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ESP 1996
Originaltitel:Burrp
Länge:32:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Sergio Blasco
Buch:Sergio Blasco
Kamera:Sergio Blasco
Musik:Isaac Martinez, Discorde
SFX:Sergio Blasco, Ma Paz Alba
Darsteller:Eusebio Garcia, Conchi Reyes, Toni Duarte, Joan Garcia, Ma Paz Alba, Juan Jose Casado, Serafin, Manolo Miralles, Jose Lorenzo, Victor Miralles, Manolo Vivo, Javier Cuellar, Angelita Garcia, Rosa Bioque, Miguel Costabella
Vertrieb:Shock DVD Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:28.11.2008 (Kauf)



Inhalt
Die gesamte Zivilisation droht in einem blutigen Chaos zu versinken. Krankheitserreger, die durch Umweltverschmutzung und das Ozonloch in Obst und Gemüse vorkommen, verbreiten sich rasend schnell. Die Infizierten geraten in einen Blutrausch ungeahnten Ausmaßes und töten und fressen alle Menschen um sich herum. Kann der Weltuntergang noch aufgehalten werden?

Bild
Format1,45:1 (Vollbild)
NormPAL
 Bildtechnisch darf man bei "Burrp" nicht viel erwarten, da als Master lediglich eine Videokassette diente, die zwar die Zeit gut überdauerte, aber mit heutigen Maßstäben nicht verglichen werden kann. Wenn man "Burrp" nicht unbedingt auf eine große Leinwand projiziert, kann man sich in Anbetracht eines seltenen Amateurfilms aus dem Videozeitalter mit der gebotenen Qualität anfreunden. Gerade da auf Video gedreht wurde, fällt es schwer die Bildqualität zu bewerten. Man darf aber behaupten, dass Shock DVD Entertainment bei der Digitalisierung das Beste aus dem Bild herausgeholt hat. Probleme treten bereits durch eine fehlende Ausleuchtung auf, unter der auch der Kontrast deutlich zu leiden hat. Viele Szenen neigen zu starken Überstrahlungen oder lassen in dunklen Szenen kaum Details aufkommen, wodurch zwar schlechte Effekte gut kaschiert werden, aber nur ungenügende Bildinformationen geboten werden. Bildrauschen ist in erhöhtem Ausmaß vorhanden und auch die Kompression sorgt für eine deutliche Blockbildung in einigen Szenen. Auch die Schärfe kann nicht überzeugen, da kaum Detailschärfe vorhanden ist und das Bild so sehr matschig aussieht. Aber wie schon zu Anfang gesagt ist das Endergebnis für eine Amateurfilmproduktion durchaus als legitim zu bezeichnen.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Stereo)
SpracheDeutsch, Spanisch
Untertitel-
 Wäre lediglich der spanische Ton auf der DVD vorzufinden, käme die Bewertung sicherlich nicht auf drei Punkte, da der Originalton am Set aufgenommen wurde und bedingt durch Nebengeräusche nicht immer optimal zu verstehen ist. Da auch keine Untertitel vorhanden sind, ist diese Tonspur lediglich eine nette Dreingabe, kann aber zumindest für Menschen mit entsprechenden Kenntnissen eine Bereicherung darstellen. Innerhalb der Dialoge kommt es gelegentlich zu kleineren Verzerrungen, wobei die Musik, wenn man dies bei Grindcore behaupten kann, meist klar innerhalb der Stereofront wiedergegeben wird. Abhilfe gibt es aber durch die deutsche Synchronisation, die entgegen der Musik etwas den Vordergrund dominiert, wodurch schließlich keine Überlagerungen innerhalb der Dialoge entstehen und diese auch sauber und klar wiedergegeben werden. Für eine Amateurproduktion hat man seitens des Anbieters eine ordentliche deutsche Synchronisation erstellt, mit der man in dieser Form nicht unbedingt gerechnet hätte. Wie auch der Originalton liegt die Synchronisation in Stereo vor.
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Extras
Extras
  • Making of Burrp (5:56 Min.)
  • Interview mit Sergio Blasco (6:58 Min.)
  • Musikvideo (1:48 Min.)
  • Trailershow:
    • Belcebu (1:40 Min.)
    • Litio (1:12 Min.)
    • Mas Carnaza (1:06 Min.)
  • 4 Collector Cards
VerpackungKeepCase im Schuber
 Das Bonusmaterial ist nur bedingt zu empfehlen, da keine deutschen Untertitel vorhanden sind und man ohne Spanischkenntnisse auch keine Informationen erhält. Das Making of erklärt sich durch seine Bilder noch selbst, denn Filmszenen und ein kurzer Blick hinter die Kulissen benötigen keine Worte. Wesentlich informativer fällt das Interview mit Sergio Blasco aus, welches während den Dreharbeiten zu seinem neuesten Film Interner Link"Belcebu" entstand, aber keinen direkten Bezug auf seinen Debütfilm nimmt. Zumindest gibt es eingebrannte englische Untertitel. Ein kurzes Grindcore-Musikvideo mit blutigen Filmszenen und die Trailer zu drei weiteren Filmen von Sergio Blasco runden das Bonusmaterial ab. Wie bei Shock DVD Entertainment üblich befinden sich auch noch vier Sammelkarten im KeepCase, welche diesmal aber nicht besonders spektakulär ausgefallen sind und lediglich diverse Artworks enthalten.
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Fazit
Sergio Blasco ist die spanische Antwort auf Olaf Ittenbach und Andreas Bethmann. Sein Debütfilm "Burrp" stellt einen der gesuchtesten Amateurfilme dar, da bis auf eine spanische Videokassette keine Auswertungen stattfanden. Abhilfe schafft nun Shock DVD Entertainment, die einige Titel aus Blascos Rechtestock lizensieren konnten und "Burrp" als erste Veröffentlichung auserkoren haben. Auf dem ersten Blick ist "Burrp" sicherlich nur ein weiterer Amateurfilm, der mit viel Blut und Gewalt auf sich aufmerksam machen möchte, wobei Blascos Werk auch gar nicht mehr sein möchte. Das Besondere an diesem Film liegt in seinem Herstellungsland, denn aus Spanien war man bis dato aus diesem Bereich nichts gewohnt, lediglich die spanische Interner Link"Texas Chainsaw Massacre"-Huldigung "La Matanza caníbal de los garrulos lisérgicos" schlug in eine ähnliche Kerbe. Aber "Burrp" lebt nicht nur von seinen Splatterszenen, sondern auch vom verschrobenen Humor und dem sozialkritischen Konzept, welches unterschwellig in den Film eingearbeitet wurde. Gerade innerhalb der ersten Minuten wird man als Zuschauer Zeuge echter Gewaltausbrüche, die aus Nachrichtenmaterial diverser TV-Anstalten stammen. Dazu scrollt ein Text über das Bild, mit dem auf die gegenwärtigen Zustände eingegangen wird, bevor diese Szene abblendet und auf eine junge Kommune auf dem spanischen Land umschwenkt. Bis auf kleine Nachbarschaftsstreitereien scheint die Welt dort völlig in Ordnung, bis eine der Frauen am Fluss das Opfer eines Übergriffs eines scheinbar verwirrten Mannes wird, der von merkwürdigen Geschwüren gezeichnet ist. Als dieser mit einem Beil ausholt, kann sie ausweichen, selbiges in ihren Besitz bekommen und letztendlich den Spieß umdrehen. Einmal quer durch das Gesicht gezogen und schließlich noch mit einer Pistole den Körper zersiebt, kann die Frau wieder zurück zu ihren Freunden gehen. Diese sind mit dem Inhalieren von Drogen beschäftigt und weisen ebenfalls die merkwürdigen Geschwüre auf. Scheinbar liegt irgendetwas in der Luft, das den Körper befällt und zu mordgierigen Bestien heranreifen lässt, denn auch innerhalb der Kommune beginnt man sich gegenseitig zu zerstückeln. Ausweidungen und anschließender Sex mit dem ausgehöhlten Körper scheinen mit einmal das Normalste der Welt zu sein. Ein Wanderer, der seinen Hund ausführt und durch diesen Spaziergang selbst zum scheißen animiert wird (Entschuldigung, aber es ist in der Tat so, denn warum sonst filmte Sergio Blasco in Nahaufnahme einen geöffneten Anus, dessen Schläuche sich entleeren in der Froschperspektive), findet die zerstückelten Leichen, was wiederum die Medien und das Militär herbeiruft. Nun gerät alles außer Kontrolle, denn weitere Infizierte mit eitrigen Geschwüren morden alles nieder, was ihnen in die Quere kommt. Der große Showdown wird schließlich in einem Krankenhaus zelebriert, bei dem jede mögliche Körperöffnung den roten Lebenssaft in rauen Mengen verspritzen darf.

