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BE 2005
Originaltitel:Nuit Noire
Alternativtitel:Black Night
Länge:88:53 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Olivier Smolders
Buch:Olivier Smolders
Kamera:Louis-Philippe Capelle
Musik:Magali Schuermans
SFX:Anne Moralis
Darsteller:Fabrice Rodriguez, Yves-Marie Gnahoua, Philippe Corbisier, Iris De Busschere, Raffa Chillah, Raymond Pradel, Marie Lecomte, Luc David, Jean-Philippe Altenloh, Helena Ibraguimova, Pietro Geranio, Francis Dony, Joseph Rensonnet, Nancy Sinatra, Mweze N'Gangura
Vertrieb:I-On New Media
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:16.10.2008 (Verleih) / 31.10.2008 (Kauf)



Inhalt
Oscar ist ein Insektenforscher in einem Museum und geradezu besessen von seiner Arbeit. Aber auch seltsame Erinnerungen an seine Kindheit machen ihm zu schaffen. Als er eines Tages eine mysteriöse Frau im Museum trifft, beschließt er, sie mit zu sich nach Hause zu nehmen. Eine bizarre und nicht enden wollende Nacht nimmt ihren Lauf ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Der anamorphe Transfer von "Nuit Noire" ist ein Wechsel diverser Stilmittel, welche die mysteriöse Handlung sehr gut zu unterstreichen wissen. Obwohl grundsätzlich eine sehr passende Atmosphäre geschaffen wird, sind auch Defizite zu erkennen, die Qualitätsmerkmale einer DVD nicht zur vollen Zufriedenheit erfüllen. Die Farbgebung wird gewollt nur reduziert dargestellt und arbeitet mit dem ausgewogenen Kontrast sehr gut zusammen. So werden auch in dunklen Bildbereichen feinere Details sichtbar. Dennoch zeigt sich der Schwarzwert nicht immer optimal und tendiert gelegentlich ins Gräuliche. Negativ fallen auch deutliche Bewegungsunschärfen auf, was besonders in Nahaufnahmen bei schnelleren Bewegungen unschön wirkt. Konturen werden ordentlich wiedergegeben und auch die Detailschärfe kann überzeugen, hätte aufgrund eines kontinuierlichen Rauschen aber deutlich besser ausfallen können, da innerhalb von Totalen Schwankungen hinzunehmen sind. Bei der Kompression treten keine Beeinträchtigungen auf und ansonsten ist der Transfer frei von Defekten. Bedingt durch gewollte oder ungewollte Stilelemente kommt das Bild so auf knapp 4 Punkte.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Französisch
UntertitelDeutsch
 "Nuit Noire" ist ein ruhiger Vertreter der von seinem Soundtrack lebt und innerhalb der deutschen Synchronisation als auch im französischen Original mit einer klaren und sauberen Dialogwiedergabe aufwarten kann. Die Abmischung ist vorbildlich, so dass keine Überlagerungen in Betracht kommen. Bedingt durch die Handlung kommt ein echter Raumklang selten auf. Lediglich einige Hintergrundgeräusche verirren sich auf die Surround-Kanäle. Hauptsächlich werden diese zur Unterstützung des dynamischen Score genutzt, der durch einen ansprechenden Bass auch den Subwoofer nutzt. Als sehr gelungen stellt sich die deutsche Synchronisation heraus, wobei Freunde des O-Ton auch ohne entsprechende Sprachkenntnisse dank zuschaltbarer Untertitel auf ihre Kosten kommen. Tonstörungen sind nicht auszumachen und ansonsten gibt es keine erwähnenswerten Unterschiede zwischen den beiden Tonspuren.
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Extras
Extras
  • Deleted Scenes (8:59 Min.)
  • Apropos Nuit Noire (7:47 Min.)
  • Making of (6:54 Min.)
  • Kurzfilm des Regisseurs (5:49 Min.)
  • Originaltrailer (2:21 Min.)
  • Trailershow:
    • Alexandra's Project (2:15 Min.)
    • Body (2:54 Min.)
    • Cherry Crush (1:50 Min.)
    • Dark Shadows (0:52 Min.)
    • Dark Corners (1:42 Min.)
    • Memories of Matasuko (1:57 Min.)
    • Shinobi (2:02 Min.)
    • Taxidermia (2:11 Min.)
    • Vexille (2:12 Min.)
    • Weirdsville (2:52 Min.)
VerpackungKeepCase im Schuber
