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D, FR, CAN 1975
Originaltitel:Histoire d'O
Alternativtitel:Story of O, The
aka. Geschichte der O., Die
Länge:100:59 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Just Jaeckin
Buch:Dominique Aury, Sébastien Japrisot
Kamera:Robert Fraisse, Yves Rodallec
Musik:Pierre Bachelet
Darsteller:Corinne Clery, Udo Kier, Anthony Steel, Jean Gaven, Christiane Minazzoli, Martine Kelly, Jean-Pierre Andréani, Gabriel Cattand, Li Sellgren, Albane Navizet, Nadine Perles, Laure Moutoussamy, Henri Piégay, Alain Noury
Vertrieb:Galileo Medien
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:05.10.2006 (Kauf)



Inhalt
Die junge, schöne O (Corinne Clery) wird von ihrem Geliebten René (Udo Kier) zu einem Ausflug auf das Schloss Roissy überredet, wo sie in der Kunst der "Disziplinierung" unterwiesen wird. Zum Beweis ihrer Liebe zu René begibt sie sich in die Hände der Lehrmeister und sammelt Erfahrungen, die bisher außerhalb ihrer erotischen Vorstellungskraft lagen. Nachdem die O das Schloss wieder verlassen hat, macht sie René mit "Sir Stephen" (Anthony Steel) bekannt, dem sie von nun an gehorchen soll. Ihre Reise ins Reich der qualvollen Lust wird fortsetzt ...

Bild
Format1,55:1 (Letterbox)
NormPAL
 Mit mittelprächtigem Erfolg wurde dieser Film auf DVD gebracht - nun bereits in der zweiten Auflage. Zur Version von XT kann ich nichts sagen, aber hier ist noch längst nicht alles erbracht, so scheint es mir. Zuerst einmal muss ich auf die Stilistik hinweisen, um die scheinbar schlechte Qualität zu erklären: Es wird viel mit Weichzeichner gearbeitet, also etwas abgeschwächten Details und einem verträumten Kontrast. Dazu kommt ein bräunlicher Grundfarbton, der nicht nur einige, sondern beinahe alle Szenen im Schloss durchzieht. Vermutlich soll diese Sepiatönung den Handlungszeitraum etwas verdeutlichen. Das sieht oftmals absolut nicht zeitgemäß für ein digitales Medium aus, denn das Bild sieht aus, als ob ein Schleier über ihm hängt, der sämtliche natürlichen Farbtöne und den Kontrast eliminiert. Leider sind aber auch Materialschwächen zu erkennen, z.B. der schwache Schwarzwert, der der Plastizität des Bildes entgegenarbeitet. Dazu kommen geringe Kompressionsartefakte und ein leichtes Verschwimmen des Bildes in Bewegungen, was auf einen zu starken Rauschfilter hindeutet. Somit kann man zwar zufrieden sein, wird aber noch längst nicht jene Qualität geboten bekommen, die man von einem "Klassiker" erwartet. Auch wäre eine anamorphe DVD der Vorlage nicht schlecht gewesen.
 +++---

Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Französisch
UntertitelDeutsch
 Die Titelmusik, die im Deutschen übrigens etwas eher beginnt als im Original, ist noch von hervorragender Qualität, dann aber schlägt sich ein eher gemäßigter Klang durch, bei dem die Stimmen etwas reißen und zischeln. Der Originalton, zu dem man deutsche Untertitel hinzuschalten kann, bleibt dagegen relativ fein aufgelöst. Die deutsche Version ist aber auch nicht schlecht, sie trägt eben nur typische, verschmerzbare Altersspuren.
 ++----

Extras
Extras
  • Interview mit Just Jaeckin (6:36 Min.)
  • Trailer (2:58 Min.)
VerpackungKeepCase
 Im Bonusbereich befindet sich neben einem Trailer ein etwa 6minütiges, deutsch untertitelbares Interview mit dem Regisseur Just Jaeckin, der darüber redet, wie er zu diesem Film gelangte und was er sich unter Erotik vorstellt.
 +-----

Fazit
Der Regisseur Just Jaeckin wurde wohl ein wenig überrumpelt, als ihm die Verfilmung des erfolgreichen Romans "Geschichte der O" (Dominique Aury) anvertraut wurde, ging seine vorherige Arbeit als Modefotograf doch nie über das Ablichten schöner, aber angezogener Körper hinaus. Dass er aber zumindest in künstlerischer Sicht geeignet war, die Geschichte zu verfilmen, beweist sein Blick für schöne Bilder in beinah extravaganter Umgebung.
Man darf davon ausgehen, dass der Roman für die 100minütige Verfilmung abstrahiert werden musste, um ihn in diesem Format erzählen zu können. Genau diesen Eindruck macht "Geschichte der O" zumindest auf mich, denn die psychologischen Hintergründe der Figuren, die sich in ein interessantes sadistsches bzw. masochistisches Netz verfangen, ist mir nicht ganz klar. Ist die titelgebende O, die sich aus Liebe zur ihrem Freund in die Ausbildung zur unterwürfigen Geliebten begibt, einfach nur sehr naiv? Spätere Teile des Filmes, wenn sie eben das, was man ihr "antat", weitervermittelt, machen ganz und gar nicht diesen Eindruck. Zwar offenbart der Film ein paar Einblicke in die Psyche seiner Figuren, aber das "Warum" wird kaum mitgegeben.
Just Jaeckin weiß zumindest die Erotik anspruchsvoll umzusetzen, denn er setzt geistige Abhängigkeit und Züchtigung vor Körperliches. Das soll nicht bedeuten, dass O nicht diverse Bettbekanntschaften macht oder sich die hübschen Darstellerinnen zu züchtig geben würden, aber es wird eben nur grad so viel gezeigt, wie nötig ist, um die eigene Phantasie anzufüttern. Mitte der 70er muss das ausgereicht haben, um ein paar Skandälchen hier und da verursacht zu haben, heute geht die "Geschichte der O" sicherlich schon als Softporno durch, der höchstens noch Frauenrechtlerinnen aufstoßen wird. Dazu führt leider auch die etwas zu langatmige Inszenierung, die dazu führen könnte, dass lediglich thematisch Interessierte noch mal reinschauen.

Nach gut 25jähriger Verweildauer konnte der Film 2008 vom Index gezogen werden. Leider kam das zu spät für diese Veröffentlichung von Galileo, die technisch wie auch inhaltlich den marktwirtschaftlichen Verwertbarkeit einer solchen Indizierung unterlag. Den Fan dieser seichten Verfilmung wird es nicht grad freuen, dass nicht zumindest im Bonussektor mehr vorzufinden ist. Mittlerweile ist aber noch eine "Special Edition" erschienen, die neben einigen Extras mehr den Soundtrack enthält.



Bilder der DVD




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