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AT 2007
Originaltitel:Sophie
Alternativtitel:Plan C
aka. Vlado Priborsky's Sophie
Länge:20:19 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Vlado Priborsky
Buch:Vlado Priborsky
Kamera:Edgar Moor
Musik:Mario Koller, Edgar Moor, Michael Pelitz
SFX:Anja Ziegelwagner
Darsteller:Jasmin Devi, Manfred Sarközi, Mario L'Ross, Dominic Goebel, Flora Priborsky, Lucas Priborsky, Vlado Priborsky Sen., Emsch Schneider
Vertrieb:Illusions Unltd.
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:12.12.2008 (Kauf)



Inhalt
Sophie Lichtenstein (Jasmin Devi) ist gerade dabei sich von ihrem Mann Clemens (Mario L'Ross) scheiden zu lassen. Um die Sorgen wenigstens für ein paar Stunden vergessen zu können, beschließt sie einen Ausflug in die Natur zu machen. In den Wäldern angekommen, beginnt ihr schlimmster Alptraum ...

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Das in "Valentins Vision" gedrehte Bild (kleine Anspielung auf einen weiteren Kurzfilm des Regisseurs) sieht sehr professionell aus. Besonders die Anfangssequenz (die Protagonistin fährt mit ihrem Cabrio durch die blühenden Frühlingslandschaft) wartet mit sehr satten Farben und einer durchweg guten Schärfedarstellung auf. Für eine sehr gute Detailzeichnung reicht es nicht aus, "Sophie" ist aber schon über dem Durchschnitt einer Kleinproduktion - nicht zuletzt dank auflösungsfreudiger HD-Aufnahmen. Im späteren Verlauf, speziell im Wald, werden die Farben erst etwas erdiger, dann immer kälter, was einem dem Inhalt angepasster, verständlicher Filtereinsatz zu verdanken ist. Natürlich zeigt die anamorphe DVD keinen Schmutz, bei der Kompression ist auf einfarbigen Flächen (z.B. Himmel, aber auch Gesicht) etwas Blockrauschen erkennbar, das vielleicht am deutlichsten in der Schlussszene wird: Dort blendet ein Sonnenuntergang auf, dessen roter Farbübergang etwas abgestuft aussieht. Abgesehen von diesen geringen Makeln aber eine erfreuliche Qualität.
 ++++--

Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch
UntertitelDeutsch, Englisch
 Das einzige, was in diesem Bereich an einen Film mit geringem Budget erinnert, ist die Eingangsmusik, die besonders im Höhenbereich Probleme mit einer klaren Akustik hat, weil dort dezente Verzerrungen hörbar sind. Sonst erweist sich der Ton aber als sehr angenehm. Man wird keine Lautstärkeschwankungen wahrnehmen, keine undeutlichen Dialoge oder reißenden Tön. Später ist die Musik auch etwas klarer. Wie auch bei den Extras muss man keine Angst haben, dass die österreichische Mundart die Dialoge etwas schwierig für deutsche Ohren machen würde, denn die Aussprache ist nahezu perfekt. Trotzdem gibt es deutsche und englische Untertitel für den gesamten Film.
 +++/--

