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ESP 2007
Originaltitel:[Rec]
Länge:75:13 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Jaume Balagueró, Paco Plaza
Buch:Jaume Balagueró, Luis Berdejo, Paco Plaza
Kamera:Pablo Rosso
SFX:Enric Masip
Darsteller:Manuela Velasco, Vicente Gil, Pablo Rosso, Ferran Terraza, Claudia Font, Manuel Bronchud, Martha Carbonell, María Teresa Ortega, Carlos Vicente, David Vert, Jorge Serrano
Vertrieb:3L / e-m-s / Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:05.11.2008 (Verleih) / 20.11.2008 (Kauf)



Inhalt
Ein Routinejob, so scheint es ... Fernsehmoderatorin Angela Vidal und ihr Kameramann Pablo wollen eigentlich nur eine Nacht lang den Alltag der Männer einer Feuerwache dokumentieren. So denken sie sich nichts weiter, als die Feuerwehrmänner zu einem Routine-Einsatz in ein altes Mietshaus gerufen werden, wo sie der Polizei die Tür zu einer Wohnung öffnen sollen. Doch dann werden sie dort von einer blutverschmierten Frau angegriffen, ein Polizist wird schwer verletzt. Flucht ist nicht mehr möglich, denn mittlerweile hat die Polizei das Gebäude unter Quarantäne gestellt und weiträumig abgesperrt. Fernsehteam, Beamte, Feuerwehrmänner und Mieter sind gefangen in dem Haus. Dann bricht die Hölle los ...!

