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BE 2006
Originaltitel:Room, The
Länge:79:15 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Giles Daoust
Buch:Giles Daoust
Kamera:Jean-Marie Nicolas, Raphaël Pannier
Musik:Airlock, Renaud Charlier, Ernst Meinrath, Pierre Mussche
SFX:Lionel Le
Darsteller:Pascal Duquenne, Maximilien Jouret-Maron, Henri Luyckx, Françoise Mignon, Philippe Résimont, Caroline Veyt
Vertrieb:Atomik-Films / Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:05.02.2008 (Verleih) / 13.03.2008 (Kauf)



Inhalt
Eine Familie kurz vor dem Zerfall: Statt freundlicher Worte gibt es brutale Erniedrigungen, statt Geborgenheit unberechenbare Gewalt. Als eines Tages auf einmal eine schwere Holztür erscheint, bricht die Bande endgültig auseinander. Der jüngste Sohn verschwindet spurlos, der Rest der Familie kann das Haus nicht mehr verlassen. All die jahrelang angestauten Schmerzen entladen sich und münden in eisige Todesangst. Hinter der Tür beginnt das Grauen ... und wer immer sie öffnet, wird qualvoll sterben!

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 "The Room" nähert sich dem Arthouse-Kino, also dürfte es nachvollziehbar sein, wenn Farb- und Kontrastfilter ebenso wie das stellenweise körnige Rauschen die Bildqualität beeinflussen. Der Film besitzt drei verschiedene Stilmittel: Angespannte Szenen werden in starken Gelbtönen wiedergegeben, in hektischen, aufreibenden Momenten greift man auf Blautönungen zurück und das Ende zeigt sich stark überblendenden Weißtönen, das einige Farben wie Rot hervorhebt. Die Schärfe leistet sich zwar ein paar Ausreißer, ist sonst aber auf hohem Niveau. Details werden trotz der Verfremdungen deutlich wiedergegeben und die Konturen sind sauber abgegrenzt. Eine sehr ordentliche Leistung für einen vermutlich sehr im Kleinen produzierten Film, der nicht nach Digitalkamera und auch nicht nach übermäßiger Abdeckung des Bildes aussieht - das Format von 2,35:1 sieht "echt" aus.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 Surround (Deu, Frz)
SpracheDeutsch, Französisch
UntertitelDeutsch
 Der Beginn macht echt was her, denn es wird eine Vielzahl von kleineren Effekten mit sehr feiner Auflösung von den hinteren Kanälen wiedergegeben. Man glaubt beispielsweise gar nicht, was aus der simplen Anordnung einer Person, die vor einem Fernseher mit Cartoons sitzt, surroundtechnisch alles herauszuholen ist. Immer wieder lassen diese kleinen Geräusche aufhorchen, scheinbar verlor der Sounddesigner aber mit der Zeit die Lust, sich diesen netten Effekten zu widmen. Ab der Hälfte wird der Surround-Bereich zunehmend dünner und nähert sich dem an, was man von einem Drama-Thriller erwarten würde, der optisch keine besonderen Effekte anbietet und diese deshalb auch klanglich nicht wiedergeben kann. Schade, denn der deutsche 5.1-Ton besitzt Klarheit, einen guten Ansatz beim Subwoofer und ist wunderbar synchronisiert. Nur klebt der Film ab der besagten zweiten Hälfte förmlich an den Frontlautsprechern. Der leise Musikeinsatz hilft etwas drüber hinweg. Ebenfalls zu empfehlen ist die französische 2.0-Surround-Spur, die in der Übersetzung zu den deutschen Untertiteln passt. Jene zeigen nämlich auf, dass für das deutsche Dialogbuch ein paar künstlerische Veränderungen vorgenommen wurden. Mit viel gutem Willen gerade noch 4 Punkte wegen dem Surround-Mangel.
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Extras
Extras
  • Trailer dt. (1:59 Min.)
  • Trailer frz. (1:23 Min.)
  • Artwork-Galerie (0:39 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • The Birthday (3:56 Min.)
    • Corpses (1:37 Min.)
    • Experiment (1:15 Min.)
    • Firecracker (2:01 Min.)
    • Headhunter (2:12 Min.)
    • House Of Usher (1:55 Min.)
VerpackungKeepCase
 Neben Trailer in zweifacher Ausführung enthält die DVD eine Artwork-Galerie mit insgesamt drei Motiven, über die die Kamera zoomt. Unter den Trailern sollte man bei Interner Link"The Birthday" die Boxen nicht allzu weit aufgedreht haben, denn hierbei handelt es sich um einen minderqualitativen Trailer aus dem Netz, der beim Ton sehr verschliffen klingt.
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Fazit
Ich verstehe, dass die Stimmen im Netz über diesen Film fluchen, denn sie sind das Resultat einer völlig falschen Erwartungshaltung, die durch die irreführende Werbung geschürt wird. Das Cover lässt an einen Geisterhausfilm glauben, bei dem ein paar blutige Effekte die üblichen Gruselatmosphäre erzeugen - Standards eben. Beim belgischen "The Room" springen aber keine Dämonen aus Wandschränken oder hinter Türen hervor, denn sie befinden sich im übertragenen Sinne bereits in jenem Raum, in dem die zerstrittene, fünfköpfige Familie gerade beim Abendessen sitzt.
"The Room" kann zwar schockieren, benötigt dafür aber keinen einzigen Spezialeffekt. Das Drama des verbitterten Vaters, der seine Frau tyrannisiert, der schwangeren Tochter, die sich liebevoll um ihren behinderten Bruder kümmert, aber feststellt, dass es in diesem Hause keine Möglichkeit geben wird, ihr Kind großzuziehen, und die Mutter selbt, die unfähig ist, sich um ihr behindertes Kind zu kümmern - das alles sind Auslöser für eine geladene, unangenehme Stimmung. Mehr ein schauriger Traum als eine Horror-Phantasie wird "The Room" später, wenn er sich immer mehr in sein surreales Wesen vergräbt. Spätestens dort ist die Akzeptanz des Zuschauers gefordert, denn es wird nicht leicht zu durchschauen sein, was hier eigentlich vor sich geht. Der Einschluss der Familie in diese kranke Welt ist kein Interner Link"The Shining"-typisches Szenario eines Wahnsinnigen, der seine Familie terrorisiert, sondern es scheint mehr eine Möglichkeit zu sein, um ein dunkles Geheimnis ans Licht zu bringen. Mit langen Kamerafahrten aus schiefen Winkeln wird visuelle Extravaganz erzeugt, die die (Alp-)Traumwelt unterstützen und interessant machen. Leider fühlt man sich manchmal auch ein wenig wie gelähmt im Film, denn nicht alle Szenen machen den Eindruck eines flüssigen Ablaufs. Ein paar Straffungen hier und da hätten der Atmosphäre sicherlich nicht geschadet.

Um dem Film im Nachhinein wirklich etwas abgewinnen zu können und rückblickend die 70 Minuten genossen zu haben, muss man sich vermutlich mehr einarbeiten als es mir gelang. Zuvor sollte man sich aber absolut darüber im Klaren sein, dass "The Room" kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinn ist. Deswegen auch nicht gerade meine Baustelle ...



Bilder der DVD




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