Extras
Extras
DVD
  • Audiokommentar
  • Vorgeschichte: Kurzfilm "Plan B" mit opt. Audiokommentar (12:16 Min.)
  • Pre-Production:
    • Drehortsuche (1:51 Min.)
    • Casting (8:11 Min.)
    • Teaserdreh (3:12 Min.)
    • Make Up-Test Teil 1 (2:18 Min.)
    • Make Up-Test Teil 2 (3:05 Min.)
  • Production:
    • Making Of (48:23 Min.)
    • Fotogalerie (11:12 Min.)
    • Outtakes (4:52 Min.)
  • Post-Production:
    • Vergleich Workprint - Final Cut (5:34 Min.)
    • Goofs (3:49 Min.)
    • Musik- und Sounddesign-Abmischung (3:24 Min.)
  • Interview mit Vlado Priborsky und Jasmin Devi (29:11 Min.)
  • Teaser (1:04 Min.)
  • Trailer (0:55 Min.)
  • DVD-Vorschau (0:19 Min.)
  • Kurzfilm "Fliegenjagd" (5:08 Min.)
  • Kurzfilm "Never" (3:53 Min.)
Soundtrack-CD
  • "Valentins Tag":
    • Edgar Moor - Opening Theme
    • Edgar Moor - Das Badezimmer/Traum
    • Edgar Moor - Die Vergiftung
    • Edgar Moor - Das Badezimmer/Realität
    • Edgar Moor - Der Brief
    • Edgar Moor - Straßenbegegnung
    • Edgar Moor - End Title
  • "Nirgendwo":
    • Michael Pelitz - End Title
    • Edgar Moor - Opening Theme
  • "Plan B":
    • Edgar Moor - Opening Theme
    • Edgar Moor - Die Auflösung
    • Edgar Moor - Die Auflösung Teil 2
    • Edgar Moor - Von Anfang an
    • Michael Pelitz, Mario Koller - Vierzig durch Drei
  • "Sophie":
    • Missing Link - Zero One
    • Edgar Moor - Am Stein
    • Michael Pelitz, Mario Koller, Michael Bauer - Vierzig durch Drei (Remixed)
    • Edgar Moor - Bukowski Theme
    • Michael Pelitz - The Skyline Crowd
    • Edgar Moor - Sprachlos
    • Missing Link - When We Leave
  • Previously Unreleased Bonus Tracks zu "Valentins Tag":
    • Edgar Moor - Das Badezimmer/Realität (Alternative Track)
    • Edgar Moor - Opening Theme (Test)
    • Edgar Moor - Straßenbegegnung (Alternative Track)
    • Edgar Moor - End Title (Alternative Track)
    • Edgar Moor - Valentin Rock
  • Previously Unreleased Bonus Tracks zu "Plan B":
    • Edgar Moor - Opening Theme (Alternative Track)
    • Edgar Moor - End Title (Alternative Track)
    • Edgar Moor - Von Anfang an (Alternative Track)
    • Edgar Moor - Opening Theme (Alternative Track Nr. 2)
  • Previously Unreleased Bonus Tracks zu "Sophie":
    • U-Turn - Glasshouse (Alternative Track)
    • Michael Pelitz - The Skyline Crowd (Alternative Track)
    • Mario Koller - Vierzig durch Drei (Instrumental Version)
VerpackungKeepCase im Schuber
 Kurzfilme leben als DVD-Auswertung immer auch vom Bonusmaterial und das ist hier reichlich vertreten. Das beginnt bei der Aufmachung, die sowohl bei der Gestaltung des KeepCase-Covers als auch beim Pappschuber eine gewisse Professionalität spüren lässt, was sich bis in die Menuführung fortsetzt.
Ein Audiokommentar zählt fast schon zu den Pflichtextras und wird hier vom Regisseur Vlado Priborsky und seinen beiden Hauptdarstellern Jasmin Devi und Manfred Sarközi eingesprochen - natürlich in lockerer Runde. Neben etwas Geschwätz werden elementare Dinge angesprochen, z.B. was zu beachten ist, wenn man nach einem nächtlichen Dreh den Wald wieder verlassen möchte, und eine andersartige Überlegung obendrauf, ob man sich im Himmel noch rasieren muss. Da es dem Team während des Kommentars vor allem um Spaß geht, fällt es ihnen auch leicht, die nicht immer offensichtlichen Filmfehler frei auszusprechen. Wer es genau wissen möchte, für den gibt's später unter "Goofs" eine genaue Auflistung aller bisher erkannten Filmfehler, die direkt vom Regisseur dokumentiert sind. Das Bonusmaterial wurde in die drei Produktionsphasen plus zusätzliche Sparte unterteilt und kommt in den meisten Fällen mit einem festen Audiokommentar aus. Begonnen wird mit der Drehortsuche, bei der der Regisseur die wesentlichen Drehorte abläuft. Beim "Casting" werden 5 Darstellerinnen, unter ihnen auch die letztlich (angekommene und) angenommene Darstellerin Jasmin Devi, gebeten, auf freiem Feld eine Szene nachzuspielen, bei der die Figur bereits "in der Falle" sitzt. Das Ergebnis sind unterschiedlich gut gespielte Auswüchse von Angst, Psychose und Verzweiflung, bei der sich die Darstellerinnen frei nach ihren Vorstellungen auf dem Feld herumwälzen dürfen. Das etwas ungewöhnliche Vorhaben, einen Teaser (also einen Vorab-Trailer) für den Kurzfilm zu drehen, wird ebenfalls dokumentiert. Priborsky erklärt, dass er das tat, um vor allem die Darstellerin auf ihre Rolle vorzubereiten und ein wenig die Produktionsumstände (damals noch mit anderem, im Making Of anonymisierten Kameramann) auszutesten. Zu Beginn verspricht er außerdem, gegen Ende dieses 3minütigen Berichts seine Lieblingsfilme zu nennen, was er aber leider erst ein paar Sekunden vor Ende beginnt, so dass vor Nennung des ersten Titels abgeschnitten wird; vermutlich abermals der typische Humor des Regisseurs - oder der Hinweis auf ein Easter Egg der DVD. Beim "Make Up-Test" wird der Darstellerin eine Testwunde zugefügt (natürlich mit Make Up!) und etwas mit der frischen HD-Kamera getestet.