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Im Vergleich zur Blu-Ray-Auswertung kann die DVD-Veröffentlichung von "[Rec]" im bildtechnischen Bereich nicht ganz mithalten, was letztendlich auch nicht anders zu erwarten war. Dennoch darf man mit dem Transfer wirklich zufrieden sein, auch unter dem Gesichtspunkt, dass der Film nur mit HD-Handkameras gedreht wurde, um eine Dokumentation vorzugaukeln. Dies ist auch der Grund, warum die Bildqualität nur schwer zu beurteilen ist, denn vieles ist von den Regisseuren gewollt, um das Filmszenario realistisch wiederzugeben. Das Bild ist ständig in Bewegung und wackelt an allen Ecken und Kanten, was für Zuschauer mit Kinetose eine echte Herausforderung darstellt. Und hier machen sich auch die Vorzüge der Blu-Ray bemerkbar, denn während diese lediglich gewollte Bewegungsunschärfen aufweist, sind beim DVD-Transfer deutliche Schwankungen innerhalb der Gesamtschärfe wahrzunehmen, wodurch das Bild noch unruhiger erscheint. Aufgrund der Ausleuchtung hat der Kontrast ebenfalls seine Macken und sorgt dafür, dass Detailbereiche in dunklen Szenen verschluckt und in hellen Szenen überstrahlt werden, was sich letztendlich auch auf dem ansonsten guten Schwarzwert widerspiegelt. Die Farbgebung ist etwas reduziert und aufgrund des Stils nicht immer als natürlich zu bezeichnen. Auch ist ein kontinuierliches Rauschen vorhanden und in einigen wenigen Szenen ist eine Dopplung von Konturen bemerkbar. Dennoch darf die Kantenschärfe ansonsten als vorbildlich bezeichnet werden. Was sich nun auf den ersten Blick wie eine Mängelliste liest, ist im Kontext des Films als sehr gelungen, denn gerade diese negativen Aspekte sorgen für ein authentisches Bild. Wobei dennoch etwas Kritik angebracht wäre, denn die Kompression sorgt für eine geringe Artefaktbildung, die im Vergleich zur Blu-Ray nicht vorzufinden ist. Doch auch dieser Punkt lässt sich relativ schnell aus der Welt schaffen, schließlich wirkt der Transfer der DVD mit seinen Macken deutlich realistischer, auch wenn dies zulasten der Bewertungspunkte geht.
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Ton
FormateDTS 5.1 (Deu), Dolby Digital 5.1 (Deu, Span)
SpracheDeutsch, Spanisch
UntertitelDeutsch
 Die deutsche Synchronfassung ist in DTS 5.1 und Dolby Digital 5.1 verfügbar. Letztere Tonvariante gilt auch für den ebenfalls vorhandenen spanischen Originalton. Zwischen den deutschen Tonspuren gibt es nur marginale Unterschiede. Lediglich die etwas kräftigere Abmischung sticht bei DTS heraus. Aufgrund der Thematik des Films ist keine der vorhandenen Tonspuren als spektakulär zu bezeichnen, dafür wird einfach zu wenig geboten. Beim direkten Vergleich fällt auf, dass die spanische Tonspur weiträumiger klingt, was wiederum auch der Natürlichkeit zugute kommt. Besonders der realistische Hall der Stimmen, der beispielsweise im Hausflur zu vernehmen ist und über die Effektlautsprecher wandert, wird in der deutschen Synchronfassung vermisst. Diese klingt deutlich steriler und lässt lediglich Studioatmosphäre aufkommen. Hauptsächlich wird der Frontbereich bedient, was auch daran liegt, dass Umgebungsgeräusche Mangelware sind und ein Score überhaupt nicht vorhanden ist. Wenn die wenigen, aber gut platzierten Effekte jedoch zum Tragen kommen, unterstützen sie die bedrückende Atmosphäre sehr gut, was sich auch in dem Einsatz des Subwoofers widerspiegelt, der besonders in der deutschen DTS-Spur zur Geltung kommt. Die Dialoge sind in allen drei Tonspuren sehr gut zu verstehen und können selbst in den deutschen Sprachfassungen trotz des Authentizitätsdefizits völlig mit dem restlichen Klangbild überzeugen. Optional stehen noch deutsche Untertitel zur Verfügung.
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Extras
Extras
  • Making Of (18:29 Min.)
  • Deutscher Trailer (1:53 Min.)
  • Originaltrailer (1:43 Min.)
  • TV-Spots (0:34 Min.)
  • Bildergalerie (34 Bilder / 3:19 Min.)
  • Trailer:
    • Chocolate (2:46 Min.)
    • The Machinist (0:56 Min.)
    • KM 31 (1:50 Min.)
    • The Abandoned (2:24 Min.)
  • Paintball Exclusive Premiere:
    • Original Trailer (2:45 Min.)
  • PS2 Werbespots der Regisseure:
    • Battlefield (1:10 Min.)
    • Navy Seals (1:03 Min.)
    • Shadow (1:34 Min.)
VerpackungKeepCase
 Im Gegensatz zum wirklich guten Film, muss man im Bereich des Bonusmaterials Abstriche hinnehmen. Besonders das mit deutschen Untertiteln versehene Making of bleibt hinter den Erwartungen zurück und entpuppt sich lediglich als PR-Informationspalette ohne einen echten Einblick in die Produktion zu verschaffen. Zudem gibt es neben dem spanischen Originaltrailer, dem deutschen Kinotrailer und zwei TV-Spots noch eine Bildergalerie sowie eine obligatorische Trailershow des Anbieters. Als weiteren Bonus hat man noch drei PS2-Werbespots auf die DVD gepackt, welche die Regisseure drehten und auch deutlich deren Handschrift tragen.
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Fazit
Die kleine, aber viele Liebhaber von scheinbarer Authentizität besitzende Untergattung des semidokumentarischen Handkamerahorrorkinos, hat mit dem spanischen Film "[Rec]" einen neuen Liebling gewonnen, soviel ist nach diversen Festivalerfolgen schon klar. Die unruhige Handkamera wirkt im modernen Terrorkino natürlich am besten, weswegen sie auch oft in den Mittelpunkt gesetzt wird, wenn die Filmfiguren einer Extremsituation ausgesetzt werden, wie der mysteriösen Verlorenheit in Interner Link"Blair Witch Project" oder dem Riesenmonster in Interner Link"Cloverfield". Während jedoch Interner Link"Blair Witch Project" die Isolierung und den Verfall der Charaktere über einen tagelangen Zeitraum mitdokumentierte und Interner Link"Cloverfield" dem Thema Monsterkino mit einer neuen Perspektive (die des unbeteiligten Teilnehmers neben dem Geschehen) neue Seiten abgewann, konzentrieren sich Paco Plaza und der iberische Gruselregiestar Jaume Balaguero in ihrem Werk auf Komprimation.

