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IT 1974
Originaltitel:Squadra volante
Alternativtitel:Emergency Squad
aka. Einzelgänger, Der
aka. Gnadenlose Jagd, Die
Länge:90:55 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Stelvio Massi
Buch:Franco Barberi, Adriano Bolzoni, Stelvio Massi, Dardano Sacchetti
Kamera:Sergio Rubini
Musik:Stelvio Cipriani
SFX:Sergio Chiusi
Darsteller:Tomas Milian, Gastone Moschin, Ray Lovelock, Mario Carotenuto, Stefania Casini, Guido Leontini, Ilaria Guerrini, Giuseppe Castellano, Marcello Venditti, Gabriella Cotignoli, Fabrizio Mazzotti, Nino D'Errico
Vertrieb:Maia
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:01.09.2008 (Kauf)



Inhalt
Ein brutaler Überfall auf offener Straße. Als Filmteam getarnt, überfallen maskierte Männer einen Geldtransport, schießen einen Polizisten nieder. Unerkannt können sie fliehen. Kommissar Ravelli (Tomas Milian) wird auf den Fall angesetzt. Seine Frau wurde damals bei einem ähnlichen Verbrechen erschossen. Schnell wird dem Inspektor klar: Die Mörder sind zurück! Während sich die Gangster aus Neid und Gier gegenseitig zerfleischen, startet Ravelli als Einzelkämpfer seinen persönlichen Kreuzzug.

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Bildtechnisch ist die Maia-DVD auf dem Niveau der bereits zuvor erschienenen NEW-Veröffentlichung, die wiederum auf der italienischen DVD basieren könnte. Man muss klar sagen, dass dieses Genre schon bessere Qualität hervorgebracht hat als bei "Der Einzelkämpfer", als schlecht oder unterdurchschnittlich kann man es aber ganz sicher auch nicht bezeichnen. Fans werden dankbar sein für das Originalformat, für die Reinheit des Bildes und das praktisch Ausbleiben von Bildstörungen. Auch muss man keine Qualitätseinbußen bei damalig gekürzten Szenen hinnehmen, da das anamorphe Bild auf einer durchgängigen Vorlage basiert. Ein paar Abstriche müssen immer wieder bei den Farben hingenommen werden. Zwar gelingt es, Rottöne knallig hervorzuheben, sonst zeigt "Der Einzelkämpfer" aber eher wenig Farbsättigung. Die Schärfe ist grundlegend ordentlich fürs Alter und wurde sichtlich etwas nachgeschärft. Fehler entstehen dadurch nicht, aber mehr als eine mittelmäßigen Detailgrad darf man nicht erwarten. Das dürfte für die meisten Zuschauer aber mehr als genug sein, könnte es doch sein, dass noch die Qualität der damaligen Videoauswertung im Gedächtnis ist. Dass bei der sehr statischen Kompression, die nun nur auf einer DVD-5 Platz findet, nicht deutliche Verpixelungen auftreten, ist überraschend, spricht zumindest aber für die DVD. Somit gelungene 3,5 Punkte, in die der Altersbonus schon mit eingerechnet ist.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Der deutsche Ton ist leider schwächelnder und sicherlich nicht aufgearbeitet. So erfreut das Verzerren in der Titelmelodie und die dumpfe Akustik später nicht gerade das Ohr. Während man von Rauschen verschont bleibt, klingen Musik und Dialoge somit etwas unterdurchschnittlich fürs Alter des Materials. Die italienische Tonspur, für die sich die Deutsche beim Umschalten ausgibt, wird ebenso wenig mitgeliefert wie durchgängige deutsche Untertitel. Zwar werden die fehlenden Synchrostellen mittels Untertitel übersetzt, ansonsten merkt man aber, dass die DVD ein abgespecktes Billigprodukt ist. Die NEW-Scheibe hatte zumindest noch einen englischen Mix und den O-Ton in Dolby Digital 5.1 an Bord. Über deren beide Qualität kann ich aber nichts sagen.
 +/----

