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ESP, UK, BU 2006
Originaltitel:Abandoned, The
Alternativtitel:Abandonados, Los
aka. Bloodline
Länge:95:10 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugenfreigabe
Regie:Nacho Cerdà
Buch:Karim Hussain, Nacho Cerdà, Richard Stanley
Kamera:Xavi Giménez
Musik:Alfons Conde
SFX:Creature Effects, Infinia
Darsteller:Anastasia Hille, Karel Roden, Valentin Ganev, Paraskeva Djukelova, Carlos Reig-Plaza, Kalin Arsov, Svetlana Smoleva, Anna Panayotova, Jordanka Angelova, Valentin Goshev, Jasmina Marinova
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:08.10.2007 (Verleih) / 06.12.2007 (Kauf)



Inhalt
Vor über 40 Jahren wurde Marie Jones als kleines Baby in ihrer Heimat Russland von einer britischen Familie adoptiert. Mittlerweile lebt sie in den USA, hat selbst eine Tochter im Teenager-Alter. Als Marie von einem russischen Anwalt mitgeteilt bekommt, dass sie das Haus ihrer verstorbenen leiblichen Mutter geerbt hat, kehrt sie an den Ort ihrer Geburt zurück. Das heruntergekommene Anwesen liegt abgelegen mitten im Sumpf, nur mit Hilfe des schroffen einheimischen Führers Anatoliy findet sie überhaupt den Weg dorthin. Doch dann ist Anatoliy plötzlich verschwunden. Marie durchstöbert allein das alte Gemäuer und trifft schon in der ersten Nacht auf ein unheimliches Wesen - ein endloser Alptraum beginnt ...

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Sehr kalt sieht das Bild von der ersten Szene an aus. Grünliche und bläuliche Töne sorgen schon vor Ankunft im Geisterhaus dafür, dass sich eine tödliche Atmosphäre auf den Zuschauer überträgt und er sich damit schnell im Genrefilm einfinden kann. Das passt durchaus zum menschenleeren Haus, aber auch zu den wenigen Personen, die die den Protagonisten begegnen - meist auf abweisende Art. Zusätzlich ist "The Abandoned" angewiesen auf seine finsteren Bilder, die stets nur Stücke der modrigen, alten Umgebung wiedergeben. Verglichen mit einem Blockbuster-Titel wie den kürzlich angeschauten Interner Link"End Of Days" arbeitet der Kontrast in "The Abandoned" aber noch ein ganzes Stück besser, vielleicht auch, weil die Art der Ausleuchtung eine andere ist. Somit darf man sich sicher sein, dass die Macher uns nur immer nur einen Teil an Sichtbarkeit zugestehen, dank eines überaus leistungsfähigen Kontrastes aber nie die Vermutung aufkommt, es würde an der DVD selber liegen. Denn in den Schatten verbergen sich trotzdem sehr detailreiche, messerscharfe Elemente, die den Film zum optischen Erlebnis machen. Selbst in schwierigen Außenaufnahmen werden Büsche und Details am Boden nicht verwischt oder verpixeln, weil die Kompression keine Anzeichen von sich gibt und die Rauschfilterung sehr behutsam vorgenommen wurde. Das feine Rauschen im Hintergrund ist auch kein Problem, sondern eher ein Vorteil, da es die dreckige Umgebung rund um das Haus mit einem weiteren Stilmittel anreichert. Wenn es wirklich etwas zu bemängeln gibt, dann zeitlich begrenzte Abschwächungen der Schärfe und selten auch weiße Kratzer, die aber den Gesamteindruck kaum beeinflussen.
 +++++/

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Auch beim Ton wurde das Maximale herausgeholt. Ohne den effektreichen Track wäre "The Abandoned" vermutlich nur halb so wirksam, halb so spannend, denn hier werden wirklich alle Register des akustischen Gruselkinos gezogen. Sehr schön ist es, dass die wuchtigen Effekte an unerwarteten Stellen zur Anwendung kommen. Beispielsweise der bedrohlich tief röhrende Bass, der manchmal lediglich ein bebendes Geräusch erzeugt, ist ein typisches Stilmittel des Tons, denn in anderen Filmen hätte man sicherlich auf einen kürzeren, dafür wuchtigeren Klang gesetzt, der hier aber gar nicht nötig ist. Effekte bietet der Film jede Menge an - und das fast durchgängig. Stimmengewirr, dynamisch an- und abschwellende Melodiebögen, die geisterhaften Geräusche im alten Haus und natürlich das sehr klare Klangbild der Dialoge bilden einen sehr dichten Raumklang. Besondere Signale werden auch mal durch die Boxen gejagt, um entfernte Krawalle oder Streitgespräche aufzuzeigen, was jedes Mal bestens funktioniert. Man darf sich auch auf ein paar echte Schockmomente einstellen, die sich aber selten so schnell entladen wie bei anderen Filmen, sondern wegen des nachhallenden Scores lang anhalten. Im DTS-Modus macht sich der Bass etwas mehr bemerkbar, ist aber bereits in Dolby Digital hervorragend zu vernehmen. Eine dezente Anhebung der Gesamtlautstärke lässt hier die Vermutung aufkommen, dass der Ton noch mehr Pepp hat, im Surround-Bereich oder in Sachen Klarheit lassen sich aber kaum Unterschiede ausmachen. Der englische Originalton und deutsche Untertitel sind ebenfalls dabei.
 +++++-

