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D, USA 2004
Originaltitel:Man With The Screaming Brain
Länge:89:37 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Not rated
Regie:Bruce Campbell
Buch:Bruce Campbell, David M. Goodman, Sam Raimi
Kamera:David Worth
Musik:Joseph LoDuca
SFX:Unreal Productions, Trick Digital
Darsteller:Bruce Campbell, Tamara Gorski, Ted Raimi, Antoinette Byron, Stacy Keach, Vladimir Kolev, Valentin Giasbeily, Velizar Binev, Raicho Vasilev, Jonas Talkington
Vertrieb:Anchor Bay
Norm:NTSC
Regionalcode:1
DVD-Start:18.12.2007 (Kauf)



Inhalt
Firmenvertreter William Cole (Bruce Campbell) ist nicht gerade glücklich, eine Geschäftsreise nach Bulgarien machen zu müssen, denn schnell muss er feststellen, dass im osteuropäischen Ausland die Uhren noch etwas anders ticken und sein Vermögen ihn nicht weit bringt. Zu allem Übel geht die Beziehung mit seiner Frau Jackie (Antoinette Byron) gerade in die Brüche und der engagierte Taxifahrer (Vladimir Kolev) scheint ein dickköpfiger Selbstmordfahrer zu sein, der den Weg zum Hotel zur todgefährlichen Tour werden lässt.
Bei einem Überfall vor dem Hotel wird Cole am Kopf schwer verletzt, doch einem Wissenschaftler gelingt es, die betroffenen Teile seine Gehirns mit einem Spenderorgan zu versorgen. Leider ist die Forschung noch nicht weit genug fortgeschritten, um frühzeitig die Nebenwirkungen dieser haarsträubenden Operation zu erkennen: In Coles Gedankengänge hat sich sein Spender, der Taxifahrer Yegor, eingenistet, der nun Teile von Coles Körper beherrscht. Und die beiden sind selten einer Meinung ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormNTSC
 Das anamorphe Bild in 1,78:1 bietet solide Werte, kränkelt aber deutlich im Detailbereich. So erscheinen selbst Close-Ups immer eine Spur zu weich und undetailliert, wobei die Grundschärfe meist sehr angenehm ausfällt und das Bild auch weitgehend mit sauberen Konturen aufwarten kann, welche dem Transfer die nötige Tiefenwirkung geben. Doch das Schärfeverhalten schwankt je nach Szenario, was sicherlich auch die Schuld des Kameramanns sein dürfe. So gibt es reichlich Szenen, welche sehr schwammig und auch unscharf erscheinen, was den ansonsten grundsoliden NTSC-Transfer doch schon deutlich schadet. Der Kontrast arbeitet derweilen aber sehr ausgewogen, wartet mit einem guten Schwarzwert auf und verschluckt selbst in dunkleren Szenen kein nötigen Details. Selbst die Farben erscheinen überwiegend natürlich und nur in wenigen Szenen könnten die Farbgebung ruhig etwas satter ausfallen. Für einen Low Budget-Film darf der Transfer als recht ordentlich bezeichnet werden, vor allem da die Kompression selbst hochskaliert auf 1080p noch gute Werte abliefert, das Bild in schnellen Schwenks noch sehr sauber arbeitet und es keine Defekte oder Störungen zu bemängeln gibt.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0 Surround
SpracheEnglisch
Untertitel-
 Anchor Bay spendiert uns zwei englische Sprachfassung, einmal in Stereo und in Dolby Digital 5.1. Die Angabe eines Surround-Mixes auf dem Cover ist nicht korrekt. Der Stereo Track bietet eine saubere und stets gut verständliche Stereofront, weiß meist sogar besser zu gefallen als der 5.1-Upmix. Dieser klingt weitaus dünner und insgesamt sehr kraftlos. Surroundeffekte bleiben weitgehend Fehlanzeige und sollte man doch einmal die Effektkanäle hören, dann auch nur ganz dezent für den Score. Der Rest bleibt frontlastig und erzeugt keine wirkliche Räumlichkeit. Der Fairness halber sollte aber erwähnt werden, dass "Man With The Screaming Brain" auch nicht wirklich Potenzial für einen weiträumigen Soundmix beinhaltet, schließlich herrschen hier eher die ruhigen Klänge, obgleich sicherlich die eine oder andere Szenen ideal für ein paar stimmige Effekte gewesen wäre. So bleibt der Soundmix verhalten und wirkt nicht sonderlich lebendig. Aber zumindest die Dialoge klingen weitgehend ordentlich, doch wie bereits erwähnt, bietet der Stereomix eine deutlich kraftvollere Front mit einer besseren Sprachwiedergabe. Jedoch wären englische Untertitel an einigen Stellen sicherlich angebracht gewesen.
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Extras
Extras
  • Kapiteleinleger
  • Audiokommmentar
  • Brain Surgeons: Making Of The Screaming Brain (13:48 Min.)
  • Neurology 101: Evolution Of The Screaming Brain (14:02 Min.)
  • Trailer (2:00 Min.)
  • Behind The Scenes (9:32 Min.)
  • Storyboard-Galerie (41 Bilder)
  • Comic-Galerie (31 Bilder)
  • Biografie Bruce Campbell (35 Seiten)
  • Also on DVD:
    • The Evil Dead (1:53 Min.)
    • Evil Dead 2 (1:26 Min.)
    • Dead & Breakfast (1:09 Min.)
    • Lightning Bug (1:13 Min.)
    • Thou Shalt Not Kill... Except (2:07 Min.)
  • Hidden Feature
VerpackungKeepCase
 Entgegen der deutschen DVD hat die US-Scheibe von Anchor Bay einiges an Bonusmaterial zu bieten - natürlich in englischer Sprache. Wer aber ein Closed Caption-Gerät besitzt (oder einen Software-DVD-Player), der kann sich auch englische Untertitel hinzuschalten. Dadurch wird der großartige Audiokommentar mit Bruce Campbell und David Goodman einfacher verständlich. Im Kommentar geht es um Unmengen an lustigen Details, die durch den Drehort Bulgarien entstanden. Campbell erzählt natürlich die meiste Zeit und ist dabei genauso überzeugend wie im Making Of "Brain Surgeons". Das erzählt anhand von Interviews und Vorortaufnahmen vom schwierigen Unterfangen, den Film zu produzieren und letztlich zu drehen, aber auch von den Darstellern. In "Neurology 101" geht es nicht minder unterhaltsam zu, denn es wird anhand einer Zeitleiste an einer Tafel von Campbell und Goodman erzählt, wie die Idee über fast 20 Jahre hinweg immer wieder versandete, weil Geldgeber oder Studios absagten oder gar nicht erst gefunden werden konnte. Wie bereits im Audiokommentar nehmen die beiden keine Hand vor den Mund und lästern schön über die Bekloppten und Bescheuerten des Business. Worte wie "Arschloch" oder "Drecksack" fallen nicht selten. Sehr amüsant also. Die Aufnahmen hinter den Kulissen sind ein Best Of der witzigsten, actionreichsten und interessantesten Hergänge beim Dreh, die jedoch mit einem Musikstück als Tonspur auskommen. Außerdem bietet die DVD eine Trailershow, den Trailer zum Film, zwei Galerien (u.a. eine zum chic aussehenden Comic) und eine umfangreiche Biografie zu Bruce Campbell.
 +++/--

