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D 1989
Originaltitel:Todesking, Der
Alternativtitel:Death King, The
Länge:72:20 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Strafrechtlich unbedenklich / juristisch geprüft
Regie:Jörg Buttgereit
Buch:Franz Rodenkirchen, Jörg Buttgereit
Kamera:Manfred O. Jelinski
Musik:The Angelus, Hermann Kopp, Daktari Lorenz, John Boy Walton
SFX:Sammy Balkas, Jörg Buttgereit, John Dreyer, Stefanie Ollenburg, Franz Rodenkirchen, Robert Vakily, Alois Vollert
Darsteller:Hermann Kopp, Heinrich Ebber, Michael Krause, Eva-Maria Kurz, Angelika Hoch, Nicholas Petche, Susanne Betz, Mark Reeder, Hille Saul, Ades Zabel, Jörg Buttgereit, Bela B. Felsenheimer, Andreas Döhler, Alexander Kiersch, Caroline Buchholz, Eddi Zacharias, Harald Lundt, Ingo Büsing, Gerd Breitung, Franz Rodenkirchen, Simone Spörl, Manfred O. Jelinski, Gudrun Kromrey, Daniela Geburtig, Bärbel Jütte
Vertrieb:Media Target
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:26.08.2006 (Kauf)



Inhalt
"Sieben Tode hat die Woche. Sieben mal letzte Minuten, letzte Sekunden..." "Der Todesking" ist ein Episodenfilm, der sich in sieben Kapiteln mit den unterschiedlichsten Arten des Selbstmords beschäftigt: Vom Sprung von der Autobahnbrücke über den Amoklauf bis zum exzessiven Kopf-gegen-die-Wand-Schlagen. Verbunden werden die Episoden durch einen mysteriösen Brief, den der Selbstmöder aus dem ersten Kapitel verfasst. Darin schreibt er von der Sinnlosigkeit des Lebens - personifiziert durch den "Todesking", der ihn zum Suizid getrieben habe. Diesen Brief erhalten im Laufe des Films weitere Personen, und sie alle werden zu ähnlichen Taten getrieben - wobei sie in mehreren Fällen noch andere Personen mit sich reißen ...

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Sicherlich erwartet niemand eine wirklich heimkino-taugliche Bildpräsentation vom auf Super-8 gedrehten Material. Falls doch, so sollte man am besten von "Der Todesking" Abstand nehmen. Jedoch sollte man eins ganz klar sagen: Dieser Lowest Budget-Klassiker sah noch nie besser aus als hier auf DVD. Die Farben erscheinen überraschend frisch und natürlich, ja selbst Schärfe ist vorhanden. Zwar gewährt uns das körnige Bildmaterial nur durchschnittliche Werte im Detailbereich, doch ich hätte niemals gedacht, dass selbst in Totalen das Bild noch so gut ausschaut und ich rede hier von einem auf 1080p hochskalierten Bild. Lediglich die Kompression kann nicht standhalten und so zeigen sich vor allem im Hintergrund deutliche Unruhen und sichtbare Blockbildung auf homogenen Flächen. Je nach Einstellung und Ausleuchtung variiert die Bildqualität extrem und vor allem der Kontrast erfährt einen ständigen Wechsel. Die natürliche Farbgebung weicht stellenweise einer kargen, eher blassen Intensität. Doch das macht rein gar nichts, selbst wenn in dunklen Szenen einige Details absaufen, der Underground-Flair bleibt bestehen und das ist wichtiger als jegliche Bildaufbearbeitung. Die durch das Bild huschenden Defekte und Verschmutzungen unterstützen dies zudem noch.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch
UntertitelEnglisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Schwedisch, Spanisch
 Die Monospur wurde auf die beiden Frontlautsprecher verteilt und die musikalische Untermalung klingt überraschend klar und kräftig in ihrer Wiedergabe. Selbst Nebengeräusche wie z.B. Regen prasselt sauber aus den Frontkanälen und wir müssen uns nicht über eine dumpfe oder blecherne Front ärgern. Auch die Dialoge erfreuen sich einer ordentlichen Darstellung, was jedoch je nach Szene variiert. Die nachvertonten Außenaufnahmen klingen zwar besser verständlich, dafür aber auch steriler als der Originalton. Optional lassen sich diverse Untertitel hinzu schalten.
 ++/---

