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USA 2007
Originaltitel:100 Tears
Länge:90:34 Minuten (gekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Marcus Koch
Buch:Joe Davison
Kamera:Wesley Wing
Musik:Kristian Day
SFX:Marcus Koch
Darsteller:Raine Brown, Joe Davison, Georgia Chris, Jack Amos, Kibwe Dorsey, Rod L. Griffin, Norberto Santiago, Brad Rhodes, Leslie Crytzer, Jerry Allen, Jeff Dylan Graham, Krystal Badia
Vertrieb:I-On
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:27.06.2008 (Verleih) / 25.07.2008 (Kauf)



Inhalt
Seit über 20 Jahren treibt der brutale Serienkiller "Gurdy, der Clown" sein Unwesen in Florida. Dieser Mörder versteht es, eindrucksvoll seine Opfer mit einem gigantischen Fleischerbeil in Stücke zu hacken. Da die Polizei bezüglich seiner Identität grundsätzlich im Dunklen tappt, entschließen sich die Provinz-Reporter Mark und Jennifer den Serienkiller auf eigene Faust zu enttarnen. Am neuesten Tatort seiner Verbrechen nehmen sie eine erste heiße Spur auf, nicht ahnend, dass sie sich dadurch selbst in tödliche Gefahr begeben.

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Das Bild ist als befriedigend zu betrachten, wobei in hellen Bildflächen senkrechte Streifen auftauchen, die wohl auf das verwendete Equipment zurückzuführen sind und etwas störend wirken. Zudem ist der Film mit einer leichten Körnung und einem deutlichen Rauschen versehen, welche die ohnehin durchschnittliche Schärfe noch etwas beeinträchtigt. So gehen leider einige Details und diverse Feinheiten verloren. Auch die Konturen können nicht immer überzeugen, was sich in einigen Szenen in dezenten Treppeneffekten niederschlägt. Die Farben sind sehr kräftig und in einigen Szenen durch diverse Filterelemente verfremdet, was sehr passend wirkt. Der Kontrast ist hart ausgefallen und neigt in dunklen Szenen zum Verschlucken von Details, kann aber mit einem satten Schwarzwert auftrumpfen. In einigen Szenen, wie z.B. im Lagerhaus, wünscht man sich aber etwas mehr Helligkeit, wobei dies wohl so vom Regisseur beabsichtigt ist. Die Kompression verursacht eine leichte Unruhe, wobei Blockrauschen und Artefaktbildungen nur gering vorhanden sind, ein Nachzieheffekt aber deutlich auszumachen ist. Bildfehler, außer die genannten Streifen, sind keine vorhanden so dass man mit dem gebotenen Bild der Low-Budget-Produktion zufrieden sein kann.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Auf der DVD befindet sich neben der deutschen Synchronisation auch der englische Originalton. Beide liegen in einer Dolby Digital 5.1-Abmischung vor, die solide produziert wurden, aber ohne echte Höhepunkte auskommen. Wobei dem englischen O-Ton der Vorrang gegeben werden sollte, da scheinbar kein Musik & Effektetrack für die Bearbeitung der Synchronspur vorlag. Dies macht sich bemerkbar, da in Dialogsequenzen meist keine Hintergrundgeräusche vorhanden sind. Ist dies doch der Fall, wirken diese Geräusche wie nachträglich erstellt. Finden keine Dialoge statt, wird auf den Originalton zurückgegriffen, was zu minimalen Schwankungen führt. So geht Natürlichkeit verloren, was beim O-Ton nicht der Fall ist. Beeinträchtigungen bei der Dialogverständlichkeit sind aber nicht vorhanden und alles wird klar und deutlich wiedergegeben. Allgemein klingen beide Tonspuren sehr frontbezogen und lassen keinen wirklichen Raumklang zu. Gelegentlich verirrt sich mal der eine oder andere Effekt auch auf die hinteren Kanäle, doch meist bleiben sie ruhig. Positiv fällt die Dynamik einiger Szenen auf, die das jeweilige Szenario dann förderlich unterstützt. Optional können deutsche Untertitel hinzugeschaltet werden.
 +++/--

