Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 2007
Originaltitel:Freakshow
Alternativtitel:Oddities
Länge:81:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Drew Bell
Buch:Keith Leopard
Kamera:Mark Atkins
Musik:Richard Mercado
SFX:Tom Devlin
Darsteller:Rebekah Kochan, Dane Rosselli, Christopher Adamson, McKenna Geu, Dean N. Arevalo, Wayne Baldwin, Diego Barquinero, Matthew Blashaw, Evan Block, Robert Pike Daniel, Christopher DeMaci, Jason DeParis, Etta Devine, Amy Dunton, Sharon Edrei, Daeg Faerch, Amanda Ward
Vertrieb:Shock DVD Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:06.06.2008 (Kauf)



Inhalt
Eine Gruppe Krimineller sucht Unterschlupf bei einem Wanderzirkus. Die Eintrittsgelder interessieren sie jedoch mehr als ihr Security-Job. Gangmitglied Lucy hat derweilen ganz andere Pläne. Sie verführt den Zirkusbesitzer und heiratet ihn, um an sein Vermögen zu kommen. Frei nach dem Motto "Gestorben wird immer" geht Lucy zielstrebig an die Arbeit. Als der jüngste der "Freaks" die Pläne der Verbrecher durchschaut, bringen sie ihn zum Schweigen. Die restlichen Freaks schwören Rache und niemand, schon gar nicht Lucy, ist noch sicher!

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Obwohl das Bild von "Freakshow" durchaus in Ordnung geht, ist es bei Weitem nicht so perfekt, wie man es sich bei einem neuen Film erhofft hätte. Dies ist vor allem dem Einsatz diverser Farbfilter zu verdanken, die sämtliche Tönungen etwas zu kräftig erscheinen lassen. Gerade durch die verwendeten Rotfilter kommt es zu kleineren Verfälschungen und Überstrahlungen. Zudem wirkt das Bild an vielen Stellen sehr dunkel, so dass einige Bildbereiche nicht immer eine optimale Detailwiedergabe erhalten. Die Schärfe kann als gut bezeichnen werden, wobei in diesem Bereich deutlich mehr möglich gewesen wäre, da es immer wieder zu weichen Szenen kommt, was wohl auch dem Budget des Films und den verwendeten Kameras anzulasten ist. Ein leichtes Rauschen im Hintergrund und leichte Unruhen, die durch die Kompression verursacht werden, führen jedoch zu keinen Beeinträchtigungen. Defekte sind in der Vorlage nicht vorhanden, doch befindet sich ein Masteringfehler auf der DVD, denn die 16:9-Codierung funktioniert nur bei manueller Umschaltung.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 Surround (Deu, En)
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Der Ton lässt eine gelungene Atmosphäre aufkommen, was vor allem dem Soundtrack zu verdanken ist. Gerade die deutsche 5.1-Variante erstreckt sich über das gesamte Boxensystem, wobei die Rears hauptsächlich als musikalische Stütze dienen und eher selten mit direktionalen Effekten versorgt werden. Eine wirkliche Dynamik entsteht zwar nicht, doch liegt dies an den handlungstechnischen Ablauf des Films, der ansonsten sehr frontlastig angelegt wurde. Hierbei sind die Dialoge zu jeder Zeit ohne Probleme zu verstehen. Dies gilt auch für die Surround-Abmischungen beim Originalton und der zweiten vorhandenen deutschen Synchronspur. Doch wirken sie wesentlich leiser und lassen kein räumliches Klangbild entstehen. Störendes Rauschen oder anderweitige Defekte sind nicht vorhanden, was auch deutsche Untertitel betrifft, die man leider vermisst.
 ++++--

Extras
Extras
  • Behind the Scenes (10:02 Min.)
  • Make-up (4:13 Min.)
  • Freak-Short (4:45 Min.)
  • Alternativer Anfang (2:33 Min.)
  • Alternatives Ende (0:57 Min.)
  • Hanks Story (15:50 Min.)
  • Originaltrailer (0:59 Min.)
  • 4 Sammelkarten
VerpackungKeepCase im Schuber
 Highlight der Extras dürften die 4 Sammelkarten mit Filmszenen sein, die Shock DVD Entertainment dem KeepCase beilegte. Auf der DVD selber sind noch drei kleine, aber feine Featurettes, die sich mit verschiedenen Themen der Entstehung beschäftigen. Hierbei sticht insbesondere das Freak-Short-Featurette hervor, in dem die wirklich körperbehinderten Darsteller zu Wort kommen. In den anderen beiden Beiträgen wird auf die Make-up-Effekte eingegangen und es gibt einen Blick hinter die Kulissen. Zusätzlich befinden sich noch ein alternativer Anfang und Ende als Bonus auf der DVD, die auch zurecht aus dem Film geflogen sind. Der Originaltrailer sowie ein Kurzfilm mit erweiterten Szenen aus dem Film runden den Bonusbereich ab. Leider vermisst man auch bei den Extras deutsche Untertitel, was sichtlich schade ist, da es heutzutage eigentlich Standard sein sollte.
 +++---

