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NL 2006
Originaltitel:Complexx
Länge:75:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Robert Arthur Jansen
Buch:Clifford Adsonn, Robert Arthur Jansen
Kamera:Francios de Kok
Musik:Robert Arthur Jansen, Alex Sanders
SFX:Wiessenhaan Special Effects
Darsteller:Sander Foppele, Kirsten Walraad, Arno Hazenbroek, Yolanthe Cabau van Kasbergen, Negativ, Sebastiaan Labrie, Klarissa Patijn, Mischa van der Klei, Ron Coppus, Nicole Hermans, Zdenka Nieuwenhuizen, Virginio Papa
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:25.04.2008 (Verleih) / 09.05.2008 (Kauf)



Inhalt
Computerspieler aus aller Welt finden sich zur Vorstellung des nächsten Levels des Online-Spiels "Dark Planet" zu einer großen Party ein. Sechs professionelle Spieler erhalten die Textnachricht, unbedingt nach der Veranstaltung in dem Messegebäude zu bleiben, um dort exklusiv und gegen ein Preisgeld von 1 Mio. Euro das finale Level unter sich auszutragen. Doch kaum sind die Spieler alleine, müssen sie feststellen, dass aus dem Spiel blutiger Ernst geworden ist. Sie selbst sind die Spielfiguren und besitzen somit nur ein Leben: ihr eigenes. Das Ziel des Spiels lautet Überleben und ihr Gegenspieler ist ein brutaler Serienmörder. Eine Tour-de-Force nimmt ihren Lauf, bei der es nur einen Sieger geben kann.

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Zwar soll "Deadly Game" nur ein sehr niedriges Budget zur Verfügung gestanden haben, aber das sieht man dem farbenfrohen, genügend scharfen und natürlich sehr sauberen Bild aber keineswegs an. Normalerweise werden Independent-Produktionen schnell mal etwas weich im Bildaufbau, zeigen zu viel Rauschen oder tragen einen unnatürlichen Kontrast, was bei dieser Sunfilm-DVD alles nicht der Fall ist. Ein paar Abstriche muss man schon bei der Plastizität machen, denn die rutscht stellenweise ein wenig ab. Der deutlichste Makel ist dafür die auf Hintergründen schnell zum Block neigende Kompression, die etwas seltsam anmutet, weil der Rest doch sehr solide, über den Erwartungen liegende Werte erbringt.
 ++++--

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Holländisch
UntertitelDeutsch
 Besonders zu Beginn des Films wird man mit Effekten überhäuft, die eine prächtige Surround-Atmosphäre erzeugen. Später hat man immer wieder mal das Gefühl, dass sich das Geschehen etwas zu sehr im Frontbereich aufhalten, weil die Surround-Kanäle seltsam still bleiben. Für Raumklang wird an vielen Stellen zwar gesorgt, so richtig kann sich der sehr klare und kräftige (vor allem im Deutschen) Klang aber nicht von der Front absetzen. Die deutsche Synchro hat ein paar Schwächen bei wenigen Sprechrollen, wenn es drauf ankommt, also bei den Protagonisten, wird aber Brauchbares geboten. Zwei Untertitel in deutscher Sprache existieren außerdem: einer, der die holländischen Filmtexte übersetzt, und einer, der auch noch die Dialoge eindeutscht.
 +++/--

Extras
Extras
  • Niederl. Trailer (1:56 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Borderland (2:18 Min.)
    • Unearthed (1:36 Min.)
    • Furnage (1:24 Min.)
    • The Last Winter (1:41 Min.)
    • Die Schatzinsel (2:08 Min.)
    • Bad Cops (1:36 Min.)
    • The Collector (2:09 Min.)
VerpackungKeepCase
 Leider nur Trailer, wobei der niederländische Trailer zum Film deutsche Untertitel besitzt.
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Fazit
Eieiei, nicht nur übertreibt der deutsche Verleih bei der Produktbeschreibung ihres "Deadly Game", dessen Allerweltstitel erst mal ziemlich viel bedeuten kann, sondern erdenkt sich auch noch eine Inhaltsbeschreibung (siehe oben), die nicht nur falsch, sondern auch vorwegnehmend ist. Denn grundsätzlich ist dieser holländische Genre-Film nichts anderes als ein Slasher, der vorgibt, die Gamer-Gemeinde anzusprechen. Die dürfte hoffnungslos enttäuscht sein von der geringen Authentizität, die der Film widerspiegelt, denn die Autoren und der Regisseur schufen keineswegs ein echtes Cyber-Abenteuer bzw. einen grusligen Einblick in die Welt der Zocker, sondern einen sehr herkömmlichen Schlitzerspannungsfilm, der noch dazu ein paar Ideen in die Runde wirft, die (vermutlich unbewusst) populistische aufbereitete Holzhammertheorien einiger unserer Politiker ihr filmisches Pendant bescheren. Computerspieler sind (Selbst-)Mörder und Egomanen, denen der Gewinn eines Spiels mehr wert ist als jeder andere soziale Wert, von denen sie freilich nicht mehr viel kennen - das ist kurz zusammengefasst die Grundaussage des Films.
Sieht man "Deadly Game" nämlich lediglich als Slasher an, so verkörpert er den guten Durchschnitt in diesem lediglich durchschnittlichen Genre mit all den bekannten Höhen (bluttriefende Morde, spannende Versteckspiele) und vermeidbaren Tiefen (unrealistische Charakterzüge um den Zuschauer zu verunsichern, ein sehr oberflächlich wiedergegebenes Szenario, Standardkost und Standardhandlungen). Auch muss man erstmal zwei nervige Einleitungen abwarten, bis es losgeht: Die Kindheitserinnerung, die auf den späteren Mörder hinweisen wird, ist nicht nur ein hoffnungslos schlecht gespieltes Klischee, sondern auch mies synchronisiert; zur folgenden Massenveranstaltung, bei der ein angesehener Game Designer die nächste Generation seines Spielehits vorstellt, zieht eher das Publikum an, das man in einer Nobeldisco erwarten würde und versagt beim eigentlichen Highlight (eine Vorschau auf das Spiel).
Danach geht es ziemlich kurzweilig zu, denn die Gesamtlaufzeit von gerade einmal 76 Minuten spornt dazu an, das Teilnehmerfeld dieses "blutigen Spielchens" möglichst schnell und rabiat zu dezimieren, um ein paar wenige Charaktere übrig zu lassen. Die Chance auf ein gegenseitiges Ausspielen wird leider oft im Ansatz fallen gelassen, gerade aber die Idee, eine Hetzjagd durch die Lüftungsschächte zu veranstalten, die ins Freie führen sollen, ist gut umgesetzt.
Trotzdem kotzt mich das Szenario von "Deadly Game", das lediglich der Ausschmückung dient, regelrecht an, denn beinahe jede Chance, aus der Idee eines Spieles etwas mehr zu machen, wird verschenkt und das Ende leider völlig in den Sand gesetzt. Eigentlich hat der Slasher-Mittelteil nichts mit Computerspielen zu tun, nicht einmal ein Hauch von virtueller Realität wird angestrebt. Dann doch lieber Uwe Boll, dessen Videospielumsetzungen, so enttäuschend sie auch immer sein mögen, inhaltlich völlig unbedenklich sind!



Bilder der DVD




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