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KR 2006
Originaltitel:Holli-dei
Alternativtitel:Holiday
Länge:116:54 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Yun-ho Yang
Buch:Yun-ho Yang
Kamera:Shin Oak Yun
Darsteller:Min-su Choi, Hyun Dong, Se-jin Jang, An Jo, Bong-gyu Lee, Eol Lee, Sung-jae Lee, Young-dong Moon, Sung-min Sol, Hyeon-Soo Yeo
Vertrieb:Splendid
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:25.05.2007 (Kauf)



Inhalt
Seoul 1988: Die Regierung will die Stadt für die Olympischen Spiele vorbereiten und lässt mehrere Armensiedlungen räumen. Dort sollen neue Prachtbauten errichtet werden, um den Besuchern aus aller Welt zu beweisen, welch würdiger Gastgeber man ist. Bei einer dieser äußerst gewaltsamen Räumungen erschießt der unbarmherzige Polizist An-seok Kim den jungen, behinderten Ju-hwan. Dessen Bruder Kang-heon Ji wird verhaftet und zu sieben Jahren Gefängnis wegen Behinderung der Behörden verurteilt. Im Knast erwartet ihn die Hölle, da der beförderte An-seok Kim mittlerweile zum Gefängnisdirektor aufgestiegen ist. Nach etlichen Stunden der Folter und Demütigung sowie gescheiterten Attentaten auf Kim, beschließt Kang-heon mit dem Gangsterboss Dae-chul Hwang und mehreren Knastbrüdern auszubrechen, um die Welt aufzurütteln und auf Südkoreas politische Missstände aufmerksam zu machen ... Eine blutige und folgenschwere Entscheidung!

