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USA 2001
Originaltitel:Lethal Force
Alternativtitel:Alvin Ecarma's Lethal Force
Länge:70:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Alvin Ecarma
Buch:Alvin Ecarma
Kamera:Eric Thornett
Musik:Gerard K. Marino
SFX:Danny Fielding
Darsteller:Frank Prather, Patricia Williams, Cash Flagg Jr., Andrew Hewitt, J. Patrick Collins Jr., Allison Jacobson, Ron Lincoln, Lori Boyd, Judy Chen, Jen Dunkelberger, Donald Vick, Demetrius Parker, Cris Dinwiddie, Mikal Wellon, Duane Rouch, Peter Smak, Alexandra Page
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:23.11.2007 (Verleih) / 14.12.2007 (Kauf)



Inhalt
Nachdem seine Frau durch die brutalen Schergen des skrupellosen Gangsterbosses Mal ermordet und sein kleiner Sohn entführt wurden, sieht sich der Kleinganove Jack gezwungen, seinen besten Freund Savitch ans Messer zu liefern. Mal hat mit diesem nämlich noch eine Rechnung offen, denn der kaltblütige Auftragskiller Savitch ist dafür verantwortlich, dass Mal seit Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist. In einer blutigen Metzelorgie gelingt Savitch jedoch die Flucht. Jack muss daraufhin allein versuchen, seinen Sohn zu befreien. Zu allem entschlossen, begibt er sich in die Höhle des Löwen, aber auch mit seinem ehemaligen Freund Savitch ist ja noch eine Rechnung offen ...

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Für einen Film des Jahres 2001 ist die Qualität sehr schwach, egal, mit welchen Budgetbegrenzungen die Filmemacher kämpfen mussten. Man bekommt das originale Vollbild geboten, das aber aussieht, als ob es von einer Videokassette stammt. Details sind schlecht ausgeprägt bzw. werden von diversen Mustern negativ beeinflusst, die Plastizität ist unterdurchschnittlich und Konturen sehen manchmal etwas matschig aus. Zwar ist nur wenig Ghosting zu sehen, die Kompression aber führt dazu, dass beinahe jede Bewegung zu einem unstetigen, verwischenden Bildaufbau beiträgt. Auch wenn die Qualität des Filmes das übertrifft, was man sonst vom deutschen Semiamateurmarkt gewöhnt ist, die Bildqualität bleibt dahinter zurück. Das äußert sich auch im schwächelnden Kontrast, dem noch der gute Schwarzwert hilft, und den grünlich verwaschenen Farben, die nicht selten zum Auslaufen neigen.
 ++/---

Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Der deutsche Ton ist zwar besser als das Original, aber auch nicht gerade toll. Zumindest aber kann die Klangqualität der deutschen Dialoge ein Zeichen setzen. Auch wenn sich die Synchro von "Lethal Force" vielleicht nicht mit großen Produktionen messen kann, sind die Stimmen doch fehlerfrei, sauber und somit ohne Einschränkungen zu verstehen. Defizite kommen erst bei der Klangkulisse auf, die verständlicherweise vom englischen Original übernommen wurde und leider sehr deutlich metallisch verzerrt. Das wirkt sogar auf die Originalstimmen über, die klingen, als ob man sie mehrfach durch irgendwelche MP3-En- und Decoder gejagt hätte, die von der Natürlichkeit nicht mehr allzuviel übrig ließen. Anhören kann man sich den O-Ton (leider ohne Möglichkeit einer Untertitelung) zwar, aber ein Genuss ist es, selbst für diese Filmgruppe, sicherlich nicht.
 ++/---

Extras
Extras
limitiert auf 399 Stück
  • Audiokommentar
  • Originaltrailer (1:04 Min.)
  • Bildergalerie (202 Bilder)
  • Kurzfilme:
    • My Dog Has A Cyst (0:55 Min.)
    • Me! 2k3 Re-Mix (4:12 Min.)
    • A Conversation (5:47 Min.)
  • Trailer zu:
    • Kaante (2:38 Min.)
    • Top Mission (2:27 Min.)
    • The Stabilizer (3:19 Min.)
VerpackungKleine Buchbox
 "Special Edition" klingt ja gut und die Extras sind ja wirklich interessant, aber dass wieder mal deutsche Untertitel fehlen, ist unverzeichlich. Besonders trifft das für den Audiokommentar mit Regisseur/Autor Alvin Ecarma, Kameramann/Action-Choreograf Eric Thornett, Produzent Kent Bye und Effektspezialist Daniel Fielding zu, denn der Regisseur redet nicht nur viel, sondern auch sehr schnell, so dass man mit normalem Schulenglisch nicht weit kommt. Grundlegend wird angesprochen, welche Ideen es gab, wie diese umgesetzt werden konnten, wie man einige Effekte erarbeitete und welche Referenzen zu anderen Action-Filmen gezogen wurden. In der Bildergalerie darf man sich viel vom Dreh anschauen, aber auch eine Serie von Bildern von der Konzeptzeichnung des Artworks bis zum fertigen Motiv. Außerdem sind offensichtlich Action-Figuren inkl. einer nachgebauten Kulisse zu diesem Film erhältlich. Die Kurzfilme reichen von leicht ekelerregend ("My Dog Has A Cyst") über kurzweilig, action-orientiert ("A Conversation" - mit bekanntem Hauptdarsteller) bis hin zu einzigartig ("Me! 2k3 Re-Mix").
 ++/---

