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USA 2006
Originaltitel:Raven, The
Länge:80:47 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Ulli Lommel
Buch:Ulli Lommel, Edgar Allan Poe
Kamera:Bianco Pacelli
Musik:Robert J. Walsh
SFX:Aimee Galicia Torres, John M. Ferguson
Darsteller:Jillian Swanson, Jack Quinn, Victoria Ullmann, Michelle Guest, Sharon Senina, Jaquelyn Aurora, Michael Barbour, Trista Beard, Ernest Borneo, Nicole Cooke, Carsten Frank, Tisha Franklin, Laura Hofrichter, Ulli Lommel
Vertrieb:Marketing Film / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:25.04.2008 (Verleih) / 09.05.2008 (Kauf)



Inhalt
Als Kind war Lenore von Finsternis umgeben. Es war in entfernten, dunklen und Furcht erregenden Tagen, in den das verängstigte Mädchen mit der Dichtung von Edgar Allan Poe bekannt gemacht wurde. Heute ist Lenore eine hübsche, junge und berühmte Sängerin bei einer Band aus L.A. Doch leider hat ihr Bekanntheitsgrad sie zum Ziel eines unmenschlichen Mörders gemacht. Nachdem sie ihre Leben durchwühlt hat, setzt sich das Puzzle langsam zusammen. Es scheint, als sei diese mörderische Macht aus der Vergangenheit in ihre Welt gekommen, um genau Sie zu jagen. Lenore ist absolut hoffnungslos und in Panik, doch ein nächtlicher Besuch aus dem Jenseits, von dem Meister des Makaberen, der ihre dunkle Kindheit erhellte, gibt ihr eine Chance zu kämpfen und den Tod zu überlisten. Auf dem Berg des Raben, wo die blutigen Leiber seiner Opfer liegen, bereitet sich der geisterhafte Killer darauf vor, sein am höchsten geschätztes Opfer heraus zu fordern.