Extras
Extras
  • Deleted Scenes (10:27 Min.)
  • Outtakes (4:40 Min.)
  • Trailer (2:03 Min.)
  • Trailershow:
    • Carved (1:35 Min.)
    • Cherry Crush (1:50 Min.)
    • Dark Shadows (0:46 Min.)
    • Necromancer (2:38 Min.)
    • Dead Next Door (1:11 Min.)
    • Vexille (2:12 Min.)
    • Killing Ariel (2:50 Min.)
    • Memories of Matsuko (1:57 Min.)
    • Taxidermia (2:11 Min.)
    • Big Bad Wolf (2:08 Min.)
VerpackungKeepCase im Schuber
 Die Extras bestehen aus Deleted Scenes inklusive einem alternativen Ende, dem Originaltrailer sowie einige recht lustige Outtakes. Bezüglich der geschnittenen Szenen darf man dankbar sein, dass sich Regisseur Marcus Koch dazu entschloss, diese Szenen aus seinem fertigen Film zu nehmen, da sie nur die Handlung unnötig verlängert hätten, ohne auch nur dienlich zu sein. Das alternative Ende hingegen hätte sehr wohl in den Film gepasst, da es mit einem besonderen Schlussgag aufwarten kann. Etwas Besonderes gibt es auch zum Originaltrailer zu berichten, da dieser Szenen enthält, die in der deutschen Fassung fehlen. Als nette Dreingabe gibt es noch eine Trailershow mit diversen Filmtipps.
 ++----

Fazit
Splatterherz, was willst du mehr, dürfte sich jeder Freund der härteren Kost denken bei Betrachtung von "100 Tears". Hier dreht es sich um einen Clown, jedoch einer, der es faustdick hinter den Ohren hat. Ich muss zugeben, dass ich noch nie ein Freund dieser pseudofröhlichen Gesellen war. Weder in meiner Kindheit in diversen Zirkusvorstellungen, noch auf dem Bildschirm, denn für mich waren Clowns noch nie lustig, eher hinterhältig. Denn wer weiß schon, was sich hinter dem geschminkten Gesicht versteckt? Ein Monster wie bei "Stephen King's Es"? Außerirdische Invasoren wie bei "Killer Klowns from outer Space"? Oder gar ein Serienkiller wie es John Wayne Gacy einer war? "100 Tears" befasst sich mit Letzterem, jedoch als fiktive Variante.

Die Geschichte dreht sich um ein junges Journalistenpaar, das auf der Suche nach einer sensationellen Story ist. Scheinbar wurde ihr Hoffen erhört, denn Gurdy, der Clown ist wieder in der Stadt und mit ihm sein überdimensionales Hackebeil. Mark und Jennifer, so die Namen der Journalisten, versuchen nun alle Hebel in Bewegung zu setzen, um hinter die Identität des Killerclowns zu kommen. Und je näher sie der Lösung des Falls kommen, desto mehr Tote gibt es zu verzeichnen.

Und genau in diesen Szenen zeigt sich die Stärke von "100 Tears", denn das Debüt von Marcus Koch ist ein umfangreiches Schlachtrepertoire, das an die guten alten Zeiten erinnert als Filme wie Interner Link"Bad Taste" und Interner Link"Braindead" mit Filmblut in die Vollen griffen. Gnadenlos werden Körper in ihre Einzelteile zerlegt und in Eingeweide gebadet, was wohl besonders dem Gorehound gefallen dürfte. Jedoch darf man sagen, das alles sehr überzogen dargestellt wird und deutlich in die Fun-Splatter-Schiene einzureihen ist. Die diversen Tötungen gestalten sich sehr abwechslungsreich und wurden von Regisseur Koch persönlich in Szene gesetzt. Kein Wunder, hat er doch vor seinem Debüt mit "100 Tears" an einigen Filmproduktionen als FX-Künstler gearbeitet. Auf Computeranimationen und Pixelblut wurde dankenswerterweise verzichtet und alle Effekte sind echte Handarbeit, was wieder an die vergangenen Tage eines Peter Jackson erinnert. Dem Film selber standen Gerüchte zufolge nur knapp 75.000 Dollar zur Verfügung, was dazu führt, dass "100 Tears" immer wieder etwas billig aussieht und deutliche Bezüge in Richtung Trash aufweist. Den Effekten hat dies aber nicht geschadet, wirken diese doch meist realistisch, außer es wird die Zeitlupenfunktion des DVD-Players zur Hilfe genommen, denn dann können die Tricks schnell entlarvt werden. Aber wer schaut sich einen Film schon in Zeitlupe an? Von den spaßigen Hackebeilaktionen unseres Clowns einmal abgesehen, fehlt es dem Film an Spannung und tragenden Darstellern. Diese machen ihre Sache zwar nicht schlecht, doch als Zuschauer freut man sich eher auf die nächste Metzelorgie von Gurdy als sich mit belanglosen Dialogen des Kanonenfutters abzugeben.

Die deutsche Fassung von I-On musste ein paar Federn lassen, was etwas unverständlich erscheint, da die vorhandenen Szenen immer noch in ihrer Derbheit weit extremer ausgewalzt werden als in anderen aktuellen Genrewerken. Bleibt aber zu hoffen, dass zumindest über Österreich einmal eine ungekürzte Fassung erscheint, die dem Zuschauer die volle Bandbreite von Gurdys Schaffen aufzeigt. Für einen netten Splatterabend in geselliger Runde ist "100 Tears" genau das richtige Werk, leider aber in der deutschen Fassung gekürzt.



Bilder der DVD




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