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D 2007
Originaltitel:Goldene Nazivampir von Absam 2 - Das Geheimnis von Schloss Kottlitz, Der
Alternativtitel:Golden Nazi Vampire of Absam: Part II - The Secret of Kottlitz Castle, The
Länge:45:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Lasse Nolte
Buch:Christoph Menardi, Alexander Kometer, Wolfgang Menardi
Kamera:David Emmenlauer
Musik:Tuomas Kantelinen
SFX:Pit Rotter, Sacha Bertram
Darsteller:Daniel Krauss, Götz Burger, Hendrik Martz, Walter Stapper, Kim Bärmann, Oliver Kalkofe, Santiago Ziesmer, Sebastian Badenberg, Andreas Bendig, Sven Blumenrath, Peter Carpentier, Kerem Dagistan
Vertrieb:Mr. Banker Films / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:09.01.2009 (Kauf)



Inhalt
Oktober 1942. Bei General Donovan, dem obersten Leiter des amerikanischen Militärgeheimdienstes treffen Filmaufnahmen ein, die angeblich SS-Vampire im geheimnisvollen Schloss Kottlitz zeigen. Was geht dort vor? Was verbindet einen fanatischen SS-General, unterirdische Laboratorien voller deutscher Wissenschaftler und eine Grube mit geschmolzenem Gold? Wer hat das Gerippe von Graf Dracula aus der Walachei verschwinden lassen? Fragen über Fragen - und ausgerechnet der einzige Brillenträger und Okkultismusexperte des Geheimdienstes, Captain William Blazkowicz, wird hinter die feindlichen Linien geschmuggelt, um Antworten zu finden. Was ihn dort erwartet, hätte niemand auch nur im Traum ahnen können ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 "Der goldene Nazivampir von Absam 2" ist eine Low Budget-Produktion und in Anbetracht dessen können wir mit dem Bildergebnis mehr als zufrieden sein. Zudem liegt der Film anamorph abgetastet vor, was bei kleinen Produktionen nur sehr selten vorkommt. Nichtsdestotrotz merkt man recht deutlich, dass es sich hier um "nur" ein kleinen Film handelt. Die Schärfe ist durchweg eher mittelmäßig und das Bild erscheint weitgehend weich und detailarm. Zudem ist der Kontrast sehr steil, erscheint niemals wirklich natürlich und in dunklen Szenen saufen die meisten Details ab, wodurch nur wenige Details übrig sind. Schuld daran sind sicherlich die vielen Verfremdungen und Farbkorrekturen, wodurch ein gewisser Filmlook erzeugt wird. Die Farbgebung selbst geht soweit in Ordnung, könnte aber etwas satter sein.
Negativ fällt hier aber vor allem die Kompression auf. Hier werden uns starke Unruhen gezeigt, was sicherlich hätte vermieden werden können. Zudem ist leichtes Rauschen auszumachen.
 +++---

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Stereo, Dolby Digital 5.1
SpracheDeutsch
UntertitelEnglisch
 Soundtechnisch bietet man uns wahlweise einen deutschen Stereo-Mix und einen Dolby Digital 5.1-Upmix. Beide Fassungen überzeugen mit einer sauberen Sprachverständlichkeit ohne nennenswerten Störungen. Beim 5.1-Track wartet die Abmischung mit einer überraschend guten Räumlichkeit auf und bietet sogar kleinere Effekte und einen weiträumigen Score. Für eine kleine deutsche Produktion wirklich gut gelungen. Die Stereo-Variante überzeugt mit einer klaren und kräftigen Front. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.
 +++/--

