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USA 1973
Originaltitel:Soylent Green
Alternativtitel:Jahr 2022 ... die überleben wollen
Länge:92:49 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Richard Fleischer
Buch:Stanley R. Greenberg, Harry Harrison
Kamera:Richard H. Kline
Musik:Fred Myrow
SFX:Robert R. Hoag, Matthew Yuricich, Augie Lohman
Darsteller:Charlton Heston, Leigh Taylor-Young, Edward G. Robinson, Joseph Cotten, Chuck Connors, Brock Peters, Brock Peters, Mike Henry, Lincoln Kilpatrick, Roy Jenson, Leonard Stone, Whit Bissell, John Dennis
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2,4,5



Inhalt
New York im Jahr 2022. Die Stadt hat 40 Millionen Einwohner, die meisten sind ohne Arbeit. Ihre Nahrung besteht aus einer grünen Masse, von der keiner weiß, was es ist. Bis jemand das schreckliche Geheimnis erfährt: Es ist der Polizist Thorn (Charlton Heston), der mit der Wahrheit über die Soylent Company konfrontiert wird.

Bild
Format2.40:1 (anamorph)
NormPAL
 Trotz Widescreen ist das Bild matschig, als hätte man den Fokus nicht getroffen und so werden weiter entfernte Bildbereiche sehr weich, bleiben aber noch deutlich genug. Die scheinbar gute Schärfe in vordergründigen Bereichen ist auch nur etwas gekünstelt, die Konturen stechen nämlich deutlicher hervor als der Detailbereich und oft wird auch ein Zeilenflimmern oder hell aufblitzende Kanten. Wahrscheinlich musste man das verrauschte Ausgangsmaterial stabilisieren, was in Außenaufnahmen überhaupt nicht gelungen ist (oder nicht versucht wurde?). Hier tritt eine sehr starke Bewegung auf, die große Flächen mit sich reißt und den Eindruck eines Wüstensturmes erweckt. Auch fallen hier starke Verschmutzungen auf, die keine Restaurationsbemühungen erkennen lassen, vom restlichen Material aber fernbleiben. Die Farben sind ebenso wie der Kontrast in Ordnung für das Alter des Filmes, der schmuddlige Look setzt sich sowieso in braunen und grauen Tönen um, lässt aber kräftige Rottöne, wie sie beispielsweise in der Wohnung des Mordopfers vorkommen, nicht aus. Die Kompression tritt da seltener hervor, in Bewegungen sieht man jedoch deutlich den angewandten Rauschfilter.
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Ton
FormateDolby Digital 1.0
SpracheEnglisch, Spanisch, Französisch, Deutsch
UntertitelDeutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Holländisch, Potugiesisch, Isländisch, Norwegisch, Schwedisch, Kroatisch, Slowenisch, Griechisch, Ungarisch, Polnisch, Türkisch, Arabisch
 Die deutsche Synchronisation ist wie der englische O-Ton nur über den Center abspielbar, macht mit seinem geringen Rauschpegel und den bestens verständlichen Stimmen aber einen ordentlichen Eindruck, auch wenn nicht mehr als eine sachte, leicht dumpfe Qualität erreicht wird, die für aktuelle Produktionen fatal wäre. Das Original erklingt noch etwas dicker, soweit das für einen Monoton zutreffend ist, zischt aber auch bei den Dialogen ein wenig. Für Hörgeschädigte sind spezielle Untertitel vorhanden, wobei die deutschen Untertitel teils stark von den gesprochenen Dialogen abweichen, weil sie sich am Originalton orientieren.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • A Look At The World Of Soylent Green (10:04 Min.)
  • Edward G. Robinsons Party (4:51 Min.)
  • USA-Kinotrailer (3:21 Min.)
 Regisseur Richard Fleischer und Darstellerin Leigh Taylor-Young begleiten den Film mit einem Audiokommentar, der im Gegenteil zu allen anderen Extras keine englischen Untertitel hat. Ob man sich die etwas schwerfällige Kommunikation anhören möchte, möge man darüber entscheiden, ob man einige trocken präsentierte Hintergrundinformationen hören möchte oder nicht. Die weiteren Extras sind leider sehr kurz geraten. Das 10minütige Making Of erreicht leider nur die Klasse einer normalen Filmvorstellung und ist offensichtlich schon in den 70er Jahren entstanden. Zumindest der geschichtliche Abriss über Zukunftsvisionen im Film zu Beginn wirft einige interessante Aspekte auf. Die Party zu Ehren des Darstellers Robinson, der sein 100. Filmjubiläum feierte, wird im Anschluss noch mal in einem 5minütigen Special erweitert, ansonsten befindet sich nur noch der US-Trailer auf der DVD.
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Fazit
- "I know, Sol, you've told me a hundred times before. People were better, the world was better ..." (Thorn)
- "Ah, people were always lousy. But there was a world ... once." (Sol)

