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BE, FR 1989
Originaltitel:Marquis
Alternativtitel:Marquis de Sade
Länge:79:23 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Henri Xhonneux
Buch:Marquis de Sade, Roland Topor, Henri Xhonneux
Kamera:Étienne Fauduet
Musik:Reinhardt Wagner
Darsteller:(Stimmen) François Marthouret, Valérie Kling, Michel Robin, Isabelle Wolfe, Vicky Messica, Nathalie Juvet, René Lebrun, Bob Morel, Roger Crouzet, Willem Holtrop, Eric De Sarria, Peter Fischer, Henri Rubinstein, Hans Mauli, Jacques Bouanich, Philippe Bizot
Vertrieb:Bildstörung
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:02.10.2008 (Kauf)



Inhalt
Am Vorabend der französischen Revolution: Der Marquis, ein ausgesprochen eloquenter Cocker Spaniel, sitzt wegen unerhörter Entweihung eines Kruzifixes in der Bastille ein. Sein einziger Freund - und zugleich schärfster Kritiker seines Schreibstils - ist das eigene sprechende Sexualorgan namens Colin. Die beiden Vertreiben sich ihre Zeit mit Gesprächen über Kunst, Literatur, Politik und sexuelle Freiheit - und doch dreht sich alles immer nur um die Frage: Wer hört auf wen? Als eines Tages die junge schwangere Kuh Justine in die Nachbarzelle gesperrt wird sieht sich der Marquis plötzlich als Spielball einer politischen Verschwörung, deren Spur bis an den königlichen Hof führt. Von nun an stehen beide Köpfe auf dem Spiel ...

