Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1997
Originaltitel:Donnie Brasco
Länge:121:26 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Mike Newell
Buch:Joseph D. Pistone, Richard Woodley, Paul Attanasio
Kamera:Peter Sova
Musik:Patrick Doyle
SFX:Ron Ottesen
Darsteller:Al Pacino, Johnny Depp, Michael Madsen, Bruno Kirby, James Russo, Anne Heche, Zeljko Ivanek, Gerry Becker, Robert Miano, Brian Tarantina, Rocco Sisto, Zach Grenier, Walt MacPherson, Ronnie Farer, Terry Serpico, Gretchen Mol, Tony Lip
Vertrieb:Highlight / Constantin
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:02.10.2008 (Kauf)



Inhalt
Um einen vernichtenden Schlag gegen das organisierte Verbrechen zu führen, schleust sich Undercover-Agent Joe Pistone (Johnny Depp) in die New Yorker Mafia ein. Unter dem Decknamen Donnie Brasco liefert er vier Jahre - völlig auf sich und seine Fähigkeiten angewiesen und unter ständiger Lebensgefahr - dem FBI wichtige Informationen über den Gangster-Clan. Dabei gerät Donnie immer tiefer in den Sog von Gewalt und Kriminalität. Schließlich wird er zur rechten Hand des berüchtigten Mafioso Lefty Ruggiero (Al Pacino), dessen Vertrauen und Freundschaft er gewinnen kann. Als den Gangstern klar wird, dass in ihren Reihen ein Verräter sitzt, bleibt Donnie Brasco nur noch eine Chance. Auf der Flucht vor den skrupellosen Mafia-Killern, muss er Lefty dem FBI ans Messer liefern, bevor es ihm selber an den Kragen geht ...

Bild
Format2,40:1 (anamorph)
NormPAL
 Die vorherigen deutschen DVDs sollen keine gute Qualität besessen haben, deswegen ist die anamorphe Version schon eine kleine Wohltat. Die Plastizität ist in vielen Szenen sehr ordentlich, auch die Details ziehen da mit und lassen erkennen, dass es sich hier um einen Toptitel handelt. Dennoch, es sind deutliche Fehler ersichtlich, die nicht mehr zulassen als eine gute Bemerkung. Z.B. ist der Einsatz eines Höhenpassfilters erkennbar, der gerade feine Details abschwächt. Auch die Kompression arbeitet der sonst guten Qualität entgegen, denn die ist zu niedrig angesetzt und könnte für ein paar Detailverluste zuständig sein. Zumindest macht sich im Hintergrund einiges an Blockbildung bemerkbar, was nicht nötig gewesen wäre, schließlich bleibt noch etwa 1 GB auf der Scheibe ungenutzt.
 ++++--

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu, En), Dolby Digital 2.0 (Deu)
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Eine Surround-Granate ist "Donnie Brasco" sicherlich nicht, aber zumindest ein durchschnittlich gut abgemischter Film, dessen Dolby Digital 5.1-Modus nicht unnütz ist. Action-Szenen kann der Film nicht vorweisen, zumindest aber Musikeinspielungen oder die Partyszenen entfesseln ein ordentliches Getöse, bei dem sich die hinteren Lautsprecher ebenso beteiligen wie der Bass. Ohnehin wird Wert auf einen erdigen Klang gelegt, also genau das Gegenteil zum spitzen, fast schon überzüchteten Klangbild, mit dem aktuelle Produktionen aufwarten. Der deutsche Dolby Digital 5.1-Ton hat trotzdem einen sehr guten Klang. Etwas nutzlos ist dagegen der Stereoton, der gern gegen Untertitel hätte getauscht werden können. Das englische Original bietet klanglich nicht mehr, ist aber gerade wegen der italienisch angehauchten Mafiosimundart (z.B. von Al Pacino) ein Genuss sondersgleichen. Nur fehlen eben die Untertitel, denn sehr leicht zu verstehen ist der O-Ton nicht.
 ++++--

Extras
Extras
  • 4seitiges Booklet
  • Interviews:
    • Johnny Depp (3:14 Min.)
    • Anne Heche (1:09 Min.)
    • Michael Madsen (1:31 Min.)
    • Bruno Kirby (2:09 Min.)
    • Mike Newell (3:02 Min.)
    • Louis Digiaimo (1:46 Min.)
    • Gail Mutrux, Mark Johnson (1:22 Min.)
    • Joe D. Pistone (1:04 Min.)
  • Blick hinter die Kulissen (8:37 Min.)
  • Featurette (7:24 Min.)
  • Darstellerinfos (jew. 1 Seite):
    • Al Pacino
    • Johnny Depp
    • Anne Heche
    • Michael Madsen
    • James Russo
  • DVD-Empfehlung "Michael Clayton" (2:02 Min.)
  • Der besondere Filmtipp "Der Baader Meinhof Komplex" (2:58 Min.)
  • Trailershow:
    • Step Up 2 (2:02 Min.)
    • Sleepy Hollow (1:59 Min.)
    • How To Rob A Bank (1:35 Min.)
    • Resident Evil - Extinction (2:23 Min.)
    • Lucky # Slevin (2:25 Min.)
    • Equilibrium (2:18 Min.)
    • The Jacket (2:21 Min.)
    • The Insider (2:44 Min.)
    • The Fan (1:16 Min.)
VerpackungKeepCase
 Ich vermute mal, dass es zur Hintergrundgeschichte von "Donnie Brasco" wesentlich mehr zu erzählen bereit hält, als es das doch etwas zu kurz geratene Bonusmaterial tut. Wirklich interessant sind die Interviews beispielsweise nicht, denn es werden keine tiefgreifenden Fragen gestellt. Stattdessen darf der Interviewte relativ frei erzählen, so scheint es. Der Blick hinter die Kulissen ist dafür ein nette Eindruck vom Set - ohne störende Trailer-Einschnitte, Kommentare oder schnelle Gegenschnitte. Das Featurette ist dann leider nichts als oberflächlich, zumindest wenn man in Betracht zieht, dass es aus Material aus den beiden vorangegangenen Bonussegmenten (Interviews und Behind The Scenes) zusammengestellt ist. Die abschließenden Filmografien, die man so auch im Booklet nachlesen kann, sind ebenfalls nur Auflistungen und den Trailern fehlt jener zu "Donnie Brasco". Man soll sich zwar nicht beschweren über "Beigaben", aber wenn sie derart lasch sind wie hier, nützen sie auch nicht viel. Gefühlt kann man das Bonusmaterial nämlich auf 5 Minuten zusammenfassen.
 ++----