Fazit
Seit den 80ern haben Dave Goodman und Bruce Campbell die Idee dieses Projektes in der Schublade, es scheiterte aber immer wieder an der Finanzierung. Nachdem dann endlich der SciFi Channel zusagte, konnte der Film im wenig Kosten intensiven Bulgarien gedreht werden. Was für andere Filme meist die Degradierung vom B- ins C-Genre bedeutet, konnte für "Man With The Screaming Brain" aber ideenreich ausgenutzt und zu einem ansehnlichen Filmchen aufgestockt werden.
"Man With The Screaming Brain" lebt von seinen Charakteren, denen man anmerkt, dass sie über die Jahre gewachsen sind. Natürlich, der Film könnte ein Comic sein (und ist übrigens auch derartig erhältlich), also darf man sich auf überdrehte, klischeehafte Figuren einstellen. Eine ganz besondere Chance bietet sich Ted Raimi, der sein Komikertalent als etwas trottliger Laborassistent voll ausleben darf und jede seiner Szene zum absoluten Spaß werden lässt. Da muss sein Brötchengeber, der Zellforscher Dr. Ivan Ivanovich Ivanov (gespielt von Stacy Keach!) immer etwas paroli geben, um seinen aufgeweckten, mit der westlichen Kultur liebäugelnden Gehilfen in die Spur zu verweisen. In der Hauptrolle agiert Bruce Campbell als Geschäftsmann einer internationalen Arzneifirma, die durch eine Investition in Bulgarien ihr schmutziges Geld waschen möchte. Campbell, dessen sympathische Art und Weise glauben lässt, er spiele sich sozusagen selbst, dient bis zu seiner "Operation" als Vorlage für viele gut gemachte Witze, die das Aufeinandertreffen von Kapitalismus und Sozialismus zum Inhalt haben, dabei aber nicht zu politisch werden, schließlich muss später ja übergangslos der Anschluss an den Slapstick-Teil geschafft werden.
Die Geschichte ist witzig gemacht, nur fehlt ihr etwas die professionelle Verarbeitung. Die Kamera beispielsweise lässt die Kulissen beinahe immer so aussehen wie Kulissen und eben nicht wie fühlbar echte Räume. Im Mittelpunkt des Geschehens steht aber ohnehin Campbell, dessen Hirnverpflanzung ihm einen Gesprächspartner eingebracht hat und der seiner Mörderin hinterherjagt, einem überaus verschlagenen, hinterlistigen Weibstück, das mehrfach das Messer zückt. Insgesamt sollte man aber nicht allzu Großes erwarten, denn "Man With The Screaming Brain" bleibt eine Hommage an frühe Mad Scientist-Filme, der kulturellen Strömungen des Landes zu verarbeiten weiß und einen hervorragenden Cast mit bringt. Damit entsteht ein netter Zeitvertreib, der nicht wirklich auf Horror setzt, dafür an einigen Stellen umso skurriler ist. Ich bin sehr zufrieden mit dem Film, der ohne Campbells Charisma und Spielweise, die übrigens stark angelehnt ist an die Vorfälle mit dem zweiten Kopf in Interner Link"Evil Dead II", zwar nicht so gut geworden wäre, aber immer noch unterhaltsam.

Wer nun mit dem Film liebäugelt, sollte nicht unbedingt zur deutschen DVD greifen, da die Anchor Bay aus den Staaten günstig zu bekommen ist und einiges an interessanten Extras beinhaltet. Prüft bitte aber, ob euer Player Code 1-DVDs unterstützt, denn diese Anchor Bay-Scheibe ist mal nicht codefrei. Im übrigen ist die Disc nur noch als Neuauflage mit einem anderen, bei weitem nicht mehr so schön trashigen Cover erhältlich. Inhaltlich gibt es aber keine Unterschiede.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Man With The Screaming Brain
Bruce Campbell Collection, The
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