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IT 1979
Originaltitel:Dr. Jekyll e gentile Signora
Alternativtitel:Dottore Jekill Jr., Il
aka. Dr. Jekylls unheimlicher Horrortrip
aka. Dr. Jekyll Likes Them Hot
aka. Jekyll Junior
Länge:93:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Steno
Buch:Leonardo Benvenuti, Franco Castellano, Piero De Bernardi, Giovanni Manganelli, Giuseppe Moccia, Steno, Robert Louis Stevenson
Kamera:Ennio Guarnieri, Sergio Salvati
Musik:Armando Trovajoli
Darsteller:Paolo Villaggio, Edwige Fenech, Gianrico Tedeschi, Gordon Mitchell, Paolo Paoloni, Guerrino Crivello, Eolo Capritti, Francesco Anniballi, Walter Williams, Clemente Ukmar
Vertrieb:Madison
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:20.11.2002 (Kauf)



Inhalt
Mr. Conor, Leiter des größten Chemiekonzerns der Welt, stellt das Düngemittel FP1 her und macht unheimliche Profite damit. Doch das Mittel hat unglaubliche Nebenwirkungen. Plötzlich tauchen Zamboti-Krieger mit drei Beinen und Zamboti-Frauen mit drei Brüsten auf. Selbst der Gesundheitsminister von Zamboti kann auf einmal fliegen, und das nur weil sie mit FP1 gedüngtes Gemüse gegessen haben. Es droht ein Milliardenverlust. Nur einer kann das Problem lösen, Dr. Jekyll. Und der hat auch schon verschiedene Ideen. Er richtet Unheil an, wo immer er auch auftaucht.

