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KR 2008
Originaltitel:Chugyeogja
Länge:119:58 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Na Hong-Jin
Buch:Na Hong-Jin
Kamera:Lee Sung-je
Musik:Kim Jun-seok, Choi Yong-rock
Darsteller:Kim Yoon-suk, Ha Jung-woo, Seo Young-hee
Vertrieb:MFA+ / Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:04.11.2008 (Verleih) / 11.12.2008 (Kauf)



Inhalt
Zuhälter Joong-hos Kapitalanlage wirft leider nicht den Gewinn ab, den er sich erhofft hatte. Einige seiner Mädchen sind verschwunden, so dass ihm nur noch die kranke, allein erziehende Mutter Mi-jin bleibt, die Geld heranschaffen kann. Die Handynummer des Freiers kommt ihm aber seltsam bekannt vor. Haben sich nicht auch die anderen Nutten mit diesem Kunden getroffen? Der Ex-Cop vermutet eine Verschwörung. Hat der Freier die Mädchen etwa verkauft? Doch die Suche entwickelt sich plötzlich zu einem Wettlauf auf Leben und Tod. Denn der Kunde ist ein psychopathischer Killer, und Mi-jin immer noch bei ihm ...

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Für die DVD-Umsetzung hat man ein insgesamt gutes bis sehr gutes Bild zaubern können, das dank DVD-9 nun auch ordentlich aussieht (die Vorab-DVD war wegen DVD-5 an vielen Stellen pixelig). Kurz gesagt: Die Kompression macht zu keinem Zeitpunkt Probleme, obwohl das Bild manchmal eine überwältigenden Detailreichtum (z.B. Außenszenen bei der Grabung nach Leichen auf dem Gelände der Baufirma) zeigt. Über die Schärfe kann man sich also immer freuen, auch wenn gerade in dunklen Szenen das sehr gute Niveau nicht mehr erreicht wird. Grund dafür ist der nicht ausbalancierte Kontrast. Gerade der dunkle Kampf im letzten Drittel sieht weniger brillant aus als er sollte, weil der Schwarzwert zum Gräulichen neigt. Das sollte bei einer 2008er Produktion eigentlich nicht mehr vorkommen. Ansonsten ist die Stilistik typisch koreanisch: Die vielen Nachtszenen werden in eine dezent grünliche Farbgebung getaucht und es wird versucht, das Geschehen möglichst düster zu gestalten. Zu den Pluspunkten gehören ein ruckelfreies Bild, das natürlich ohne jeglichen Schmutz auskommt.
 ++++/-