Extras
Extras
  • Deutscher Audiokommentar von Jörg Buttgereit und Franz Rodenkirchen
  • Englischer Audiokommentar von Jörg Buttgereit und Franz Rodenkirchen
  • Making of [Deutsch/Englisch] (15:42 Min.)
  • "The Letter" (1:59 Min.)
  • Bildergalerie (133 Bilder)
  • Kurzfilm: "Ogar - Der Hässliche (4:14 Min.)
  • Interview im Clippin' (9:51 Min.)
  • Musikvideo: "Suche Kontakt" (5:33 Min.)
  • Into the Mind of a Splatter Director" (8:20 Min.)
  • Werkübersicht (Filmografie)
  • Trailershow:
    • Nekromantik (1:54 Min.)
    • Nekromantik 2 (1:07 Min.)
    • Der Todesking (2:20 Min.)
    • Corpsefucking Art (0:43 Min.)
    • Schramm (1:27 Min.)
    • Hot Love (1:08 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die ersten 1000 DVDs der "Special European Edition" von "Der Todesking" erschienen mit einem Dogtag inkl. Halskette. Zudem liegt der DVD ein 16seitiges Booklet mit Hintergrundinfos (leider nur in Englisch) bei. Das auf dem Cover mit knapp 36 Minuten angegebene Making of läuft zwar nur 16 Minuten, gewährt uns dafür einen schönen Einblick in die Arbeit an "Der Todesking". Zu sehen bekommen wir durchweg Behind the Scenes-Aufnahmen, welche mit einer Super8-Kamera aufgenommen wurden und von den Machern kommentiert werden, u.a. die aufwendige Arbeit an den Spezialeffekten im Film oder wie die Kamerafahrt über die Brücke realisiert wurde. Die Kommentare können einmal in deutsch und einmal in englisch angehört werden. Weiter geht es mit dem 4minütigen, bisher unveröffentlichten Kurzfilm "Ogar - Der Hässliche" aus dem Jahre 1982. Jörg Buttgereit erzählt darin ein Märchen über einen einsamen und erzürnten Ogar, der von einem tapferen Prinz errettet wird. Weder spektakulär, noch aufwendig in der Inszenierung, aber schön anzusehen. "The Letter" scheint eine 2minütige geschnittene Szene aus dem Hauptfilm zu sein und zeigt eine Frau, die sich den Kettenbrief aus dem Film durchliest. Die Bildergalerie ist mit über 130 selbstlaufenden und mit Musik unterlegten Fotos sehr umfangreich ausgefallen und zeigt Setfotos, Poster und Videocover zum Film. Unter "Interview in Clippin'" gibt es ein 9minütiges Interview mit Jörg Buttgereit in der kleinen Independent-Sendung Clippin', in der Buttgereit über das Ramones-Musical, seine Hörspiele und weitere Projekte spricht. Nachfolgend dürfen wir uns über das witzige Musikvideo "Suche Kontakt" der Band Cockbirds freuen, bei dem Buttgereit Regie führte und in "Into the Mind of a Splatter Director" gibt es noch ein 8minütiges, auf englisch geführtes Interview aus Holland, bevor wir uns den Originaltrailer, fünf weitere Trailer anderer Buttgereit-Filme, sowie eine Filmografie in Textform anschauen dürfen. Beim Audiokommentar mit Jörg Buttgereit und Franz Rodenkirchen werden alle Fragen über die Produktion, die Dreharbeiten und sogar die Darsteller beantwortet. Wie gewohnt geht Buttgereit zusammen mit Rodenkirchen sehr ausführlich auf das Gezeigte ein und man merkt es den beiden an, dass sie selbst beim Einsprechen von zwei Kommentaren nicht die Lust verlieren. Der Hauptkommentar in deutsch ist spontan in seiner Art, gewährt uns einen tiefen Einblick ins Geschehen und bleibt trotz eines enormen Informationsflusses stets sehr unterhaltsam und spaßig. Der englische Kommentar (ursprünglich für die US-DVD von Barrel Entertainment erstellt) ist ähnlich dem deutschen und hält sich stark an Fakten und Hintergründe. Man merkt, dass ein englischer Kommentar nicht so leicht von den Lippen geht wie der deutsche Kommentar, wobei auch der englische Zuhörer nicht benachteiligt wird und mit zwei gut gelaunten Sprechern rechnen darf.
 ++++--

Fazit
Für mich ist "Der Todesking" neben Interner Link"Schramm" der beste Film von Jörg Buttgereit. Er schafft es, einem jegliche gute Laune aus dem Körper zu saugen. Selten durfte man so einen herunterziehenden, deprimierenden und dennoch kunstvollen Film gesehen. Es stimmt einfach alles, angefangen von der düsteren, teilweise hypnotisierenden Musik, über die Zusammenstellung der (vermeintlich) zusammenhangslose Episoden, die an jeweils einem von sieben Wochentagen spielen, über die beklemmende Atmopshäre eines Filmes, der fast ohne Dialoge auskommen kann. Zwischen jeder Episode sehen wir im Übrigen eine Leiche, die in Zeitraffer verwest. Ein toller Effekte, sieht verdammt realistisch aus und wird im Making of der DVD passend gewürdigt. "Der Todesking" weist keine durchgehende Geschichte auf, sondern handelt einfach "nur" vom Tod bzw. von Menschen, die ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Hier beschäftigt man sich niemals mit dem "Warum?" oder versucht eine Erklärungen für die jeweilige Lage des Protagonisten zu finden, sondern lenkt den Fokus auf den Suizid selbst. Wer Gore erwartet sollte aber die Finger vom "Todesking" lassen: Auch wenn es einige schöne Effekte gibt wie z.B. in dem "Vera - Todesengel der Gestapo"-Fakevideo, so werden hier nicht die Gorehounds angesprochen, sondern ... Ja, wer wird den hier eigentlich angesprochen? Potenzielle Selbstmörder und Suizidgefährdete? Falsch, denn "Der Todesking" animiert sicherlich nicht zum Selbstmord, die abschreckende Wirkung ist einfach zu groß und nicht von der Hand zuweisen. Von daher ist er vielleicht sogar eine Art Therapie für angehende Selbstmörder. Denn trotz aller Verzweiflung, die der Film ausstrahlt, versprüht er Hoffnung. Von daher bekommt "Der Todesking" für mich das Prädikat: Besonders wertvoll ...



Bilder der DVD




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NewsSex. Murder. Art. - Retrospektive Jörg Buttgereit vom 8. bis 28. Januar in Düsseldorf
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