Man muss Sergio Blasco schon etwas krankhafte Ideen unterstellen, doch ist das Ganze dennoch als Persiflage zu verstehen, die auf eine stellenweise wirklich komischen Art Slapstickelemente mit roher Gewalt verbindet. Sicherlich dient diese Gewalt lediglich dem Selbstzweck, doch ist sie dermaßen überspitzt dargestellt, dass es absichtlich lächerlich wirkt. Dennoch gibt es Szenen wie eine Penisamputation oder das Auseinanderreißen einer Frau von den Genitalien aufwärts bis zum Kopf, die einem das Lachen im Hals stecken lassen. Obwohl eine Vielzahl von blutigen Metzeleien vorhanden sind, bleiben besonders diese Szenen in Erinnerung. Über die recht kurze Laufzeit gesehen, ist die Story, für die sich Sergio Blasco ebenfalls verantwortlich zeigt, etwas wirr und verliert sich gegen Ende vollends in einem etwas sinnlos erscheinenden Blutbad, was aber bedingt durch die Laufzeit zu verschmerzen ist, denn Langeweile kann in dem unglaublichen Gemantsche dank einem gut vorgelegten Tempos nicht auf. Dafür ist "Burrp" einfach zu kompakt. Die Effekte selbst sind bis auf die angesprochenen Szenen meist sehr einfach gehalten und schnell zu durchschauen, lassen aber gerade aus diesen Gründen einen schön trashigen Charme aufkommen und das Herz eines jeden Gorefreaks höher schlagen. An Originalität mangelt es dem Debüt von Sergio Blasco nicht und so darf man sich auf eine Achterbahnfahrt aus Blut und Gewalt freuen, die gleichzeitig zum herzhaften Lachen einlädt. Schwachpunkt sind, wie bei den meisten Amateurfilmen, die Darsteller, wobei diese aufgrund ihrer Spielweise doch zum Niveau des Films passen. Die wenigen Dialoge, die dank Shock DVD Entertainment nun auch für nicht Spanisch sprechende Zuschauer verständlich werden, helfen zwar nicht den Wirren des Drehbuches zu entkommen, doch was will man mehr als endlich einen der gesuchtesten ausländischen Amateurfilme mit seinen Tabubrüchen einmal sehen zu können.



Bilder der DVD




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