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D 2007
Originaltitel:Bukarest Fleisch
Länge:86:36 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Andy Fetscher
Buch:Andy Fetscher
Kamera:Andy Fetscher
Musik:Steven Schwalbe
Darsteller:Philip Hagmann, Ioana Iacob, Friederike Kempter, Daniela Schulz, Andreas Thiele, Manoel Maurer, Monika W. Ullemeyer, Martin Kessler, Hans Klima, Ecaterina Dimitriu, Alexander Stefi
Vertrieb:Legend / Universum Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:16.04.2008 (Verleih) / 19.05.2008 (Kauf)



Inhalt
Traumatisiert vom rätselhaften Unfalltod ihrer Familie in Rumänien macht sich die Studentin Lara mit drei Freunden auf den Weg nach Osteuropa, wo ihr Vater als Wissenschaftler einer humanitären Hilfsorganisation tätig war. Dort angekommen versucht sie die Wahrheit ans Licht zu bringen und das grausame Geheimnis zu lüften, welches die Einheimischen auf mysteriöse Weise zu verbergen scheinen. Lara muss erfahren, dass es kein Unfall war, der ihre Familie auslöschte. Immer tiefer verstrickt sie sich in einen Skandal katastrophalen Ausmaßes, der in Verbindung zu ihrem Vater steht. Während Lara mehr und mehr hinter die Machenschaften der Organisation kommt, ist auch ihr Leben und das ihrer Freunde längst in Gefahr.

Bild
Format2,20:1 (Letterbox)
NormPAL
 Die sehr vielen dunklen Szenen mit ihrer geringen Ausleuchtung stellen das eingesetzte Equipment deutlich auf eine harte Probe. Die Art, wie der Kontrast viele Schatten wirft, aber doch eine gute Erkenntlichkeit zeigt, gefällt mir. An einigen Stellen greift man auf Nachtsichtaufnahmen zurück, was das ohnehin körnige Rauschen noch anheizt. Die Schärfe zeigt gutes Mittelmaß, weil die Detailzeichnung oftmals den Eindruck erweckt, dass die Handkamera ein wenig den Fokus verlieren möchte. Für die Qualität des Materials spricht der Einsatz vieler Farbfilter, die nie ansatzweise den Gedanken an eine Videoproduktion erwecken. Kratzer sind keine vorhanden, müssen aber auch nicht, da durch die Körnung genügend krude Atmosphäre erzeugt wird. Somit ist das Letterbox-Bild gut für seinen Produktionsstandard, kann sich aber nicht messen mit großen Produktionen, die im Detail eine bessere Ausprägung besitzen.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Man hört es einige Mal an den Stimmen, dass der Liveton verwendet wurde, was sich in etwas reißenden "s"-Lauten äußert. Ansonsten ist die Vertonung aber sehr professoniell, besonders wegen dem manchmal wohlig grummelnden Bass und dem Score, der für hollywoodreife Dynamikschübe sorgt. Der Effektbereich ist ebenfalls präsent, so dass durchweg ein netter Klang entsteht, der die 5.1-Abmischung nicht nur zur Zierde trägt, sondern verdient hat.
 ++++--