Bild
Format1,66:1 (Letterbox)
NormPAL
 Vermutlich wurde eine abgeranzte Kinorolle oder etwas Vergleichbares für diese DVD digitalisiert, denn zeitgemäß ist die Qualität sicherlich nicht. Sehr viele kleine Kratzer bevölkern die Vorlage, was aber noch die geringsten Probleme mit sich bringt. Vielmehr ist es die schwache Schärfe, die keinen Spaß macht. Ständig scheint das Bild unter einem Schleier zu liegen, was die Details stark abschwächt und helle Flächen etwas überstrahlen lässt. Nostalgiker mögen zwar mit dem Gebotenen zufrieden sein, aber wenn wenigstens die leicht bräunlichen Farben, der mittelprächtige Kontrast und das nervöse, wenn auch seichte Hintergrundrauschen verbessert werden könnten, würde dieser Film in völlig neuem Glanz erstrahlen. Zumindest lässt das viel Spielraum für eine Aufarbeitung, falls dieser Film jemals wieder in Deutschland das Licht der Welt erblickt.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Dem deutschen Ton hört man an, dass es sich um Mono handelt, auch wenn das nicht explizit auf der Verpackung erwähnt ist. Der Klang wird eigentlich nie wirklich schlecht, lediglich die Musik klingt zu dumpf und kraftlos. Bei den Stimmen herrscht ein etwas kratziger, insgesamt aber gut verständlicher Ton vor. Durch den mittenbetonten, etwas angegriffene Klang wird aber auch keine Aktivität erreicht, was für eine Komödie sicherlich nicht schlimm ist. Das soll aber nicht heißen, dass diese Art Film nicht auch frisch klingen kann.
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Extras
Extras
  • Szene 1 (2:56 Min.)
  • Szene 2 (4:07 Min.)
  • Szene 3 (3:43 Min.)
  • Fotogalerie (16 Bilder)
VerpackungKeepCase
 Das einzig positive in diesem Bereich ist vermutlich das interessante Frontmotiv, denn alles andere schreckt eher ab, als dass es zum Kauf einlädt. Die Gestaltung der Rückseite der Verpackung ist bereits lieblos, das Hauptmenu dann beinahe ein Stilverbrechen (und lahm in der Bedienung). Unter "Specials" befinden sich lediglich drei Filmszenen, die 1:1 aus dem Film entnommen worden sind. Auch die Fotogalerie zeigt nur Screenshots aus dem Film, was bei der geringen DVD-Qualität nicht sehr schön aussieht. Den größten Fauxpas leistet sich aber der Schriftsetzer, denn der macht beim Titel einen (beinahe zwei) mehr als deutlichen Fehler.
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Fazit
Steno als Regisseur solcher Klassiker wie Interner Link"Banana Joe" oder der "Plattfuß"-Filme mag sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen, wer aber in den 80ern aufgewachsen ist, wird um seine Komödien kaum drum herum gekommen sein. Ebenso verhält es sich mit dem quirligen Italiener Paolo Villaggio, dessen Figur in "Robinson Jr." sich nicht nur wegen der Dauerausstrahlung zur damaligen Zeit (im DDR-Fernsehen lief der Film gefühlte 10x pro Jahr) zum Kult erheben konnte. In "Dr. Jekylls unheimlicher Horrortrip" arbeiten die beiden Spezis zusammen - das Ergebnis ist aber kein weiterer Hit der italienischen Komödie geworden.
Hauptgrund dürfte sein, dass dieses Subgenre eh mit etwas grenzwertigem Humor "gesegnet" war, der in einigen Fällen einfach nicht gezündet hat. "Dr. Jekylls unheimlicher Horrortrip" ist so ein grenzwertiger Fall, der vor allem mit leicht debilem Humor versucht, die Zuschauer zum Schmunzeln zu bringen. Das klappt gut im ersten Teil, wenn die dunkle Seite des Großkapitalisten und Menschenfeindes Dr. Jekyll dank immerwährenden Zynismus und schelmischer Boshaftigkeit regiert. Auffallend oft fällt ein Charakter die Treppe hinunter, läuft gegen Gegenstände oder wird unsanft ins Gesicht gehauen - natürlich ohne jegliche Folgen in Form von Verletzungen, der Schutzengel meint es eben gut mit der Trottelparade und der Zuschauer fühlt sich unterhalten. Der ernsthafte Hintergrund sozialer Ausbeutung durch Konzerne, deren Vorstände als Ansammlung von Satans Schergen parodiert werden, geht aber zugunsten der sehr seichten Unterhaltung, wie man sie ein wenig auch aus deutschen Komödien der 70er Jahre her kennt, unter. Zumindest geht es relativ zügig voran, denn ständig wird irgendjemand verfolgt (meist der Dr. Jekyll/Mr. Hyde).
Etwas Substanz bekommt der Film von Edwige Fenech, die durch ihre Ausstrahlung und Eleganz den Schabernack etwas zum Guten hin abmindert. Zwar wird sie später auch in die Blödelei verwickelt, lenkt durch ein paar erotische Anbahnungen aber immer wieder von Durchhängern der Verwechslungskomödie ab, die eigentlich gar kein "Horror"trip ist.
Manch einer mag es nämlich albern finden, wenn sich Villaggio dank Wundertrank vom Teufel zum Blumenkind verwandelt, dadurch wo immer er auftaucht für Chaos sorgt und das Finale nichts weiter als ein Massenauflauf ist, aber amüsieren kann man sich trotzdem drüber. Villaggio hat übrigens als bösartiger Schnösel eine so wunderbare Maske verpasst bekommen, dass man ihn später mit goldenen Löckchen kaum wiedererkennt. Fakt ist aber, dass er als umtriebiger Großindustrieller, der die Welt ins Verderben stürzen möchte, wesentlich interessanter ausfällt als als säußelnder Hippie, der Liebe und Frieden predigend durch die Straßen tanzt. Die Abwandlung der Stevenson'schen Literaturvorlage erscheint mir eigentlich die beste Idee des Filmes, denn wo bekommt man es schon mal geboten, dass der bösartige Mr. Hyde sich durch die Zauberformel in den gutmütigen Dr. Jekyll verwandelt.

Die DVD ist billiger Murks, aber das hat man auch nicht anders erwartet. Wer 2 oder 3 Euro dafür ausgibt, macht sicherlich nichts falsch, damit wäre die preisliche Schmerzgrenze dann aber auch schon erreicht.



Bilder der DVD




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