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USA 1995
Originaltitel:Addiction, The
Länge:78:56 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Abel Ferrara
Buch:Nicholas St. John
Kamera:Ken Kelsch
Musik:Joe Delia
SFX:Linda Grimes, Patricia Regan
Darsteller:Lili Taylor, Christopher Walken, Annabella Sciorra, Edie Falco, Paul Calderon, Fredro Starr, Kathryn Erbe, Michael Imperioli, Jamal Simmons, Michael A. Fella, Louis Katz, Leroy Johnson
Vertrieb:Kinowelt / Arthaus
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:18.04.2008 (Kauf)



Inhalt
Auf dem nächtlichen Heimweg wird die New Yorker Philosophie-Studentin Kathleen von einer attraktiven Unbekannten in eine Gasse gezerrt und gebissen. Bald darauf entwickelt sie einen unstillbaren Blutdurst, den sie zunächst zu unterdrücken versucht. Als ihr Verlangen zu groß wird, fällt sie wahllos über ihre Mitmenschen her. Erst die Bekanntschaft mit dem kultivierten Vampir Peina bringt sie dazu, ihre Sucht zu kontrollieren. Sie nimmt ihr Leben wieder in die Hand und beendet ihr Studium mit Bravour. Um ihre Dissertation zu feiern, lädt sie ihre Professoren zu einer Party ein, bei der auch ihre Vampirfreunde zugegen sind. Der Auftakt eines großen Gelages ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Den anamorphen Transfer von "The Addiction", der im übrigen in diesem Format erstmalig präsentiert wird, objektiv zu beurteilen fällt etwas schwer, da Abel Ferrara seine persönliche Note für das Bild kreierte. Das in schwarz/weiß gedrehte Bild wurde absichtlich sehr grobkörnig gehalten und mit diversen Filterelementen sehr weich gebügelt. Dass die Schärfe darunter zu leiden hat, versteht sich schon von selbst. Dennoch darf die Detailzeichnung immer noch als befriedigend bezeichnet werden. Deutlich erkennbar sind vorhandene Rauschmuster und auch Doppelkonturen lassen sich nicht verleugnen. Diese dürften wohl den verwendeten Filter anzulasten sein und sind in dieser Form sicher nicht gewollt. Überzeugende Argumente liefert der Kontrast, was bei einem schwarz/weiß-Film einer der wichtigsten Faktoren ist. Auch der Schwarzwert überzeugt hierbei mit einer guten Sättigung. Stilbedingt überstrahlen phasenweise helle Bildbereiche, ohne aber wichtige Details zu verschlucken. Negativ fallen kleinere Defekte und Verschmutzungen auf, die sich aber niemals als störend erweisen. Somit kann das Bild überzeugen, wenn auch der verwendete Stil nicht unbedingt jedem gefallen dürfte. Aufgrund bedingter Schärfeprobleme kommt die DVD aber nicht über das Mittelmaß hinaus.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Stereo)
SpracheEnglisch
UntertitelDeutsch
 Da für "The Addiction" keine Synchronisation erstellte wurde und lediglich der englische Stereo-Originalton auf der DVD vorhanden ist, was bei dieser Art von Independentfilm schon fast verständlich sein dürfte, könnte dies auch genau der Punkt sein, der bei einer Kaufentscheidung für ein KO-Kriterium stehen könnte. Damit aber keine Probleme beim Verständnis des Films auftreten, schaffen deutsche Untertitel Abhilfe. Diese sind immer gut zu lesen und ganz ehrlich: Eine Synchronisation hätte das Flair des Films nicht widerspiegeln können. Ansonsten kann die englische Sprachfassung mit einer gelungenen Stereospur erfreuen. Meist ist Ferraras Werk sehr ruhig angelegt, kann aber etwas Dynamik innerhalb des Scores entfalten und punktet mit einer stets gut verständlichen Dialogwiedergabe. Ansonsten wirkt die Abmischung sehr ausgewogen, was zu keinen Überlagerungen führt. Störgeräusche sind zu keinem Zeitpunkt vorhanden.
 +++---

