiten, dass diese beiden Filme und auch Hitchcocks "Die Vögel" für sein Werk Pate standen, das die Bedrohung aber nicht von unscheinbaren Vögeln sondern von ebenso unscheinbaren Kindern ausgehen lässt.

Aber mehr zum Inhalt: Innerhalb der Credits wird in schwarz/weißen Dokumentaraufnahmen über diverse Kriegsgräuel des 20. Jahrhunderts berichtet, die letztendlich immer das schwächste Glied in der Evolutionskette des Menschen treffen - die Kinder. Das Gezeigte geht ordentlich an die Nieren und ist ein unerwarteter Faustschlag ins Gesicht des Zuschauers. Erst nach fast 7 Minuten findet man Erlösung, wenn die Schwarz/weiß-Aufnahmen Farbe annehmen. Irgendwo auf dem spanischen Festland herrscht Urlaubsidylle, als eine Frauenleiche an den Strand gespült wird. Zeitgleich erreicht das amerikanische Touristenpaar Tom und Evelyn den Ort, um von dort auf die ruhige Fischerinsel Almazora zu gelangen. Dort angekommen werden sie von spielenden Kindern empfangen, die aber von einer merkwürdigen Aura umgeben sind. Kein Erwachsener ist weit und breit zu sehen und das ganze Dorf scheint abrupt verlassen worden zu sein. Lediglich spielende Kinder kreuzen ihren Weg. Als schließlich die ersten Toten auftauchen, dämmert es Tom und Evelyn, dass das paradiesische Amazora zu einem tödlichen Höllentrip für sie werden könnte.

Mehr sollte man von der Geschichte nicht vorweg nehmen, da ansonsten viel von der klaustrophobischen Atmosphäre zerstört werden würde. Wäre nicht diese extreme Anfangssequenz, die aus heutiger Sicht des Regisseurs wesentlich besser am Ende des Films gepasst hätte, um eine Erklärung für die Geschehnisse abzuliefern, würde der Albtraum möglicherweise noch besser funktionieren, als er es ohnehin schon in der jetzigen Form tut. Auch wenn Serrador keine "echte" Erklärung für das Übernatürliche bereithält und lieber den Zuschauer eigene Interpretationsmöglichkeiten bietet, ist "Ein Kind zu töten ..." ein grandioses Erlebnis. Sehr viel hat die Atmosphäre auch der Kameraarbeit von Jose Luis Alcaine zu verdanken, der sehr ruhige und verträumte Bilder eingefangen hat, und der Musik von Waldo de los Ríos, denn genau mit diesen Mitteln (Regie, Kamera, Musik) wird eine Komponente erschaffen, die kontinuierlich Spannung aufgebaut, die das scheinbare Urlaubsparadies zur Hölle für die Protagonisten und den Zuschauer werden lässt.

Dass die Thematik für Deutschland und seine Moralapostel zu heiß war, wurde ja bereits angesprochen und schlug sich in Kürzungen nieder. Doch reichte dies nicht aus und man setzte "Ein Kind zu töten ..." zudem noch auf den Index. Dank Bildstörung, die sich für eine Listenstreichung stark machten, ist es nun endlich möglich, den Film ungekürzt im Originalformat in einer perfekten Qualität inklusive ordentlicher Ausstattung in die Sammlung einzureihen. Danke für dieses Release, das jetzt schon zu den Highlights 2009 zählt!



Bilder der DVD




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Tödliche Befehle aus dem All
Tödliche Befehle aus dem All
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