Extras
Extras
  • Audiokommentar mit Regiesseur Lasse Nolte und Produzent Martin Blankemeyer
  • Audiokommentar mit Kameramann David Emmenlauer
  • Featurettes:
    • Die visuellen Effekte des Nazivampirs (4:32 Min.)
    • Die akustische Welt des Nazivampirs (3:311 Min.)
    • Die Werbemittel des Nazivampirs (10:41 Min.)
    • Wer ist eigentlich KILLING NOISE? (3:56 Min.)
    • Entfallene Szene (2:21 Min.)
    • Der Web-Teaser (1:39 Min.)
    • Der Premieren-Trailer (1:18 Min.)
    • Das Produktionstagebuch (26:12 Min.)
  • Fotogalerien:
    • Standbilder (23 Bilder)
    • Behind the Scenes (55 Bilder)
  • Bonusfilm: "Die Handwerker Gottes" (37:26 Min.)
VerpackungKeepCase
 Das Bonusmaterial ist wirklich umfangreich ausgefallen. Hier seien vor allem die beiden Audiokommentare, einmal mit Regisseur Lasse Nolte und seinem Produzenten Martin Blankemeyer und einmal mit dem Kameramann David Emmenlauer, erwähnt, welche einfach spitze sind. Beide Kommentare gewähren uns einen sehr intensiven und umfangreichen Einblick in die Produktion und wir erfahren praktisch alles, was man über die Dreharbeiten wissen sollte. Man erläutert uns die Effekte im Film, spricht über Ausleuchtung, Kameratechnik, Darsteller und Kulissen. Hier bleibt keine Frage unbeantwortet und es macht einfach extrem Spaß, den Drei zu lauschen. Desweiteren gibt es ein 26minütiges "Produktionstagebuch" als Audio-Track, in welchem der Regisseur täglich und über die gesamte Produktion hinweg auf ein Tonband gesprochen hat. Hin und wieder wurden einigen Namen ausgepiept, vor allem dann, wenn man sich über diverse Produktionsmitglieder aufregt. Wie Lasse Nolte in der Einleitung bereits sagt, ist dies ein schonungsloses Tagebuch und damit hat er gar nicht mal so unrecht. Es lief vieles schief bzw. war nicht immer so lustig, wie man denken mag und all die schönen, lustigen und auch unschönen, sowie ärgerlichen Momente wurden dokumentiert und sollten nicht verpasst werden.
Weiter geht es mit drei kurzen Features, welche zwar nicht über eine Gesamtlaufzeit von 17 Minuten hinauskommen, uns dafür aber einen sehr umfangreichen Einblick in die Produktion gewähren. So wird über die ungewöhnliche Art der Werbung für den Film gesprochen und wir dürfen uns über einen kleinen Einblick in die Effektarbeit des Filmes freuen. Anhand von Vor- und Nachher-Aufnahmen wird dokumentiert, wie viel Arbeit in der kleinen Produktion steckte. Desweiteren widmet man sich noch der akustischen Seite von "Der goldene Nazivampir von Absam 2". Ein weiteres und mit knapp 4 Minuten sehr kurzes Feature ist "Wer ist eigentlich KILLING NOISE?", in der sich die Band, welche den Soundtrack neben Knorkator abliefert, selbst vorstellt. Nun folgt noch der erste Web-Trailer, der Premieren-Trailer und eine sehr umfangreiche Bildergalerie.
Das ist aber noch nicht alles, denn mit "Die Handwerker Gottes" liegt der DVD noch ein weiterer Kurzfilm bei. Dieser stellt eine Adaptation der berühmten Novelle "Il Decamerone" ("Zehntagewerk") aus der Feder des Italieners und Begründers der Novelletradition Giovanni Boccaccio dar, die Regisseur Siegmar Warnecke in einem 38minütigen Kurzfilmbeitrag inszeniert. Dieser ist leider extrem zäh und langwierig geraten und gab mir das Gefühl, ich schaue 3 Stunden lang einen pseudo-interlektuellen, zum Gähnen langweiligen Film. Die Geschichte handelt von den fahrenden Malern Bruno und Buffalmacco, die in einer Kirche auf dem Land nahe der oberbayerisch-tiroler Grenze des Jahres 1820 ein Fresko der "Blindenheilung durch Jesus" malen. Seit Monaten zögern die beiden die Fertigstellung dieses Freskos hinaus, da sie sich nach einem Unterschlupf für den Winter umsehen. Eines Tages begegnen sie im Dorf einer jungen, hübschen Frau und ihr Leben erhält eine Wendung mit vielen neuen Problemen.
Gefühlte 3 Stunden Laufzeit, solide darstellerische Leistungen und eine technisch gute Inszenierung machen "Die Handwerker Gottes" aus und stellen trotzdem die Geduld und Ausdauer der Zuschauer auf eine harte Probe. Was der Film auf dieser DVD zu suchen hat, bleibt mir ein Rätsel.