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Koreanisch
UntertitelDeutsch
 Zu Beginn gibt sich der deutsche Ton, der dem koreanische Original in den meisten Punkten ebenbürtig ist, sehr vielversprechend. Eine hochdynamische Ausführung der Musik verbindet sich mit ein paar gezielten Umgebungsgeräuschen, die die Surround-Kanäle zwar nicht so ausnutzen wie Action-Film, aber dafür wie ein sehr guter Thriller. Über die Mitte verliert man diesen Eindruck etwas, weil das Geschehen insgesamt sehr viel ruhiger wird. Hier fehlen leise Umgebungsgeräusche oder zumindest ein paar Musikstücke. Der symphonische Score und einige atemberaubende Szenen verhelfen dem Film dann aber doch noch zur höheren Wertung von 4 Punkten, weil man schlichtweg immer wieder mitgerissen wird vom Klang. Der Unterschied zum Originalton liegt in der Dialogabmischung, die im Deutschen ein wenig platt und Center bezogen verläuft. Das hätte man sicherlich noch besser machen können. Für Untertitel ist gesorgt.
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Extras
Extras
  • Trailer (2:29 Min.)
  • Trailershow:
    • The Host (1:28 Min.)
    • Todeshochzeit (1:48 Min.)
    • Righteous Ties (3:09 Min.)
VerpackungMetalpak
 Jammerschade, aber wahr: Dem wirklich interessanten Film wird keinerlei Zusatzinformation gegönnt, lediglich ein Trailer ist dabei und die Metallverpackung kann man auch noch als Extra zählen.
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Fazit
Was den Italienern ihre Poliziottis, das sind den Koreanern ihre Thriller: Hier wie dort geht es vor allem darum, sich über die Unfähigkeit von Politik wie Justiz Luft zu machen, die in Sachen Verbrechensbekämpfung und -aufklärung längst kein hohes Vertrauen mehr genießt. Ist es in Europa aber eher die Mafia, die von einer engagierten, selbstlosen Person aufgemischt wird, ist es hier meist ein einzelner Schwerverbrecher oder Serienmörder. Wie bereits in Interner Link"Memories Of Murder" gelingt es der Polizei nicht, einem geständigen, aber sehr schlauen Mörder auf die Spur zu kommen. Wegen Patzer bei der Ermittlungsarbeit, Fehlentscheidungen und politischem Druck kommt man weder an den Täter ran, der sein Spielchen spielt, noch kann man ihm wirklich Beweise vorlegen, die ihn entgültig festnageln. So war es bereits beim ebenfalls auf wahren Begebnissen beruhenden Interner Link"Memories Of Murder" und so ist es auch wieder hier.
Mit "The Chaser" wird abermals ein Feingefühl beim Erzählen einer vielfältigen, spannenden Geschichte bewiesen, das nur einem auserlesenen Kreis von Thrillern zuteil wird. Das beginnt bei der nachvollziehbaren Figurenzeichnung, denn es gibt quasi keine Helden. Jener, der einer sein könnte, kommt zwar auf eigene Faust relativ weit in diesem Fall, ist aber nur bedingt sympathisch für den Zuschauer: Sein Werdegang vom Polizisten zum Zuhälter klingt schlimm, ist aber weniger bedeutend als das ihm zugeschriebene zwischenmenschliche Unvermögen. Zwar hat der Mann ein Herz, nur weiß er es nicht so recht zu benutzen. Eigentlich sogar noch schlimmer, denn es verlässt einen nie das ungute Gefühl, dass seine Hilfe (die eigentlich Selbsthilfe ist) zu spät kommen könnte. Gerade in diesem Aspekt darf man der Produktion atmosphärische Perfektion zuschreiben, denn selten ist mir durchweg dermaßen mulmig im Magen gewesen beim Anschauen.
Auch der Antagonist ist kein typisches Monster (auch wenn seine brutalen Taten in allen Details dem Film die Jugendfreigabe mit Leichtigkeit verwehren), sondern ebenfalls ein Mensch. "The Chaser" versucht seine Geschichte darüber zu definieren und tappt nicht in Klischeefallen. Zudem ist der Aufbau der Geschichte, wie der Filmtitel bereits ankündigt, eine einzige Jagd, die ihren Höhepunkt nicht erst in den letzten 10-15 Minuten setzt, sondern bereits zuvor Szenen und Umschwünge parat hält, in denen dem Zuschauer hoffentlich der Atem stockt. Der Mörder beispielsweise ist bereits nach etwa 30 Minuten gefasst, was aber längst nicht den Schluss einleitet - danach geht es erst richtig los! Der Zuschauer darf die 2 Stunden fast durchweg mitfiebern und wird sicherlich berührt sein, wenn Schicksalsschläge auf die Figuren niederprasseln und ein letztlich doch kein Happy End in Sicht ist. Aber dafür mag man ja auch koreanische Filme und dafür wird man dieses Monstrum an Film mit seiner düsteren Untergangsstimmung und seinen rohen, glücklicherweise unangenehmen Gewaltausbrüchen lieben. Denn "The Chaser" ist logisch, sehr gut gespielt und geht unter die Haut!



Bilder der DVD




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NewsAlle Infos zum 22. Fantasy Filmfest (Update)
"The Chaser" kommt von MFA+ / Ascot Elite
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