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DK, USA 2008
Originaltitel:Craig
Länge:101:31 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Kim Sønderholm
Buch:Kim Sønderholm, Jan T. Jensen
Kamera:Jan T. Jensen, Søren Ulfkjær
Musik:Russ Diaper
SFX:Lone Kirkegaard
Darsteller:Kim Sønderholm, Peter Ottesen, Christian Magdu, Jan Tjerrild, Merete Van Kamp, Lloyd Kaufman, Manoush, Anna Bård, Zoe Hunter, Anja Owe, Sarah Louise Christiansen, Bianca Abel, Alice Haaber, Lars Bjarke, Michael René Jensen, Trine Stårup, Melany Denise
Vertrieb:Cult Movies Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:29.05.2008 (Verleih) / 12.06.2008 (Kauf)



Inhalt
Craig verliert bei einem Hausbrand alles: seine Familie, sein Hab und Gut, seine Existenz. Sechs Monate später geht es ihm immer noch nicht wirklich gut und nur mit Tabletten kann er sich davor retten, abzustürzen in ein Leben, was nicht mehr lebenswert ist. Irgendwann jedoch verliert er seine Medizin und es beginnt ein wahrer Albtraum - nicht nur für Craig. Ab sofort ist sein Leben bestimmt von Gewalt, Sex und Drogen. Dass diese Lebensweise auf Dauer nicht gut gehen kann, bekommt Craig bald am eigenen Leibe zu spüren ...