Extras
Extras
  • Fotogalerien:
    • Dreharbeiten (13 Bilder)
    • Szenenfotos (7 Bilder)
  • Biografie Christopher Walken (2 Seiten)
  • Trailer (0:36 Min.)
  • Trailershow:
    • Die durch die Hölle gehen (2:56 Min.)
    • Suicide Kings (1:49 Min.)
    • Nadja (1:29 Min.)
    • Nachts, wenn Dracula erwacht (3:12 Min.)
    • Nosferatu - Phantom der Nacht (2:29 Min.)
    • Die Weisheit der Krokodile (1:13 Min.)
    • Illuminata (1:16 Min.)
    • Basquiat (2:27 Min.)
    • Arthaus Collection (1:02 Min.)
    • Kinowelt TV (1:47 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die Extras sind eher spärlich ausgefallen, was in Anbetracht des sehr guten Films schade ist. Immerhin gibt es den Trailer zum Film, zwei Fotogalerien mit Fotos von den Dreharbeiten und mit Szenen aus dem Film und eine Biografie von Christopher Walken. Abgerundet wird dieser Bereich mit einer Vorschau weiterer Titel des Anbieters.
 +-----

Fazit
Abel Ferrara dürfte insbesonders für seine Filme jenseits des Mainstream bekannt sein. Meist sind seine Filme in Verbundenheit mit der realen Gewalt der Straße inszeniert, wie die in Genrekreisen geschätzten "Driller Killer" und "Bad Lieutenant". Neben kleinen Ausflügen in das von ihm eigentlich gehasste Mainstream-Programm ("Body Snatchers") kehrte er 1995 mit seinem in schwarz/weiß gedrehten "The Addiction" wieder zurück zum Independenfilm. "The Addiction" ist eine Vermischung aus Vampir-Drama, Philosophie und Film Noir. Eine Mischung, die nicht jeder Regisseur beherrscht, und mit größter Wahrscheinlichkeit gegen die Wand gefahren hätte. So aber nicht Ferrara, dessen Fusion aus Horror und intellektuellem Hintergrund in wunderschönen Bildern funktioniert. Ein Aufbäumen gegenüber den weltlichen Religionen und dem Drogenkonsum, unterbrochen von Zitaten großer Philosophen wie Nietzsche oder Sartre. Der Horror, der von den Vampiren ausgeht, fällt hier zur Nebensächlichkeit aus, denn alles wurde von Ferrara so angelegt als dass es auch auf das menschliche Dasein projiziert werden kann. Eine Allegorie gegen den herrschenden Zustand eines jeden Weltbildes.

Das Cover gaukelt eine andere Richtung von Film vor, denn wer einen reißerischen Vampirstreifen erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Nur gegen Ende darf quasi zum "Tanz der Vampire" geladen werden und das Blut darf in rauen Mengen fließen, begleitet von einem genialen Soundtrack, der stets in zusammenarbeit mit den farblosen Bildern für eine dichte Atmosphäre sorgt. Christopher Walken hat nur eine kleine, aber umso feinere Rolle, von der man gerne noch etwas mehr gesehen hätte. Das große Lob gebührt hier Lili Taylor, die ihre Rolle vom Verfall einer Studentin zum blutsüchtigen Vampir hervorragend meistert und jeden Bezug zur Realität behält. Insgesamt gesehen hat Abel Ferrara ein wahres Independentmeisterwerk geschaffen, welches die Entdeckung lohnt. Aber man sollte sich vorweg gut informieren, da "The Addiction" Anspruch an den Zuschauer stellt und Freunde der härteren Kost aufgrund seiner Andersartigkeit nur bedingt zu empfehlen ist. Alle anderen werden diesen Trip in die dunkle Schattenwelt dankend annehmen.



Bilder der DVD




Druckbare Version
NewsAbel Ferraras "The Addiction" von Kinowelt
Addiction, The
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