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UK 2007
Originaltitel:Small Town Folk
Länge:86:49 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Peter Stanley-Ward
Buch:Natalie Conway, Chris Musselwhite, Dan Palmer, Peter Stanley-Ward, Chris R. Wright
Musik:David James Nielsen
SFX:Adam Garner, Tom Saville, Dan Sollis
Darsteller:Chris R. Wright, Dan Palmer, Simon Stanley-Ward, Greg Martin, Hannah Flint, Howard Lew Lewis, Jon Nicholas, Ben Richards, James Ford, Sophie Rundle, Tamaryn Payne, Chris Musselwhite, Peter Stanley-Ward, Warwick Davis
Vertrieb:Atomik-Films / Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:02.12.2008 (Verleih) / 29.01.2009 (Kauf)



Inhalt
Grockleton ist ein seltsamer, verwunschener Ort, der auf keiner Landkarte zu finden ist. Sein Besitzer ist ein schmieriger Gutsherr namens Beesley, der über eine ganze Reihe sadistischer Killer befiehlt. Da wären z.B. Pooch, ein schielender Scharfschütze, Pike, der Opfer erschnüffeln kann, Dobbin, der Benzin trinkende Fahrer, oder zwei maskierte Vogelscheuchen mit rostigen Sicheln. Sie alle durchstreifen die Wälder um Grockleton und ermorden jeden unliebsamen Eindringling. Nur Frauen werden zunächst verschont, denn auf sie wartet eine besondere Aufgabe: Der Beesley-Clan braucht dringend frisches Kinderblut!

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 "Small Town Folk" dürfte einer der wenigen Filme sein, bei denen die fast durchgängige Bildunschärfe mal wirklich als Stilmittel anerkannt werden kann. Die märchenhaften Bildeffekte, die teils durch CGIs, teils mittels Farbfilter erreicht werden, machen es beinahe nötig, dass Konturen und Details weich aussehen, denn sonst würde man vermutlich die Effekte zu leicht als solche enttarnen. Letztlich wird auch viel mit digitalen Matte Paints, also eingefügten Hintergründen, gearbeitet, die einen möglichst weichen Übergäng besitzen sollen - und das geht nur mit weichen Konturen oder sehr professioneller Einarbeitung. Letzteres ist beim Mini-Budget von 4000 britischen Pfund kaum möglich, also sind Defizite durchaus verständlich. Versucht man die DVD jedoch nach objektiven Punkten zu betrachten, bleibt nicht viel übrig bei der Bewertung. Die unterdurchschnittliche Schärfe erreicht nur selten gute Werte, ist dann immer noch schwach im Detail. Meist sieht es sogar etwas verwaschen (man könnte sagen: verträumt) aus, was man vorgesetzt bekommt. Auch enthält die Vorlage bereits jede Menge digitaler Makel, z.B. Rastermuster, die vermutlich nicht von der DVD-Kompression stammen, weil diese alle Freiheiten mittels einer hohen Bitrate zur Verfügung gestellt bekommt. Es sieht ein wenig aus, als ob man mit Digitalkameras gedreht hat, was aber durch die bräunliche Filterung sehr gut überdeckt wurde. Verwischungen treten eigentlich nicht auf, nur manchmal ist in langsamen Bewegungen die Aktivität eines Rauschfilters ersichtlich bzw. die Details bewegen sich unnatürlich. Gleichzeitig muss man den schwachen Kontrast und die starke Pixelbewegung auf Bildhintergründen bemängeln. Somit, auch wenn es ein Independent-Film ist, eher 3 als 3,5 Punkte.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 Surround (En)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Die deutsche Version bietet den Film in Dolby Digital 5.1 an. Das ist natürlich etwas übertrieben, denn besondere Aktivitäten auf den hinteren Lautsprechern kann "Small Town Folk" ebenso wenig verbuchen wie einen überdurchschnittlichen Klang. Zumindest aber bleiben die Rears nicht stumm, sondern sind mit leisen Extraeinspielungen beschäftigt. Etwas Fülle verspricht zudem der omnipräsente, orchestrale Score. Besser als der englische O-Ton ist die deutsche Version aber weder wegen der Synchro noch des Klanges wegen. Besonders Spaß macht "Small Town Folk" dank der außergewöhnlichen Originalsprecher, die ihren deutschen Kollegen einiges an irren Gekicher und übertriebener Intonation voraus haben - und genau das macht den Film auch ein wenig aus. Die deutsche Synchro überdeckt auch ein wenig das Klangbild und ist von der Sprecherauswahl ordentlicher Durchschnitt. Mehr hatte ich da kaum erwartet. Glücklicherweise kann man frei wählen, weil deutsche Untertitel angewählt werden können.
 +++/--

Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Making Of (26:42 Min.)
  • Trailer dt./engl. (1:31 Min.)
  • Musikvideo "Rollin' And Tumblin'" (4:41 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Crazy Eights (1:38 Min.)
    • Murder Party (1:26 Min.)
    • The Birthday (3:56 Min.)
    • Bone Dry (1:25 Min.)
    • Five Across The Eyes (1:44 Min.)
    • Forest Of The Damned (2:04 Min.)
    • Headhunter (2:12 Min.)
    • House Of Usher (1:55 Min.)
    • Katie Bird (2:30 Min.)
    • Killerkiller (0:46 Min.)
    • Lycan (1:54 Min.)
    • The Rockville Slayer (1:00 Min.)
    • The Stink Of Flesh (1:45 Min.)
VerpackungKeepCase
 Das Bonusmaterial ist wirklich sehenswert, vor allem das Making Of, in dem man erzählt bekommt, wie die Geschichte von den Kurzfilmen zum abendfüllenden Film reifte. Die wichtigsten Darsteller, die meist noch andere Aufgaben mit übernahmen, sprechen über die Dreharbeiten, welche meist vor Green Screen-Wänden stattfanden, um später die phantastischen Hintergründe einfügen zu können. Von den Dreharbeiten bekommt man eine Menge zu sehen, von den Machern auch und zum Schluss gibt's ein wenig Textinformationen vor Fotos. Leider gibt es einen entscheidenden Haken an der Sache: Die deutschen Untertitel fehlen und man muss sich ohnehin anstrengen, um das gesprochene Englisch zu verstehen. Das verdirbt auch den Spaß am vergnüglichen Audiokommentar, bei dem der harte Kern des Teams (Peter Stanley-Ward, Natalie Conway, Chris R. Wright, Simon Stanley-Ward, Chris Musselwhite) sich eingefunden hat, um die 3jährige Drehzeit Revue passieren zu lassen. Zumindest beim Musikvideo sollte es dafür keine Verständnisprobleme geben. Die Gruppe, die sich schon im Making Of kurz angekündigt hatte, kennt man übrigens bereits teilweise als Darsteller des Filmes. Wer sich noch über weitere Atomik-Films-Veröffentlichungen informieren möchte, hat mit den 13 Trailern dieser DVD die beste Möglichkeit dazu.
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Fazit
Ich war echt gespannt, ob die Bilder auf Vorder- und Rückseite der Hülle wirklich dem entsprechen, was man im Film sieht, oder ob es wieder nur herausgeputzte Promo-Shots sein sollten. In diesem Fall nicht, denn der britische "Small Town Folk" kann wirklich jene märchenhafte, polierte Stilistik auffahren und erinnert optisch oftmals an den australischen Überraschungserfolg Interner Link"Undead". Gemeinsam ist beiden das geringe Budget, das für "Small Town Folk" noch um ein Vielfaches geringer lag, der hervorragende Einsatz eines fast magischen Scores, seine Ausgangssituation und die Liebe zum Detail, die in jedem Bild steckt. Peter Stanley-Wards Hinterwäldler-Fantasy-Action ist eben nicht nur eine Zusammensetzung jener drei Anteile, sondern distanziert sich bereits bei der Figurenwahl deutlich vom fast schon wieder überlaufenen Genre, denn statt Hillbillies gibt es europäische Waldkobolde. Die Einheimischen machen mit ihrem verdreckte Vagabunden-Outfit ganz und gar keinen vertrauenserweckenden Eindruck, aber es ist ja auch nicht so, dass das Urlauberpärchen, das sich irgendwo im Hinterland verrirt hat und nun Rast macht, das Abenteuer meiden würden.
Auffällig bei der handvoll Dorfbewohner von Grockleton, die Fremde seltsamerweise als "Grockles" bezeichnen, ist die charismatische Ausarbeitung, die jeden der Schergen interessant, manchmal amüsant, immer aber gefährlich macht. Zu oft wird versucht, in diesem Genre besondere Gegner zu erschaffen - zu oft scheitert man. Das soll hier anders sein, denn es macht einfach Spaß, der Brut bei ihrer Jagd zuzuschauen, vor allem, da nicht alle so degeniert sind, wie es aussieht. Außerdem wird der Zuschauer mit Leichtigkeit in diesen leicht anachronistischen Kosmos gezogen, in dem die Schurken sich aufführen wie spätmittelalterliche Wegelagerer.
Gerade das lässt sich in jeder Menge sehenswerter Aufnahmen auswerten, die der Film auch zuhauf besitzt; es ist fast so, als ob jede Szene einen Schnappschuss wert ist. Negativ auffällig dabei ist, dass einige Abläufe einfach zu träge sind, weil der Regisseur sein Werk vermutlich etwas zu selbstverliebt betrachtet. Witz und Spritzigkeit, die z.B. Interner Link"Undead" zuhauf besaß, gehen dadurch etwas verloren. Das ist schade, denn wäre die Geschichte etwas gezielter und mit besser Erzählrhythmus vorgetragen, könnte man an dieser Stelle vermutlich von etwas wirklich Außergewöhnlichem schreiben. So ist zumindest das Design und die Tatsache lobenswert, dass der Film nach wesentlich mehr Geld aussieht, als er letztlich gekostet hat. Ob das für jeden reicht, sich rund 80 Minuten unterhalten zu fühlen, sollte im Einzelfall und für sich entschieden werden. Einen Versuch ist es wert!



Bilder der DVD




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NewsBritische Hillbillies in "Small Town Folk"
Atomik Films bringt "Small Town Folk"
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