Extras
Extras
  • Originaltrailer (1:35 Min.)
  • Audiokommentar
  • Nicht verwendete Szenen (5:09 Min.)
VerpackungKeepCase in Spezialverpackung
 Für die Veröffentlichung dieser DVD hat sich Legend etwas Besonderes einfallen lassen: Die DVD liegt auf einer Plastikschale, wie man sie von Steaks aus dem Supermarkt kennt, und ist eingeschweißt in Folie. Nur muss man beim Öffnen dieser "fleischigen" Verpackung drauf achten, die Folie nicht komplett zu zerstören, sonst hat man von diesem Gimmick nicht mehr viel.
Auf der DVD darf man sich auf einen sehr unterhaltsamen Audiokommentar freuen. Regisseur, Autor und Kameramann in Personalunion Andy Fetscher hat seine beiden Darsteller Friederike Kempter (Lara) und Andreas Thiele (Nicki) zum Schnapps eingeladen (großartiger Beginn dieses Extras: man hört wie sich eine Flasche öffnet und eingeschenkt wird) und erzählt in lockerer Runde über die Erlebnisse während des Drehs. Es geht unterhaltsam zu, aber eine etwas ernstere Stelle soll hier nicht unerwähnt bleiben: Bei einem überraschendem und sehr blutigen Unfall musste Fetscher offenbar auf Anraten des Hessische Rundfunk, die als Co-Produzent tätig waren, die Schere ansetzen. Schade! Die im Kommentar angesprochenen, nicht verwendeten Szenen darf man sich unter den Extras ebenfalls anschauen, aber es handelt sich mehr um Verlängerungen von bekanntem Material als um neue Szenen.
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Fazit
Mit unappetitlichen Tatsachen, nämlich dem im Medienzirkus eine zeitlange zirkulierten "Gammel"-Fleischskandal, konfrontiert uns "Bukarest Fleisch", eine Diplomarbeit eines jungen Filmschaffenden, der mit dieser Kleinproduktion eine verblüffend hohe Spielfilmqualität erreicht. Wer beim Haupthandlungsort Rumänien und den ersten schockierenden Bildern an einen Interner Link"Hostel"-Mitläufer denkt, liegt falsch, denn weder wurde das osteuropäische Land gewählt, um möglichst preiswert zu drehen, noch muss man sich auf ein langwierige Folterszenen einstellen. So nicht ganz. Als knallharter Horrorfilm strapaziert "Bukarest Fleisch" aber stark die Nerven der Zuschauer (im positiven Sinne), denn die eingeschlagene Richtung entpuppt sich als dem Backwood-Genre entsprungen. Nun gibt es in Deutschland nicht wirklich viele Filme, die dieses Genre richtig angehen (manch einer würde sagen: keine). Umso erfreulicher ist es, dass Andy Fetschers Film gleich zwei Dinge richtig macht: Er bedient den Fan von hartem Nervenkitzel mit einer Bedrohung, die schnell und blutig zuschlägt und dann wieder in der Finsternis des Waldes verschwindet, aber er achtet auch darauf, dass sich Publikum darüber hinaus für den Film und seine Figuren interessiert: Die Charaktere sind alles andere als platt und die stilistische Note, die besonders die erste Hälfte bestimmt und dann von der Dynamik der Ereignisse ersetzt wird, zeugt von einem Feingefühl, das zwischen Experimentierfreudigkeit und Zugänglichkeit genau das richtige Mittelmaß findet.
Sehr untypisch ist auch die Beziehung der beiden Protagonisten: Lara verliebt sich in die rumänische Nichita und die beiden landen nach einigen schlimmen Erlebnissen, die ihren Freundeskreis dezimiert, sogar zusammen im Bett. Solche durchaus einfühlsamen Szenen sind aber eine Ausnahme, denn die Atmosphäre ist dank der unbekannten Bedrohung zum Zerreißen gespannt. Im Nachhinein betrachtet besitzt "Bukarest Fleisch" viele Parallelen zum französischen Interner Link"Them", bei dem die Intensität der Szenen ebenfalls durch die agile, fast dokumentarische Kamera entstand und der Zuschauer wundervoll mitgerissen wird von den Geschehnissen.
Wenn man dem gut gespielten und durchdachten Terror-Film etwas anlasten mag, dann ist es die Nutzung einiger Klischees, die nicht unbedingt sein müssten: Die Neugier bringt die toughe Protagonistin immer wieder in Situationen, die vermeidbar wären und dass der Freund mit Taschenlampe und Revolver losgeht, während sie ohne Waffen durch die Scheune stolpert, ist auch nicht unbedingt schlau. Klar, so kann man die Spannung noch erhöhen, aber diese Standardsituationen wurden schon besser gelöst. Auch das Ende ist eher schwach, beginnend beim unpassenden Schnellbau des Katapults bis hin zur Auflösung, das zumindest einen wirklich tollen Satz beinhaltet (kann ich leider nicht verraten).

"Bukarest Fleisch" ist actionreich, Angst einflößend, realistisch und dank einiger heftiger, aber ebenso kurzer Gewaltorgien unappetitlich. Darüber hinaus ist es ein Nachwuchsfilm, der zeigt, dass teils blutiger Horror und Anspruch zusammen funktionieren, auch wenn der deutsche Horror-Film eher für billige Gore-Einlagen bekannt ist. Legend hat die Umsetzung den Umständen entsprechend ordentlich hinbekommen und die DVD mit ein wenig Bonusmaterial interessant gemacht.



Bilder der DVD




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