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D 2006
Originaltitel:Denn sie kennen kein Erbarmen - Der Italowestern
Länge:87:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Peter Dollinger, Hans-Jürgen Panitz
Buch:Peter Dollinger, Hans-Jürgen Panitz
Kamera:Hubert Schönegger
Musik:Yullwin Mak
Darsteller:Franco Nero, Pierre Brice, Sergio Sollima, Tomas Milian, Gianni Garco, Bud Spencer, Clint Eastwood, Sergio Leone, Christine Montalbetti, Ennio Morricone, Jean-Francois Rauger, Bernardo Bertolucci, Robert Hossein, Antonio Margheriti, Damiano Damiani
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:19.10.2007 (Kauf)



Inhalt
Anfang der 60er-Jahre steckte die italienische Filmwirtschaft in einer finanziellen Krise. Inspiriert von amerikanischen Western und dem Erfolg deutscher "Winnetou"-Filme, versuchten sich einige junge italienische Autoren und Regisseure an der Produktion ähnlicher Filme und schufen damit ein neues Genre, welches in die Geschichte eingehen sollte: den Italowestern.

Bild
Format1,78:1 (Letterbox)
NormPAL
 "Denn sie kennen kein Erbarmen" greift auf einige alte Interviews zurück, die Qualität sinkt deswegen aber längst nicht so stark ab, wie sich das anhört. Die Eigenaufnahmen, seien es nun die oft vertretenen Landschaftsaufnahmen oder aktuell gefilmte Gespräche, besitzen gutes TV-Niveau, das im Letterbox-Format auf DVD gebannt wurde. Gegenüber einer Filmproduktion fällt das ganzheitlich weichere Bild auf, sonst wird man aber nichts entdecken, was man hier ankreiden müsste. Ganz im Gegenteil, denn für dieses Genre ist alles im grünen Bereich.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Glasklare Dialoge und ein kräftiger Kommentar sind das Grundgerüst in dieser Sektion. Auch wenn es bei älteren Interview-Ausschnitten etwas kratziger wird, geht nie die gute Gesamtqualität verloren, zumal sich die Zeitsprünge hier weniger stark auswirken als beim Bild. Die Frage, warum denn hier so eine hohe Bewertung vergeben wird, kann sehr schnell mit dem Stichwort "Musik" beantwortet werden: Im Dolby Digital 5.1-Modus wird dieser große Bedeutung beigemessen und sowohl die Abmischung für die hinteren Lautsprecher als auch der warme, kräftige und feine Klang sprechen für sich. Die Dokumentation arbeitet vollständig mit VoiceOver, so dass keine Untertitel nötig sind. Auch in den meist kurzen Filmszenen verzichtet man darauf, gesprochen wird hier eh nicht viel und als Italo-Fan kann man sich jeweils denken, worum es dort gerade geht.
 ++++--

Extras
Extras
  • 2seitiger Text auf DigiPack
  • Biografie Yullwin Mak auf DigiPack
Haupt-DVD
  • Auf den Spuren von Wild, Wild, West (10:42 Min.)
  • DVD-Credits (3 Seiten)
Soundtrack-CD
  • Leone's Place (3:18 Min.)
  • Once Upon A Time (4:13 Min.)
  • Half Breed (Keoma) (3:47 Min.)
  • Django (2:04 Min.)
  • Gone With The Wind (3:16 Min.)
  • Claudia's Dream (3:20 Min.)
  • Habanera (3:32 Min.)
  • Bud & Terence (2:24 Min.)
  • Mexico Liberta (1:39 Min.)
  • Viva Mexica (1:31 Min.)
  • Desert Storm (1:35 Min.)
  • Hey' Charly (2:36 Min.)
  • Cheyenne (1:21 Min.)
  • Hossein (1:19 Min.)
  • Once Upon A Time - The Trumpet (4:14 Min.)
  • Good Bye Sergio (3:33 Min.)
VerpackungDigiPack
 Im Grunde beginnt das Bonusmaterial bereits bei der Präsentation der DVD, die in einem einfarbigen DigiPack mit Silberdruck steckt. Klappt man dieses auf, hat man Zugriff auf einen zweiseitigen Text von Regisseur Hans-Jürgen Panitz, der etwas über die Dokumentation erzählt.
Auf der DVD befindet sich neben der Hauptattraktion noch eine etwa 10minütige Dokumentation, über deren Entstehungsgeschichte leider nicht allzu viel ausgesagt wird. In dieser trifft man im Hintergrund auf den Musiker Yullwin Mak, während die Filmstadt Almeria, ihre Bauten und die umliegende Landschaft natürlich die Hauptrolle spielt. Der bekannte Synchronsprecher Hartmut Neugebauer, der seine Stimme manchem kernigen Cowboy verlieh, führt mit seiner unverwechselbaren Stimme und auch direkter Bildschirmpräsenz durch die Mini-Doku, bei der keine Filmausschnitte gezeigt werden. Hier geht es eher darum, die Atmosphäre zu genießen und die Seele baumeln zu lassen. Das trifft auch für den tollen Soundtrack von Yullwin Mak zu, der in voller Pracht auf eine zusätzliche Musik-CD gepresst wurde. Die 16 Titel lohnen ein mehrmaliges Anhören und sind weit über dem Niveau eines Pausenfüllers. Wer mehr über den Künstler erfahren möchte, für den eignet sich eine kurze Biografie, die sich in Textform auf der Innenseite des DigiPacks befindet.
 ++/---