Im Abschnitt "Produktion" wartet das maßgebliche Extra, nämlich das gut dreiviertelstündige Making Of, das die gesamte Crew während der Aufnahmen zeigt. Anders als im typischen Hollywood-Making Of sind keine fertigen Filmszenen enthalten, dafür umso mehr die Arbeit mit den Darstellern an den Sets. Hier wäre es schön gewesen, wäre der Audiokommentar optional, denn die Crew spricht gern mal direkt in die Behind-the-Scenes-Kamera, was man nun leider nicht hören kann. Wer bis zum Ende ausharrt, darf sich über ein paar Produktionsfakten freuen, die in Textform präsentiert werden. Die Fotogalerie enthält umfangreiches Material, das während oder vor dem Dreh geknippst wurde (von wem, sieht man im Making Of). Unterlegt wird die selbstlaufende Diashow von zwei Musikstücken, von denen das zweite deutlich übersteuert klingt. Unter den Outtakes kann man sich noch einige Patzer, lustige Aussetzer der Darsteller oder sonstige Drehpannen (z.B. warum der Kameramann auf einmal im Bild steht) anschauen. In der Nachproduktion gibt es die weniger befriedigenden Extras, zumindest hatte ich mir hier den Hauptanteil am Material erwartet. Die Musik- und Sound-Abmischung ist beispielsweise eine auf der Autobahn aufgenommene Kurzdoku zum Thema "Dolby Digital" und verlagert sich später ins Musik(heim)sutdio, wo gerade die Einpassung der Musikstücke vorgenommen wird. Der Vergleich zwischen Arbeitsfassung des Films und jener Version, die auf dieser DVD zu sehen ist, dürfte mindestens wegen dem alternativen Ende interessant sein, denn das ist wesentlich atmosphärischer als das Originalende, konnte leider aber wegen technischer Probleme nicht verwendet werden. Auch ließ das Budget einen interessanten CGI-Shot nicht zu. Längst nicht alles gesagt ist bis zum Interview, welches die österreicher Magazinkollegen DVD-Forum.At mit dem Regisseur und seiner Hauptdarstellerin erstellten. Florian Widegger entlockt dem Duo einige interessante Aussagen, von der ich die beste, die sich um die Thematisierung des Todes in Priborskys Filmen dreht, hier kurz zitieren möchte: "Theoretisch könnte es noch einen weiteren Film geben, weil es ist ja noch einer übrig geblieben. Ich hätte da eine Idee, wie ich ihn auch vernichten kann." Toll gesagt! Gegen Ende lässt er noch einen kurzen Einblick auf die geplante DVD zu (das Interview wurde natürlich vor Fertigstellung der DVD geführt), die seinen Ausführungen nach alles bisher Dagewesene im Kurzfilmbereich übertreffen soll. Ob die DVD zu "Sophie" nun wirklich das Nonplusultra ist, weiß ich nicht genau, aber zumindest spielt sie ganz vorn mit. Weiterhin gibt es den Trailer und den Teaser zum Film sowie zwei Kurzfilme: "Fliegenjagd" mit einer Spielzeit von 5 Minuten erfreut durch sein herrlich fiese Auflösung und die gut getrickste Fliege, die den Spieß in diesem Film mal umdrehen darf und eine "Menschenklatsche" erfindet. "Never" als Kurzfilm Nummer 2 fehlt zwar der komödiantische Anteil von "Fliegenjagd", aber auch bei ihm wird auf ein derbes Ende gesetzt, das nach nur 3 Minute mit dem Tod eingeleitet wird ... na, von wem wohl?
Das wichtigste Extra fehlt nun aber noch und von hier ab sollte man nur weiterlesen, wenn man "Sophie" schon kennt. Der Grund: "Plan B" ist quasi der Vorgänger zu "Sophie" und die beiden Filme nehmen in der Handlung, dem Thema (das Lebensende) als auch den Figuren miteinander Bezug auf. Ich hatte "Sophie" zuerst geschaut und empfand "Plan B" deswegen als wunderbare Erweiterung der Hintergrundgeschichte, die auf Sophies ex-Ehemann in spe eingeht, der Sophie im gleichnamigen Film ja später zur Hilfe eilen soll. Man könnte fast sagen, dass das Wissen um "Plan B" den Schlussgag von "Sophie" ein wenig abschwächt, weil die Geschichten beinahe parallel zueinander verlaufen. Wunderlich ist ein wenig, dass die Vorspannmusik von "Sophie", die hier im Abspann abgespielt wird, nun wesentlich sauberer klingt. Als Extra zum Extra gibt es einen Audiokommentar mit Regisseur Priborsky und den beiden Darstellern Manfred Sarközi und Mario L'Ross. Wer sich fragt, wie der Running Gag mit dem "abwesenden" Sprecher L'Ross entstand, der wird hier fündig. Das soll's aber längst noch nicht gewesen sein, denn eine Audio-CD mit dem kompletten Soundtrack der Priborsky-Filme heftet im KeepCase und enthält ganze 27 Titel, u.a. Remixes und alternative Versionen. Musikalisch bewegt sich das ganze zwischen klassischen Instrumentalstücken (Klavier) und rockigen Tracks.

