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IT, FR 1964
Originaltitel:Strada per Fort Alamo, La
Alternativtitel:Arizona Bill
aka. Road to Fort Alamo, The
Länge:75:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Mario Bava
Buch:Livia Contardi, Lorenzo Gicca Palli, Franco Prosperi
Kamera:Ubaldo Terzano, Mario Bava
Musik:Piero Umiliani
Darsteller:Ken Clark, Jany Clair, Michel Lemoine, Adreina Paul, Alberto Cevenini, Antonio Gradoli, Gustavo De Nardo, Gérard Herter, Claudio Ruffini, Pietro Tordi
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:11.07.2008 (Kauf)



Inhalt
Eine Gruppe Desperados überfällt als Soldaten verkleidet eine Bank und macht fette Beute. Kurz darauf kommt es zum Streit, worauf Bud (Ken Clark) und Slim (Alberto Cevenini) von Bandenboss Carson (Michel Lemoine) ohne Waffen und Verpflegung in der Wüste zurückgelassen werden. In letzter Minute werden die beiden von einem Armee-Treck gerettet, der zufällig ihren Weg kreuzt. Doch vor ihnen liegt noch ein gefährlicher Ritt durch tiefstes Indianergebiet ...

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Auch wenn ein leichter Gelbstich das Bild dominiert, kann man doch von einer überdurchschnittlich gesättigten Optik sprechen. Alte Western sehen ja schnell mal bleich aus oder ertrinken in Grau- und Gelbtönen, was bei dieser DVD nur selten hervortritt. Koch Media hat sich sichtlich bemüht, den 1964er Film ordentlich auf das Medium zu bringen. In Sachen Bildformat ist es ihnen sehr gut gelungen. Beim Alter der Vorlage sind leichte Abstriche hinzunehmen. Eine Vielzahl von Kratzern bevölkert einige Szenen, während andere fast vollständig sauber sind. Die Schärfe wurde dezent nachgebessert, was kaum störende Artefakte zulässt, aber meistens auch nur eine Plastizität bringt, die man als "brauchbar" bezeichnen kann. Bava setzt viel auf statische Aufnahmen. Deswegen sehen diese immer etwas besser aus als die verschwimmenden Schwenks oder Action-Szenen, z.B. der erste Angriff auf den Treck. Beim Kontrast (meistens) und der Kompression (immer) beweist die DVD dafür wieder Standfestigkeit. Auch wenn 3 Punkte nicht nach viel klingt bei den sonst überdurchschnittlichen DVDs des Anbieters, aber mehr ist wegen der Materialschäden und der Bewegungsunschärfen nicht drin.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Italienisch
UntertitelDeutsch für nicht synchronisierte Szenen, Deutsch, Englisch
 Dass die deutsche Synchro nicht ganz komplett ist, dürfte der Käufer italienischer Filme mittlerweile gewohnt sein. So gibt es auch hier einige Szenen, in denen man vorlieb nehmen muss mit deutschen Untertiteln und dem Originalton. Der klingt gleich ein wenig frischer als die mittelmäßige deutsche Synchro (zu der Zeit war man bessere Sprecher gewöhnt), die Unterschiede sind aber nicht zu stark. In nur wenigen Momente schwellt ein Knistern oder Rauschen etwas an, sonst kommen beide mit einem zwar dünnen, aber gut verständlichen und nur leicht kratzigen Ton aus. Die zusätzliche, durchgängige, deutsche Untertitelspur kann man gern mal einschalten, denn sie übersetzt die Originaldialoge und lässt eine Vielzahl von Unterschieden herauslesen.
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Extras
Extras
  • Begleittext von Wolfgang Luley (3 Seiten)
  • Featurette: The Long Road To The West (12:21 Min.)
  • Bildergalerie (33 Bilder)
  • DVD-Credits (3 Seiten)
VerpackungDigiPack
 Auch wenn die Auflistung der Extras nach Standard klingt, das ist definitiv nicht der Fall. Bisher war jedes Featurette auf den Koch-DVDs jede Minute Laufzeit absolut wert, so auch hier. Filmhistoriker Antonio Tentori analysiert Bavas Western und Lamberto Bava, der damals Regieassistenz betrieb, kann die Produktionsumstände näher bringen bzw. die Gedankenwelt seines Vaters etwas offenlegen, auch wenn seine Erinnerungen nicht mehr allzu gut sind. Beide gehen auf die Frage ein, wie Mario Bava überhaupt zum Westerngenre stand und wie er sein Talent in diese Art Film einfließen lassen konnte. Die Bildergalerie besteht aus Poster, Aushangsatz und Presseheft und bietet somit einen tollen Überblick. Im DigiPack ist innen aufgedruckt der Text von Wolfgang Luley nachlesbar, der Hintergrundinformationen zum Film, zum Regisseur und dessen andere zwei Western in textlich gelungener Form liefert.
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Fazit
Mit einem relativ frühen Italo-Western beehrt uns Gruselmeister Mario Bava hier und zeigt, dass die Anfänge des Genres noch sehr beeinflusst waren von den drögen Vorbildern des US-Westerns. Weder ist "Der Ritt nach Alamo" mit Bava-typischen Elementen gespickt, was hinsichtlich des Genres auch ein wenig verständlich ist, noch besitzt er die später aufgekommenen, sehr viel reizvolleren Elemente von niederträchtigen Revolverhelden, die beinahe im Alleingang einen Film mit Motiven von Rache oder Habgier füllen konnten, weil sie charakterlich interessant sind. Auch wenn man Bava nicht vorwerfen kann, den Karren vollständig in den Sand gesetzt zu haben, verfällt er doch immer wieder in die Klischees, die Fans von harter Italo-Kost so vergrämen. Allein der Titeltrack ist sülzig ohne Ende, die obligatorische Liebelei zwischen dem Helden und der Gefangenen gerade noch so erträglich. Das Soldaten-gegen-Indianer-Gewäsch ist ohnehin nie sehr mein Ding gewesen, weil das stets für absolut unspektakuläre, manchmal gar lächerliche Kämpfe und eine schädliche Vorhersehbarkeit gesorgt hat. Zumindest erweist sich der Hauptdarsteller bzw. sein Charakter weniger als Strahlemann als ich vorerst angenommen hatte. Auch die Rolle des Seargant wertet den Film mit ein wenig Witz und Spannung auf, der Rest sind eher Abziehbilder von dem, was echte Personen sein könnten.

Wer auf absolut stereotype Charaktere, langweilige Kämpfe, US-Western-Klischees und ein Happy End steht, das man 7 Meilen gegen den Wind riechen kann, für den ist "Der Ritt nach Alamo" vielleicht noch etwas. Ansonsten sollte man sich nicht vom Namen des Regisseurs blenden lassen - Mario Bava lässt nicht viel seiner Stilmittel in diesem Western blicken, der wenig künstlerischen Anspruch, dafür aber Routinearbeit durchblicken lässt.



Bilder der DVD




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