Fazit
Für eine erfolgreiche Action-Filmhommage müssen meiner Meinung nach (mindestens) folgende drei Dringe erfüllt sein:
  1. Der Regisseur kennt das Genre mit all seinen Unterarten nicht nur in- und auswendig, er verehrt und huldigt ihm auch, weil er ein absoluter Fan ist, dem nichts ferner liegt, als auf Kosten seiner "Jugendhelden" einen lieblosen Film herunterzukurbeln.
  2. Der Regisseur bzw. Produzent (hier beides in einem) kann über die anfängliche Euphorie eines Fans den Film mit witzigen Zitaten, filmischer Handfertigkeit und eigenen Ideen bereichern.
  3. Der Zuschauer hat sich selbst mit der Materie befasst und kennt Action-Filme nicht erst seit Michael Bay. Dadurch weiß er das Vorhaben des Regisseurs zu schätzen und erwartet keinen knochentrockenen Hochglanzbombast, sondern eine dreckige, vor Büchsenbier und Machos triefende Parodie.

Während Punkt 1 und 2 sicherlich erfüllt sind, liegt es letztlich am jeweiligen Rezipienten, ob "Lethal Force" bei ihm punkten kann. Als kleiner Zusatz muss man nämlich noch ein wenig Verständnis für Trash-Filme mitbringen, denn es werden nicht nur derbe Witze gerissen, sondern gegen Ende hin auch immer mehr und unrealistischer gesplattert, was den Mainstream-Gucker ziemlich schnell an seine Aufnahmegrenzen bringen wird. Es wird ohnehin viel auf überzogene Komik gesetzt in diesem ambitionierten Independent-Werk, das mit völlig überzogenen Figuren aufwartet und dadurch den Mangel an ordentlichen Schauspielern ausgleicht. Nicht nur der Schnitt kann aus der Vielzahl an Martial Arts-Szenen etwas machen, auch die Akteure zeigen Körperbeherrschung, wenn auch etwas durch den Schnitt getrickst wird. Dadurch gelingt es aber auch, schneller mit dem Film warm zu werden, denn Regisseur Alvin Ecarma hatte sicherlich nicht vor, einen ernsten Action-Film zu drehen, sondern ist auf leichte Unterhaltung aus. Ein düsterer Film würde allein an der Figur des (Anti-)Helden Savitch (Vorsicht, Wortwitz!) scheitern, der sich weder durch eine Prügelei, noch durch einen normalerweise tödlich endenden Sturz aus einem Parkhaus beeindrucken lässt. Es ist beinahe absurd, was der Mann übersteht, denn selbst nachdem seine Hände mit Messern durchstochen wurden und sein Kopf mehrfach ausführlich mit der Bohrmaschine Bekanntschaft gemacht hat, ist er nicht klein zu bekommen. Stattdessen zieht er weiterhin seine harte Bruce Lee-Show ab. Das passt durchaus zu seinem Gegenspieler, einem großkotzigen Gang-Chef, der dank Savitch nun im Rollstuhl sitzt und sich bitterböse an ihm rechen möchte. In seinem Haus tummelt sich das Mieseste, was der Exploitation- und Blaxploitation-Schlund jemals ausgespuckt hat, wobei jeder dieser Charaktere natürlich dermaßen übertrieben oder klischeehaft gestaltet ist, dass es eine wahre Freude für den Zuschauer wird, die jeweiligen Vorbilder zu erraten.
Langweilig wird "Lethal Force" nicht, denn auf Füllmaterial oder unnötige Storyelemente wurde verzichtet. Noch mehr als das, denn immer, wenn ruhige Momente angeschlagen werden sollen, zieht der Film diese durch klebrige Musik und völlig verquere Romantik wunderbar durch den Kakao, beispielsweise während dem rührseligen Vietnam-Rückblick.

Wer sich immer noch nichts richtiges unter "Lethal Force" vorstellen kann, der stelle sich Interner Link"Operation Dance Sensation" mit etwas weniger Dialogen, dafür mehr Action und einem Schuss 70er/80er Genreatmosphäre vor, die Tarantino zuletzt mit seinem Interner Link"Death Proof" vergeblich zu erreichen versuchte. Der Humor ist hier zwar nicht ganz so feinsinnig, aber auch das soll nicht stören, denn hier bekommt man immer noch einen ziemlich außergewöhnlichen, schwer unterhaltsamen Film geboten, der vergessen lässt, dass er vermutlich nur wenige zehntausend Dollar gekostet hat.



Bilder der DVD




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NewsCMV-Neuheiten im November / Dezember '07
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