Bild
Format1,85:1 (Letterbox)
NormPAL
 Bildtechnisch merkt man deutlich, dass es sich bei "Craig" um einen Low Budget-Film handelt. Produktionsbedingt sind typischer Merkmale vorhanden, die dem verwendeten Equipment anzulasten sind. Die Schärfe wirkt wechselhaft und kann in der Detailwiedergabe nicht immer überzeugen. Zwar sind Details vorhanden, jedoch nicht in der Form, wie man es sich gewünscht hätte. Auch der Kontrast wirkt in vielen Szenen nicht ausgewogen und gerade in dunklen Bereichen werden Teile des Bildes verschluckt. Dies ist unter anderem auch ein Problem der Ausleuchtung des Films, wobei die Farbgebung in dunklen Szenen leicht verfälscht wirkt. Hinzu kommt ein konstantes Rauschen, was nicht als störend empfunden wird, aber über die gesamte Laufzeit vorhanden ist und in dunklen Szenen wesentlich intensiver wirkt. Unschön zeigt sich die Kompression, die sich gerade in schnellen Szenen sehr unruhig verhält und deutliches Blockrauschen verursacht. Dennoch kann das Bild als solide empfunden werden, wenn man auf den budgetbedingten Hintergrund verweist.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (En)
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Die Akustik der Produktion weist im englischen Originalton einige Schwächen auf, da in den Dialogen hörbare Schwankungen vorhanden sind. Wohl ein Zeichen, dass Teilbereiche des Films nachträglich vertont wurden, so dass diese wesentlich lauter klingen. Die deutsche Synchronisation geht hingegen völlig in Ordnung. Allgemein betrachtet präsentiert sie sich sehr frontlastig, verteilt aber zumindest den Soundtrack und kleinere Umgebungsgeräusche auch auf die hinteren Boxen. Direktionale Effekte sind nicht vorhanden, dafür aber überzeugen die Dialoge mit einer klaren und deutlichen Wiedergabe. Die Abmischung hätte letztendlich aber etwas ausgewogener ausfallen können, da die Dialoge über Musik und Geräusche gelegt wurden, was eine deutliche Dominanz der Dialoge aufkommen lässt, womit zwar keine Überlagerungen entstehen, aber die Natürlichkeit beeinträchtigt wird. Leider sparte man wieder an deutschen Untertitel, was gerade für Freunde von Originalfassungen, welche nicht der englischen Sprache mächtig sind, ein Defizit darstellen dürfte.
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Extras
Extras
  • Deleted Scenes (17:33 Min.)
  • Making of (20:17 Min.)
  • Teaser (1:13 Min.)
  • Trailer (1:43 Min.)
  • Kurzfilm (15:40 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die Extras bestehen aus Teaser und Trailer zum Film sowie ein Making of, welches sich aber als ein sehr informatives Interview mit Regisseur und Hauptdarsteller Kim Sønderholm entpuppt. Dieser geht auf seinen Film ein und beleuchtet die Hintergründe zur Erschaffung eines neuen Serienkillers. Aber auch die üblichen Probleme beim Drehen werden angesprochen. Zudem kommt auch noch Russ Diaper zu Wort, der neben einer Filmrolle auch für den Soundtrack zuständig war und hierzu auch einige Einzelheiten erläutert. Zusätzlich sind ein paar entfallene und alternative Szenen zu sehen. Hierbei stechen die Szenen von Lloyd Kaufman sowie die Manoush besonders hervor. Abgerundet wird dieser Menupunkt mit einem Kurzfilm von Sønderholms, der seine Interpretation einer asiatischen Geistergeschichte darstellt. Was das gesamte Bonusmaterial etwas trübt, sind die nicht vorhandenen deutschen Untertitel. Hier wurde wieder am falschen Ende gespart.
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Fazit
"Craig" ist eine Low-Budget-Produktion aus Dänemark. Echte Highlights, von dem Schaffen eines Lars von Trier einmal abgesehen, hat Dänemark nicht wirklich vorzuweisen, dennoch sind es insbesondere die nordischen Länder, welche immer für eine Überraschung gut sind. So auch geschehen mit Kim Sønderholms erster Regiearbeit, denn trotz der geringen finanziellen Mittel gelang ihm ein gut durchdachtes Projekt um den totalen Verfall einer menschlichen Existenz.
Nach einem (von ihm gelegten) Brand verliert Craig seine Familie. Vater und Mutter kommen in der Flammenhölle um und seine Schwester liegt im Koma. Ein so nicht gewollter Feldzug gegenüber seinen dominanten Eltern lässt Craigs Leben an einen Wendepunkt gelangen, der nicht einkalkuliert war. Für diese Tat konnte er zwar nicht belangt werden, doch vergehen die ersten sechs Monate nur mit der Hilfe von Tabletten. Und dennoch ist Craig in den Augen der Menschheit jemand, der als totaler Versager gilt. Als er seine Medikamente durch einen dummen Zufall nicht mehr einnehmen kann, beginnt für ihn und seine Umgebung ein Albtraum aus Gewalt, Drogen, Sex und Mord.
Neben der Regie übernahm Sønderholm auch die Hauptrolle des Craig. Dies sogar meist sehr überzeugend, was im Zuschauer eine Art Mitgefühl aufkommen lässt. Doch ist Craig kein Drama im eigentlichen Sinn, denn hier wird ganz deutlich ein Serienmörder aufgebaut. Immer wieder gelangt die Psyche ins Wanken und der Hass gegenüber seinen Mitmenschen, wobei dieser insbesondere Frauen betrifft, wächst von Minute zu Minute. Allein gegen alle auf der Suche nach ein bisschen Liebe wäre hier die passende Devise.
Begleitet wird diese Odyssee von einem besonders markanten Soundtrack, der meist aus härteren Tönen der Gothic-Schiene stammt und den nervlichen Verfall blendend unterstreicht. Neben Sønderholm gibt auch der restliche Cast eine ordentliche Leistung ab, womit der Streifen wiederum positiv auffällt und sich von anderen Produktionen mit wenig Budget deutlich abhebt. Eine kleine Nebenrolle wurde sogar Troma-Gründer Lloyd Kaufman zuteil. Um auch die Kritikpunkte anzusprechen: Gerade der Einsatz diverser spärlich bekleideter Damen, welche zwar durchgehend hübsch sind, macht kaum Sinn, denn den Film bringt das kein Stück vorwärts, außer den (gerade männlichen) Zuschauer auf andere Gedanken. Zudem ist die Laufzeit mit knapp 100 Minuten etwas zu lang gewählt, was immer wieder mit kleinen Durchhängern bestraft wird und es "Craig" nicht ermöglicht, hundertprozentig zu überzeugen. Auch das Ende wirkt etwas zu aufgesetzt, bleibt dem Film aber dennoch treu und lässt das Opfer zum Täter werden, womit ein Kreislauf geschlossen wird, um einen weiteren zu beginnen. Aber letztendlich kann über diese Art der Schwächen hinweggesehen werden, denn sie lassen "Craig" trotzdem zu einem Horror-Drama zum Nachdenken heranwachsen. Wer sich an die Produktionsumstände eines Low-Budget-Films nicht stört, wird mit einem gelungenen Debüt eines talentierten Regisseurs konfrontiert, das fernab der breiten Masse überzeugt.



Bilder der DVD




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