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IT 1970
Originaltitel:Per una bara piena di dollari
Alternativtitel:Barrel Full of Dollars, A
aka. Coffin Full of Dollars
aka. Showdown for a Badman
aka. Adios Companeros
aka. Für einen Sarg voller Dollars - Adios Companeros
Länge:82:53 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Demofilo Fidani
Buch:Tonino Ricci, Demofilo Fidani
Kamera:Joe D'Amato
Musik:Coriolano Gori
Darsteller:Jack Betts, Gordon Mitchell, Ray Saunders, Simonetta Vitelli, Benito Pacifico, Attilio Dottesio, Klaus Kinski, Jeff Cameron, Renzo Arbore, Luciano Conti, Amerigo Leoni
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:11.07.2008 (Kauf)



Inhalt
Tom Hagen (Klaus Kinski), Anführer einer Horde brutaler Banditen, versetzt die Bewohner in New Mexico regelmäßig in Angst und Schrecken. Als bei einem Überfall auf die Ranch der reichen Hamiltons sein Bruder ums Leben kommt, schwört Hagen blutige Rache - und lässt seinen Schergen Tamayo (Jack Betts) in einer Vergeltungsaktion die komplette Hamilton-Familie ausrotten. Nur einer überlebt das Massaker: George (Jeff Cameron), jüngster Spross der Familie, der bei der Armee stationiert ist. Unter dem Decknamen "Nevada Kid" macht sich der letzte der Hamiltons auf die gnadenfreie Jagd nach den Mördern seiner Familie ...

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Auf den ersten Blick mag ein Vollbildformat für einen Western sehr ungewöhnlich sein, denn normalerweise ist man an dieser Stelle breitwandiges Scope gewöhnt. Daran soll man sich aber nicht stören, denn der Käufer der DVD bekommt ein erstklassiges Bild geboten. Besonders erfreulich ist die Fehlerfreiheit. Wirkliche Materialschäden wird man nicht mehr zu Gesicht bekommen, lediglich eine plötzliche Rotfärbung von Teilbereichen wird man unterschwellig wahrnehmen können. Darüber hinaus ist die Frische des Bildes erstaunlich, denn es wird eine Plastizität geboten, die nicht nur für das Erscheinungsjahr des Filmes (1971) sehr überzeugend ist, sondern auch Bewegungen standhält. Rauschen ist auch kaum noch zu sehen, hat demnach keinerlei Auswirkungen auf die Qualität. Sehr zufrieden sein darf man auch mit den Farben und dem Kontrast. Lediglich eine Szenenabfolge während des Showdowns in der 75. Minute ist grünstichig, der Rest zeigt sehr gute ausgeprägte Farben. Dazu muss man sagen, dass trotz der frischen Farben die Steppe etwas kühl aussieht bzw. bräunliche Farben dominieren. Trotzdem, hier wurde mehr erreicht, als man sich hat träumen lassen. Dank Altersbonus eine Aufwertung um einen halben Punkt.
 +++++-

Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Italienisch
UntertitelDeutsch, Deutsch für nicht synchronisierte Szenen, Englisch
 Beim Ton macht sich ebenfalls eine ordentliche Aufarbeitung bzw. eine fehlerfreie Vorlage bemerkbar. Die deutsche Tonspur, die lediglich an einer Szene wegen einer fehlenden Synchro auf den O-Ton und deutsche Untertitel umschaltet, ist zwar kernig, aber sehr hell und besitzt keine Schwächen wie leiernde Musik oder überspitzte Stimmen. Das Gitarrenspiel im Mittelteil klingt beispielsweise noch ziemlich frisch. Ziemlich ähnlich gibt sich der italienische Originalton. Vermutlich um eine bessere Vermarktung im Ausland zu erreichen, sind auch englische Untertitel dabei. Die komplette deutsche Untertitel basiert übrigens nicht auf den deutsch gesprochenen Dialoge, die an einigen Stellen doch sehr viel zotenreicher ausfallen als das, was man mitlesen darf.
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Extras
Extras
  • 3seitige Linernotes im Innenteil des DigiPacks
  • Featurette "Memories From The Near West" (20:25 Min.)
  • Dt. Trailer (2:32 Min.)
  • Ital. Trailer (2:39 Min.)
  • Bildergalerie (5 Bilder)
  • DVD-Credits (3 Seiten)
VerpackungDigiPack
 Koch ließ es sich nicht nehmen, auch für diesen Film ein kleines Making Of zu produzieren, das als Interview mit Simone Blondel, Tochter des Regisseurs und Nebendarstellerin (als Entführte), aufgemacht ist. Sie wurde durch ihren Vater sehr früh und stark in das Projekt involviert und erzählt über die Arbeit des Regisseurs, aber auch über die Erfahrungen mit den Darstellern. Kurze Filmszenen zeigen natürlich die jeweiligen Personen im Film. Der deutsche Trailer enthält die Widescreen-Fassung des Films. Bei genauerer Betrachtung stellt sich aber heraus, dass man nicht um fehlende Informationen beim Vollbild-Hauptfilm bangen muss, denn für den Trailer wurde das Vollbild einfach abgedeckt. Neben dem italienischen Trailer hat man noch Zugriff auf 5 Plakate und die Stabangaben des DVD-Produzenten-Teams. Im Booklet, das auf 3 Innenseiten des ausklappbaren DigiPacks gedruckt ist, erlebt man eine Seltenheit: Autor Wolfgang Luley gibt gewohnt Informationen zum Film, den Darstellern und den Regisseur preis, macht aber kein Geheimnis drum, dass "Für einen Sarg voller Dollars" für ihn eher zu den schlechteren Vertretern des Spaghetti-Westerns gehören. Das DigiPack ist im Design der Reihe gehalten, also zweifarbig und der Filmtitel auf der Front wurde im Prägedruck aufgebracht.
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Fazit
Dem Namen nach, dessen deutsche Übersetzung sich sehr nah am italienischen Originaltitel hält und damit Assoziationen zu "Für eine Handvoll Dollars" weckt, darf man eher eine mittelmäßige Italowestern-Arbeit erwarten, die sich kaum künstlerischer oder inhaltlicher Kniffe bedient, um die einfache Rachegeschichte an den Zuschauer zu bringen - oder doch nicht? Das kommt auf die eigenen Ansprüche an: Wer vom Italowestern immer etwas Extravagantes oder Überwältigendes erwartet, für den ist "Für einen Sarg voller Dollars" vielleicht nichts, wer sich aber lediglich auf ein actionreiches Bleigewitter freut, dem ist mit diesen Film geholfen.
Positiv sticht hervor, dass Fidani sein relativ kurzes Prärie-Spektakel ziemlich geradlinig angeht und sehr schnell zur Sache kommt. Figuren und deren Hintergründe bleiben dabei ein wenig auf der Strecke, was dennoch genügt, um die Fronten zu klären, aber eben nicht, um den Helden oder den Antagonisten richtig zu stilisieren. Während Jeff Cameron als Rächer seiner Familie ohnehin etwas blass bleibt, ist das bei Klaus Kinski fast etwas schade. Der darf zwar seine Psychopathen mit Routine abwickeln, mehr bleibt aber leider nicht hängen. Sicherlich ist die Charakterisierung keine Stärke des Scripts, aber gerade bei einer Nebenfigur, dem blonden Kopfgeldjäger, der mit George gegen dessen Erzfeind vorgeht, gewinnt man die Sympathie des Zuschauers. Sehr früh schon darf man sich auf die ersten Feuergefechte freuen, die nur von einem (manchmal etwas in die Länge gezogenen) Ritt durch die karge Prärie unterbrochen werden. Im Grunde ist "Für einen Sarg voller Dollars" ein ewig langer Showdown, was interessant ist, wenn man sich auf abgeschossene Pistoleros freut, die Dächer herunterrollen oder von Pferden purzeln werden, aber auf Dauer auch ein eintönig sein kann. Es fehlt etwas das Geschick, bewusst auf Höhepunkte hinzuarbeiten und diese auch spannend aufzulösen. Als Beispiel sei hier mal das verschenkte Ableben von Kinskis Hagen (in der dt. Synchro: Slagen) genannt, das etwas lustlos aussieht. Im Booklet-Text wird von der Film als "eigentlich Trash" abgestempelt, was bei diesen Szenen gewisserweise nachvollziehbar ist. Auch das Ableben der Gauner ohne sichtbare Einschusslöcher oder Blutflecke ist typisch US-amerikanisch, aber nicht richtig schön "dreckig italienisch".

Trotzdem, seinen Spaß kann mit dem manchmal etwas naiven "Für eine Handvoll Dollars" haben. Besonders die deutsche DVD im DigiPack veredelt das Werk, denn Bild und Ton sind gemessen am Alter sehr gut und das Bonusmaterial macht mal wieder einiges her.



Bilder der DVD




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