Im Anschluss vier Screenshots aus "Plan B":


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Fazit
Mit "Sophie" ändert der unabhängige, österreicher Filmemacher Vlado Priborsky zwar nichts an der Tatsache, dass er dem Kurzfilme treu bleibt, bei den Produktionsumständen wagt er aber den Schritt nach vorn zu einer noch professionelleren Arbeitsumgebung. Deswegen hat sein 2007er Film kaum etwas gemein mit dem oftmals als Amateurhorror bezeichneten Genre. Bereits die Eingangssequenz beweist, dass mit viel Aufwand und Vorbereitung gearbeitet wurde, was sämtlichen Bildern einen hochwertigen Anstrich verleiht.
Viel mehr als die Inhaltsangabe sollte von der Geschichte vorab nicht verraten werden, denn wie bei Kurzfilmen üblich ist es der überraschende Schluss, der den Zuschauer nachhaltig beeindrucken soll. Zumindest eine Einordnung kann ich geben: "Sophie" folgt dem Kurzfilm "Plan B" nahtlos und beleuchtet eine weitere Figur genauer, die in "Plan B" nur am Rande Erwähnung fand: Clemens Frau Sophie, mit der er gerade in Scheidung lebt. Darüber hinaus kann man sich in den 20 Minuten aber auch unvorbereitet (sprich: ohne den Vorgänger gesehen zu haben) sehr gut unterhalten fühlen, denn "Sophie" ist trotz der Tatsache, dass es keine wilden Hinterwäldler, Zombies oder Psychopathen zu sehen gibt, ein packender, moderner Horrorstreifen, der in den Hauptrollen perfekt besetzt und sehr spannend inszeniert wurde. Es erwartet uns auch kein Interner Link"Saw"-RipOff oder dergleichen (die betreffende Szene findet ihren Ursprung übrigens viel früher, z.B. bei Interner Link"Mad Max"), sondern ein amibitioniertes Werk, das auf die psychologisch interessante Ausnahmesituation seiner Protagonistin baut und das ohne plakativen Effekteinsatz auf den Zuschauer übertragen kann.

Einzig schade find ich, dass "Sophie" die Abgeschlossenheit eines Kurzfilmes etwas vermissen lässt. Auch wenn viele Elemente sehr kompakt wiedergegeben werden, hat man doch stets das Gefühl, etwas in voller Filmlaufzeit vorgesetzt zu bekommen. Daraus resultiert nach nicht ganz 20 Minuten der Verdacht, "Sophie" wäre nur der Vorgeschmack auf ein wesentlich tiefer greifendes Horror-Abenteuer, das gerade erst begonnen hat. Trotzdem findet der Film ein sehr befriedigendes Ende.

"Sophie" als eigenständige DVD-Auswertung macht sowohl technisch durch gute Werte als auch beim umfangreichen Bonusmaterial Sinn. Grob geschätzt zweieinhalb Stunden Bonusmaterial sind enthalten plus Audiokommentare und Audio-CD. Das sollte zusätzlicher Kaufanreiz genug sein, um einen Blick auf dieses Werk zu riskieren, über dessen hohe Qualität sich die Filmpresse einig zu sein scheint.



Bilder der DVD




Druckbare Version
OFDb.de (Sophie)
OFDb.de (Plan B)



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