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DZ, BE, FR, MA 2006
Originaltitel:Indigènes
Alternativtitel:Days of Glory
Länge:118:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Rachid Bouchareb
Buch:Rachid Bouchareb, Olivier Lorelle
Kamera:Patrick Blossier
Musik:Armand Amar, Cheb Khaled
SFX:L'Etude et la Supervision des Trucages, Les Versaillais
Darsteller:Jamel Debbouze, Samy Naceri, Roschdy Zem, Sami Bouajila, Bernard Blancan, Mathieu Simonet, Assaad Bouab, Benoît Giros, Mélanie Laurent, Antoine Chappey, Aurélie Eltvedt, Thomas Langmann, Dioucounda Koma, Philippe Beglia, Momo Debbouze, Abdelkim Bouchareb, Abdelhamid Idjaini
Vertrieb:Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:23.10.2008 (Kauf)



Inhalt
1943. In Europa tobt der 2. Weltkrieg. Vier junge Algerier ziehen in den Krieg um Frankreich von der Besatzung durch die Nazis zu befreien. Zusammen mit über 200.000 Kolonial-Truppen riskieren sie ihr Leben für ein Land, das sie nie gesehen haben. Die epische Reise führt Messaoud, Said, Abdelkader und Yassir von Afrika nach Italien, wo sie in den verlustreichen Schlachten von Monte Cassino ihre Feuerprobe bestehen müssen. Im Rahmen der Operation Dragoon landen sie anschließend in der Provence und befreien Marseille. Doch in den eigenen Reihen werden sie immer wieder diskriminiert und gedemütigt. Und so kämpfen die vergessenen Helden nicht nur für ein freies Europa, sondern auch für die eigene Anerkennung, Gleichbehandlung und Respekt. Im Elsass kommt es zum finalen Gefecht mit der Wehrmacht.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Es ist interessant mit anzusehen, wie sich die Optik im Verlaufe des Filmes ändert, sich langsam von den erst bräunlichen Tönen in den warmen Gegenden auf die immer kälter werdende Atmosphäre Richtung deutscher Front einstellt, ohne dass der Zuschauer merkliche Sprünge feststellt. Dabei wird natürlich immer Wert auf den Kriegsfilm typischen Stil mit dreckigen Farben gelegt. Die Schärfe ist in den meisten Szenen ordentlich, in einigen minimal schwächer. Eine gewisse Weichzeichnung verheimlicht der Film nie, was dem Werk aber eher gut als schlecht tut, schließlich werden die Details dadurch nicht sichtlich angegriffen. Rauschen oder Kompressionsprobleme werden nicht ersichtlich. Dafür muss man beim Kontrast ein paar leichte Abstriche machen, denn nicht immer gelingt es, den Schwarzwert satt zu halten und Details auch in düsteren Szenen aufzubereiten. Das nagt etwas am sonst guten bis sehr guten Eindruck, aber längst nicht so sehr, dass man es groß anprangern müsste.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Französisch
UntertitelDeutsch
 Wie sich ein Kriegsfilm anzuhören hat, das verstehen die Toningenieure von "Tage des Ruhms". Deswegen werden bei den Schlachten auch alle Register gezogen, denn der Bass wummert, die Höhen durchschneiden das Getümmel mit scharfen Salven und die Nutzung der hinteren Lautsprecher lässt kaum Wünsche offen. Klanglich und auch bezogen auf die Effektauswirkungen wird man dort rundum bestens versorgt. Nur ist "Tage des Ruhms" die meiste Zeit ein eher ruhiger Film, der sich oftmals abseits des Kriegsgetümmels abspielt. Die Geräuschkulisse wird dann natürlich etwas zurückhaltender, konzentriert sich auf Dialoge, sachte Hintergrundgeräusche und einen ausgewogenen Klang. Für die französische Version gilt im Grunde das Gleiche. Leider gibt es keinen DTS-Ton, dafür deutsche Untertitel.
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Extras
Extras
DVD 1:
  • Trailer:
    • Three Burials (1:53 Min.)
    • A Little Trip To Heaven (2:04 Min.)
    • Da Ali G Show - Borat Edition (3:47 Min.)
    • Footsoldier (1:41 Min.)
    • Boarding Gate (1:43 Min.)
    • Das letzte U-Boot (0:36 Min.)
DVD 2:
  • Making Of (24:29 Min.)
  • Dokumentation (63:28 Min.)
  • Interview (48:55 Min.)
  • Trailer (1:51 Min.)
VerpackungMetalpak
