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IT 1973
Originaltitel:Guappi, I
Alternativtitel:Blood Brothers
aka. Bloodbrothers
aka. Gesetz der Gesetzlosen
aka. Lucia Et Les Gouapes
Länge:126:30 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Pasquale Squitieri
Buch:Ugo Pirro, Michele Prisco, Pasquale Squitieri
Kamera:Eugenio Bentivoglio
Musik:Franco Campanino, Gigi Campanino
Darsteller:Franco Nero, Fabio Testi, Claudia Cardinale, Lina Polito, Raymond Pellegrin, Rita Forzano, Nino Vingelli, Antonio Orlando, Gengher Gatti, Sergio Serafini, Rosalia Maggio, Edoardo Mascia, Benito Artesi
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:12.09.2008 (Kauf)



Inhalt
Italien, um 1900: Nicola Bellizzi (Franco Nero) kehrt nach sechs Jahren Haft in das Elendsviertel von Neapel zurück, wo er einst seine Kindheit verbrachte. Regiert wird das Viertel vom erbarmungslosen Don Gaetano (Fabio Testi), einem Mitglied der neapolitanischen Mafia - der Camorra. Um seinen Traum verwirklichen und als Rechtsanwalt arbeiten zu können, muss sich Bellizzi mit der Organisation und deren menschenverachtenden Methoden arrangieren. Aber die gnadenlose Brutalität der Camorra und Bellizzis Gerechtigkeitssinn lassen sich nicht lange vereinen ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Etwas wechselhaft ist das Bild, das man für die DVD ins Originalformat von 1,85:1 brachte. Mit der farblichen Aufarbeitung bin ich zufrieden, auch wenn das Bild stellenweise noch etwas mehr Farbfülle vertragen könnte. Kleinere Verschmutzungen sind existent, es bleibt aber einzig an der Schärfe, dass die DVD keine 4 Punkte mehr erreicht. Vermutlich ist die Rauschbeseitigung ein wenig dran Schuld, denn Bewegungen sind nicht ganz frei von schleppenden Bewegungen. Deswegen sinkt die Schärfe immer mal wieder aufs Mittelmaß ab, obwohl sie gerade bei Nahaufnahmen sehr passend ist. Dieser Wechsel zwischen ordentliche Plastizität und leichten Unschärfen ist deswegen vielleicht das größere Übel als die Unschärfen selbst. Davon abgesehen macht sich Koch mit dieser DVD aber sicherlich keine Schande, denn der Qualitätsanspruch wird gehalten, wenn auch kein Vorzeigeprodukt entsteht.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Italienisch
UntertitelDeutsch, Deutsch für nicht synchronisierte Szenen
 Ich bin nicht sonderlich angetan von der Art der Synchro, die sich im Deutschen offenbart. Grund ist der etwas zu helle, oben aufliegende Klang, der gern etwas kerniger und fülliger sein dürfte. Somit entsteht etwas unnötiges Zischeln, das im Gegensatz zum unterschwelligen Rauschen steht. Das, und das sei die Stärke der doch ganz passablen deutschen Tonspur, dringt aber nie störend durch, es gibt kein Nuscheln bei den Dialogen und insgesam ist die Tonspur doch ziemlich sauber. Da hat das Original schon mit wesentlich stärkeren Alterserscheinungen zu kämpfen, die Musik als auch Dialoge manchmal zu einem verzerrenden Brei werden lassen, was dem Alter des Materials aber schon wesentlich näher kommt als das, was man bei der etwas zu sterilen deutschen Synchro hört. Da die DVD erstmals die ungekürzte Fassung enthält, musste man in einigen Passagen auf den Originalton zurückgreifen und schaltet deutsche Untertitel zu. Trotz der qualitativen Sprünge gelingt das relativ gut, u.a. weil die deutsche Fassung viele kleine italienische Worte mit ins Deutsche übernimmt. Deutsche Untertitel in kompletter Form sind auch dabei.
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Extras
Extras
  • 8seitiges Booklet
  • Featurette "Il Miele e il Rasoio" (15:16 Min.)
  • Frz. Trailer (3:48 Min.)
  • Bildergalerie (4 Bilder)
  • DVD Credits (3 Seiten)
VerpackungKeepCase