Bild
Format1,66:1 (anamorph)
NormPAL
 Entstanden im Jahre 1989 überrascht der anamorphe Transfer, welcher im Originalformat 1,66:1 vorliegt. Die Schärfe bewegt sich auf gehobenem Niveau und zeigt sich sehr detailfreudig. Es sind zwar auch etwas weichere Passagen vorhanden, doch gehören diese eher der Seltenheit an und können die Bewertung nicht beeinflussen, da es niemals unscharf erscheint. Die Farben wirken etwas reduziert, jedoch durchweg natürlich, was dem Film auch optisch sehr gut steht. Auch der Kontrast darf als gelungen bezeichnet werden und hinterlässt einen sehr homogenen Eindruck. Es wird ein guter Schwarzwert geboten, der selbst in dunklen Szenen Details offenbart. Bildrauschen ist nur in geringem Ausmaß vorhanden und die Kompression sorgt für kleinere Unruhen. Dennoch ein sehr gelungener Transfer.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Stereo)
SpracheDeutsch, Französisch
UntertitelDeutsch
 Die deutsche Synchronisation, welche das Flair des Films sehr gut zu transportieren vermag und nebenbei gesagt auch sehr passend besetzt wurde, liegt ebenso wie das französischsprachige Original in Stereo vor. Die beiden Tonspuren sind sich fast ebenbürtig, wobei die deutsche Sprachfassung etwas besser klingt. Die Dialoge werden sauber und natürlich in beiden Fassungen wiedergegeben, doch ist im Original ein leichtes Hintergrundrauschen vorhanden, wovon das deutsche Pendant nicht betroffen ist. Die Abmischung wirkt jederzeit homogen, ohne dass Musik oder Effekte die Dialoge übertönen würden. Untertitel sind optional in deutscher Sprache vorhanden.
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Extras
Extras
DVD 1 (Hauptfilm):
  • Deutscher Trailer (0:44 Min.)
DVD 2 (Extras):
  • "Paralleles Behind The Scenes" (79:23 Min.)
  • Making Of (31:45 Min.)
  • Die Masken (14:07 Min.)
  • Deleted Scenes (2:59 Min.)
  • Storyboard (1:45 Min.)
  • Trailer:
    • Im Glaskäfig (2:19 Min.)
    • Bad Boy Bubby (1:54 Min.)
VerpackungKeepCase im Schuber
 Während die erste DVD lediglich den deutschsprachigen Trailer zu "Marquis" enthält, hat die zweite DVD einiges zu bieten, das dem Filminteressierten gefallen wird. Zum einen gibt es den kompletten Film unter dem Titel "Paralleles Behind The Scenes" nochmals zu bestaunen mit einem Blick hinter die Kulissen, die per "Multi Angle"-Taste auf der Fernbedienung aktivierbar sind. Leider gibt es nur den Filmton zu hören, wobei der Set-Ton sicherlich auch von Interesse gewesen wäre. So kann man aber immer zwischen Film und Blick hinter die Kulissen nach belieben wechseln. Das Making of enthält ebenfalls einige der zuvor gesehenen Behind the Scenes-Aufnahmen, diesmal aber mit dem Set-Ton und noch diversen Interviews mit der Crew obendrauf, was sehr ausführlich ausgefallen ist. Zwar ohne jeden Informationsgehalt, dafür aber einen Blick wert ist das Featurette über "Die Masken", in dem die Darsteller gezeigt werden, wie sie die Masken aufgesetzt und abgenommen bekommen. Hier gibt es auch noch ein kurzes Interview mit dem Entwickler. Zwei Trailer zu weiteren Veröffentlichungen runden das Bonusmaterial schließlich ab. Bleibt noch zu erwähnen, dass das gesamte Bonusmaterial auch deutsch untertitelbar ist. Im KeepCase befindet sich noch ein 16-seitiges Booklet mit weiteren Informationen zum Film und den Machern.
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Fazit
Man wird verwundert seine Augen reiben beim Anschauen von "Marquis", denn es agieren keine Menschen vor der Kamera, sondern man hat reale Personen hinter Tiermasken versteckt, die durch technische Eingriffe zum Leben erweckt werden. Verantwortlich für diesen ungewöhnlichen Beitrag ist Roland Topor, der im Jahr 1997 leider verstarb. Topor überreichte dem phantastischen Bereich unzählige Geschenke, ließ sich selbst aber niemals in eine bestimmte Ecke drängen und arbeitete als Drehbuchautor, Zeichner, Darsteller und Regisseur sowohl im Theater als auch auf der großen Leinwand. Zu seinen bekanntesten Werken dürften die literarische Vorlage zu Roman Polanskis "Der Mieter" und seine Mitwirkung als Darsteller in Werner Herzogs "Nosferatu" zählen. Für den Film "Marquis" ging Topor einen etwas anderen Weg und verbindet die französische Revolution mit den Geschichten des Marquis de Sade. Neben dem Drehbuch war er auch für den Entwurf der Figuren zuständig. Topor bastelte sich seine eigene kleine Welt, die er im Jahre 1789, also zu Beginn der französischen Revolution, in der Bastille ansiedelte. Hier sitzt der Marquis im Gefängnis und nutzt die Zeit hinter vergitterten Fenstern und Türen, um seine sadoerotischen Werke niederzuschreiben. Ihm zur Seite "steht" sein eigenes Glied mit Namen Colin, das ihm neben interessanten Gesprächsthemen aus der Politik und Kunst auch als aufgeschlossener Zuhörer für seine Geschichten zur Seite steht. Die Bastille selbst beherbergt eine eigene kleine Welt, in der es die verschiedensten Charaktere mit ihren Eigenschaften gibt: Verlogene Kirchenmänner und ein vergewaltigender König umgeben von einem nicht weniger aufdringlichen Volk, das sich für etwas Besseres hält und seine Zeit mit Rufmord und Bordellbesuchen vertreibt. Sehr surreal wurde das Drehbuch von Topor durch Henri Xhonneux in Szene gesetzt und geht gerade den erotischen Aspekt betreffend nicht gerade zimperlich zur Sache. Aber auch die Philosophie kommt nicht zu kurz, wenn der Marquis mit seinem Glied feinsinnig die Texte des eben erdachten zitiert und das Glied daraufhin gut überlegt eine Antwort zu geben pflegt. Ein wirklich grandioser Film ist "Marquis" geworden und hebt sich deutlich durch seine Inszenierung und seiner Geschichte vom alltäglichen Filmerlebnis ab.

Mit der ersten Veröffentlichung des neuen Labels Bildstörung darf man sehr zufrieden sein. Neben einem gesuchten und vor allem grandiosen Film sorgt die gute Bild- und Tonqualität sowie eine randvolle Bonusdisc verpackt in einem schicken KeepCase inklusive Schuber für einen absoluten Pflichtkauf für Freunde des anspruchsvolleren Kinos.



Bilder der DVD




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