 Die erste DVD ist komplett für den Film und ein paar Trailer reserviert. Auf der zweiten DVD erwarten den Zuschauer dann die eigentlichen Extras, die nicht nur durch ihre Laufzeit, sondern vor allem durch ihre Tiefgründigkeit überzeugen. Bereits das Making Of ist erfreulicherweise nicht mit Filmszenen vollgestopft, sondern wirklich mit deren Entstehung. Dabei wird erklärt, welche Bedeutung der Film für viele der Darsteller besitzt, die im Einzelfall sogar dazu übergingen, den Film mit zu produzieren, um ihn zu verbessern. Besonders wird auf die Vorbereitung auf den Film eingegangen, z.B. die Suche nach Veteranen und wahren Begebenheiten. Die Set-Szenen und Interviews mit Darstellern und Regisseur sind natürlich deutsch untertitelt. Etwas näher an die Hintergründe zum Film gelangt die einstündige Dokumentation, die sich als militärische Geschichtsstunde sieht. Darüber hinaus zeigt sie das soziale Umfeld noch lebender Veteranen und weist eindringlich darauf hin, welche Folgen der Krieg für die ausgesiedelten Nordafrikaner auch 60 Jahre nach dem Krieg noch hat. Damit lässt sich das löbliche Ansinnen des Hauptfilmes noch einmal unterstreichen, denn die Dokumentation ist durchaus würdig, z.B. auch im Fernsehen gesendet zu werden. Einen knapp 50minütigen Kursus in Politik- und Militärgeschichte gibt zuletzt Dr. Martin Rink in einem eigens für die DVD produzierten, deutschsprachigen Extra. Zwar ist die Aufbereitung mit durchgängigem Interview und wenigen, gut gewählten Exemplarszenen relativ einfach, aber sehr interessant. Gerade, wer sich etwas mehr für die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs interessiert, wird hier gespannt zuschauen und -hören wollen. Mit dem Trailer wird das Menu dieser "Premium Edition" abgeschlossen, das im Vergleich zu anderen DVDs, die einen ähnlichen Namen tragen, wirklich jene Bezeichnung verdient hat - das Bonusmaterial stimmt in Sachen Umfang und erschöpft sich nicht in Oberflächlichkeiten, sondern ist bemüht, die Filmthematik detailliert aufzuarbeiten.
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Fazit
Wenn ein Film den zweiten Weltkrieg thematisiert, dabei aber fast nebenläufig den Konflikt Allierte gegen Deutsche anspricht, und trotzdem fast 2 Stunden unterhaltsam füllt, dann muss er etwas besonderes sein. "Tage des Ruhms" arbeitet die Einbeziehung fremder Völker in die Armeen der Allierten auf - wie es bereits Interner Link"Windtalker" tat, der aber (dank Hollywood) ziemlich schwach ausfiel. Hierbei geht es um die Aufstockung der französischen Armee mit Truppenverbänden aus Afrika (im Blickpunkt: algerische und marokkanische Staatsbürger), die an Seiten der Franzosen in Europa kämpften, sich aber Diskriminierung und ungleicher Behandlung ausgesetzt sahen.
Man verfolgt also den Kriegsverlauf an verschiedenen Fronten aus Sicht einer Gruppe Freiwilliger, die sich von Italien bis zur deutschen Front kurz vor Ende des Krieges unter der Leitung französischer Offiziere durchkämpft. Natürlich benötigt es erst eine verlustreiche Schlacht, um das Dutzend Personen herauszusieben, das später näher charakterisiert werden soll. Schnell stellt der Film heraus, dass den Kämpfern vor allem die nicht zugestandene Anerkennung die Motivation annagt. Während einige ihr Schicksal hinnehmen (Saïd freundet sich mit dem Befehlshabenden an, wird aber dafür von seinen Kameraden verspottet), sehen es andere als Chance an, den Wünschen ihres Volkes dank Kriegsruhm Gehör zu verschaffen (Abdelkader plant Karriere zu machen, stellt sich dann aber gegen das Militär). "Tage des Ruhms" ist deswegen so interessant, weil die Charaktere unterschiedlicher nicht sein könnten und durchweg glaubhaft gezeichnet sind. Pathosszenen werden nicht überstrapaziert, auf fesselnde Kämpfe muss man nicht verzichten (auch wenn erst der Endkampf an der Brücke wirklich gut erdacht und übersichtlich ist) und der Versuch, das Leid seiner Protagonisten zu schildern, wird auch wirklich erreicht. "Tage des Ruhms" ist also ein durch und durch interessanter, europäischer Kriegsfilm, in dem nicht das Kriegsgeschehen, sondern die Soldaten, ihre Herkunft und ihre Wünsche die Hauptrolle spielen und der diese dunkle, trostlose Zeit von einer mir bisher unbekannten Seite beleuchtet.

Auch von der deutschen DVD kann man nur Gutes berichten. Natürlich sollte man die Doppel-DVD der Einzel-DVD vorziehen, denn letztere besitzt nichts von dem tollen Bonusmaterial, das diese Veröffentlichung so interessant macht.



Bilder der DVD




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