Wie makaber, wie düster, wie schön es doch ist, mit Hilfe von "Soylent Green" den absurdesten Gedanken um die zukünftige Evolution des Menschen filmisch freien Lauf zu lassen. Das städtische Leben gleicht einem mittelalterlichen, schmutzigen Jahrmarkt, die Überbevölkerung in den streng kontrollierten Städten ist bereits so groß, dass der Protagonist beim Verlassen seiner Wohnung über unzählige Schlafende im Treppenhaus steigen muss, der Mensch kennt weder Fleisch noch Gemüse, seine Nahrung ist staatlich proportioniert und besteht aus einer seltsamen Nährstoffmasse und auch sonst sind die grundlegendsten Lebensbedürfnisse auf Grund von Rohstoffknappheiten nicht mehr gedeckt. Die im Treibhauseffekt schwitzende Menschheit ist sozusagen gefangen auf einer Insel, die sich Erde nennt, und das giftige Wasser steht ihnen bis zum Hals. Und zwischen all dem Leid boxt sich Detective Thorn durchs Leben, löst seine Fälle mit forschem Ton und mit Hilfe seines detektivischen Partners Sol und findet nach und nach heraus, was die "alte Zeit" bedeutet haben mag. Zu meinen Lieblingsszenen gehören hierbei, wenn Thorn Luxusartikel wie Seife, Fleisch oder Bourbon aus der Wohnung des Mordopfers mit heimbringt und dort deren Anwendung zelebriert. Auch Sols fantastisches Reiseende (Edward G. Robinsons letzter Film) gehört zu den eindringlichsten Momenten der Filmgeschichte und geht nicht nur den Darstellern nah. In diesen nostalgischen Momenten verliert man sogar die sehr einfach gestrickte Krimigeschichte aus den Augen, die sich letztlich doch einfacher auflöst als erwartet, durch die Vermischung von Fiktion und Rückbesinnung auf vorapokalyptische Techniken aber einen zeitlosen Öko-Thriller kreiert. Natürlich fehlt dem einen oder anderen dabei der große Knall zum Schluss, der die Aufklärung der verblendeten Menschheit bewirken soll. Aber mal ehrlich: Ist es nicht viel tragischer und passender zum depressiven Charakter des Films, der den schleichenden Verfall und Tod der gesamten Menschheit dokumentiert, nach anderthalb Stunden mit der Gewissheit aus dem Film zu gehen, dass all der Aufwand eines Individuums umsonst gewesen ist?
Weniger als eine absolute Empfehlung kann ich hierbei nicht aussprechen, denn "Soylent Green" ist die Art zermürbender Endzeit-Szenerie, die man Hollywood nie zugetraut hätte. Die deutsche DVD ist zwiespältig im Bild, was wohl auf das Alter zurückzuführen ist, macht sonst aber einen passablen Eindruck.



Bilder der DVD




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