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USA 1958
Originaltitel:Fly, The
Alternativtitel:Mosca, La
Länge:89:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Kurt Neumann
Buch:George Langelaan, James Clavell
Kamera:Karl Struss
Musik:Paul Sawtell
SFX:L.B. Abbott, James B. Gordon
Darsteller:David Hedison, Patricia Owens, Vincent Price, Herbert Marshall, Kathleen Freeman, Betty Lou Gerson, Charles Herbert, Eugene Borden
Vertrieb:20th Century Fox
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:05.09.2005 (Kauf)



Inhalt
Der geniale Wissenschaftler André arbeitet fieberhaft an einer Methode, Objekte von einem Ort zum anderen zu transferieren. Als er sich endlich am Ziel seiner Bemühungen glaubt, wagt er den scheinbar ungefährlichen Selbstversuch, der jedoch in einer Katastrophe endet. Während des Experimentes befindet sich eine kleine Stubenfliege im Labor, deren Körperatome sich mit denen von André vermischen. Das Ergebnis ist ebenso grauenhaft wie unvorstellbar ...

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Das Bild zeigt sich als beachtliche Leistung einer Restauration, wie man sie vorerst nicht unbedingt von einem Film des Jahres 1958 erwartet. Die wenigen, verbliebenen Kratzer sind unbedeutend für die Qualität des Transfers, den es sogar in anamorpher Form gibt. Wichtig ist hierbei, dass die Schärfe durchgängig einen detaillierten, wenn auch nicht sehr tiefenscharfen Eindruck macht. Dass nicht mehr möglich war, mag am sehr feinen Rauschen liegen - ein typisches Relikt des körnigen Filmmaterials. Trotz der weichen Grundzüge sind aber besonders im Hintergrund alle Details bestens erkennbar. Kontrast und Farben passen sich dem alten Stil des Filmes an, wobei gerade die Sättigung erfreuen dürfte. Dadurch sieht beispielsweise das Experiment immer schön satt aus, wenn alle Gerätschaften in unterschiedlichsten Tönen aufblitzen und -blinken. Selbst Auf- und Abblenden (ein typisches Stilmittel dieser Zeit für Szenenwechsel) lassen kaum noch das Originalmaterial durchschimmern. Das war bei anderen Restaurationen schon schlechter. Mit Altersbonus noch 4 Punkte.
 ++++--

Ton
FormateDolby Digital 4.0 (En), Dolby Digital 2.0 (Deu, Span)
SpracheDeutsch, Englisch, Spanisch
UntertitelEnglisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Spanisch
 Auch beim Ton überwiegt der gute Eindruck, hat man doch die beiden wichtigen Tonspuren (Englisch und Deutsch) sehr gut hinbekommen. Vor allem fällt auf, dass die deutsche Synchro ganz und gar nicht so klingt, als ob sie bereits Ende der 50er bzw. Anfang der 60er Jahre entstand. Die Vermutung liegt nah, dass erst sehr viel später eine Synchro fürs TV erarbeitet wurde, was die gute Verfassung der Tonspur erklären würde. Denn man hört fast keinerlei Rauschen und Knackser, die man fast schon erwartet, bleiben auch aus. Außerdem werden die Stimmen relativ klar wiedergegeben. Selbiges trifft für den Originalton zu, dessen Sprachwiedergabe ebensowenig kratzt oder zischelt. Außerdem sind die wenigen Musikstücke des Filmes hier besonders kräftig eingesetzt.
 ++/---