 Das Making of entpupt sich als ein Blick hinter die Kulissen, der von Filmszenen unterbrochen wird und aufgrund der kurzen Laufzeit keine Hintergrundinformationen bieten kann. Wesentlich besser gestalten sich die Erklärungsversuche des Regisseurs, die unter dem Menüpunkt "Apropos Nuit Noire" zu finden sind, und zumindest etwas Licht in die Dunkelheit der Filmhandlung bringen können, doch durch allzu philosophischen Ansätze verwirren. Neben dem Originaltrailer und ein paar Deleted Scenes gibt es noch einen Kurzfilm von Olivier Smolders, der sich mit der Interpretation des Filmemachens beschäftigt. Abgerundet wird der Bonusbereich durch eine Trailershow des Anbieters. Wie bei I-On üblich stehen für das gesamte Bonusmaterial optional deutsche Untertitel zur Verfügung.
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Fazit
Olivier Smolders "Nuit Noire" zu beschreiben stellt eine wahre Herausforderung dar, denn selten hat es ein Film geschafft, dass man sprachlos zurückbleibt ohne auch nur die geringste Chance einer möglichen Interpretation des eben Gesehenen parat zu haben. Eine Inhaltsangabe zu schreiben fällt schwer und doch ist "Nuit Noire" ein besonderes Filmerlebnis, das deutliche Parallelen zu Film- und Buchwerken von David Lynch, William S. Burroughs oder Franz Kafka erkennen lässt. Auch Kameraführung und das Spiel mit den Farben hätte aus einem Film von Dario Argento stammen können, doch keiner der Genannten ist auch nur für ein Bruchstück verantwortlich. Doch versuchen wir der Sache etwas genauer auf den Grund zu gehen:
Schon die ersten Minuten hinterlassen einen sehr mysteriösen, zum Teil surrealen Eindruck, der mit zwei älteren Herren beginnt, die sich hinter ein Puppentheater begeben. Die durch sie agierenden Marionetten snd zwei kleine Kinder, die sich in einer Schneelandschaft befinden, bis es zu einem ersten Eklat kommt. Scheinbar ist diese Welt ein Traumbild der Hauptperson, welche gerade bei einem Psychologen eine sehr merkwürdige Untersuchung über sich ergehen lässt. Hier beginnt nun die Einführung von Oscar, einem Insektenforscher, der seine Arbeit in einem Museum verrichtet und dort von Erinnerungen aus der Kindheit geplagt wird. Scheinbar ist seine Schwester bei einem Besuch in Afrika verschwunden, doch sein Umfeld ist der Meinung, dass er keine Schwester hatte. Merkwürdige Leute kreuzen Oscars Wege und endlich im eigenen Heim, befindet sich eine fremde unbekleidete Frau in seinem Bett. Nun ist die erste Hälfte des Films vorüber und was Olivier Smolders schon bis zu diesem Punkt an farblichen Nuancen und akustischen Einfällen abliefert, unterstreicht die merkwürdige Handlung ungemein und fördert das Mysterium der Geschichte, wenn der Zuschauer auch keinen blassen Schimmer hat, welche Achterbahnfahrt noch auf ihn wartet. Neben Großaufnahmen von Insekten, die einen eigenen kleinen Mikrokosmos bilden, nimmt sich die unbekannte Frau in Oscars Bett das Leben, was zu noch merkwürdigeren Formen in der Handlung führt. Nach einer knappen Stunde Filmlaufzeit lichtet sich das Unbegreifliche etwas und ermöglicht es dem Zuschauer, ein paar Zusammenhänge zu erkennen. Jedoch wird ein genauer Vorgang zu keinem Zeitpunkt erläutert, denn immer wenn sich das Gehirn des Zuschauers auf eine mögliche Erklärung eingelassen hat, kommt eine weitere Besonderheit hinzu, die sämtliche Möglichkeiten verwirft. Olivier Smolders spielt gekonnt mit seinem Publikum und führt es an den Rand des möglichen Wahnsinns, was ihm vortrefflich gelingt, ohne auch nur ein Fünkchen Langeweile aufkommen zu lassen. Man fühlt sich bei Smolders Inszenierung sichtlich wohl und fiebert dem Extravaganten förmlich entgegen, immer in der Hoffnung, einen weiteren Einblick in die Gedankenstränge eines solch talentierten Regisseurs zu erhaschen. Am Ende bleibt man sprachlos und begeistert zurück und kann das Erlebte kaum in Worte fassen, auch wenn Smolders einen verwirrten Zuschauer zurücklässt. Ganz großes Kino! Filme wie "Nuit Noire" sind es, die zu echten Geheimtipps heranreifen. Meinen Dank an Olivier Smolders für einen so unglaublichen Trip!



Bilder der DVD




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NewsMystery-Drama "Nuit Noire" von I-ON
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