 Nachdem mich schon die DVD zu Interner Link"Todeskommando Panthersprung" sehr überzeugen konnte, ist auch "Die Rache der Camorra" wieder reichhaltig ausgestattet. Den Hauptteil macht das 15minütige Interview mit Claudia Cardinale, das über die Grenzen des Filmes hinweg viel über ihr Leben und ihre Arbeit zeigt. Schön, dass man diese Möglichkeit wahrgenommen hat. Dazu gibt es eine kurze Galerie mit dem Soundtrack und den französischen Trailer, offensichtlich aber keine weiteren Trailer aus dem Koch-Programm.
Wer zudem noch einen Blick ins Booklet wirft, wird dort auf den fachmännischen Begleittext zum Film von Christian Keßler stoßen, der sich den Hintergründen der Thematik und der Filmschaffenden widmet.
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Fazit
Bereits ein Jahr vor "Die Rache der Camorra" drehte Pasquale Squitieri zusammen mit Fabio Testi den Mafia-Thriller Interner Link"Camorra" (bei uns bekannt als "Omertà - Reden heißt Sterben"), an dessen Inhalt er vermutlich Gefallen gefunden hatte, so dass er mit "Die Rache der Camorra" eine zweite Bearbeitung in dieser Richtung wagte. Dem in Neapel, dem Zentrum der Camorra aufgewachsenen Squitieri ist ganz und gar nicht die Ausnutzung eines Trends vorzuwerfen (1972 feierte der immens erfolgreiche Interner Link"Der Pate" Premiere), weil sein Film nicht die sizialianische Mafia, sondern die etwas anders strukturierte Camorra durchleuchtet - und zwar zum Ende des 19. Jahrhunderts, also weit vor der Existenz von klischeehaften Smoking-Gangster, die mit ihren Tommy Guns aus ihren Vorkriegslimousinen schießen.
Sozuagen mit Starbesetzung erzählt Squitieri die Geschichte des Neapolitaners Nicola Bellizzi (Franco Nero), einem jungen Studenten der Rechtswissenschaft, den das Zuchthaus zwar geläutert hat, der durch seine Freundschaft mit dem Camorristen Don Gaetano (Fabio Testi) aber selbst in die kriminelle Vereinigung hineingerät. Und das, obwohl Nicola gerade versucht, einen anderen Weg einzuschlagen. In der Person des Bellizzi spiegelt sich der Missmut über die Zustände in der wirtschaftlich unterentwickelten, von Korruption und Kriminalität durchzogenen südlichen Region Italiens, insbesonders Neapel, wieder, die der idealistische, gutmütige Mann trotz aller Bemühungen nicht zu ändern vermag. Insbesondere das möchte der Film zum Ausdruck zu bringen, der nicht nur Drama, sondern auch ein Mafia-Thriller ist. Wegen des Handlungszeitraums erscheint "Die Rache der Camorra" aber nicht gleich typisch: Man sieht obdachlose Kinder, die zu Straßenräubern ausgebildet werden, Duelle mit einem Rasiermesser, Straßenkämpfe mit der Peitsche, eine Verfolgungsjagd mit Pferdewagen und kommt als Zuschauer nie heraus aus diesem Armutsviertel, in dem Don Gaetano über jede wirtschaftliche Veränderung und jedes Menschenleben entscheidet. Dabei wird die Camorra natürlich als kaltblütige Vereinigung gezeigt, die abtrünnige Mitglieder ohne ein Wimperzucken über die Klinge springen lässt, aber auch als beinahe nötige Verbindung im sozialen Elend, die sich (wenn auch selten) um das Wohl des Volkes kümmert. Während Testi in seiner Rolle als stilvoll gekleideter Chef seines Viertels zum Untergang verdammt zu sein scheint, ist es besonders die Figur von Nero, die durch den Film hinweg begleitet und wächst. In der dritten Hauptrolle ist sexy Claudia Cardinale zu sehen, die nicht nur gut aussehen darf, sondern einen wichtigen, starken Charakter zur Figurenkonstellation beiträgt.
Die etwa zweistündige Erzählung lässt zwar an manchen Stellen etwas Struktur oder den roten Faden vermissen, ist aber beileibe eine sehenswerte, spannende erzählte Angelegenheit, die durch die Aufarbeitung des historischen Umfelds für Überraschungen sorgt.



Bilder der DVD




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