Extras
Extras
  • Making Of (12:58 Min.)
  • Originaltrailer dt./engl. (2:23 Min.)
  • Bildergalerie (39 Bilder)
  • Weitere DVDs:
    • 800 Bullets (1:08 Min.)
    • Until Death (2:03 Min.)
    • Lonely Hearts Killers (1:45 Min.)
    • Bubba Ho-Tep (2:00 Min.)
    • Backwoods (2:41 Min.)
    • Zombies (2:11 Min.)
VerpackungKeepCase
 Im Making Of, das die Handlung weit vorausgreift (erst nach dem Film anschauen!), geht es um die Intention des Stoffes und um die Bewerkstelligung der spanischen Crew im "russischen" Umfeld. Die dort gezeigten Aufnahmen sind übrigens noch ohne die abdunkelnden Grünfilter gehalten, so dass man, wie auch in der Bildergalerie, einen guten Eindruck bekommen wird, wie stark Farb- und Kontrastfilter einen Film atmosphärisch aufwerten können.
 +/----

Fazit
95 Minuten Gänsehaut, geht das? Das würde ja bedeuten, dass man von der ersten Szene bis hin zum Abspann unter Dauerspannung steht. Es geht tatsächlich, auch wenn das absurd klingen mag, denn "The Abandoned" besitzt dieses wunderbar fiese Gemisch aus bedrückender Stimmung und nicht abreißend wollenden Gänsehautszenen, die darauf beruhen, dass sich der Haupthandlungsort auf einer Insel mitten in der russischen Wildnis befindet. Bereits die Autofahrt dorthin ist irgendwie gruselig, denn der Gedanke daran, dass der nächste Mensch mehrere Tagesmärsche entfernt wohnt, führt nicht gerade dazu, dass sich die Protagonistin sehr sicher fühlt. Und das ist es, was den Zuschauer die nächsten 80 Minuten ziemlich anheizen wird, denn man fiebert ordentlich mit Marie (glücklicherweise kein Teenie!) mit.
Richtig unheimlich wird es, als ihr Fahrer Anatoliy sie kurz vor dem Anwesen verlässt, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist, aber nicht mehr zurückkehrt. Fortan ist Marie also allein in dem heruntergekommenen Haus, in dem es weder Strom noch Menschen gibt. Man darf sich nun ausmalen, welche Reaktionen das Sichten des ersten Geistes (stumme Erscheinung, fahlblasse Augen) hervorruft - bei der Figur und beim Zuschauer. Nur kurz darf man die Gänsekombi ablegen, wenn Marie auf eine weitere menschliche Person im Haus trifft, denn bald darauf wird sie wieder allein sein und abermals den offensichtlich übersinnlichen Mächten des Hauses ausgeliefert sein.
"The Abandoned" bietet mindestens immer ein unbehagliches Gefühl an, jagt dem Zuschauer aber des Öfteren mehr als nur einen kalten Schauer über den Rücken ohne auf gorige Effekte zurückgreifen zu müssen. Maries Erinnerungsfetzen aus ihren Träumen und die gesamte Einrichtung des Hauses machen jede Sekunde klar, dass es besser gewesen wäre für sie, nicht an ihren Geburtsort zurückzukehren. Auch wenn die spanisch-bulgarisch-britische Koproduktion die Protagonisten bei Weitem nicht handlungsunfähig macht, macht sich sehr bald eine Hoffnungslosigkeit breit, die dem Film ungemein hilft. Normalerweise sind solche Filme darauf aus, das Publikum ordentlich durchzurütteln und dann gegen Ende in ein doch aufgelockertes Ende zu entlassen. Hier aber weiß man intuitiv, dass das nicht so einfach sein wird und man ist auf alles gefasst, stellenweise sogar auf das Ableben der beiden Personen im Haus.
Nebenbei erwähnt verkommt die Hatz durchs Haus nicht zur Adrenalintour, sondern wird begleitet von einer Geschichte, die nicht alle Details offen legt, um mit einem beeindruckenden, actionreichen Schlussteil auch noch nach dem Film für Gesprächsstoff zu sorgen. Außerdem lohnt es sich, wenn man erst einmal die Auflösung kennt, sich den Film noch einmal anzuschauen und nun auf offensichtliche Details zu achten. Auch im zweiten Durchgang offenbart "The Abandoned" keine Logikfehler, mindestens aber noch mal die gleiche Spannung und Dramatik.

Gruselfans aufgepasst, das hier dürfte genau euer Ding sein und geht euch hoffentlich ordentlich unter die Haut. Wer getrockneten Blut, unheimlichen Gängen und stummen Geistererscheinungen in einer Bruchbude mehr abgewinnen kann als einem in einer Villa festsitzenden Partyvolk, das im Slasher-Stil mit harten Effekten bestraft wird, der muss sich mal reinschalten in "The Abandoned". Mir sitzt das Ding jetzt noch in den Knochen ...



Bilder der DVD




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News"The Abandoned" - ab Oktober auf DVD
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