Extras
Extras
  • Double Feature-Trailer:
    • Original-Kinotrailer (1:57 Min.)
    • Die Rückkehr der Fliege (1:35 Min.)
    • Die Fliege (1986, 2:03 Min.)
    • Die Fliege II (1989, 1:15 Min.)
    • Die phantastische Reise (3:17 Min.)
VerpackungKeepCase
 Fox hat hier lediglich ein paar Trailer aufgetrieben und noch einen lustigen Schreibfehler in der Menustruktur versteckt.
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Fazit
Es ist ein Gruselklassiker, obwohl die meisten Kritiker nicht müde werden, zu betonen, dass es ja eigentlich Trash ist, was Kurt Neumann mit "Die Fliege" da auf sein Publikum loslässt. Klar: molekularer Teleport ist beste Science Fiction und die Vermischung der Atome von Stubenfliege und Mensch dürfte natürlich nicht zur Folge haben, dass ein Mensch mit riesigem Fliegenkopf rumrennt (und diametral entgegensetzt proportioniert bei der Fliege), soweit ist der Film tatsächlich Kasperquatsch.
Trotzdem ist es ein geschickt aufgemachtes Monstermovie, das viele Genretypen gleichzeitig bedient. Die gruselige Story wird nämlich in einem langen Rückblick erzählt und viele nicht zu erklärende Vorgänge rund um den Tod eines Mannes unter einer Stahlpresse (lecker allein die Vorstellung) finden erst nach und nach eine Erklärung, falls man den Plot nicht kennt. Was also als Detektiv- bzw. Kriminalstory beginnt, gewinnt später immer unheimlichere Konturen und das Bild des nach der letzten Wahrheit suchenden Wissenschaftlers, der im Grunde relativ rücksichtslos für seine Forschung vorgeht (zum Beispiel versucht er ohne die Spur eines Skrupels die Katze des Hauses zu teleportieren und scheitert tragisch) und zum Opfer dieser Rücksichtslosigkeit wird. Gott spielen ist also wieder mal das Thema, nur dass unser Held relativ sympathisch rüberkommt. Doch von einem Moment auf den anderen schwenkt der Film dann auf mysteriös und liefert schon bald eine Erklärung (siehe oben), die von nun an die Tonart des Films bestimmt. Die Suche nach der halbmenschlichen Fliege wird plötzlich (da man weiß, was man sucht) aus einem anderen Blickwinkel gesehen, die Ausweglosigkeit macht tatsächlich betroffen, die Tragik kommt voll zum Tragen. Natürlich glaubt die Polizei nicht die phantastische Story und lässt schon mal die Nervenheilanstalt ihre Leute vorbeischicken, bis die Fliege dann doch noch gefunden wird.

Was Horrorqualitäten betrifft, so gibt es zwei Momente in diesem Film, die einem auch außerhalb des Kindesalters kalte Schauer über den Rücken jagen, weil sie eben absolute Urängste des Menschen bedienen und die Mechanismen des filmischen Grauens in Perfektion ausspielen.
Die Eine ist sicherlich die Enthüllung des Grauens; der Moment, in dem das Tuch vom Kopf des Wissenschaftlers gezogen wird und die geliebte Helene und damit gleichzeitig auch wir, die Zuschauer das Grauen definitiv zu Gesicht bekommen. Obwohl das Ergebnis längst nicht mehr den FX-Standards unserer Zeit genügt, ist Patricia Owens Schrei, durch das Facettenauge der Fliege gesehen, immer noch einer der besten der gesamten Filmgeschichte.
Die zweite und noch markantere Sequenz ist die Entdeckung der Fliege, als der Wissenschaftler mit dem Fliegenkopf schon tot ist. Einmal kurz schon sieht man das letztlich fatale Spinnennetz, hört die Hilfeschreie der Fliege, doch es dauert noch ein paar unendlich lange Filmmomente, bis es Vincent Price endlich dämmert, was sein Neffe ihm gerade angedeutet hat. Wenn dann ihm und dem Inspektor gemeinsam mit den Zuschauern das Grauen in Großaufnahme präsentiert wird, die Stubenfliege mit dem Arm und dem Menschenkopf, in Todesangst verzerrt, während sich eine (scheinbar) riesenhafte Spinne anschickt, sich auf ihn zu werfen, setzt das Ganzkörperkribbeln ein und scheint zu befehlen, diesen Anblick von uns zu nehmen, da er unerträglich erscheint. Und genau das tun die Männer dann mit einem großen Stein.

"Die Fliege" trägt sicher das Manko von kindlichem Unsinn, wissenschaftlicher Moral und einer SF-Horror-Krimi-Phantastikmischung mit sich, aber seine Wirkung kann man ihm nicht absprechen. Sicherlich ein Klassiker, der seinen Hauch von Trash wie ein edles Kleid trägt.
Die drei bisherigen DVD-Veröffentlichungen (Einzel-VÖ, Neuauflage in der "Große Film-Klassiker"-Edition und als Box mit den anderen Teilen) sind identisch, es macht also keinen Unterschied, zu welcher man greift.



Bilder der DVD




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Fliege, Die
Fliege, Die (Cinema Premium)
Fliege 2, Die
News"Die Fliege" als Ultimate Collector's Box
Neue Film-Klassiker bei 20th Century Fox
"Die Fliege": Vincent Price-Klassiker auf Blu-ray
Fliege, Die (1958)
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