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NZ, SG 2007
Originaltitel:Tattooist, The
Länge:87:26 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Peter Burger
Buch:Matthew Grainger, Jonathan King
Kamera:Leon Narbey
Musik:Peter Scholes
SFX:Dan Perry, Tinsley Transfers
Darsteller:Jason Behr, Mia Blake, David Fane, Robbie Magasiva, Caroline Cheong, Michael Hurst, Nathaniel Lees, John Bach, Timothy Balme, Chen Bangzhi, Jarred Blakiston
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:11.07.2008 (Verleih) / 08.08.2008 (Kauf)



Inhalt
Bei einer Ausstellung in Singapur lernt der amerikanische Tattoo-Künstler Jake Sawyer (Jason Behr) nicht nur die geheimnisvolle Sina (Mia Blake) kennen und lieben, sondern auch die traditionelle samoanische Tätowierkunst Tatau. Als er beim Experimentieren mit alten Werkzeugen unwillentlich einen mächtigen und bösartigen Geist entfesselt, wird Jakes Kunst zur tödlichen Gefahr für sich und sein Umfeld. Denn der Dämon befällt jeden, den Jake berührt. Um Sina und sich selbst vor den unheilvollen Konsequenzen zu bewahren, begibt sich der "Tattooist" auf eine Reise in die geheimnisvolle Welt pazifischer Mythen und Legenden ...

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Das anamorphe Bild im Format 2,35:1 zeigt gehobene Standards für eine kleine Produktion, manchmal aber auch dessen Schwächen. Meist darf man sich über eine gute bis sehr gute Schärfe freuen, die besonders in Außenaufnahmen einen prächtigen Eindruck hinterlässt. Es mag zwar sein, dass Details gegenüber der gefälligen Tiefenschärfe nicht ganz so gut abschneiden, aber trotzdem ist das Bild in beiden Bereichen sehr überzeugend. Peter Burger hat seinen Film einer zeitgemäßen, aber nicht unbedingt natürlichen Farbfilterung unterzogen. Die dunkle, unwirkliche Szenerie wird oft in gelbliche Hautfarben und bläuliche Nachttöne getaucht. Qualitätseinbußen sind in wenigen Szenen vorhanden, zum Beispiel einer etwas milchigen Innenaufnahme eines dunklen Zimmers und später auch ein paar Detailverlusten. Ansonsten steht dem dennoch guten Eindruck nur die Kompression ein wenig im Weg, die bei genauem Hinschauen mit etwas Bewegung auf gleichfarbigen Flächen arbeitet.
 ++++/-