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Ans Bild darf man nicht unbedingt höchste Ansprüche stellen, weil es scheinbar einer Kamera aus dem Konsumentensegment aufgenommen wurde. Zumindest ist das Ausgangsmaterial nicht richtig auf PAL gewandelt, denn abgesehen von einigen künstlerisch inszenierten Ghosting-Effekten bekommt man in Bewegungen ein leichtes Ruckeln und eine Unschärfe mit. Die Schärfe ist insgesamt ein Problem des Transfers, der wegen Detailmangel oft nicht über die Mittelmäßigkeit hinauskommt. Vermutlich trägt der etwas zu hart angesetzte Rauschfilter dazu bei, aber auch die unterdurchschnittliche Kompression, die in auffallend vielen Szenen, besonders aber am blauen Himmel mit den Raben, für Blockbildung sorgt, verschlechtert die Qualität. Dabei sind Kontrast und Farben ganz angenehm und nicht unnatürlich wie beispielsweise bei Digital Video. Wäre mehr draus zu machen gewesen, wenn wenigstens die Aufarbeitung für die DVD in Sachen Wandlung und Kompression ordentliche Durchführung erfahren hätten.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (Deu, En)
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Murks, soweit das Ohr hören kann, gilt zumindest für den Dolby Digital 5.1-Ton. Wer als Hobby-Musiker oder Musikliebhaber allgemein schon mal ein paar Musikstücke von PCM-Ton auf einen Codec wie MP3 oder OGG gebracht hat, kann die folgende Beschreibung der Defizite des 5.1-Tons erahnen. Die übliche Bitrate von 448kBit wurde um 100% unterschritten, es bleiben also nur 224kBit übrig, was sonst eigentlich nur für eine ordentliche Stereo-Kodierung reicht. Auch wenn 6 Kanäle (also 5.1) nicht gleich die dreifache Datenrate eines Stereotons benötigen, hört man hier doch die Artefakte deutlich heraus. Die gesamte Akustik ist dadurch sehr gedrungen und verschliffen, s-Laute gehen unter und für die Musik ist kaum Platz für Entfaltung. Das sollte selbst ungeübten Zuhörern auffallen, wenn sie auf die wesentlich klarer klingende, weil besser codierte Stereospur umschalten. Die ist deswegen auch nicht gleich toll, denn die Vorlage lässt nicht gerade besonders viel zu. Die Abmischung ist insgesamt etwas leise, so dass vor allem Dialoge etwas schwach ausfallen, verzerrt aber nicht. Man ist zumindest besser bedient als beim Originalton, der wirklich einer ist, weil hier direkt am Set aufgenommen wurde, was zu stärkeren Verständnisproblemen führen kann. Außerdem leidet darunter etwas die Qualität. Kurz zusammengefasst: Wenn man eine Tonspur anhören sollte, dann ist trotz der müden Synchro die deutsche Stereospur, die zwar keine der geringen Surround-Effekte des 5.1-Tons enthält, aber zumindest die beste Alternative darstellt.
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Extras
Extras
  • Trailershow:
    • Alive (1:43 Min.)
    • Azumi 1 (1:17 Min.)
    • Bloody Mary (2:00 Min.)
    • Knock Knock (1:43 Min.)
    • Nightmareman (1:40 Min.)
VerpackungKeepCase im Schuber
 Im Bonusteil befinden sich lediglich Trailer, leider keiner zum Hauptfilm. Außerdem scheint ein Fehler in der Konzeption des Menus vorzuliegen, denn auf der Seite der Trailershow existiert ein Link auf eine nächste Seite, die aber gar nicht existiert. Der müsste eigentlich entfallen, denn die DVD enthält auch keine Dateien, in denen sich weitere Trailer als jene 5 Angezeigten befinden.
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Fazit
Regie-Schwerverbrecher Ulli Lommel haut uns mal wieder ein Stück Film um die Ohren, das bei Kennern des Regisseurs Ablehnung, bei Neulingen Langeweile und bei Poe-Fans vermutlich Brechreiz auslösen wird. Fast so, als ob der Name des großartigen Schriftstellers Poe und der des langjährigen Regisseurs Lommel sich gegenseitig ergänzen könnten, prangen beide Namen in großen Lettern auf dem Cover dieser DVD. Dabei lassen sich in "The Raven" nur wenige Parallelen zur originalen Dichtung finden - oder, um es anders zu sagen: Diese Verbindung hätte man gar nicht aussprechen müssen, so gering bzw. oberflächlich und plakativ ist sie.
Trotz seiner jahrzehntelangen Erfahrung bringt der Regisseur nur etwas zustande, was dem Amateurfilmbereich zuzuordnen ist, auch wenn die Optik zeitweise etwas mehr verspricht. In die Hauptrolle setzt er die hübsche Jillian Swanson, mit der er bereits einige Produktionen zusammen gedreht hat. Auf die eigentliche Geschichte, die von einem Poe-Double mal im Off, mal direkt am Ort des Geschehens erzählt wird, bleibt eigentlich nicht viel übrig, denn "The Raven" ist nichts anderes als ein handelsüblicher Slasher, dem die aufgesetzte Kunst nicht wirklich bekommt.
Die Geschichte um das junge Mädel, das von einem geisterhaften Typen verfolgt wird, der sie nicht nur vergewaltigte (und damit mit dem Tod bestraft wurde), sondern auch all ihre Freunde umbringt und verschleppt, wird kaum erzählt. Meist hält man sich mit dümmlichen Dialogen und immer wiederkehrenden Visionen auf, die derart oft gezeigt werden, dass man damit die Gesamtlaufzeit um etwa ein Drittel aufbläht. Es ist nicht nur erstaunlich, sondern auch ärgerlich, wie penetrant oft man sich die Protagonistin beim unruhigen Schlaf, die Raben in der Luft oder einfach nur sinnlose Zeitlupen anschauen muss. Viele Zuschauer dürften deswegen bereits nach 10 bis 20 Minuten den Film ausmachen, denn es passiert einfach nichts oder zumindest nichts, was irgendeine Entwicklung im Film absehbar machen könnte. Noch dazu gibt sich "The Raven" jeder Lächerlichkeit preis, die er nur erhaschen kann. Das beginnt dabei, dass die Opfer ihrem Mörder, der sie vorher beobachtet und listig um die Ecke schaut, nie wirklich entkommen können, obwohl (oder vielleicht auch: weil) sie sich nie bewegen. Das macht den Anschein, dass die Mädchen - übrigens: würde Poe so etwas sagen wie: "Alle Schlampen müssen sterben"? - gefügig auf ihr Schicksal warten. Dazu kommt, dass das Verschwinden der Opfer von niemanden wirklich bemerkt wird. Lommel lässt seine Figuren in einer Traumwelt, muss aber selbst nur im Traum gedacht haben, dass daraus ein guter Film entsteht. Der kann mangels Abwechslung, semiprofessioneller Inszenierung und antreibender Schnittweise nicht entstehen. Ich würde es daher als filmisches Totalversagen bezeichnen, dem man sich nicht mal zum Spaß stellen möchte.
Der Regisseur ließ es sich übrigens nicht nehmen, sowohl sich selbst (als Großvater mit Augenklappe) als auch seinen 1983er Film Interner Link"Olivia" einzubauen.



Bilder der DVD




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