Fazit
Nach all den erstklassigen Gangsterfilmen, welche Hollywood von Anfang der 70er bis in die mittleren 90er hervorgebracht hat, stellt sich zurecht die Frage, ob "Donnie Brasco" zwingend notwendig war, zumal Regisseur Mike Newell eher für romantische Komödien bekannt ist. Im Grunde genommen hat der hier alles richtig gemacht, weil er in allen Bereichen auf Nummer sicher ging, restlos zufriedenstellend ist das Ganze aber dann doch nicht.

Am dringlichsten stellt sich die Frage, weshalb eine derart merkwürdige Erzählweise gewählt wurde, die zunächst auf jegliche Charakterisierungen und eine anständige Einführung verzichtet. Pistone ist von Anfang an Undercover-Agent, über seine Vorgeschichte, geschweige denn seine Motivation, erfährt man nichts. Dafür wird sein Privatleben zu ausführlich beleuchtet, denn aufgrund seines heißen Jobs kriselt die Ehe natürlich, was uns aber kaum interessiert, weil in so gut wie jedem Film, in dem ein verdeckter Ermittler am Werk ist, dasselbe Problem auftaucht. Über das Leben der anderen Mafiosi wird man genauso wie Pistone erst von Lefty informiert, der seit Jahren im Geschäft ist, aber nie richtig Fuß fassen konnte. Gleichzeitig ist das die einzige Figur mit ein wenig Profil, dessen Privatleben einen interessiert, auch deshalb, weil Pacino hier mal nicht der mächtige Gangsterboss mit glänzenden Autos und scharfen Schnitten ist, sondern innerhalb des Syndikats nur einen kleinen Fisch abgibt, der in ärmlichen Verhältnissen lebt und ständig der Gefahr aus den eigenen Reihen ausgesetzt ist.
Natürlich ist es nicht unspannend zu beobachten, wie Pistone langsam das Vertrauen der Bosse gewinnt und deren Verhaltensmuster immer mehr annimmt, was sich schließlich zu einem packenden Gewissenskonflikt entwickelt. Soll er gemäß den Richtlinien seines Jobs handeln und Freund Lefty auffliegen lassen, was dessen sicheren Tod bedeuten würde, oder riskiert er sein eigenes Leben für Leftys Rettung? Leider schweift der Film immer wieder ins langweilige Privatleben Pistones ab oder gerät zu klischeehaft. So verkommt beispielsweise der scheinbar immer heisere Michael Madsen zur Karikatur eines Gangsters und auch die Kleidung der Mafiosi bedient mühelos jedes Vorurteil (große Sonnenbrillen, Hüte, Mäntel).
Ansonsten glänzt der bemerkenswert actionarm inszenierte Film (bis auf ein äußerst brutales Blutbad in einem Keller) durch Routine. Mit Johnny Depp und Al Pacino ging man kein Risiko ein, denn Pistone ist ein derart profilloser FBI-Agent, dass Depp zu keinem Zeitpunkt sein Leistungspotential komplett ausschöpfen muss und der gute Al ist in so einer Rolle eh schon immer ein Selbstläufer gewesen. Madsen verkauft sich deutlich unter Wert, Anne Heche als Pistones Ehefrau ist wie der gesamte Subplot um die Beziehungskrise völlig verschenkt. Newell verpasste der Geschichte den passenden Look, indem er fast ausschließlich in Hintergassen und dreckigen Clubs drehte, mit Ausnahme der Florida-Episode, sodass immerhin ein wenig Atmosphäre entsteht.

"Donnie Brasco" kann man als Meisterwerk bezeichnen - wenn man im Genre überhaupt nicht bewandert ist, denn obwohl souverän inszeniert, ist Newells Film zu risikoarm und bietet zuwenig Neues, um wirklich mitzureißen, weshalb das einem Vergleich mit Scorsese oder Coppola niemals standhalten kann. Erinnert irgendwie an Depps späteren "Blow", der gut unterhielt, aber mindestens 15 Jahre zu spät dran war, weshalb ihn niemand mehr brauchte.
Die technische Seite der Highlight-DVD ist mal wieder sehr ansprechend geworden, was einen Neukauf gegenüber der alten Auflage interessant macht. Vorher sollte jedoch (mal wieder) darauf hingewiesen werden, dass auch für diese DVD zusätzliche Anstrengungen unternommen wurden, die ein Kopieren verhindern sollen, dabei aber auch ein problemloses Abspielen auf einigen Geräten vermiesen.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Donnie Brasco
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.