Ein Kamerateam, das eine Nacht auf einer Feuerwehrwache filmt, beteiligt sich an einem Einsatz in einem beliebigen Mehrparteienwohnhaus, in dem offenbar eine Krankheit mehrere Bewohner in tollwütige, reißende Monstren verwandelt, während draußen die Behörden das Gebäude sicherheitshalber komplett isolieren. Ohne ausreichende Informationen und ohne ordnende Hand gerät die Lage relativ schnell außer Kontrolle.

Die Story analysiert oder debattiert nicht wesentlich über Rangfolgen oder die Sinnhaftigkeit von Kontrolle oder Autorität in einer Extremsituation, sondern lässt den Hund relativ schnell von der Leine, so dass der Zuschauer spätestens nach einer halben Stunde (die letzte Ruhephase vor dem großen Ausbruch) wie die Insassen einfach nur noch wie eine Flipperkugel von den Ereignissen mitgerissen werden. Die Situation verschärft sich, man reagiert anstatt zu agieren und das Chaos beginnt mittels zahlreicher begangener Fehler auszuarten. Natürlich ist es diskutabel, ob dennoch alles Dargestellte wirklich so natürlich rüberkommt, denn in mindestens zwei Situationen verhalten sich die Insassen mehr als unvorsichtig und überschreiten die Grenze zum Dämlichen, lassen dem Publikum aber keine Zeit, sich darüber aufzuregen. Gleichzeitig fehlt jede Form der Außensicht, da es sich ja um ein fiktives Band handelt, das, möglicherweise, später in dem Gebäude gefunden wurde. So gibt es auch nur rudimentär eine Dramaturgie des Entkommens, das Individuum ist nicht mehr Herr seiner Entscheidungen und der Weg aller Überlebenden führt stets in die entgegengesetzte Richtung des Geplanten. Maximal eine finale Erklärung für den Ausbruch der "Krankheit" liefert "[REC]" in den finalen zehn Minuten, aber das ist mehr ein netter Dienst am Zuschauer, der wenigstens abschließend einen gewissen Anker braucht.
Plaza und Balaguero inszenieren das sehr dicht, schnell und geschickt, halten das Kameragewirbel einigermaßen im Zaum und garnieren den Film mit einigen gorigen Details, ohne sie maximal in den Fokus der Kamera halten zu müssen. Die Schreie der Infizierten, ihre monströsen Attacken wirken wie eine extreme Variante des postmodernen Zombiefilms und lediglich rohe Gewalt in höchster Lebensgefahr bietet da einen Ansatzpunkt für das Überleben. Dazu gibt es (natürlich) keinen Score, keine Untermalung und der Schnitt konzentriert sich geschickt auf das Wesentliche, wobei einige Sequenzen auch mit abgestellter Kamera rein akustisch zu verfolgen sind. Woran es mangelt, sind Identifikationsfiguren, doch auch das scheint beabsichtigt, wenn es auch für das Publikum nicht leicht ist, der etwas nervigen Sensationsjournalistin und ihrem Genehmigungs-Rechtfertigungs-Gerede die ganze Zeit zu folgen.
Mit gerade mal 70,5 Minuten Nettospielzeit wird also die Möglichkeit der Intensität vollends ausgepowert, doch der Rausch setzt lediglich Adrenalin frei, erfindet inhaltlich nichts neu. Dennoch für den Horrorafficionado ein mehr als angenehmer Zeitvertreib, der optisch und erzählerisch Abwechslung vom Genre-Einerlei bietet. Zum Zusammenzucken sehr gut geeignet!

Technisch gibt es bei der DVD in Anbetracht des Films nicht wirklich etwas zu bemängeln bzw. kann man die vorhandenen Mängel meist als gewollte Stilmittel der Regisseure interpretieren, da diese dem Flair des Films nur zugute kommen. Einzig das Bonusmaterial ist nur bedingt zu empfehlen, denn schaut man in Richtung Spanien kann man schon etwas neidisch werden, da dort eine fette Special Edition auf 2 DVDs erhältlich ist. Was nicht heißen soll, dass solch eine Version nicht auch mal in Deutschland erhältlich werden könnte. Bleibt nur die Frage, ob sich der Kunde dann nochmals zu einem Kauf hinreißen lässt. Trotzdem, den Film sollte man gesehen haben!



Bilder der DVD




Druckbare Version
[Rec]
Quarantäne 2: Terminal
[REC]²
[REC]³ Génesis
News[Rec] - ab November auf DVD
3L sichert sich die Rechte an [REC]
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