Fazit
The Asylum steht für günstige Ripoffs großer Hollywoodproduktionen. Immer dann, wenn ein Majorstudio eine groß angelegte Kinoproduktion ankündigt, ist auch The Asylum bzw. dessen Hauptverantwortliche David Michael Latt zur Stelle und versorgt den Home-Entertainment-Bereich mit einer kostengünstigen Version, die aber immer wieder mit eigenen Ideen auffällt und gerade in B- und C-Movie-Fankreisen dank des meist trashigen Charmes zu überzeugen weiß. Mittlerweile schafft es The Asylum aber auch eigenständige Filme auf die Beine zu stellen oder schaut in die Vergangenheit des Filmbusiness, um Klassiker längst vergangener Tage in einem typischen Asylum-Design zu erstellen. So geschehen mit dem nun vorliegendem "Freakshow", ein Remake des 1932 entstandenen Klassikers "Freaks" von Tod Browning.
"Freaks" war seiner Zeit weit voraus, denn hier wurde nicht mit makellosen Hollywood-Schönheiten gedreht, sondern mit missgebildeten Laiendarstellern. Diese waren allzu oft in der Vergangenheit als Attraktion auf Jahrmärkten zu betrachten. "Freaks" ist ohnehin mehr ein Drama als ein Horrorfilm, denn Tod Browning inszenierte eine Liebesgeschichte, die zum Scheitern verurteilt war und stellte den Kreis der Missgebildeten als eine eingeschworene Gemeinschaft dar. Erst gegen Ende des Films dominiert der Aspekt des Horrorfilms, wenn die Hautdarstellerin für ihre Schandtaten gegenüber den Behinderten bestraft wird. Drew Bell nahm sich nun dieses Themas an und transportierte die Geschichte in die heutige Zeit, und ebenso wie bei Browning ist ein Teil der Darsteller wirklich missgebildet.
Regten Brownings "Freaks" noch zum Nachdenken an, so wirkt die Neuversion von Bell sehr plakativ und schert sich nicht wirklich um Emotionen beim Zuschauer. Während die ersten drei Viertel des Films eher dialoglastig ausgefallen sind, um die Geschichte glaubhaft rüberzubringen, was Bell aber nur bedingt gelingt, wirkt das letzte Viertel wie eine Mischung aus Interner Link"Guinea Pig" und dem angesagtem Torture Porn-Subgenre. Und diese Szenen haben es wirklich in sich. Wird bei "Freaks" die Verunstaltung nur als Ergebnis präsentiert, hält Bell mit der Kamera voll drauf und zeigt sehr gelungene Gore-Effekte, die abermals von Tom Devlin erstellt wurden, der mittlerweile für fast jeden Asylum-Film verantwortlich ist. Die Schlagzeile auf dem Cover ("Banned in 43 Countries") ist trotz dieser Szenen eher als taktische Werbemaßnahme anzusehen. Wirklich gelungen ist die Hommage an die Version von 1932, da Bell während der Credits Bilder von Brownings Original einblendet. Auch der Soundtrack ist eine sehr gelungene Alternative, da die verwendeten Lieder alle irgendwo zwischen 1920 und 1930 anzusiedeln sind und so ein passendes Flair eines Jahrmarkts dieser Zeit vermitteln. Was dem Publikum wohl aber aufstoßen könnte, ist das sehr langsame Herangehen an das Thema, das zudem immer wieder mit teilweise unnötigen Sexszenen gestreckt wird. Lässt man sich darauf ein und erkennt den dramatischen Hintergrund, den das Original versprüht, wird man sich auch mit "Freakshow" anfreunden. Positiv stechen die Darsteller hervor, die sichtlich bemüht sind, ihren Rollen Authentizität zu verleihen. Meist gelingt dies auch, wobei die zwischenmenschliche Ebene nicht sonderlich an den Gefühlen des Zuschauers nagt. Anzulasten ist Drew Bell jedoch, dass er nicht im Stande war, die behinderten Darsteller in die Hauptrollen zu berufen und lieber Darsteller mit Make-up-Effekten im Vordergrund platzierte. In diesem Fall hätte "Freakshow" weniger plakativ gewirkt und weit mehr Authentizität versprüht. An Tod Brownings "Freaks" reicht Bells "Freakshow" zwar zu keinem Zeitpunkt heran, doch ist der Film genau zur richtigen Zeit entstanden, da man sich bei Asylum einer Idee annahm, die gerade heutzutage unverbraucht erscheint. Definitiv gehört "Freakshow" zu den besseren Produktionen von Asylum und dürfte gerade Freunde von Low Budget-Produktionen sichtlich Spaß machen, wenn man vom allgemeinen Einheitsbrei um irgendwelche Macheten schwingenden Irre einmal Abstand nehmen möchte.

Finger weg heißt es nur bei der deutschen Fassung von Cult Movies, die um alle erdenklichen Szenen erleichtert wurde, um eine Freigabe zu erhalten. Aber dank der Unterlizensierung an Shock Entertainment gibt es zumindest für Österreich und der Schweiz eine ungekürzte Alternative in deutscher Sprache.



Bilder der DVD




Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.