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Die deutsche DVD zum Film kann sich wirklich sehen lassen, denn der Film sieht dem geringen Alter entsprechend sehr frisch und detailliert aus. Gerade den actionhaltigen Außenaufnahmen kommt ein hoher Grad an Realismus zugute, weil man sehr auf verwischungsfreie Bewegungen geachtet hat, die weder an Plastizität noch an Detailgrad verlieren. Zwar kommen die Aufnahmen um etwas Restrauschen nicht herum, das fällt aber dermaßen gering aus, dass man nicht einmal eine Rauschbeseitigung erkennt. Die Farben gestalten sich sehr natürlich mit einer geringen Anhebung der Grüntöne, was trotzdem keine Beeinträchtigungen mit sich bringt. Warum allerdings das weitgehend saubere Bild in einigen Szenen wiederholt von weißen Punktkratzern heimgesucht wird, ist nicht ganz klar. Dabei müsste doch gerade das kein Problem sein. Der Kontrast wurde im Vergleich zu anderen Spielfilmen etwas angezogen, womöglich, um die 80er Jahre als Handlungszeitraum zu verdeutlichen. Insgesamt sehr gut!
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Koreanisch
UntertitelDeutsch
 Klanglich ist der deutsche Dolby Digital 5.1-Ton eine echte Wohltat für den Zuhörer, denn es wurde sehr darauf geachtet, ein feingliedriges und dichtes Klangbild zu erzeugen. So sind die gelegentlichen Bassschübe sehr interessant, der Dialogteil klar und der Dynamikumfang, wenn er denn benötigt wird, sehr gut zu vernehmen. Im Grunde gibt es fast die gesamte Zeit über auch Arbeit für die Rear Speaker, nur hört man das manchmal nicht wirklich heraus, weil es sich um sehr leise abgemischte Signale handelt, denen kein besonderer Wert zugemessen werden kann. Dafür sind Actionsequenzen angenehm brachial und lautstark, auch wenn es eher selten welche gibt. Zur Abwertung führt aber der Umstand, dass eine Umschaltung auf den ebenbürtigen koreanischen Originlton nur übers Menu funktioniert und man folglich auch die deutschen Untertitel nicht testweise auswählen kann.
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Extras
Extras
DVD 1:
  • Audiokommentar
  • Trailer:
    • Der Fluch von Betsy Bell (2:46 Min.)
    • Severance (2:01 Min.)
    • Dragon Tiger Gate (2:48 Min.)
    • Harsh Times (2:12 Min.)
    • Crying Fist (2:11 Min.)
    • City Of Violence (2:17 Min.)
    • Haunted Village (1:54 Min.)
    • Bittersweet Life (2:01 Min.)
DVD 2:
  • Making Of (25:47 Min.)
  • Interviews Schauspieler (19:24 Min.)
  • Interviews Crew (12:56 Min.)
  • Deleted Scenes (10:23 Min.)
  • Set-Design (6:31 Min.)
  • Musikvideo (2:53 Min.)
  • Galerie (3:23 Min.)
  • Fotoshooting (3:30 Min.)
  • Epilog (8:29 Min.)
VerpackungKeepCase im Metallschuber
 Es ist natürlich toll, dass der koreanische Audiokommentar durch Untertitel ins Deutsche übersetzt wurde, aber einfach zu verstehen ist er trotzdem nicht. Die 8 (!!) Darsteller und der Regisseur haben Spaß beim Einsprechen und reden über eine ganze Menge, das sie an den damaligen Dreh zurückerinnert, aber als Leser der Untertitel weiß man selten, wer gerade was einspricht. Wer mitliest bekommt trotzdem einiges geboten. Außerdem enthält die erste DVD Trailer.
Die zweite DVD enthält durchweg interessante und deutsch untertitelte Extras, auch wenn die japanische Freundlichkeit manchmal ein wenig den Eindruck erweckt, dass besonders die Darsteller Werbung für den Film machen mögen. So ist es aber nicht, denn bereits das Making Of zeigt einen interessanten Mix aus Interviews, Set-Aufnahmen und Effektarbeit. Die Interviews der Darsteller zeigen etwas mehr von der Arbeit am Set, während die Interviews der Crew besonders beleuchten, auf welchen Begebnissen der Film basiert, was sich damals wirklich zugetragen hat und wie es letztlich im Film verarbeitet wurde. Auch bei den Deleted Scenes sollte man unbedingt hineinschauen, denn es werden noch ein paar interessante Aspekte des Filmes beleuchtet, z.B. die Psyche des Gefängniswärter oder wie der Politiker in die Gewalt der Gefangenen kommen konnte. Beim Set-Design geht es vor allem darum, dass für den Film ein Gefängnis gebaut wurde, weil trotz der vielen koreanischen Filme, in denen Gefängnisse vorkommen, nie eins komplett als Set errichtet wurde. Wen der großartige Titeltrack, der auch im Menu als billige Coverversion gespielt wird, interessiert, der sollte sich das Musikvideo dazu in den Extras anschauen. Hierbei handelt es sich aber nicht um ein Originalmusikvideo des Songs aus dem Jahr 1967 von den Bee Gees, das vermutlich gar nicht existiert, sondern um Filmaufnahmen, über die das Lied gelegt wurde. Auch in der Galerie wird dieser Song zu Beginn genutzt. Das Fotoshooting zeigt, wie einige der Stills und Plakatmotive entstanden sind. Im Epilog dürfen alle Sprecher des Audiokommentars nach ihrer Session kurz Danke sagen.
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Fazit
Hier haben wir es wieder, das im asiatischen Film oft auftauchende Problem der unglaublich facettenreichen und Genre übergreifenden Inszenierung, die dazu führt, dass das Endprodukt in jedem seiner Teile zwar überzeugend ist, letztlich aber den Eindruck einer etwas zu vollgepackten, wenn auch gut erzählten Gesichte macht. "State Of Violence" ist also reine Geschmackssache, denn manchem gefällt diese Vielzahl an Umschwüngen, mir leider nicht.
Die Koreaner sind sonst eigentlich bekannt für realistische Charaktere und Handlungsstränge, legen davon in diesem Fall aber etwas zur Seite und lassen das gefürchtete "comic relief" durchschimmern. Das beginnt beim Gefängnisdirektor (Todfeind des Protagonisten), der in Sadismus und überzogener Mimik wirklich in jeden besseren B-Action-Movie passen würde, aber eben nicht in einen "State Of Violence", in dem es wichtig ist, die politisch verankerte, auf realen Ereignissen fußende Geschichte über die Charaktere zu definieren. Ebenfalls nichts sonderlich angetan bin ich vom doch etwas melodramatischen Schluss, der zu lange vorbereitet wird und dann doch nicht so richtig passend erscheint. Die wilde, fröhliche Ausbrecherbande passt nicht zum schweren Thema, das der Kopf des Sextetts öffentlich bloß zu stellen versucht: In so vielen Szenen vermittelt der Film die gerichtlichen Misstände des Landes, die vorherrschende Korruption und die Zweiklassengesellschaft, die zwangsläufig zur Diskriminierung und Benachteiligung des einfachen Standes führt.
Trotzdem hat "State Of Violence" die Zuschauer die meiste Zeit auf seiner Seite, auch wenn manchmal etwas zu plumpe Methoden wie Schwarzweißmalerei angewandt werden. Der zweistündige Einblick zeigt die sechs Kleinverbrecher, die ihre hohe Bestrafung als auch die Mishandlung im Gefängnis für ungerecht halten, aus dem Gefängnis fliehen und den Plan schmieden, einen wichtigen Politiker des Landes zur Rede zu stellen, um ihren Protest in die Medien zu tragen. Sehr blauäugig navigieren sie sich aber bald in eine Sackgasse, verfolgt von der Polizei, dem Militär und dem verhassten Gefängniswärter, der das Wiedereinfangen der Ausbrecher als Chance sieht, auf seiner Karriereleiter nach oben zu klettern. Die spannenden und bewegenden Szenen in diesem Abschnitt wären sicherlich noch intensiver gewesen, hätte man etwas an den Charakteren gefeilt, denn die Burschen kann man schwerlich ernst nehmen, sind bereits durch ihre Äußerlichkeiten auf Popcorn-Kino abonniert. Das will "State Of Violence" aber an vielen Stellen nicht sein. Wer diesen Bruch akzeptiert, wird sicherlich viel Gefallen am produktionstechnisch einwandfreien Film finden.

Der Kunde hat wieder die Auswahl zwischen der Einzel-DVD, der Special Edition mit zwei DVDs und der Gold Edition, die zusätzlich noch den chicen, goldfarbenen Metallschuber enthält. Egal, welche Fassung man sich kauft, Splendid hat wieder mal eine sehr gute Umsetzung eines koreanischen Filmes erarbeitet.



Bilder der DVD




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