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Die deutschen Tonspuren können mit bester Verständlichkeit und einer angenehmen Klangdichte aufwarten. Vereinzelte Effekte, die sich durch sehr schöne Beweglichkeit auszeichnen, lassen aufhorchen und lockern den Klang interessant auf. Viel mehr ist den Toningenieuren aber nicht eingefallen, denn es fehlt an durchgängiger Nutzung der hinteren Lautsprecher, was sich auch beim DTS-Ton nicht ändert. Eine dauerhafte Ausnutzung aller Lautsprecher, auch wenn es relativ ruhige Szenen sind, hat sich schließlich langsam zum Standard erhoben. Mittels Musik hat aber der Bass ordentlich zu tun und deutsche Untertitel werden auch angeboten.
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Extras
Extras
  • Interviews:
    • Jason Behr (5:23 Min.)
    • Mia Blake (4:24 Min.)
    • David Fane (2:16 Min.)
    • Robbie Magasiva (1:56 Min.)
    • Caroline Cheong (1:34 Min.)
    • Peter Burger (5:20 Min.)
    • Robin Scholes (2:30 Min.)
    • Tuifa'asisina Soafaga Letelemaaana (4:24 Min.)
  • B-Roll (6:45 Min.)
  • Originaltrailer (1:57 Min.)
  • Trailershow:
    • Anamorph (2:04 Min.)
    • Intimate Enemies (2:06 Min.)
    • Towards Darkness (1:37 Min.)
    • Lords Of The Street (1:51 Min.)
    • Gene Broadway (1:43 Min.)
    • The Fifth Patient (1:25 Min.)
    • Sex And Death (2:04 Min.)
    • Ein Song zum Verlieben (1:51 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die Interviews im Clip-Format machen ein wenig den Eindruck, als ob sie für ein späteres Making Of erarbeitet wurden, das nicht entstand. Deswegen ist die Qualität des Inhalts auch unterschiedlich, meistens aber etwas redundant (Erklärung der Handlung und Figuren). Interessant wird es, wenn Jason Behr erzählt, wie er ehrenhalber zum Matai ernannt wurde oder wenn ein samoanischer Tätowierer hervorhebt, wie sehr ihm der Film am Herz liegt, weil dieser trotz Auslegung auf ein Unterhaltungsprodukt die Kultur seines Volkes sehr gut dokumentiert. Dem kann ich nur zustimmen, denn diesen Eindruck hat man als Außenstehender vom Film. Neben dem Trailer hat man noch Zugriff auf ein paar Minuten Mitschnitte, die neben dem normalen Drehalltag entstanden und verdeutlichen sollen, wie die Stimmung am Set war. Untertitel in deutscher Sprache gibt es dazu.
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Fazit
Eins darf man Peter Burger, der sonst eher fürs TV arbeitet, zugute halten: Mit "Tattooist" ist er sichtlich bemüht, die neuseeländische Kultur zu beleuchten, insbesonders die der Ureinwohner Maori, die nun wahrlich nicht oft thematisch ins Filmvisier genommen werden - zumindest nicht in Horrorfilmen. Festgemacht wird ein Teilbereich, nämlich das rituelle Tätowieren, dem für die Maori nicht nur die Bedeutung als Körperschmuck, sondern auch ein wenig Übernatürliches innewohnt.
Ein amerikanischer Tätowierer, der stets auf der Suche nach neuen Motiven ist, selbst aber wenig an die Kräfte einer Tätowierung glaubt, verletzt sich am Werkzeug, dass er einem Kollegen gestohlen hat, und hat nun seltsame Visionen. Schlimmer kommt es noch, als alle diejenigen, denen er ein Tattoo verpasst, innerhalb weniger Tage einen grausamen Tod sterben, als ob ihre Haut aufgerissen würden. Unter seinen kürzlich erstellten, menschlichen Kunstwerken befindet sich auch seine neue Freundin Sina, die das selbe Schicksal zu ereilen droht.
Leider ist der Film selten wirklich einfallsreich, wenn es darum geht, seine Geistergeschichte zu entwickeln. Als sei es der letzte Ausweg jedes halbfertigen Geisterfilms, muss sich auch "Tattooist" mit einem (untoten) bösen Unruhestifter abfinden, der immer weiter Opfer sucht, bis jemand sein dunkles Geheimnis aufdeckt. Sein ernsthaftes Anliegen verspielt sich der Film damit, dass Hauptdarsteller Jason Behr mit grottenschlechter Darstellung (Stichpunkt: Standardmine) der Rolle als Protagonist nicht gewachsen ist. Dadurch verliert der ohnehin mehr B- als A-Movie sein wollende Streifen etwas von seiner Glaubwürdigkeit. Vielleicht hätte man das durch etwas mehr Gore und Sex ausbessern können, schließlich ist die Chance auf psychologischen Horror schon früh verschenkt (u.a. wegen bekloppter Figuren wie der medial begabte HipHop-Junge). Das, was mit den Opfern passiert, ist zumindest als unangenehm zu verstehen: Äderchen und die Haut platzen an einigen Stellen auf und es sieht aus, als ob ein unsichtbarer Tätowierer sein düsteres Werk am Opfer beendet. Statt Blut schwarze Tinte fließen zu lassen ist eine nette Idee, weil es die Sache unheimlicher macht, aber so richtig Wert legt Burger nicht auf diese Effektsequenzen. Zum Ende hin verliert sein Werk Sympathiepunkte, weil ein kitschiger Abschluss und ein kopflos handelnder Protagonist schon etwas sauer aufstoßen. Auch die Tattoo-Szenen sind sehr klischeehaft dargestellt und nicht durchdacht. Beispielsweise wird zu Beginn ein asiatisches Pärchen gezeigt, das ins Studio kommt und eine Minute später bereits unter der Nadel liegt - ohne dass die beiden wirklich Wünsche zum Motiv geäußert haben. Hier scheint es, als ob man einfach schnell zwei Figuren in die Handlung einführen wollte, um sie wenig später zu verheizen.

Insgesamt interessant begonnenes, später aber der Umsetzung wegen nur noch durchschnittlicher Geistergrusel mit Fehlbesetzung in der Hauptrolle. Die DVD dagegen ist sehr ordentlich geworden.



Bilder der DVD




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