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USA 2001
Originaltitel:Horrorvision
Alternativtitel:Horror Vision
Länge:72:07 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Danny Draven
Buch:J.R. Bookwalter, Scott Phillips
Kamera:Mac Ahlberg
SFX:Cyberpunk Studios Computer FX, David Barton's Modus FX
Darsteller:Len Cordova, Maggie Rose Fleck, Josh Covitt, James Black, Brinke Stevens, Ariauna Albright, Chuck Williams, David Bartholomew Greathouse, Garnett Barbour, Ward Boult, John DeRose, Del Howison
Vertrieb:Marketing
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:30.06.2002 (Verleih) /



Inhalt
Der junge Webdesigner Dez loggt sich zufällig bei der Internetseite "horrorvision.com" ein, bei der es seltsame Comics und bizarre Bilder zu bestaunen gibt. Doch diese Webseite birgt ein furchtbares Geheimnis: Sie tötet jeden Besucher auf seltsame Art und Weise und lässt alle Spuren und Überreste verschwinden. Als die Fotografin Tony, eine gute Bekannte von Dez, sowie dessen Freundin Dazzy der Seite zum Opfer fallen, beginnt ein Kampf, bei dem Dez und der mysteriöse Bradbury versuchen Manifesto, den Urheber des Terrors, aufzuspüren und das Grauen aufzuhalten.

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Das anamorphe Bild ist leider von sehr mäßiger Beschaffenheit. Es mag zum Teil daran liegen, dass "Horrorvision" im Independent-Sektor rangiert, aber auch daran, dass Full Moon ihre Produktionen, zumindest was die deutschen Lizenznehmer betrifft, fürchterlich schlecht behandelt. Somit sieht auch diese DVD gerade einmal wie eine mittelmäßige Videokassette aus. Hauptverantwortlich für diesen Eindruck sind drei Faktoren, die ich der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit nach aufzählen möchte: Die Schärfe ist im Detail sehr schwach und an den Konturen höchstens mal brauchbar. Eine grundlegend bessere Auflösung wäre also dringend notwendig. Das zweite große Makel sorgt ebenfalls für die Schärfedefizite, ist nämlich das Ghosting, dass sich zwar nur in Bewegungen äußert, dort aber für ein ruckliges Vergnügen sorgt. Ebenfalls bedenklich ist Farbabstimmung, die scheinbar auch durch Marketing verhunzt ist: Immer wieder wird deutlich, dass die grundlegend etwas blassen Farben künstlich nachgebessert wurden. Das Resultat sind meist unnatürliche Töne und gelbliche Hautfarben, die krankhaft aussehen. Außerdem verschafft das Rauschen der Kompression zu viel Arbeit, so dass diese sich mit übermäßig starkem Blockrauschen bemerkbar macht. Alles in allem eine schlampige Arbeit. Zwar noch schaubar, aber eben ganz sicher nicht das, was man erwartet hat.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (Deu, En)
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Den Ton hat man da schon überzeugender hinbekommen. Meist war es ja so, dass, wenn Marketing als Originalton nur Stereo mitgeliefert hat, man sicher sein konnte, dass die deutsche 5.1-Spur lediglich ein halbherziger Upmix ist. Bei "Horrorvision" gelingt das etwas besser, denn es sind deutlich abgetrennte Effekte aus den Rears zu vernehmen, die zwar manchmal etwas mit "Geräuschmüll" überbeansprucht werden, trotzdem aber das 5.1-System rechtfertigen. Beim Klang wird daraus aber kein Überflieger, weil dafür der Anspruch an Dynamik, Bass und Höhenbereich zu niedrig ist. Gerade der Bass wird im Originalton besser beansprucht. Die deutsche Synchro ist höchstens Mittelmaß was Abmischung und Sprecher betrifft, steht also auch ein wenig hinter den klareren Originaldialogen zurück, für die man leider keine deutschen Untertitel hinzuschalten kann.
 +++/--

Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Intro (0:58 Min.)
  • Trailer dt. (1:37 Min.)
  • Trailer engl. (1:37 Min.)
  • Making Of (30:59 Min.)
  • Slideshow (16 Bilder)
  • Art-Gallerie (5:49 Min.):
    • Concept Art
    • Sybil War Comic
    • Ward Boult Photos
  • Filmografien:
    • Jake Leonard (1 Seite)
    • Josh Covitt (1 Seite)
    • James Black (4 Seiten)
    • Maggie Rose Fleck (1 Seite)
    • Brinke Stevens (7 Seiten)
    • Chuck Williams (2 Seiten)
    • Ariauna Albright (2 Seiten)
  • Regisseur:
    • Biografie/Filmografie (5 Seiten)
    • Frühes Amateurfilm-Material (6:24 Min.):
      • Seltene Super-8-Aufnahme
      • Seltene 16mm-Aufnahme
      • Serial Killer Confession
    • Danny Dravens Studentenfilmarchiv:
      • The Worm Family (5:33 Min.)
      • Suicide Cereal (3:11 Min.)
  • Unbearbeiteter Titel (3:06 Min.)
  • News-Report (0:59 Min.)
  • Weitere Highlights:
    • Raptor (0:58 Min.)
    • Paranoid Nightmare (2:57 Min.)
    • Die Mumie schlägt zurück (1:34 Min.)
    • Der Joker (2:22 Min.)
VerpackungKeepCase
 Leider hatte Marketing nie ein Händchen für gut aufbereitetes Bonusmaterial. Das beginnt beim Audiokommentar, der keine Untertitelung erhalten hat. Die illustre Runde mit Regisseur Danny Draven, Autor J.R. Bookwalter, Produzentin Ariauna Albright und SFX-Leuten David Lange und David P. Barton hat viel Spaß beim Einsprechen dieses Kommentars. Inhaltlich geht es um alles Mögliche, z.B. um die Lieblingscomputer (Mac vs. PC), um die vielen Montagen, über die man sich ordentlich lustig macht, und natürlich auch um Budgetprobleme an allen Ecken, die z.B. das originale Drehbuch schrumpfen ließen. Zeit und Geld waren wohl an vielen Stellen nicht vorhanden, so dass man öfter mal zu hören bekommt, in welch unglaublich kurzer Zeit eine Szene entstanden ist. Wird man sich vorerst freuen, dass nun nicht nur Trailer und die langweiligen Zusammenstellungen von Slideshows und Filmgrafien zu Gesicht bekommt, ärgert man sich vielleicht schon wieder, denn auch das Making Of, das mit Interviews, Einblicken an den Sets und Infos zu den Effekten aufwartet, wurde nicht deutsch untertitelt. Gleiches gilt für die lustige Einleitung von Danny Draven, der gerade in der Postproduktion einen Helfer zur Sau macht. Etwas besser sind aber diesmal die Bildergalerien, die mit Setfotos, Stills, gezeichneten Designs und den Aktfotos aufwarten, die man im Film sieht. Während man sich die Filmografien wie schon angekündigt sparen kann, lohnt ein Blick auf den Punkt "Regisseur" unter dem sich neben Filmo- und Biografie einige Frühwerke von Draven befinden, die zeigen, dass er schon damals einen Hang zu ungewöhnlichen Stoffen und Spezialeffekten hatte. Besonders sehenswert sind hier natürlich die Studentenfilme. "Unbearbeiteter Titel" ist die CGI-Animation im Intro ohne Text und ohne Musik, also reichlich sinnlos. Den "News-Report" sieht man so auch im Film, also ist auch dieser Punkt nicht unbedingt von Interesse. Insgesamt ordentliches Material, das wesentlich besser sein könnte, wenn man es eingedeutscht und nicht nur von der US-DVD kopiert hätte.
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Fazit
Ja, "Horrorvision" ist deutlich inspiriert von "Matrix" (und übernimmt sogar von dort die bekannte Titeleinblendung). Nein, er ist nicht unbedingt ein Abklatsch. Während der Wachkowski-Film nämlich dank eines riesigen Budgets SciFi-Action ernsthaft umsetzen kann, muss Danny Dravens Low Budget-Cyberthriller sich mit einer gehörigen Portion Trash-Appeal herumschlagen. Grundkonzept ist eine Webseite, die es irgendwie schafft, ihre Besucher zu immaterialisieren und in sein Reich zu holen. Allein hier werden die Effekte entweder für schallendes Gelächter oder für das vorzeitige Abschalten sorgen.
Leider muss sich "Horrorvision" so einige Kritik gefallen lassen, denn was hier wirklich vor sich geht, weiß hier vermutlich keiner. Statt aufzuklären, wird der Zuschauer die sehr kurze Spielzeit über mit einem Wischiwaschi-Konzept von einem Virus, das die Menschheit tötet, bequasselt. Das tritt sogar als Cyber-Alien in Erscheinung und versucht, die beiden Protagonisten, die vor der Technik zu fliehen versuchen, in sein Reich zu holen. Also schnell weg mit allem, was eine Internetverbindung hat und auf in die Wüste, wo der Quatsch auch ein plötzliches Ende findet. Weder wurde die Story von Interner Link"Dead Next Door"-Veteran J.R. Bookwalter richtig ausgearbeitet, noch kann der Regisseur wirklich etwas mit ihr erarbeiten.
So müssen sich seine mäßig begabten Darsteller auf der Suche nach der Wahrheit bzw. der anschließenden Flucht in wenig erbaulichen Dialogen wälzen oder finden sich in ellenlangem Füllmaterial wieder, wie z.B. der unnötig gestreckten Rückblende. Streckenweise mutiert der mit technischen Unmöglichkeiten und rockiger Musik vollgestopfte Film gar zu einer Art Musikvideo bzw. Roadmovie, macht es dem Zuschauer aber schwer, Bezugspunkte zu finden. Das könnte daran liegen, dass die Spannung ziemlich auf Normalnull rumdümpelt und auch dadurch nicht angezogen werden kann, dass Roboter zum Angriff blasen. Dort zumindest wird der Trash-Fan ordentlich unterhalten, auch wenn man ihn sonst etwas zu sehr auf die Folter spannt.

Unfertiger Cyber-Thriller aus Teilen von "Matrix", Interner Link"Strangeland" und Interner Link"Death Machine", dem sowohl Konzept, Richtung als auch wirkliche Inhalte fehlen, und der damit ziemlich rumdümpelt, obwohl viele Einzelaufnahmen für sich gesehen gehörigen Unterhaltungsfaktor besitzen - falls man auf Megatrash steht!



Bilder der DVD




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