Fazit
Es ist ein schieres Mammutprojekt, das sich Peter Dollinger und Hans-Jürgen Panitz mit "Denn sie kennen kein Erbarmen" auferlegt haben. Da will man innerhalb von 90 Minuten mal eben einen Überblick über ein Genre geben, das zwar kompakt anmutet, in Wirklichkeit aber eine immense Breite besitzt. Zwar darf man sich als Fan des Spaghetti-Westerns über eine Vielzahl an bereits auf DVD ausgewerteten Titeln erfreuen, aber das ist erstmal nur ein kleiner Teil. Demnach kann "Denn sie kennen kein Erbarmen" auch nur ein Überblick sein.
Aber genug der Muffelei, denn was hier entstand, ist gleichweg interessant für den Neuling, der vielleicht gerade mal die ebenfalls vorgestellten Komödien-Western der Sorte Spencer/Hill kennt, als auch für den Vollblut-Colt-Träger, denn gerade in diesem Bereich sind Literatur und Video-Aufarbeitung im deutschsprachigen Raum doch eher rar gesät. So wird chronologisch die tiefe Spur verfolgt, die das ganz besondere Western-Genre in der Filmwelt hinterließ. Begonnen bei der Aufarbeitung japanischer Kurosawa-Eastern als Interner Link"Dollar"-Filme, über die deutschen "Sauerkraut"-Western mit Lex Barker und Pierce Brice bzw. Gojko Mitic, vorbei an Interner Link"Django" und seinen unzähligen Imitaten bis hin zu den italienischen Spätwestern, als das Genre eigentlich schon begraben war - es dürfte wirklich alles dabei sein, was wirklich wichtig war. Das ist interessant, auch wenn letztlich eher die großen Filme thematisch beackert werden und die kleineren mit ein paar Ausschnitten bedacht werden, denn wo bekommt man sonst noch Originalaufnahmen von Regisseuren, Schauspielern und Produzenten der damaligen Zeit geliefert, die redefreudig zusammen mit den Autoren dieser Dokumentation das Wesen des Genres ergründen. Für besondere Gänsehautstimmung sorgen die professionell gespielten Musikstücke von Yullwin Mak, die auf ganz besondere Art und Weise den bekannten Melodien dieser vergangenen Ära huldigt. Wenn dann die Kamera über die Originalschauplätze der damaligen Sets zieht und man fast spüren kann, wie die Darsteller von damals ihre wichtigsten Rollen spielen, dann sind das schon magische Momente, die "Denn sie kennen kein Erbarmen" transferiert.
Die Aufarbeitung der Fakten ist wie bereits angerissen sehr ansprechend gelungen, da es nicht nur darum geht, möglichst viele Filme vorzustellen, sondern das Gefühl der damaligen Zeit einzufangen. Mittels Kommentare von Sachverständigen, aber auch von Fans und dank des professionellen Kommentars muss man dabei nicht auf sauber recherchierte Hintergrundinformationen verzichten. Leider nur sind diese 90 Minuten schon fast ein wenig zu kurz, es hätten gern 3 Stunden oder noch mehr sein dürfen, die dann vielleicht auch in den besonders dreckigen, verruchten Winkel der Italo-Western-Schatztruhe graben.

Dass diese Dokumentation nun gerade von Koch veröffentlicht wird, verwundert nicht, hat dieses Label doch bereits einige wunderbare Titel auf den Markt gebracht - immer in einer Form, die den Genre-Fan angesprochen hat. Diese Veröffentlichung setzt die hohe Qualität fort, im Inneren wie beim Äußeren der DVD. Bleibt mir also nur noch zu sagen, dass "Denn sie kennen kein Erbarmen" jeder Leone/Sollima/Nero/Kinski/Milian/Eastwood/Garko-und-wer-noch-alles-Vergötterer besitzen sollte. Das schließt natürlich zukünftige Fans nicht aus!



Bilder der DVD




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