 ++++/-

Fazit
"Unsere Lampen haben Ohren." - SS Obersturmanführer

"Der goldene Nazivampir von Absam 2" ist Regisseur Lasse Noltes grandioses Debütwerk und Diplomarbeit zugleich, welche für reichlich Kontroversen sorgte und eine chaotische Produktionsgeschichte aufweist. Doch all die Hürden, welche es zu überwinden galt, um diesen 45minütigen Kurzfilm zu inszenieren, waren es schlussendlich wert, denn diese trashige Komödie stellt ein wahres Highlight der deutschen Independent-Szene dar und ist sicherlich einer der besten bzw. wichtigsten Beiträge 2008. Die Geschichte spielt, wie es der Titel bereits deutlich macht, im zweiten Weltkrieg, um genau zu sein im Jahre 1942. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Schloss Kottlitz und eine Gruppe von Nazivampiren, welche die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Doch man hat die Rechnung ohne Okkult-Spezialist Blazkowicz gemacht, der von den Amerikanern nach Kottlitz geschickt wird, um mehr Infos über die mysteriöse Geheimwaffe der Nazivampire zu erlangen.
Wer schon einmal den 3D-Shooter "Return to Castle Wolfenstein" gespielt hat, wird mit dem Namen Blazkowicz sicherlich etwas anfangen können, denn dort war er der Held der Geschichte und kämpfte gegen die böse Nazibrut und allerei Mutationen, welche im Schloss Wolfenstein ihr Unwesen treiben. In "Der goldene Nazivampir von Absam 2" verhält es sich jedoch etwas anders: Blazowicz, der hier grandios, tollpatschig von Daniel Krauss (Interner Link"Die Nacht der lebenden Looser") verkörpert wird, ist ein Angsthase und nässt sich mitten im Büro von General Donovan ein, als dieser ihm seinen Auftrag zuweist. Als Okkult-Experte weiß er natürlich alles über Vampire, doch bisher arbeitet er immer nur in einem Kellerloch der US-Regierung und hat keinerlei Erfahrungen an der Front. Doch da sämtliche Spezialeinheiten der Amerikaner von den Nazivampiren getötet wurden, muss er jetzt wohl oder übel für diesen Job herhalten und sich in die Höhle es Löwen wagen.

Was uns hier geboten wird, ist einfach unglaublich grotesk und absolut abgefahren. Allein der Titel ist sprichwörtlich Gold wert; das toll gezeichnete Postermotiv im Stil alter "Indiana Jones"-Filme dient als Heißmacher und stellt einen wahren Blickfang für jede Posterwand dar. Und wenn man erst einmal den ganzen Film gesehen hat, wird einem schnell klar, dass dieser Mut belohnt gehört. Mit solch einem Titel im petto, jener provokanten Präsentation und Werbekampagne hat man es in Deutschland zwar nicht leicht (bis Nolte Produzenten fand verging einige Zeit), doch das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Mit viel Liebe zum Detail erschuf man einen trashigen, aberwitzigen und dennoch polarisierenden Film, der mit einer Masse an visuellen Effekten aufwartet, welche man sonst nur in einer Großproduktion wiederfindet. Jedoch wurde nichts billig oder amateurhaft umgesetzt, sondern es wirkt alles absolut professionell. Wer sich die Audiokommentare auf der DVD angehört hat, wird wissen wieviel Aufwand für die Umsetzung betrieben wurde. Originalrequisiten und -kostüme wurden unter großen Anstrengungen beschafft, einige selbst gefertigt und man merkt schnell, dass hier alle mit viel Herzblut und Ehrgeiz bei der Sache waren.
"Der goldene Nazivampir von Absam 2" ist somit ein Brett von einem Kurzfilm und bietet Trash in Reinkultur. Mit unzähligen Zitaten aus diversen Filmproduktionen kann der Zuschauer zahlreiche Anspielungen auf bekannte Horror- und Science Fiction-Filme finden. Selbst James Bond und diverse Kriegsfilme werde zitiert und parodiert. Bei der damaligen Filmpremiere, sowie bei der Vorstellung in Cannes hat das Publikum nicht zu unrecht herzhaft gelacht, denn wenn Blazkowicz durch die Keller von Kottlitz schleicht und sich mit zwei zum Kreuz zusammengehaltenen Bockwürstchen die Vampire vom Hals hält, sorgt das schon für Schmunzler. Wenn dann aber auch noch SS-Hauptsturmführer vor ihm steht und aus dem Kreuzwürstchen ganz lässig ein Hakenkreuzwürstchen macht, kommt niemand mehr aus dem Lachen raus. Außerdem ist dies der erste Film, in dem Spongebob einen nicht authorisierten Auftritt in Stimmform hat. Aber auf der anderen Seite hagelte es auch massive Kritik und einige fanden die Parodie auf das Dritte Reich alles andere als lustig, vor allem der Lampenschirm aus Menschenhaut stieß bei einigen Zuschauern negativ auf.

Wer aber Sinn für Humor hat, selbst wenn er unter die Gürtellinie geht, sollte sich "Der goldene Nazivampir von Absam 2" nicht entgehen lassen. Dank einer tollen Regie und einer engagierten Crew, sowie tollen Darstellern (u.a. mit dabei Oliver Kalkofe) ist "Der goldene Nazivampir von Absam 2" schon jetzt ein kleiner Kultfilm und ein absoluter Geheimtipp. Ich würde sogar soweit gehen und ihn als besten deutschen Independentfilm seit Interner Link"Operation Dance Sensation" bezeichnen. Wenn es schon keinen ersten Teil gibt, wäre es schön, wenn die Macher finanzielle Möglichkeiten bekommen würden, einen dritten Teil zu produzieren. Diesmal aber bitte mit einem höhreren Budget und in Spielfilmlänge.



Bilder der DVD




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NewsMr. Banker Films bringt "Der Goldene Nazivampir von Absam 2"
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