Extras
Extras
  • Trailer (2:45 Min.)
VerpackungKeepCase
 Menu und Cover sind gelinde ausgedrückt Geschmackssache. Es ist möglicherweise verständlich, dass man aus Lizenz- oder Materialgründen nicht das Originalmotiv nutzen konnte, aber dann eine derart dilletantischen Mist anzubieten wird dem Film wirklich nicht gerecht. Die DVD enthält lediglich einen Trailer, ist aber als "bare bones"-Veröffentlichung auf für das Low Price-Segment angelegt. Eigentlich ein halber Punkt wert, der wird für das Design-Verbrechen (und den vermeidbaren Namensfehler auf der Frontseite) aber wieder abgezogen
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Fazit
- "Er ist tot!"
- "Ja, du bekommst jetzt mehr von der Beute." (Filmzitat)

Ein klein wenig ungewöhnlich, was Stelvio Massi für seinen Polizeithriller italienischer Herkunft so zusammengebaut hat. Sehr typisch ist die Besetzung mit Tomas Milian, der sich auf der Seite des Gesetzes für die Ermordung seiner Frau rächen möchte. Da kommt es ihm recht, dass bei einem Raubüberfall gerade jener Killer mit am Werk war, der für seine persönliche Tragödie damals mitverantwortlich war. Anstatt aber aufzudrehen wie eh und je, spielt Milian einen leicht extrovertierten, sonst aber sehr stillen Polizisten, den man in der Eingangssequenz glatt für einen Straßengauner halten könnte. Milians Ravelli wird kaum genauer erläutert; er wartet einfach den richtigen Zeitpunkt ab, um das Verbrecher-Quintett zu überraschen. Auf dem sitzt der Fokus des Geschichte: Gastone Moschin als eiskalt kalkulierender Schwerverbrecher, genannt "der Mailänder", setzt sich mit seiner Mannschaft aus semiprofessionellen Räubern erstmal an einem ruhigen Ort ab, um Gras über die Sache wachsen zu lassen. Die Feindseligkeiten zwischen den Männern nimmt zu, als das Geld der abgehobenen Freundin des Mailänders anvertraut wird, die es schon mal in Sicherheit bringen soll, bis später die Jungs aus ihrem Versteck nachkommen.
Moschin läuft mit seiner Rolle als abgebrühte Sau, der seine Kollegen über die Klinge springen lässt, diesmal Milian klar den Rang ab. Allein was sich in einigen Szenen in seinem Gesicht abspielt, ist unglaublich beeindruckend. Es geht aber auch vornehmlich um dieses Psychospielchen - und um die Flucht, die mit ein paar knackigen Actionszenen, Verfolgungsjagden und Schusswechseln ins rechte Licht gerückt wird, aber nie übermäßig brutal ausstaffiert wird. Massi darf man zugute halten, dass seine Erzählung von Grund auf brauchbar ist und nicht von impulsiven Szenen zerrissen wird. Man muss sich also schon auf ein paar Nebenstränge mehr als üblich einstellen, z.B. den kurz vor der Pension stehenden Ermittler, der seinen mangelnden Arbeitseifer dadurch auszugleichen versucht, indem er sich an seinen jüngeren Kollegen Ravelli dranhängt. Leider denkt man dieses Handlungselement nicht zuende und bestraft den Faulpelz (hatte ich fälschlicherweise für Adolfo Celi gehalten) nicht angemessen für seine Windschattentaktik. Ansonsten darf man sich aber über eine gut abgeschmecktes, italienisches Thriller-Gericht freuen, das alle nötigen Elemente des Genres versammelt, in den Haupt- und Nebenrollen ebenso wie hinter der Kamera prominent besetzt ist, sonst aber nicht zu sehr über die Stränge schlägt. Das reicht trotzdem, um so manchen Fan amerikanischer Polizeiserien-TV-Kost aus dem Nachmittagsprogramm, an der sich "Der Einzelkämpfer" ein wenig orientiert, zu zeigen, was harte Kost ist.

Wer noch die Möglichkeit hat, die NEW-DVD zu bekommen, sollte sich um die kümmern, auch wenn sich bis auf mehr Spielraum für die Kompression, ein etwas besseres Cover und die anderen Tonspuren nichts ändern wird. Diese DVD-Neuauflage ist trotz zufriedenstellender technischer Werte irgendwie für den Zielort Krabbeltisch gedacht.



Bilder der DVD




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